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Archiv für die Kategorie 'Stadtplanung'

Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm

Montag, 4. Januar 2010

Demnächst, wenn die Stuttgarter mit dem ICE endlich schneller nach Ulm reisen können, sollten Sie das ausnutzen und sich die > Neue Mitte Ulm ansehen. Dabei werden sie an ihre eigene > Hauptstätter Strasse denken und an den > vielen Verkehr, die Staus und das umständliche Überqueren dieser Autoschneise.

Das Argument, wo sollen denn dann die Autos hin? zählt nicht, denn, wie hier bereits einmal bemerkt, sind mindesten 40 % der Autos auf der > Hauptstätter Straße nicht mehr als nur bloße Hinundherfahrer, weil sie eben nicht einfach mal die teilweise > 14 Spuren breite Hauptstätter Straße überqueren können, sondern, geduldig oft im Stau stehend die Auf-und Abfahrten und U-Turns meist im Stopandgo-Tempo benutzen müssen. Weitere 20 % fahren nur auf der Hauptstätter Straße, weil sie glauben, dort schneller voranzukommen, statt direkt ihr Stadtziel anzufahren. 20 % fahren vom Marienplatz bis zum Neckartor durch und wollen eigentlich gar nicht in die City, könnten also auch woanders rollen. Und wenn die Hauptstätter Straße wie die Neue Straße in Ulm nur 4 Spuren hätte, die beiden linken für den Nahverkehr, die beiden anderen für die restlichen 20 %, dann würde der Rückbau oder Umbau der Hauptstätter Straße ein stadtarchitektonisches Wunderwerk bewirken. Übrigens, > je mehr Spuren umso mehr Stau. Und die neue Mitte Stuttgart, das neue Herz der Stadt Stuttgart, wäre ein echter Magnet, mit dem die Stuttgarter zeigen könnten, dass sie die Kriegswunden der Stadt endlich geheilt und die Irrtümer einer autogerechten Stadt beseitigt haben. Und wie soll das gehen? Im > Museum am Gähkopf ist die Neue Mitte Stuttgart schon eingebaut.

Die Ausstellung befindet sich Gähkopf 3, 70192 Stuttgart
Besuch nach Verinbarung:
Tel. 07 11- 60 53 37

Die Architektur der Moderne

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Berlin ModernismVon diesem Buch kann Stuttgart etwas lernen. Natürlich ist Berlin ungleich größer als Stuttgart, und daher ist jeder Vergleich zwischen beiden Städten nicht einfach, zu groß ist die architektonische Vielfalt, die Berlin dem Spaziergänger durch die Moderne der Architektur zu bieten hat. Und dennoch wird beim Durchblättern dieses Buches ein Verhältnis der Stadt zu ihrer Architektur und damit auch zu ihrer Geschichte erkennbar, das dem Besucher in Stuttgart so nicht auffällt. In einem vergleichbaren Buch über Stuttgart wäre auch ein Foto vom Kaufhaus Schocken zu sehen… Der Landtag (Kurt Viertel, 1957), das Gedok-Atelierhaus, aber auch der Hauptbahnhof – auch wenn er demnächst um seine Seitenflügel amputiert werden soll, also dann nur noch ein moderner Torso sein wird – gehören zur > Moderne. Zählt die > Haupststätter Strasse auch zur Stuttgarter Moderne? Dann ist hier aber etwas arg schiefgelaufen. Vielleicht kommt ja noch ein vergleichbar schönes Buch auch noch in dieser Art über Stuttgart raus, und alle Bewohner dieser Stadt besinnen sich wieder auf ihre Schätze.

Produktionstechnisches Zentrum der Technischen Universität in Berlin, 1983-1986, Bayerer, Fessel, Hecker und Ostertag. Deutscher Architektenpreis 1984. – Foto: Alfred Englert.

> Berlin Modernism
Fotos: Alfred Englert

Mit einem Essay von Kerstin Wittmann-Englert
> Beispielseiten
Verlag: Jochen Visscher
Englisch/ Spanisch/ Deutsch
96 Seitensmit 100 Farbfotos
Hardcover
Masse: 16 x 16 cm
Euro 16.00 sFr 28.00
ISBN 978-3-939633-44-0

Ein neues Museum für die Bürger
Eine Lehrschau für die Stadtplaner

Samstag, 4. Juli 2009

Im > Gähkopf 3 in Stuttgart in den ehemaligen Räumen der Sammlung Hugo Borst hat Professor Roland Ostertag heute die Ausstellung zur Entwicklung der Stuttgarter Innenstadt, die der Stadtplaner Gunter Kölz und er konzipiert und zusammengestellt haben, eröffnet.

Die Ausstellung, die mit vielen Fotos und Grafiken die historischen Aspekte der Stuttgarter Stadtplanung und -entwicklung dokumentiert, zeigt gerade weil sie nur zwei Räume umfasst, umso deutlicher den zentralen Aspekt auf, der jede Stadtplanung mehr oder weniger begleitet: es ist die Geschichte, die Historie der Stadt, die auf ihr Grundgesetz einwirkt, es formuliert und zu dem u. a. die Bewahrung der Hänge, die Öffnung der Stadt zum Neckar gehören. Im Kern ist es aber die Geschichte, deren Nichtbeachtung mit vielen Projekten neuzeitlicher und aktueller Stadtplanungsprojekten in Stuttgart belegt werden kann: “Stuttgart ist geschichtslos und deshalb gesichtslos,” wird Ostertag nicht müde zu wiederholen. Das Modell deckt die historischen Schichten der Stadtentwicklung und zeigt auch die Wunden, die der Krieg der Stadt zugefügt hat, wie auch die zweite Zerstörung, so Ostertag, nämlich der Wiederaufbau bleibende Schäden hinterlassen hat, die dringend einer Neugestaltung bedürfen.

In diesem Sinne ist auch das 30 Quadratmeter große Modell, das die Stadt in einem Maßstab von 1:1000 zeigt, eine wunderbare Mahnung an die Stadtplaner, ihre Projekte mit der Geschichte der Stadt in Einklang zu bringen. Alles ist naturgetreu, bis auf die > Hauptstätter Straße, deren Rekonstruktion in diesem Modell vorweggenommen wird. So als wenn das Modell im Jahr 2016 entstanden wär:

Zu diesem Thema gibt es folgende Beiträge auf diesem Blog:

> Vorrang für die Autos auf 10 Spuren
> Stadtreparatur: Die Hauptstätter Straße in Stuttgart
> Die Neue Stadtplanung

Stuttgart hat keine Planungskultur, das ist der Hauptvorwurf, den Ostertag an alle Verantwortlichen richtet. Der Blick auf das Modell zeigt, wie alle Bereiche der Stadtplanung, der Raum, der Verkehr und das Soziale auf das Engste miteinander verbunden ist und nur in einer Gesamtbetrachtung verstanden werden kann.

Jedes Viertel oder Stadtquartier hat immer wie ein Gebäude auch Bezüge zu seiner unmittelbaren Umgebung, es spricht mehr oder weniger offen zu seinen Nachbarn. Und diese Quartiere sind durch Verkehrswege miteinander verbunden oder durch sie durchschnitten. Solche Einzelheiten kann man mit Hilfe dieses Modells wunderbar studieren: Würde man auf dieses Modell den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof einschließlich der Zerstörung des Schlossgartens einbauen, damit er auf Knopfdruck erscheinen könnten, würde noch mehr verstehen, wie seine Querausrichtung um Talkessel das fundamentale Grundgesetz der Stadt missachtet und beschädigt.

Das Modell ist auch bestens dazu geeignet, Alternativen der Verkehrsplanung zu erläutern und zu verstehen. Ich kann schon verstehen, dass Ostertag, das Modell nicht in die öffentliche Hand geben möchte, aber das Foyer des Rathauses wäre als Heimat für das Modell, das als Verständnishilfe für die Stuttgarter Stadtplaner dienen könnte, schon ein guter Platz.

Die Ausstellung im > Gähkopf 3 ist Samstags von 11 Uhr bis 15 Uhr geöffnet und nach Vereinbarung.

Was zeichnet eine lebenswerte Stadt aus?

Dienstag, 23. Juni 2009

Rolan Ostertag hielt am Montag, den 22. Juni, Im Hospitalhof in Stuttgart einen Vortrag mit dem Titel: Was zeichnet eine lebenswerte Stadt aus.

Pfarrer Müller begrüßte Roland Ostertag. In dem folgenden Vortrag wurden mit den Bemerkungen zur 1. und 2. Stadtzerstörung, womit die Auswirkungen des Wiederaufbaus in der City gemeint sind, einige kritische Fragen zur Stadtentwicklung seit 1945 gestellt. Angesichts neuerer Entwicklungen und der aktuellen Stadtplanung, darf, so Ostertag, danach gefragt werden, wie heute auf Stadtgängen die Seele der Stadt entdeckt werden kann.

Der Vortrag von Roland Ostertag (ca. 1 Stunde):

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Einige der Fotos, die bei diesem Vortrag gezeigt wurden:

Stuttgart 21 A 1 und die Bibliothek 21

Sonntag, 14. Juni 2009

Ortsbesichtigung: Der > Pariser Platz im > Europaviertel S21 A1:

Pariser Platz

Hier wächst die Bibliothek 21 aus dem Boden:

Bibliothek 21

Nach wie vor weiß ich noch nicht, wie das Viertel belebt werden soll. Vielleicht wird die Bibliothek rund um die Uhr geöffnet sein? Wie auch immer, sie wird bestimmt eine Attraktion werden, die Besucher und Leser anziehen wird, aber nur zeitweise. Das neue Viertel benötigt eine dauerhafte Belebung und eine geschickte Anbindung an die Stadtquartiere in unmittelbarer Nachbarschaft.

Jetzt entstehen schon 2 neue Straßen, die vom Pariser Platz aus in Richtung der Bibliothek 21 führen. Hier zwei Fotos einer der beiden Strassen mit je einem Blick Richtung Innenstadt und ein Blick Richtung Norden.

A1 S21

A1 S21

Die Frage Kann man einen Stadtteil aus der Retorte schaffen? habe ich im Vortrag im November 2007 untersucht: > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)

Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur

Dienstag, 19. Mai 2009

Es ist ein fataler Gedanke, dass Stuttgart an verschiedenen Stellen, wie hinter der neuen Bibliothek weitere Einkaufszentren bekommen soll. Ein Einkaufszentrum ist immer eine Art kleine Stadt für sich, es könnte überall in der Stadt und auch in jeder anderen Stadt stehen, weil es außer der Möglichkeit die passende Laufkundschaft anzulocken, keine Anbindung an seinen Standort benötigt, ja als Objekt sich geradezu gegen die Stadtumgebung abschirmt. Man könnte meinen, sein Zweck ist es, die Kunden möglichst lange an den sich drehenden Warenkarussells festzuhalten. Darüberhinaus schädigt ein Einkaufszentrum die Ladenstruktur in seiner unmittelbarer Umgebung. Je größer die Parkhäuser in einem Einkaufszentrum sind, um so mehr schottet es sich als Zelle gegenüber dem Stadtquartier ab, in das es hineingebaut worden ist. Die Cannstatter Marktstraße ist dafür ein gutes Beispiel. Das Cannstatter Carée übt auch auf die Läden der beschaulichen Innenstadt von Cannstatt eine Anziehungskraft aus, die mehr als fatal ist. Endzeitstimmung macht sich in der Marktstrasse bemerkbar. Läden haben geschlossen, die Strasse hat viel von ihrer Attraktivität verloren.

> Nachverdichtung in der Innenstadt nennt man das in der Innenstadt, wobei der Begriff auch etwas Überflüssiges meint. Die Kunden werden in den das aufgehübschte Hinterhofgebäude hinter den Königsbau gezogen. Möglichst nichts mehr von der Stadt und irgendwelchen kulturell wertvollen Ablenkungen spüren, damit der Kaufprozess nicht gestört wird, das scheint hier die Devise zu sein. Möglichst viele Blicksituationen auf die Läden erzeugen, das gehört auch dazu. In den > Königsbau Passagen kann man die oberen Etagen nur erklimmen oder verlassen, indem man immer wieder Runden drehen muss. Allmählich haben die Besucher das gelernt, und die oberen Etagen werden immer leerer: “Der Schlossplatz lädt heute zum Verweilen nach einer anstrengenden Shopping Tour ein,” steht auf der Website von > www.stilwerk.de

Kaum einem der mir bekannten Einkaufszentren gelingt es wirklich, von seiner Umgebung angenommen zu werden. Ich erinnere mich an die ersten Tage des Einkaufspassage vis-à-vis des Saarbrücker Hauptbahnhofs. Letztes Jahr habe ich dort gesehen, dass mehr als die Hälfte der Läden leerstehen. Maximaler Warenumschlag, Verlagerung der Risiken auf die Ladenbetreiber, darum scheint es hier zu gehen.

Siehe auch: > Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger

Stadtreparatur:
Die Hauptstätter Straße in Stuttgart

Sonntag, 12. April 2009

Korrigiert! Jetzt stimmt die Formatierung dieses Beitrags.

Die > Hauptstätter Straße ist ein durchgehender Schandfleck für die Landeshauptstadt und muss dringend repariert werden. Professor Roland Ostertag hat schon letztes Jahr ein neues > Mobilitätskonzept für die Hauptstätter Straße vorgelegt. Betrachtet man den Zweck der Fahrten auf der Hauptstätter Staße und auch die Frage der > Untertunnelung der Kulturmeile muss man zu dem Schluss kommen, dass die Stadt statt dieses Tunnels im Bereich der ganzen Stadtautobahn vom Marienplatz bis zum Neckartor ein neues, solides Verkehrskonzept benötigt.

Die Tage der Paulinenbrücke sind mittlerweile möglicherweise gezählt. Mit ihr würde ein der größten Bausünden der Stadt verschwinden. Je zwei Blicke unter…

und zwei auf die Brücke:

Wenn dieses Stadtquartier wirklich repariert und den Bürgern zurückgegeben wird, darf man auch für den > Österreichischen Platz hoffen, dass dieser seinen Betonkragen verliert. Nach der Reparatur dieses Stadtquartiers müsste man sich an die Reparatur der Hauptstätter Straße machen. Aber nicht um den Verkehr einzugraben, sondern um den Verkehr selbst geschickt zu nutzen, um die beiden durch die Stadtautobahn getrennten Stadtteile wieder zu vereinen.

Blick zur Stadtbibliothek

> Wir brauchen diese vielen Spuren nicht.

Hauptstätterstraße

Das ist der gescheiterte Versuch der Errichtung einer autogerechten Stadt. Au der Stadtautobahn konnte man früher begünstigt durch die vielen Beschleunigungsspuren sausen, heute sollte man dort 50 fahren, und tut man das, versucht der Verkehr dauernd an einem vorbeizubrausen. > Roland Ostertag denkt an den früheren Stadtgrundriß, der bei der Reparatur der Stadtautobahn wieder Pate stehen sollte.

Hauptstätterstraße

Man könnte sich auch ein Gesamtkonzept vorstellen, das eine vierspurige Straße ohne Tunnel vom Marienplatz mindestens bis zum Neckartor vorsieht, mit mehreren Kreisverkehr-Kreuzungen und einem Mittelstreifen, auf dem eine Straßenbahn denjenigen, die immer noch vom Marienplatz bis zum Neckartor durchbrausen wollen, ein schlechtes Gewissen macht. Alle Entwürfe für die Überbauung des Kulturmeilentunnels kranken daran, dass sie mit dem Grünstreifen eigentlich nicht recht glücklich sind, und die beste Architektenphantasie damit nichts wirklich Gutes anfangen kann. Auf einen Grünstreifen in der Mitte von 4 Fahrspuren würde Straßburg eine Straßenbahn fahren lassen. Warum machen wir das nicht auch so?

Betrachtet man die Kulturmeile ganz für sich alleine, dann wird man schon in Versuchung geführt, das Eingraben des Verkehrs nicht ganz so schlecht zu finden, wenn es sogar im Tunnel Abbiegemöglichkeiten geben würde. Aber die Lösung dieses Straßenabschnitts zwingt dazu nach links und rechts zu schauen. Will man die Hin -und Herfahrer, die U-Turn-Sucher, die bestimmt 30 % des Verkehrs ausmachen wirklich verbannen, braucht man eine Gesamtlösung, die den Autofahrern anbietet, immer gleich das richtige Stadtziel anzusteuern, statt langwierige Rund- und Umweg-, Auf- und Abfahrten zu nehmen.

Bedenkt man, dass dieser neue Stuttgarter Boulevard genug Platz für eine Aufmöbelung der bestehenden Gebäude, für Geschäfte und Straßencafés bieten würde, könnte man im Endeffekt die Kulturmeile mindestens bis zum Österreichischen Platz verlängern. Genug Institutionen und Organisationen, die eine repräsentative Adresse in der Landeshauptstadt suchen, gibt es sicherlich. Das wäre ein gelungenes Arbeitsbeschaffungsprogramm. Für S 21 nur das Nötigste, Ausbau der Strecke über oder durch die Alb, > Respektierung des Denkmalschutzes, ein Überdenken des Bullaugenbahnhofs im Schlossgarten – kein Bürger in keiner anderen Stadt würde ein so riesiges Loch in seinem Stadtpark dulden, die Schaffung eines vernünftigen Kompromisses, der die Bürgerwünsche berücksichtigt, nach dem Vorbild von Ulm (> Ein Ausflug zur Neuen Mitte Ulm). Das wärs. Und deshalb gehören die Reparatur der Hauptstätter Straße und das Bahnhofsprojekt irgendwie zusammen. Die Reisenden sollen nicht im Dunkeln unterhalb der Stadt durchreisen müssen, sondern in der Stadt ankommen können, die ein Magnet in der Region wird.

> Die neue Stadtplanung Auf diesem Blog.

Architektur im Stuttgarter Literaturhaus
Von der Missachtung des Denkmalschutzes unserer kulturellen Vergangenheit und Zukunft

Samstag, 21. März 2009

Am 20. März 2009 fand im Stuttgarter Literaturhaus zusammen mit dem Architekturforum eine Veranstaltung statt, zu der Roland Ostertag Professor Gottfried Kiesow, den ehemaligen Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege des Landes Hessens, Ehrenbürger vieler Städte und Vorstandsvorsitzender > Der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eingeladen hatte.

Wenn den Seitenflügel des Hauptbahnhofs etwas angetan wird, will Professor Kiesow kommen und sich dort anketten. Hören Sie seinen Vortrag und die ansschließende Diskussion.

Sie können hier die > Einführung und den > Vortrag und die Diskussion hören.

Roland OstertagRoland Ostertag begrüßte den Gast des Abends. Dabei erinnerte an die vielen Problemfälle der Stadt, an den “Abrissfuror” in der Stadt, das alte Haus des Kunstvereins, das Kaufhaus Schocken, die Akademie hinter dem Schloss, die Ruine des Rathauses, Teile des Hospitalviertels, der Rosensteinpark, die Bedrohung des Hauptbahnhofs, die mühsame und noch nicht gesicherte Rettung der Ruine des Lusthauses im Mittleren Schlossgarten, an den Abriss der Häuser an der Willi-Brand-Strasse. Besonders Eingriffe musste der Stadtgrundriss erleiden, den Ostertag als das “Lesebuch” einer Stadt bezeichnet.

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ca. 6 Minuten

Gottfried KiesowIn seinem Vortrag erläuterte Professor Gottfried Kiesow historische und kulturelle Grundlagen des Denkmalschutzes in Deutschland.

Besonders für die Stuttgarter, die mit ihrer Stadt nicht besonders behutsam umgehen, hat dieser Vortrag eine große Bedeutung. Immer wieder müssen neue Initiativen gegründet werden, weil die Abrissbagger schon unterwegs sind, manchmal gleich zu dritt im Morgengrauen anrücken, um eben mal Platz zu schaffen.

Jetzt stehen > die Seitenflügel des von Bonatz erbauten Stuttgarter Hauptbahnhof möglicherweise zur Disposition, wenn S 21 wirklich realisiert werden sollte.

> Hauptbahnhof Stuttgart, S21, PA 1.1 – Bauüberwachung Gleisvorfeld und Bahnsteigverkürzung

Eines Morgens werden die Stuttgarter plötzlich Baulärm hören:

Ein einzigartiges Ensemble mit dem Gleisvorfeld würde zerstört werden, wenn der Bahnhof um 90 Grad gedreht und unter dem Fußboden des heutigen Bahnhofs und teilweise unter dem Schlossgarten eingegraben würde.

In dieser Situation kommt Gottfried Kiesow und erinnert die Zuhörer im Literaturhaus und damit auch die Stuttgarter an die kulturellen und juristischen Regeln, aber auch an die Chancen, Aufgaben und Pflichten des Denkmalschutzes. Was kann man tun, wurde er im Verlauf der Diskussion (hier in etwas gekürzter Form zum Nochmal-Anhören) gefragt, in der den Stuttgartern einige wichtige Ratschläge gab.

Der Vortrag von Professor Gottfried Kiesow:

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Auszüge aus der anschließenden Diskussion. Zuerst kommt die Frage eines Besuchers:

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Aus der Programmankündigung:

“Während in der Bevölkerung der Denkmalschutzgedanke stark verankert ist, hat er in der Politik vor allem der Länder und mancher Kommunen einen geringen Stellenwert. Rund 170.000 Förderer der “Deutschen Stiftung Denkmalschutz” haben bisher mehrere Millionen Euro gestiftet. 2008 sogar mehr als 2007, rund 14 Millionen Euro. Am Tag des offenen Denkmals 2008 haben rund 4 Millionen Bundesbürger Kulturdenkmäler, besonders solche, die sonst nicht zugänglich sind, besichtigt. Das Institut Allensbach hat bei seinen Befragungen festgestellt, dass über 60 % den Denkmalschutz für sehr wichtig halten. Während die Länder ihre Etats für den Denkmalschutz drastisch gekürzt haben, hat der Bund seine Aufwendungen verstärkt, obwohl die Länder ihn unter Hinweis auf ihre Kulturhoheit ständig daran hindern wollen. Zum Bundesprogramm der Bundesregierung gehören 150 Millionen Euro für Stätten der Weltkultur auf der UNESCO-Liste und dreimal 40 Millionen im Etat des Staatsministers für Kultur und Medien im Kanzleramt für Baudenkmäler, ferner die Ausdehnung des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz auf die westlichen Bundesländer.”