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Archiv für April 2012

Waren Sie schon mal in der neuen Stadtbibliothek?

Donnerstag, 26. April 2012

> Waren Sie schon mal in der neuen Bibliothek am Mailänder Platz?

Literatur ist doch gefährlich:

> Waren Sie schon mal in der neuen Bibliothek am Mailänder Platz?

Professor Robert Spaemann:
Podiumsgespräch über Rousseau

Mittwoch, 25. April 2012

Podiumsgespräch. Robert Spaemann (Stuttgart): Rousseau und die Paradoxien der Moderne. Gespräch über einen Klassiker

Zeit: Mi, 25. April 2012 19:30 Uhr

Jean-Jacques Rousseaus 300. Geburtstag am 28. Juni 2012 rückt einen widerspenstigen Klassiker ins Licht der Aufmerksamkeit. Sein Werk lässt sich weder auf eindeutige Thesen – auch nicht auf > eine einfache Rückkehr zur Natur reduzieren.

Robert Spaemann hat im Laufe seines philosophischen Weges immer wieder die Auseinandersetzung mit diesem Klassiker der Moderne gesucht und seine Sicht in einschlägigen Büchern zur Diskussion gestellt. Rousseau hat demnach nicht nur den spezifisch modernen Individualismus exemplarisch vorgelebt, sondern zugleich dessen Scheitern vor Augen geführt. Was können wir durch die Wiederbegegnung mit Rousseau lernen – über Rousseau, über Robert Spaemann, aber auch über uns selbst?

< Die Stataue steht rechts neben Pantheon inmitten der vielen parkenden Autos, über die > Rousseau hinwegschaut.

Podiumsgespräch mit Felix Heidenreich und Françoise Joly – Im Rahmen der Reihe „Lire et relire les classiques“.
Vortrag in deutscher Sprache. – Das Gespräch wird von der DVA-Stiftung gefördert.
Ort: Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart
Zeit: Mi, 25. April 2012 19:30 Uhr

Wir haben Jean-Jaques Rousseau schon mal vorher besucht und ihn über sein Buch Emile et de l’éducation interviewt. > Devons-nous retourner à la nature? Un entretien avec Jean-Jacques Rousseau.

Im Juni 2011 waren wir mit unserem > transportablen TV-Studio bei Professor Spaemann und haben ihn nach den Problemen der Kernenergie gefragt:

La fête: 60 Jahre Institut français de Stuttgart

Dienstag, 17. April 2012

Das Institut français feierte am Freitag, 20. APRIL ab 17 Uhr seinen 60. Geburtstag.

> Das Fotoalbum der Freunde des Institut français.

Das Fest beginnt um 17 Uhr mit einer Versteigerung von Büchern aus der Mediathek. Anschließend können die Besucher ab 18 Uhr die Archivausstellung besichtigen, welche die vielfältige Arbeit des Institut français Stuttgart seit dem 20. April 1951 vorstellt.

De beiden Französinnen Marie-Pierre Roy (Sopranistin) und Delphine Henriett (Cellistin) begleiten durch das Programm.

Die Begrüßung der Besucher durch den Generalkonsul und Leiter des Institut français, Herr Michel Charbonnier, und Herr Dr. Michael Klett, stellvertretender Vorsitzende des Vereins der Freunde des Institut français, beginnt um 18:30 Uhr. Ab 19:30 Uhr interpretiert die Sängerin Carole Simon aus Paris zusammen mit dem deutsch-französischen William Lecomte Trio Klassiker der französischen Chansons als auch eigene Kompositionen.

Remy Martin legt ab 22 Uhr Klassiker der französischen Popmusik von den 60ern bis heute auf.

Bewirtung in Zusammenarbeit mit Monsieur Baguette und der Weinhandlung Kreis & Krämer

Das ganze Programm:

Institut français Stuttgart, Diemershaldenstr. 11, 70184 Stuttgart

Eine neues Stadtquartier oder eine Insellösung?

Montag, 16. April 2012

Heute schippen, morgen shoppen, lautet das Motto für die Baugrube des künfigen Gerber-Viertel. Vielleicht kann Stadtteilsanierung nur so vor sich gehen, Abriss und Neubau. Aber man darf doch mal nach dem Konzept fragen. Die Baugrube hat riesige Ausmaße. Ein Shopping-Center und Wohnungen werden dem Passanten versprochen und auf dem Bauzaun sieht man auch das Versprechen, Stuttgart wachse hier zusammen. Werfen wir mal einen Blick in die Baugrube. Da muss man sich schon kräftig recken, denn nur an wenigen Stellen erlaubt der Bauzaun einen Blick auf das Geschehen, ganz so, als wenn in einigen Monaten das herauswachsenden Einkaufszentrum uns alle überraschen will:

Im Hintergrund sieht man die Barriere, die dieses Baugrundstück vom Nachbarstück abriegelt: die Paulinenbrücke ist für Fußgänger unüberquerbar:

Vielleicht entsteht unter der > Paulinenbrücke eine Parklandschaft, die für Fußgänger den Übergang zum Caleido angenehm verschönt? Vielleicht will der Bauherr des Caleido auch nur alle Kunden in seinem Einkaufszentrum behalten und ist deshalb so froh dass die überdimensionierte Panzersperre Paulinenbrücke nun wie für die Ewigkeit gebaut erscheint, wie er auch dankbar ist, dass die Brücke nicht abgerissen wurde. Alles für das Auto und für die Fußgänger das Einkaufszentrum. Der Bedarf für die gigantischen Schopping-Zentren zu beiden Seiten der City, hier das Gerber, dort S21, orientiert sich nicht an einer Konzeption für die Stuttgarter Innenstadt, die kann sehen wo sie bleibt – nochmal als Wiederholung -,

sondern nur und ausschließlich an den Regaldrehzeiten. Wer ein Fachgeschäft in der City hat, muss doch an dieser Stadt verzweifeln. Natürlich ist alles vorher diskutiert worden und die Gremien haben beraten. Es wurde auch viel gewarnt und gelobt: > Georg Franck, Die urbane Allmende. Eine Pflichtlektüre für die Stuttgarter Aber mit Bauprojekten ist es immer so. Erst wenn sie aus dem Boden wachsen, kann man sich wirklich vorstellen, was da passiert. Pläne und schöne Skizzen regen die Phantasie der Bürger nicht so sehr an. Hätte die Stadt in der City ein Modell in repräsentativer Lage, auf dem die Neubauten und ihr Zusammenhang im Rahmen einer Ausstellung visualisiert würden, käme vielleicht in der Stadt endlich eine öffentliche Diskussion über die Stadtentwicklung im größeren Maßstab in Gange. Derweilen bleibt nur der Gang zur Ausstellung im Gäkopf.

Unverrückbar wird die Paulinenbrücke zwischen Caleido und Gerber eingemauert:


Österreichischer Platz, © Manfred Storck. Mehr Luftbilder: Kissinger Straße 60, 70372 Stuttgart. E-Mail: storck.manfred@t-online.de.

Ganz so als wenn nur die Autos mit großen Kofferräumen zum Shopping-Cener fahren sollen. Eine Reparatur der – man kann sagen – drei Stadtquartiere, die die Stadtautobahn trennt, findet nicht statt. Man hat sich für die schnellste Lösung zugunsten des Kommerzes aber nicht zugunsten der Stadtqualität entschieden.

Die Barriere Hauptstätter Straße

Montag, 16. April 2012

Warum wird in dieser Stadt nicht ein wenig mehr über die Hauptstätter Straße diskutiert? Sie trennt die Stadtquartiere links und rechts ihrer vielen Spuren.

Wie kommt man hier rüber – ohne die bereits eingebauten Überwege?

Um es nochmal zu wiederholen: 30 % de Autos auf der Hauptstätter Strasse sind nur Hin-und Herfahrer, die U-Turns umrunden müssen, um die Straße zu überqueren. 30 % biegen im rechten Winkel zum Ziel ab, anstatt es direkt anzufahren. 30 % nutzen eine der vielen Auffahrten und bald wieder ein Abfahrt, weil es bequem ist, und auch gar nicht anders geht. 20 % nutzen die Straße vom Marienplatz bis zum Neckartor, sind also nur Durchreisende. Für wieviel % ist diese Stadtautobahn eigentlich wirklich nötig? Ob diese Zahlen stimmen? Würden sonst die Auf- und Abfahrten so intensiv genutzt werden? Der Verkehr auf dieser Straße wäre doch mal ein tolles Studienobjekt! Fragt jemand, wo sollen den die Autos fahren, wenn es die Stadtautobahn nicht mehr gibt? Die Antwort ist ganz leicht: Woanders. Oder auch hier: auch noch hier, aber wirklich nur auf vier Spuren. Oder man baut auch noch eine Straßenbahnlinie in der Mitte vom Marienplatz bis Bad Cannstatt. Dann wäre auch das leidige Feinstaubproblem am Neckartor elegant gelöst. Das wäre richtig urban. Stattdessen entstehen mit dem Gerber und dem Caleido zwei > Insellösungen. Gucken wir doch mal nach Ulm: Die Neue Mitte Ulm (10 Beiträge auf diesem Blog).

> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept

> 14 Spuren sind zuviel

> Die Bebauung der Hauptstätter Straße
> Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße

Im Künstlerhaus Stuttgart:
Annika Eriksson, Die Triologie

Freitag, 13. April 2012

Künstlerische Dialoge III
Annika Eriksson: Die Trilogie

Künstlerhaus Stuttgart, Reuchlinstr. 4b, 70178 Stuttgart, Ausstellung, 4. Stock
14. April 2012 – 17. Juni 2012
Eröffnung: Freitag, 13. April 2012, 19 Uhr

Das Künstlerhaus Stuttgart zeigt neue Arbeiten der in Berlin lebenden schwedischen Künstlerin Annika Eriksson im Rahmen der Einzelausstellung Die Trilogie. Die Ausstellung präsentiert eine Trilogie von Videoarbeiten – neben den Video-Installationen Wir sind wieder da (2010) und Wir Bleiben/The Last Tenants (2011) – Erikssons neueste Arbeit It did happen soon (2012) als Erstaufführung. Die Werke sind konzipiert als ein fortgesetzter Dialog mit Zeiten des Übergangs, die hier sowohl in Momenten des Widerstands und des Ungehorsams als auch in Zuständen der Erschöpfung und der Passivität erkundet werden. Berlin, wo die Künstlerin lebt und arbeitet, und ein Ort, an dem sich Science Fiction als Mittel zur Beugung von Zeitabläufen realisieren lässt, diente bei der Umsetzung der drei Arbeiten als Dreh- und Angelpunkt.

Mehr Informationen: > Künstlerhaus Stuttgart

Annika Eriksson lebt in Berlin. Ihre jüngsten Arbeiten: Maximum Happiness für „Yes, No and Other Options“, Sheffield Biennale 2008. 2012: „The Best of Times, The Worst of Times. Rebirth and Apocalypse in Contemporary Art“, Kiev Biennale; „When Attitudes Became Form Becomes Attitudes“ im Wattis Institute for Contemporary Art, San Francisco, sowie eine Einzelausstellung in der Galerie Krome, Berlin.

TERMINE:

Dienstag, 15. Mai 2012, 18-21 Uhr
LINIE WEST Nr. 7
Rundgang durch die Galerien Hauff, Friese und Parrotta sowie das Künstlerhaus Stuttgart
www.liniewest.de
18 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellungen im Künstlerhaus mit Adnan Yildiz

Dienstag, 12. Juni 2012, 19 Uhr
Annika Eriksson im Gespräch mit Maria Lind, moderiert von Adnan Yildiz

Die Ausstellung von Annika Eriksson wurde durch die freundliche Unterstützung von IASPIS und dem > Schwedischen Honorarkonsulat Stuttgart ermöglicht.

Künstlerhaus Stuttgart
Reuchlinstr. 4b · 70178 Stuttgart
T (0711) 617652 · F (0711) 613165

Im Literaturhaus Stuttgart: Architektur in Stuttgart

Freitag, 13. April 2012

Literaturhaus Stuttgart, Donnerstag, 12.04.12, 20.00 Uhr

Architekturstadt Stuttgart – Arno Lederer, Amber Sayah
Buchpräsentation, Gespräch

Stuttgart verändert rasant sein Gesicht – und die Menschen, die hier leben, wollen diesen Prozess stärker aktiv begleiten. Das Interesse an einer lebenswerten, menschlichen und nachhaltig gestalteten Stadt wird nicht erst seit den Debatten um den Stuttgarter Hauptbahnhof deutlich. Ein neues Buch versammelt Artikel, Texte und Gastbeiträge aus der „Stuttgarter Zeitung“ über Architektur und Städtebau aus den vergangenen fünf bis sechs Jahren. Erkundet wird, welche Potentiale die Stadt hat und unter welchen Rahmenbedingungen Stadtentwicklung gelingen kann – mit und für die Menschen in Stuttgart.

In Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Zeitung.

Im Gespräch mit dem Architekten Arno Lederer stellte Amber Sayah, Redakteurin der „Stuttgarter Zeitung“ und Herausgeberin des Bandes, das Buch „Architekturstadt Stuttgart – Bauten, Debatten, Visionen“ vor und streifte dabei auch die Frage nach Sinn und Bedeutung von Architekturkritik.

Neue Architektur in Stuttgart

Donnerstag, 12. April 2012

Das ganze Dilemma, zwischen Alt und Neu zeigt das zweite Foto im Buch > Architekturstadt Stuttgart, das Amber Sayah für die Stuttgarter Zeitung und der Belser Verlag herausgegeben hat: Vor dem Abriss des Nordflügels hält ein Demonstrant ein Schwarzweiß-Foto von Paul Bonatz, der bekümmert den Betrachter ansieht, empor; vielleicht ist das Foto auch nur eine Fotomontage. In Stuttgart sind schon öfters wichtige Bauten abgerissen worden, um Platz für neue architektonische Ideen zu schaffen. Das Kronprinzenpalais, das Kaufhaus Schocken, (hier: S. 131-134) das Steinhaus, die Ruine des Rathauses, die beiden Bahnhofsflügel zählen zu diesen Erinnerungen, die nur noch auf Fotos zu sehen sind. Stuttgart hat Probleme mit dem Denkmalschutz und seiner Vergangenheit und somit kein rechtes Verhältnis zu seiner Geschichte.

Würfelspiele, innen und außen lautet die Überschrift des Kapitels, das über die neue > Stadtbibliothek am Mailänder Platz berichtet. Die merkwürdige Distanz zum Buch, die in dieser Bibliothek seltsamerweise die Besucher so verzückt: „Der terrassierte Galeriesaal ist Architektur-Architektur…“ (S. 13), schafft einen Unterschied, zwischen den Büchern im Wilhelmspalais mit den traditionellen Regalreihen und jetzt der „Büchern und Besuchern eine prachtvolle Bühne bereitende Bibliothek“. (S. 13)

Das2009 fertiggstellte Haus der katholischen Kirche bekommt die Überschrift Promenadenmischung mit Mission. Dann das Schmuckstück am Schlossplatz: Schwabe mit reichem Innenleben heißt das Kapitel über das > Kunstmuseum mit der Stolpertreppe, das Rainer Hascher und Sebastian Jehle 2004 errichteten. Ein echtes Vorzeigeobjekt, auch wenn die Umgebung sich noch nicht so recht an den Bau gewöhnt hat. „Die Rückseite finde ich interessanter, weil sie in den Platz eingefügt ist. Ich finde ja immer noch, dass der ganze Bau zu nah am Schloßplatz steht. Treppen vor dem Haupteingang hätten einladender gewirkt,“ stand 2007 auf diesem Blog. Es stimmt übrigens, dass das Mobile von Calder mit der Kulisse des Kunstmuseums jetzt endlich so richtig zur Geltung kommt:

Ein Haus, das Stadt macht steht über dem Beitrag, der den Entwirf für die Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek beschreibt, der von Lederer + Ragnarsdóttir + Oei 2015 fertiggestellt werden soll. Ob man das richtig macht, ihn direkt an die Straße zu stellen? Hier wird ein bestehendes Gebäude erweitert, und man darf gespannt darauf sein, wie beide Alt und neu sich miteinander unterhalten werden. Ich finde die WLB innen immer noch sehr zweckmäßig.

Das Mercedes-Benz-Museum und das Porsche-Museum (1) sind eher überkandidelte Schaubauten für die Werbung, wobei das Museum für die Autos mit dem Stern etwas systematischer Autogeschichte zeigt, während das andere Museum noch mehr mit der großen Verschiedenheit seiner Räume überraschen will. Hier gilts dem Automuseum berichtet über das Museum der Sammlung Mahle, das 2009 errichtet wurde. Ein besonderer Stadtbaustein, die Galerie Abtart in Möhringen ist weniger bekannt. Sie wurde 2009 fertiggestellt.

Aber in Stuttgart wird auch Altes renoviert: Die Modernisierung in Schwarz und Weiß ist mit dem Umbau der katholischen Kirche ist prachtvoll gelungen. Wieder ist der Beitrag vom Amber Sayha auch hier eine gelungene Aufforderung, sich diese Kirche einmal näher anzusehen. Zu Recht hat auch die ins Bild gesetzte Geschichte, die Errichtung der Gedenkstätte Zeichen der Erinnerung an den Bahngleisen, von denen die Stuttgarter Juden, SInt und Roma deportiert wurden, seinen Platz in diesem Buch. Warum wird aber nicht gesagt, dass Professor Ostertag den Verein „Zeichen der Erinnerung“ gegründet hat? Und mit Unterstützung des Vereins die Gedenkstätte gegen die Stadt durchgesetzt hat?

Das Weißenhofmuseum, das Baur-Areal, die Wohnanlage Weimarstrasse, das Wohnstift Augustinum, das Haus in der Seestrasse, das Wohnhaus Barth und das Hospiz St. Martin dokumentieren die Architektur im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, alle sind es gelungene Bauten, die eindrucksvoll beschrieben werden, die aber weit auseinanderstehen und zum Stadtbild in Stuttgart nur indirekt beitragen.

In der Tradition bester Ingenieurbaukunst heißt das Kapitel über die Neue Messe Stuttgart, in der mir wieder die besonders langen Wege in auffallen, die an den enormen Landschaftsverbruach dieses Projekts erinnern. Sie ist ja sicher auch auf Zuwachs ausgelegt. Das > Z-Up ist ein sehr gelungener Energiekick für die Heilbronner Straße, die ihn auch dringend nötig hat, den die Straße aber nciht so recht geniesßen oder verkraften kann, zu wenig passt der Bau zwischen die bisherige Bebauung. Auf der der anderen Seite wird sie von einer hohen vom ehemaligen Güterbahnhof getrennt. In diesem Viertel hat man eine Chance verpasst, das neue Stadtquartier zu seiner Umgebung sprechen zu lassen. Rund um den Mailänder-Platz entsteht eine schöne Insellösung.

Ein Hauch von Expressionismus zeigt die neue Domsingschule (2006). Kennen Sie das Gebäude? Gut, dass es dieses Buch gibt. Ein richtiger Bau und Architekturentdeckungsführer durch Stuttgart. Lesen wir weiter. Große Sorgfalt für kleine Leute verrät die Kindertagesstätte in Obertürkheim, wie auch das Katholische Kinderhaus St. Hedwig: Vor der Nase wachsen Walnüsse.

Danach kommt kommt der zweite Teil: Stadterkundungen mit Arno Lederer: Ein Gang über den Stuttgarter Marktplatz. Keine Spur von urbanem Boulevard heißt der Beitrag über die hässliche und unnütze Stadtautobahn, die die Stadt immer noch zweiteilt. Viel mehr Meile als Kultur.

Warum wird in diesem Beitrag nicht an die bekannten Pläne von Professor Ostertag erinnert, der eine Lösung für die Hauptstätter Strasse, sogar für die ganze Straße vom Marienplatz bis zum Neckartor, vorgelegt hat? Als wir am letzten Samstag in der Ausstellung zur Stadtentwicklung von Roland Ostertag > Stuttgart woher- wohin waren, sagte mein französischer Freund anerkennend, ohne Professor Ostertag würde in dieser Stadt noch viel mehr abgerissen werden:

> 14 Spuren sind zuviel

> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept
> Die Bebauung der Hauptstätter Straße
> Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße
> Alles zum Thema > Hauptstätter Straße auf diesem Blog

Leider wird die > Paulinenbrücke zwischen zwei Neubauten eingezwängt. Auf den Bauzäunen steht: Stuttgart wächst zusammen, das ist wohl eher spöttisch gemeint, das ginge nur, wenn die > Paulinenbrücke abgerissen worden wäre. Schade, das hat man verpasst, also werden die neuen Gebäude auf sich reduziert und nicht miteinandersprechen, weil zwischen ihnen die Autos hin- und herbrausen, und die Fußgänger weiterhin unerwünscht sind. Sind Sie schon mal auf der Parkfläche unter der Paulinenbrücke gewesen? Das ist auch Stuttgart. Es wird Zeit, das die Fußgänger die Stadt endlich zurückerobern.

Wo die Strassenhasser ihres Amtes walten ist der Artikel über das Bosch-Areal und die Liederhalle überschrieben. Von allen Überschriften in diesem Buch, ist sie am wenigstens gelungen. Hier fehlen übrigens Fotos vom geretteten Boschareal. Das > Literaturhaus ist nicht erwähnt und der Name von Roland Ostertag fehlt auch. Die Begehung und die Besprechung oder oberflächliche Kommentierung im Plauderton des Berliner Platzes vergisst auch den Namen von Roland Ostertag und ist im übrigen unnötig kritisch ausgefallen, während alle anderen Beiträge viel wohlwollender klingen. Bedenkt man sein Engagement für diese Stadt, ist das schon seltsam: > Was zeichnet eine lebenswerte Stadt aus?

Die Logik der Beziehungslosigkeit führt uns auf das S-21-Gelände. > kann man erfolgreich einen Stadtteil auf einem Reißbrett entwerfen?. Das ist immer schwer und das so gelobte Filetstück zwischen Heilbronner Straße und dem Schloßpark wird ein neuer Stadtteil für sich allein ohne Bezug zu den umliegenden Stadtquartieren entstehen. Bis jetzt fehlt noch der Charakter des Stadtteils. Es ist nicht sicher, ob die zeitweilig erscheinenden Besucher reichen werden, dieses Quartier mit Leben zu erfüllen. Hier macht es sich bemerkbar, dass Stuttgart kein richtiges Stadtentwicklungskonzept hat: > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV).

Und dann folgt das Kapitel mit den Debatten, das die Diskussion um den > Stuttgarter Hauptbahnhof dokumentiert. Im Abschnitt Visionen äußern sich Fran Pesch, Arno Lederer, Stefan Behnisch, Tobias Wulf, Jürg Aldinger und Tobias Walliser zu den Zukunftsperspektiven für die Stadt Stuttgart. Pflichtlektüre für alle, die in dieser Stadt wohnen und sie besuchen. Aber auch viele Anreize für deutlichen Widerspruch. Aber auch die Visionen dieser Autoren täuschen nicht darüberhinweg, dass dieser Stadt ein Gesamtkonzept für die Stadtentwicklung fehlt. Hier und da wird gebaut. Es entstehen > riesige Einkaufsszentren und > die Innenstadt verkümmert: > Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur. Hier wird zur Zeit mit dem Gerber und dem Einkaufszentrum am Mailänder Platz alles falsch gemacht und die Bürger können nur noch zusehen

Das Buch ist schön gemacht und es lädt ein nach Stuttgart zu kommen. Allerdings sind die ersten Kapitel (S. 1-98) Berichte über Einzelbauten, die in jeder andern Stadt auch stehen könnten. Es gibt keine Zusammenhänge zwischen ihnen, allenfalls nur thematischer Art. Aber auch in ihrer Summe präsentieren sie keine Vision der Stadt. Es ist richtig, die schönen neuen Bauten beweisen die architektonische Aufbruchstimmung in dieser Stadt, die aber ihre dringendsten aufgaben noch immer nicht erledigt hat:

> Warum wird die Kronprinzenstraße keine echte Fußgängerzone?

… und die > Hauptstädter Straße wird wohl mit ihren vielen unnützen Hin- und Herfahrten noch lange das ungelöste städtebauliche Problem Nr. 1 in dieser Stadt bleiben.

Amber Sayah
> Architekturstadt Stuttgart
Bauten – Debatten – Visionen
26,4 x 24,5 cm (LxB), 160 Seiten
130 Abbildungen
Fester Einband
ISBN: 978-3-7630-2616-6
Preis: € 29,95


H.W., Construire l’imprévisible. Une brève esthétique de l’architecture,
in: Recherches en esthétiques, Revue du C.E.R.E.A.P., Nr. 15, Novembre 2009, S. 73-80.
> www.france-blog.info/kultur/limprevisible-une-petite-esthetique-de-larchitecture

Alle Fotos: (c) Heiner Wittmann

Bienvenue à Stuttgart? Willkommen in Stuttgart?

Montag, 9. April 2012

Französische Gäste haben es in Stuttgart nicht leicht. Wenn Sie im Tourismusbüro in der Königsstraße gegenüber vom Hauptbahnhof in Stuttgart ankommen, ist die Enttäuschung groß. Kein Faltblatt, keine Broschüre auf Französisch. Schade. Kein so tolles Büchlein wie in Straßburg, dass den Touristen in mehreren Kapiteln mit ausklappbaren Karten Spaziergänge durch die Jahrhunderte in Stuttgart vorschlagen. Dann ein Besuch im Haus der Geschichte: Ein dürftiges Informationsblättchen auf Französisch mit eher nur allgemeinen Informationen auf Französisch. Schade. Dann zwei Häuser weiter in die Staatsgalerie. Nichts für unsere französischen Gäste auf Französisch. Ein Faltblatt mit 10-15 ausgesuchten Werken, die auf Französisch erklärt werden. Das wär’s. Schade. Am nächsten Tag nochmal in die Staatsgalerie, um die Ausstellung mit Werken von William Turner, Claude Monet und Cy Twombly (bis 28. Mai 2012) zu besuchen. Wieder bekommen unsere französischen Gäste keine Erklärungen. Audio-Guides gibt es nur auf Deutsch und Englisch. Französisch wieder Fehlanzeige. Die Stadt und die Museen sollten sich ein Beispiel am Ludwigsburger Schloß nehmen, wo unsere französischen Freunde vom Audio-Guide auf Französisch so begeistert waren, der sie durch die Räume von Karl-Eugen geführt hat.

Es wird dringend Zeit, das in Stuttgart endlich mehr für die Information unserer französischen Gäste getan wird. Und es würde dem Bekanntheitsgrad unserer Museen in dieser Stadt nützen, mehr Informationen auf Französisch anzubieten.

Es gibt aber eine Internetangebot auf Französisch der Region Stuttgart, nur haben die meisten französischen Smartphones in Deutschland kein Zugang zum Internet.

Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus
im Schauspielhaus Stuttgart

Mittwoch, 4. April 2012

Sartre schrieb das Drehbuch Das Spiel ist aus während der deutschen Besatzung Frankreichs. Zur Zeit wird das Theaterstück im > Schauspielhaus in Stuttgart aufgeführt.

Gekürzte Fassung der Besprechung, die 2012 im Jahrbuch der > Sartre-Gesellschaft erscheinen wird.

Auf der Bühne vor dem geschlossenen Vorhang erscheint Florian von Manteuffel mit einem bis auf die Fußknöchel reichenden schwarzen Pullover. Er sei Jean-Paul Sartre verkündet er und trägt dann eine Deutung des Satzes „Die Existenz geht der Essenz voraus…“. Später bekommt Sartre Gelegenheit, der alten Dame am Eingang zum Totenreich behilflich zu sein. Die Anmerkung des wiederauferstandenen Sartres, er sei Sartre, ein Metzger aus Chartres trägt dazu bei, was ein Theaterbesucher erfreut lobte, dass auf diese Weise die Schwere und die Tragik dem Stück sehr wohltuend genommen wird.

Der Vorhang hebt sich, und ein Bühnenkarussell setzt sich in Bewegung, das mit vielen Lichteffekten die verschiedenen Szenen nahtlos ineinander übergehen lässt. Als ein Klickern wie in einer nächtlichen Regenrinne erklingt, ist es für Eva schon zu spät, sie stirbt durch das Gift ihres Mannes. Im selben Moment wird Pierre von einem Mitverschworenen der Aufständischen erschossen. Beide erreichen zusammen den Tisch der alten Dame am Eingang des Totenreichs.


Das Spiel ist aus
Auf dem Bild: Matthias Kelle, Bijan Zamani, Michel Brandt, Till Wonka, Florian von Manteuffel
Foto: Matthias Dreher

Der Empfangstisch steht vor dem Vorhang, das Bild der Genesis-Gasse wurde bei dieser Inszenierung getilgt. Ob der Turban der alten Dame wirklich eine auf Simone de Beauvoir gemünzte Anspielung sein soll? Sartre assistiert ihr. Die Neuankömmlinge erfahren, dass sie vergiftet, bzw. erschossen wurden. Insoweit folgt das Stück hier der Vorlage. Simone de Beauvoir und ihr Lebensgefährte sind hier aber eindeutig fehl am Platze. Die vielen Verrenkungen, mit denen Sartre die beiden Gäste in das Totenreich begleitet passen nicht zum Ernst und der Nüchternheit der Aufnahmeprozedur, wie sie z.B. der Film von Jean Delannoy (1947) zeigt.

Wie kann die Stuttgarter Inszenierung geprüft oder bewertet werden? Texttreue? Szenerie? Handlung? Die schauspielerische Leistung? Der Aufenthalt von Eve und Pierre im Totenreich ist in dieser Aufführung gekürzt worden. Er spielt sich vor dem Karussell ab und wirkt in dieser Inszenierung wie eingeflickt. Der Verzicht auf ein eigenes Dekor dieser Szene, die Beibehaltung des Dekors der Oberwelt verniedlicht die Trennung zwischen der Welt der Lebenden und der Toten. Als Eva und Pierre sich körperlich einander nähern, ohne dass ihnen dies gelingen kann, werden beide vor die alte Dame zitiert, die ihnen die Anwendung des Paragraphen 140 verkündet. Eve und Pierre werden entlassen. Die Uhr wird zurückgestellt. Pierre darf mehrere Kugeln ausspucken und Eve nach dem Anheben des weißen Lakens über ihrem Gesicht lächeln und zur Verblüffung ihres Gatten sofort aufstehen.

Das Spiel ist aus
Auf dem Bild: Florian von Manteuffel, Nadja Stübiger, Sarah Sophia Meyer, Bijan Zamani, Till Wonka
Foto: Matthias Dreher

Beiden fällt es schwer, sich aus ihrer gewohnten Umgebung zu lösen. Pierre ruft Eva an, um ihr zu sagen, dass er noch einmal zu den Verschwörern eilen muss. Beide verpassen die Chance, innerhalb von 28 Stunden zueinanderzufinden. Das Stück illustriert Sartres Gedanken, dass die Menschen zur Freiheit verdammt sind, sie können sich immer neu entscheiden, ihnen bleibt gar nichts anderes übrig, als beständig eine Wahl zu treffen.

Die schauspielerische Leistung sollte ganz unabhängig von der zuweilen lauten Szenerie und der Übertreibung mancher Handlungsmomente bewertet werden. Till Wonka spielt Pierre Dumaine, den Anführer der Revolutionäre. Mimik, Gestik und die Geschwindigkeit, mit der er sich auf der Bühne bewegt, passen perfekt mit seiner Verblüffung zusammen, als er erfährt, dass ein Mitverschworener seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Eve Charlier wird von Nadja Stübiger verkörpert, die von der feinen Dame auf subtile Weise viel verliert zugunsten ihrer Revolte gegen ihren Mann André Charlier (Rainer Philippi). Das Liebespaar Eve und Pierre vermittelt die Entschlossenheit besonders Eves, in der 24-stündigen Probezeit alles richtig zu machen. Ihr Wille zeigt den Handlungsspielraum, der dem Mensch bei der Gestaltung seiner eigenen Lage bleibt. Michel Brandt in den Rollen von Renaudel, ein Revolutionär, toter Soldat und Philippe ist ein Student der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Stuttgart. Er passt sich glänzend in die Aufführung ein, wie auch Boris Koneczny, der als Regent und Eves Vater ohne Kompromisse die Brutalität des namenlosen Regimes zu erkennen gibt.

Doch trotz der so gelungenen schauspielerischen Leistungen darf nach den Gründen für mancherlei Klamauk gefragt werden. Die Lautstärke passt nicht zum Drehbuch, das seine Spannung genau aus dem manchmal geradezu leisen Ablauf zieht. Ist das Stück nur mit dieser Leichtigkeit, die, das muss hier konzediert werden, die Dramatik des Stück in keiner Weise angreift, einem größeren Publikum zu vermitteln? Will der Regisseur den Zeitgeist zeigen, unterwirft er Sartres Stoff einer so starken Veränderung, um die Unausweichlichkeit der Wahl noch besser illustrieren zu können? Die fehlende szenische Trennung von Oberwelt und Unterwelt konnte nur durch die vom Regisseur vorgetragenen Einführung im vorhinein ausgebügelt werden konnte. Die Welt der Lebenden kann auch die Welt der Toten sein, so ein Durcheinander könnte das Verständnis des Stücks ein wenig tangieren. Die eigentümliche Spannung dieser Szenerie geht in der Stuttgarter Inszenierung im Krach der Gegenwart unter. Dieses Detail rührt aber nicht am Verständnis des Stücks auf der Bühne. Sartrianer mögen etwas befremdet sein, sich aber dann doch über das volle Haus und die Anziehungskraft des Sartreschen Stückes freuen.

*** Unbedingt ansehen.

Weitere Termine:
8.04.2012 FÄLLT AUS – Wegen Erkrankung
20.04.2012 19:30 – 21:30 Uhr
24.04.2012 19:30 – 21:30 Uhr
28.04.2012 19:30 – 21:30 Uhr
10.05.2012 19:30 – 21:30 Uhr
17.05.2012 19:30 – 21:30 Uhr

Heiner Wittmann, > Sartre und die Kunst

Am Samstag, 19. Mai ist im > Schauspielhaus Stuttgart die Premiere des Theaterstücks von Albert Camus, Die Gerechten angekündigt.

H. Wittmann, > Albert Camus, Kunst und Moral
H. Wittmann, > Aesthetics in Sartre and Camus. The Challenge of Freedom.