Das ist eine Stilfrage
14. September 2006 von H. Wittmann
Als wir am Sonntag über den wieder so fein aufgräumten Schloßplatz gingen, fragte mich ein Freund, was das wohl für ein Baustil ist, und zeigte auf den Königsbau.

Betrachtet man das neue Einkaufszentrum von 2005, das eine überdimensionierte Kuppel trägt, zusammen mit dem Königbau von 1860, dann ist es offensichtlich, daß die beiden Stile überhaupt nicht zusammenpassen, weder von der Größe, noch von den Proportionen, da paßt überhaupt nichts. “Beide Gebäude sprechen nicht zueinander,” würde ein Architekt sagen. Man kann nur eine Art von Suttgarter Stilmischung erkennen. Ist halt so, in Stuttgart werden die Häuser immer ziemlich eng zusammengebaut. Da kommen demnächst auch noch ein paar schöne Beispiele.











15. September 2006 01:53
[...] Wer also aus der Ferne ohne viel zu lesen Stuttgart etwas kennen lernen will, der sollte dort unbedingt mal vorbeischauen. Der neueste Eintrag behandelt die Stilfrage des renovierten Königsbaus. [...]
23. September 2006 18:00
Die Aussagen über die Architektur der Königsbaupassagen sind meiner Meinung nach unpassend. Das diese aber noch mit einem Bild unterlegt werden sollen, dass in keinster Weise das entstandene Ensemble zwischen Königsbau, Königsbaupassagen und Kunstmuseum darstellt ist dann aber schon frech. Mir persönlich gefällt der Baustil sehr gut und ich finde es auch passend und interessant gemacht. Es kommt auch immer auf die Perspektive an, aus der man ein Gebäude sieht. von der Königsstrasse aus kann man den Königsbau in seiner ursprünglichen Pracht bewundern.
Also bitte, wenn man schon alles, was in Stuttgart gebaut wird schlechtredet, dann sollte man wenigstens so ehrlich sein und versuchen dieses mit Bildmaterial hinterlegen, welches einem zumindest einen Eindruck von der Wirklichkeit gibt. Da dieses ihrem Feldzuges gegen die Architektur in Stuttgart aber im Weg wäre, kann man es auf dieser Seite wohl nicht finden. Sie sollten zunächst mal noch ein bisschen fotografieren lernen, bevor Sie hier anfangen irgendetwas schlechtzureden.
“Ist halt so, in Stuttgart werden die Häuser immer ziemlich eng zusammengebaut.” Was soll man dazu noch sagen? Eine Stadt so an sich, dass Häuser eng nebeneinander stehen. Vielleicht ist es am besten Sie ziehen auf irgendeinen Bauernhof, da stehen die Häuser vielleicht noch weiter auseinander!
23. September 2006 21:40
Es ging nicht um das Ensemble, das die drei neuen Gebäude zusammen bilden, es geht in diesem Beitag einzig und alleine um die gezeigte Sicht auf den Königsbau und seine neue Kuppel. Das paßt eben nicht zusammen, zeigt aber die Wirklichkeit. Und jetzt muß man woanders hingehen, um, wie Sie schreiben, “den Königsbau in seiner ursprünglichen Pracht zu bewundern”. Also liege ich gar nicht so falsch. Geht man aber auf die Königstraße Richtung Bahnhof und wirft einen Blick zurück, dann geht die Säulenreihe des Konigsbaus in die Glasfront des Kunstmuseums über, und den Blick kann ich gerne bei Gelegenheit nachliefern. Dann wird sofort deutlich, daß das Kunstmuseum mindestens 30-50 Meter vom Schloßplatz aus gesehen weiter hinten stehen müßte. Über den geringen Raum zwischen den Stuttgarter Häusern, zeige ich gerne auch Beispiele.
25. September 2006 10:06
“es geht in diesem Beitag einzig und alleine um die gezeigte Sicht auf den Königsbau und seine neue Kuppel” diese gezeigte Sicht gibt es aber in Wirklichkeit nicht. Das menschliche Auge hat einen Blickwinkel von fast 180°. Da man seinen Kopf sogar drehen kann, und der Mensch die Eigenschaft besitzt Bilder aneinanderzureihen, erreicht man schnell mal 360°. Ihr Bild zeigt einen Ausschnitt von vielleicht 10° und ist zudem quadratisch! Anscheinend laufen Sie mit eingeschränkten Blick herum
“Dann wird sofort deutlich, daß das Kunstmuseum mindestens 30-50 Meter vom Schloßplatz aus gesehen weiter hinten stehen müßte.”
Ach wissen Sie es ist halt so, dass in einer Stadt nur begrenzt Platz ist. Würde das Kunstmuseum 30-50m weiter hinten stehen, könnte man es gleich auf die Theodor-Heuss Strasse setzen. Außerdem hätten wir dann weder die tolle Freitreppe so nahe an der Königsstrasse noch den netten Platz hinter dem Kunstmuseum und das Museum wäre mit seinem Café lange nicht so einladend für Passanten. Man baut eben nicht für irgendwelche künstlichen Perspektiven, sondern für die Menschen!
27. September 2006 14:15
Um den Blick ein wenig zu erweitern, noch eine Meinung:
Ich als Neu-Stuttgarterin muß schon sagen, daß das architektonische Gesamtbild der Stadt schwer zu wünschen übrig läßt. Zugegeben, es gibt sehr schöne Stellen, wie einige Gründerzeit-Häuserzeilen im Westen, diverse Villen in Halbhanglage mit Weinbau dazwischen/darüber, und auch der Königsplatz ist ein schönes Ensemble aus Alt und Neu. Meiner Meinung insgesamt gelungen und sehr spannend gelöst, insbesondere das Kunstmuseum. Das Problem der Kuppel ist zum einen, daß man sie im Alltag kaum wahrnimmt, weil sie über dem Massiv des Königsbaus von der Fußgängerzone aus gesehen wenig sichtbar ist. Aus einer Perspektive wie die des Photos ist sie dann allerdings sehr präsent, da muß ich sagen, daß ich schon schönere, auch moderne Kuppeln auf alten Gebäuden gesehen habe… Und noch was: Um nicht ganz so eng gestellte Häuser wie in S. zu sehen, muß man nicht gleich aufs Land fahren! Ich empfehle einen Hamburgbesuch – Rotherbaum, Eimsbüttel – viel lichtere, grünere, aufgelockertere Architektur – nicht umsonst hat sich Hamburgs Schönheit weiter herumgesprochen als die der Schwabenmetropole.
28. September 2006 23:53
Naja man muss halt auch immer sehen, was man miteinander vergleicht. Man kann doch nicht ein Wohngebiet mit dem Geschäfts / Arbeitsbereich der Innenstadt vergleichen. Als Vergleich zu den genannten Stadtteilen könnte man da die Halbhöhenlage rund um den Herdweg heranziehen. Insgesamt wird es aber schwierig die Städte Hamburg und Stuttgart hinsichtlich Architektur zu vergleichen, zumal die Topographie viel zu unterschiedlich ist und auch unterschiedliche Anforderungen an die Architektur stellt. Wenn einem halt die Hügel nicht gefallen, die auch mal einen weiteren Blick über die ganze Stadt zulassen, der auch für manch dichteres Bebauen entschädigt, dann wird man die Stadt nie mögen…
Zu der Nachverdichtung: Ich würde einfach mal abwarten bis das Haus fertig ist, dann kann man es immernoch Bewerten. Ich bin jedenfalls gespannt auf das neue Gebäude – Baustellen gefallen mir aber auch nicht aber das Gestrüpp davor war auch nicht schön
13. Oktober 2006 19:01
Wenn der Hofbaumeister damals eben diese Kuppel hinter oder auf den Königsbau gesetzt hätte, wäre es grandios genial und dürfte niemals verstellt oder abgeändert werden. Solche Zwangsästhetik erschließt sich mir nicht. Das neue Ensemble ist ein Riesengewinn für Stuttgart, wie auch die Akzeptanz durch die Bürger zeigt. Einziger Wermutstropfen wie von Caroline schon bemerkt, daß die Kuppel nicht hoch genug herausragt.
Rotherbaum und Eimsbüttel hinsichtlich Auflockerung mit einer Großstadtcity zu vergleichen, ist etwas naiv.