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Archiv für Februar 2010

Google „Street view“ in Deutschland

Samstag, 27. Februar 2010

Seit einigen Jahren interessiere ich mich für
> Web 2.0, das sogenannte Mitmachnetz, in dem die Besucher von Website aktiv werden können. Wenn aber Firmen die Arzt und Weise des Mitmachens selber bestimmen und erstmal Daten sammeln, sei das in Form von > urheberrechtlich geschützten Büchern oder Bilder von Häusern, Fakten in Form von Datenbanken schaffen und erst hinterher mehr oder weniger halbherzig über den Nutzen und das Benutzen der Daten sprechen wollen, finde ich das nicht mehr so komisch und auch überhaupt nicht Web 2.0. Man tut erst was, was vielen nicht gefällt, man fragt nicht, und hinterher kann ja der Betroffene sagen, wenn er das nicht will: aber man fährt ja auch nicht einfach so bei Rot über eine Ampel und guckt hinterher, ob das jemanden stört.

> 26. April 2009: Tag des geis­ti­gen Ei­gen­tums

> Urheberrecht: Digital heißt nicht rechtlos

Panoramafreiheit hin und her, aber alles aufnehmen und daraus Profit ziehen? Alle Beteiligten und die photographierende Firma haben viel davon, nur der Hausbesitzer nicht. Er und sei Anwesen werden von der Gesellschaft, von Firmen und Einzelpersonen ausgespäht. Wie wohnt er? Wo ist sein Anwesen gelegen? Wie liquide ist er? Oder wie liquide ist sein Umfeld? Investoren jeder Art, Immobilienkäufer und Mitinteressenten werden von diesen Strassenbilder angezogen werden und der Anbieter dieser Seiten dreht von sich aus ganze Geschäftsprozesse auf den Kopf. Und das soziale Zusammenleben wird modifiziert: Man guckt mal ins Netz, bildet sich eine Meinung und ist voreingenommen gegenüber den Eindrücken, die die Realität bereitstellt. Und wir müssen uns das ohne Widerrede gefallen lassen. Und Politiker stimmen zu, weil ihnen kaum etwas anderes übrig bleibt.
Eine Firma, die alle Strassen einer Stadt photographiert und deren Bilder im Netz aller Welt zur Verfügung stellt, beeinträchtigt das, was ich in Ermangelung eines wirklich viel schöneren Wortes den öffentlichen Diskurs nennen möchte. Richard Sennett hat die Folgen einer solchen Entwicklung in seinem Buch Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität, (mit dem viel besseren Originaltitel The Fall of Public Man), Frankfurt/M. 1983, wunderbar auf den Punkt gebracht. (Vgl. > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (III), wo ich anlässlich eines Vortags auch dieses Buch zitiert habe). Die unangefragte Veröffentlichung dieser Bilderserien, haben mit dem Grundgedanken von sozialen Netzwerken gar nichts zu tun, sondern tragen zum Niedergang der Öffentlichkeit gerade durch die Vorspiegelung der Öffentlichkeit erheblich und entscheidend bei. Je mehr gemeinsame Identität festgestellt oder entwickelt wird, je gleicher alle werden, so möchte man hinzufügen, so unmöglicher wird die Verfolgung gemeinsamer Interessen, erklärt Sennett (S. 295). Diese große Firma hätte Ihr Projekt auch in irgendeiner Form des Mitmachens gestalten können; wie, darüber müssen wir uns ja keinen Kopf zerbrechen.
Die Modifizierung des öffentlichen Diskurses, damit meine ich das Einwirken auf die Art und Weise, wie wir Entscheidungen vorbereiten, soziale Kontakte knüpfen oder gar Informationen bewerten, nimmt diese Firma, die so viele Städte vollkommen ablichtet, uns aus der Hand. So wie in den Suchergebnissen, die Suchenden sich dran gewöhnt haben, die ersten Einträge als relevant zu beurteilen, was nur selten wirklich der Fall ist, berücksichtigt man alle Ergebnisse, die nicht betrachtet werden, so ist auch das Betrachten dieser Bilderserien ganzer Strassenzüge eine Verarmung für denjenigen, der sich nach diesen visuellen Eindrücken begnügt. Das ist so, als wenn man immer mit einem Knopf in jedem Ohr durch die Strassen läuft. Man nimmt nicht am sozialen Leben teil. Eine Stadt lebt auch von ihren Geräuschen, von den Menschen die sich in ihr bewegen und von den Eindrucken, die der Flaneur in ihr sammelt.

So kann man es auch sehen:
> Das Schlendern im virtuellen Raum
Von Norbert Wallet, Stuttgarter Nachrichten, Berliner Redaktion,

Die Bilderserien nehmen uns alles, was das Flanieren ausmacht. Schicken Sie 10 Photographen in die gleiche Strasse, jeder macht andere Aufnahmen, ja, das sind ganze andere Strassen, die sie photographieren. Die Strassenfotoseite für alle macht die Strassen für alle gleich.
Was würde mir ein Stuttgarter Hausbesitzer erzählen, wenn ich sein Haus hier abbilden würde und alles das zusammentragen würde, was beim Betrachten seines Hauses auf der geplanten Bilderstraßenseite auffallen würde? In welchen Bauzustand sein Haus ist, wie vermögend er erscheint, wo sein Haus liegt, wie seine Umgebung einzuschätzen ist, etc.? Er würde mich wahrscheinlich und zu Recht fragen was das solle….
Und dann ist da noch die Verknüpfung der Daten, E-Mail, Potential der Website in Form von Analysetools, Speicherung der besuchten Websites, Speicherung der eingegebenen Suchbegriffe, Nutzung aller Zusatztools, Speicherung der gesuchten Buchtitel, diese Firma kann komplette Biographien ihrer Nutzer automatisch verfassen. Irgendwann bekommt man keine Suchergebnisse mehr, weil die letzte Downloadrechnung nicht bezahlt wurde.

> Faszinierende Bilder auf Kosten der Privatsphäre

> Google Street View Auto in Stuttgart-West

> Bürgerinformation zu Google Street View Landeshauptstadt Stuttgart

Tempo 50 auf der Cannstatter Strasse

Freitag, 26. Februar 2010

Wenn die Autos 10 km/h langsamer fahren, sollen die Feinstaubwerte sinken? Die sinken wohl kaum, aber der Verkehr wird ein vielleicht wirklich ein bisschen flüssiger, d. h. er verteilt sich besser, wenn auch ganz unwesentlich.

> Jetzt soll Schluss sein mit der Raserei (- oder mit dem Feinstaub?) – Stuttgarter-Zeitung, 8. Januar 2010

Früher gab es in einigen Städten, Hinweise auf die Grüne Welle, 30 km/h, 40 km/h oder 50 km/h. Das klappte immer prima, man rollte zur Ampel, brauchte, nicht zu bremsen, nur ein wenig Gas wegnehmen und konnte dann oft bei Grün durchzufahren. Leider sind die gelben Blinklichter 500 m vor dem Tunnel für viele ein Startsignal zum Draufhalten.

Wie auch immer, den Geschwindigkeiten auf der Cannstatter Straße will man nun mit mehr Überwachung begegnen. Das eigentliche Übel liegt aber woanders. > Sechs oder mehrspurige Durchfahrtsstrassen sind für Citys nicht geeignet, da der manchmal flüssige Verkehr auf den schönen ausgebauten Strassen natürlich gerne flott rollt, sich an beiden Enden dieser Schnell, oder Durchfahrtsstrasse aber fast immer staut. Das sind irgendwie > zu viele Autos zu schnell unterwegs.

Vincent Klink: Sitting Küchenbull

Dienstag, 16. Februar 2010

Haben sie schon mal das Vergnügen genossen, im Restaurant Wielandshöhe zu speisen? Dann kam sicher auch Vincent Klink an Ihren Tisch, um zu gucken, ob alles stimmt.

Gestern stand er mit Patrick Bebelaar auf der Bühne des Mozartsaals in Stuttgart, um im Rahmen einer Veranstaltung zusammen mit dem Literaturhaus Stuttgart und dem gestern gegründeten Lions Club im Literaturhaus sein Buch vorzustellen. Gerade ist sein Erinnerungsbuch > Sitting Küchenbull. Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs bei Rowohlt erschienen. Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem vergnüglichen Abend vor vollem Haus:

Warten auf den Frühling

Samstag, 13. Februar 2010

Gestern abend vor dem Literaturhaus.

24 Stunden in Stuttgart

Samstag, 13. Februar 2010

Christoph Kalck und Jascha Vick (HDM) haben einen tollen Film hergestellt:

> 24 Stunden in Stuttgart

Und abends ins Literaturhaus

Samstag, 13. Februar 2010

> www.literaturhaus-stuttgart.de

Und was Sie dort in den letzten 10 Jahren möglicherweise schon verpasst haben:
> Fotoarchiv des Literaturhauses