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Archiv für Juni 2009

Was zeichnet eine lebenswerte Stadt aus?

Dienstag, 23. Juni 2009

Rolan Ostertag hielt am Montag, den 22. Juni, Im Hospitalhof in Stuttgart einen Vortrag mit dem Titel: Was zeichnet eine lebenswerte Stadt aus.

Pfarrer Müller begrüßte Roland Ostertag. In dem folgenden Vortrag wurden mit den Bemerkungen zur 1. und 2. Stadtzerstörung, womit die Auswirkungen des Wiederaufbaus in der City gemeint sind, einige kritische Fragen zur Stadtentwicklung seit 1945 gestellt. Angesichts neuerer Entwicklungen und der aktuellen Stadtplanung, darf, so Ostertag, danach gefragt werden, wie heute auf Stadtgängen die Seele der Stadt entdeckt werden kann.

Der Vortrag von Roland Ostertag (ca. 1 Stunde):

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Einige der Fotos, die bei diesem Vortrag gezeigt wurden:

Die Studenten in Stuttgart demonstrieren gegen Bildungsabbau

Donnerstag, 18. Juni 2009

Gestern haben die Student in Stuttgart gegen die Pläne der Uni, die Geisteswissenschaften zu kürzen ( > Stuttgart – das neue Herz Europas und die Geisteswissenschaften) protestiert. (Fotos folgen hier noch.) Nicht nur die Kürzungspläne waren im Visier der Studenten, sie prangerten auch viele weitere Missstände an und kritisierten die Studiengebühren, den Bolognaprozess und die Exzellenzinitativen. Und ein Plakat fiel besonders auf, dass den Exzellenzgedanken auf den Punkt bringt. Was für ein Aufwand, um die Anträge einzureichen, man hat fast den Eindruck, dass Exzellenzuniversitäten für die erfolgreiche Bewältigung der administrativen Hürden belohnt werden, damit sie sich als exzellent bezeichnen dürfen. Die Stuttgarter Studenten sehen dies viel pragmatischer:

Stuttgart 21 A 1 und die Bibliothek 21

Sonntag, 14. Juni 2009

Ortsbesichtigung: Der > Pariser Platz im > Europaviertel S21 A1:

Pariser Platz

Hier wächst die Bibliothek 21 aus dem Boden:

Bibliothek 21

Nach wie vor weiß ich noch nicht, wie das Viertel belebt werden soll. Vielleicht wird die Bibliothek rund um die Uhr geöffnet sein? Wie auch immer, sie wird bestimmt eine Attraktion werden, die Besucher und Leser anziehen wird, aber nur zeitweise. Das neue Viertel benötigt eine dauerhafte Belebung und eine geschickte Anbindung an die Stadtquartiere in unmittelbarer Nachbarschaft.

Jetzt entstehen schon 2 neue Straßen, die vom Pariser Platz aus in Richtung der Bibliothek 21 führen. Hier zwei Fotos einer der beiden Strassen mit je einem Blick Richtung Innenstadt und ein Blick Richtung Norden.

A1 S21

A1 S21

Die Frage Kann man einen Stadtteil aus der Retorte schaffen? habe ich im Vortrag im November 2007 untersucht: > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)

Der Schillerplatz in Stuttgart

Sonntag, 14. Juni 2009

Schillerplatz

Stuttgart – das neue Herz Europas
und die Geisteswissenschaften

Donnerstag, 4. Juni 2009

Wieder einmal gibt es an der Stuttgarter Universität einen Versuch, die Geisteswissenschaften abzubauen. Medienberichten zufolge sind die Alte Geschichte, Mittlere Geschichte, Kunstgeschichte, Romanistik und Anglistik sowie mit fünf Professuren die Betriebswirtschaftslehre (BWL) und die Volkswirtschaftslehre (VWL) betroffen. Das Rektorat der Universität will 16 Professuren aus den Geistes- und Wirtschaftswissenschaften und acht Professuren aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften streichen, wie Rektor Wolfram Ressel, dies auf einer Pressekonferenz am 4. Juni ankündigte. „Masterplan“ heißt das Vorhaben und soll das naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Profil der Stuttgarter Uni als Forschungsuniversität schärfen. Laut der Stuttgarter Zeitung sollen die Lehramtsstudienplätze erhalten bleiben, es wird aber von „Arrondierungen“ gesprochen. Dazu passt es, dass man versuchte, die Streichpläne erst einmal geheim zu halten, wohl um auszuloten, wie weit man gehen kann, bevor die Proteste beginnen. Schon wird von der Exzellenzinitiative II gesprochen, an der die Uni teilnehmen möchte.

> Uni Stuttgart schränkt Geisteswissenschaften ein, SWR, 4. Juni 2009:

Der SWR berichtet, die 50 Studenten, die die Pressekonferenz stürmten, hätten „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ gerufen

Ohne eine Stärkung der Geisteswissenschaften, ohne eine Exzellenzinitiative auch in den Geisteswissenschaften, die die Landeshauptstadt dringend benötigt, bleibt das neue Herz Europas hohl und blutleer. Der Versuch, die Geisteswissenschaften zu beschneiden, ihre Bedeutung herunterzuspielen, ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Reste lediglich geduldet werden, anstatt sie als das notwendige Fundament in ganz besonderer Weise zu fördern, nimmt allen neuen Exzellenzinitiativen jede Glaubwürdigkeit.

Die Einführung der Studiengebühren, die Verknappung der Lehre und der Versuch, die Geisteswissenschaften wieder einmal zu beschneiden und gleichzeitig an die Spitze rücken zu wollen, das passt alles nicht zusammen.

Die Universität begibt sich auf den falschen Weg. Die Aufwertung der Geisteswissenschaften und die Intensivierung ihrer Verbindungen mit allen anderen Disziplinen sollten auf der Tagesordnung stehen. Dann ergibt sich Exzellenz ganz von selbst und muss nicht auf dem Weg über Kahlschläge und Enttäuschungen mühsam neu definiert werde.

Es wird schon nicht so schlimm kommen? Nur die Neuere Geschichte soll bestehen bleiben? Und der Rest? Und die Romanistik? Sie soll wieder hier einmal abgeschafft werden? Und die Anglistik? Die Kunstgeschichte? Hoffentlich haben ihre Abschaffer in dem Potential dieser Fächer sich noch einmal nur geirrt. Die > Romanistik reicht von Machiaveilli bis Sartre und an beiden Enden weit darüber hinaus. Ihre Absolventen bekommen mit Linguistik, Literatur und Kulturwissenschaften einen so weitreichenden Horizont mit auf den Weg, der sie schon während des Studiums befähigt, sich gegen eine Unterbewertung ihres Faches zu wehren. Im übrigen steht auch der internationale Ruf der Stadt auf dem Spiel. Man möchte doch hier so gerne zum Herz Europas werden. Dieses Ziel lässt sich aber nicht durch Bauwerke und Tunnel erreichen, die Stadt muss auch intellektuell ein Magnet werden. Die Reduzierung der Geisteswissenschaften bewirkt das Gegenteil.

> Strukturreform an der Uni