home

Google Street View und die Folgen nicht nur für die Stuttgarter

Dienstag, 2. November 2010

Aus gegebenem Anlass kommt dieser Beitrag vom 29. August 2010 wieder an die Oberfläche dieses Blogs.

Was werden die Bürger eigentlich sagen, wenn Google oder irgendjemand sonst auf die Idee kommt, die > RFID-Chips der neuen > Personalausweise mit Google Street View zu verknüpfen? Vielleicht auch gar mit Facebook? Dann kann man sich die Bewegungsprofile der Bürger ansehen? Alles Utopie? Nun, RFID-Chips eignen sich für Falschenleergut oder Paketsortierung aber nicht für die Freiheit der Bürger.

Damit > der letzte Blogbeitrag hier über Google Street View nicht ungehörig lang wird, gibt es heute noch eine Anmerkung oder Ergänzung dazu in Form eines neuen Blogbeitrags.

Gerade hat Martin Weigert auf dem Blog netzwertig.com über > Die deutsche Angst in Zusammenhang mit dem Google Street View geschrieben. Und er bringt die Bedenken der Kritiker von Google Street View und gleichzeitig auch die Magenschmerzen vieler Skeptiker ungebremster Web 2.0 Anwendungen ein bisschen ungewollt aber wunderbar auf den Punkt: „Denn“ so Martin Weigert, „demnächst werden sich die Auseinandersetzungen nicht mehr um zwei Jahre alte Fotos von Fassaden und Vorgärten drehen, sondern um technologische, internetgestützte Entwicklungen zur Ortung (à la Facebook Places), Gesichtserkennung und Vorhersagbarkeit von menschlichem Verhalten auf Basis von Algorithmen. Wie sich für all das konstruktive Rahmenbedingungen schaffen lassen sollen, wenn im Unterbewusstsein permanent die Angst nagt, ist mir ein Rätsel.“ Das klingt nach fröhlichem, ungehindertem Datenaustausch jeder Art, nach der Erfüllung alter Menschheitsträume, zeig mir Dein Gesicht. und ich sage Dir, wer Du bist, was Du kannst und was aus Dir wird, zeig auch wo Du bist, und Dein künftiges Verhalten ist glasklar, die Werbung wird Dir sagen, wo es lang geht, Dein Verdienst ist vor dem Eintreffen auf Deinem Konto schon längst für alle möglichen Onlineangebote verplant. Gottseidank empfinden wir noch ein bisschen Angst angesichts digitaler Träume eines neuen Totalitarismus. L’emprise totale sur les consciences, das ist es wovon Weigert spricht, und auf einmal ist die feine neue digitale Welt nicht mehr ganz so lustig.

Weigert findet den augenblicklichen Zweitpunkt für die digitale Machtübernahme günstig: „Der“, so Weigert, „Zeitpunkt für einen allgemeinen Sinnes- und Einstellungswandel in Deutschland könnte besser kaum sein: Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt und Lehrstellen bleiben plötzlich unbesetzt. Ja – womöglich zeichne ich hier gerade ein zu rosiges Bild. Aber vermutlich ist dies genau der Weg, um die hinderliche Furcht zu beseitigen: Sich einfach mal auf die positiven Dinge zu konzentrieren und das Negative nicht so sehr in den Vordergrund rücken lassen.“ Nein, die Angst vor der digitalen Entfremdung, die Bedenken angesichts von elektronisch ausgerechneten und immer völlig falschen Listen der Suchmaschinen, die uns eine digitale Ordnung der Welt präsentieren wollen, die mit der Realität nichts zu tun hat, brauchen wir zum Überleben. Die Gefahr des Datenmissbrauchs durch Zusammenführen aller möglichen Daten steckt in der Büchse der Pandora. Schon heute darf es einem unheimlich werden, denkt man daran, was der Staat und private Unternehmen über uns wissen („Haben sie ein Payback-Karte?“ fragt mein Tankwart bei jeder Füllung), viele Internet-Anbieter gaukeln uns Kostenfreiheit vor und bedienen sich auf geschickt-raffinierte Weise an unseren persönlichen Daten („Bahncard“: Gerade eben kommt ein Mail : „nur noch 5 bahn.bonus-Punkte und Sie haben die nächste Prämienschwelle erreicht.“ = Störung, Werbung, Bewegungsprofil, Register meiner Fahrten), um woanders horrende Kosten sicherlich nicht zu unserem Nutzen einzusparen. Die „Vorhersagbarkeit von menschlichem Verhalten auf Basis von Algorithmen“, das Abgleichen von IP-Adressen, Cookies, Online-Einkäufen, Bewegungsprofilen, Gesichtserkennung, Beurteilungen und Bewertungen und so manch weiterer digitaler Unfug machen mir sehr reale und nicht bloß digitale Angst. Wahrscheinlich wird eines Tages der RFID – Chip missbraucht, um die Werbung in Läden zu steuern, die uns zu Anschlusskäufen verführen soll, weil der Ladencomputer sofort weiß, was wir das letzte Mal gekauft haben.

Web 2.0 und soziale Netzwerke

Montag, 23. November 2009

Stefan Münker hat am 22. November 2009 im SPIEGEL ein > Plädoyer für die Sozialen Medien im Internet vorgestellt. Er erklärt u.a.: „Sozialen Medien realisieren eine Praxis der partizipatorischen Mediennutzung, die zumeist überraschend effizient und dabei fast immer demokratischer ist, als wir es von früheren Medien gewohnt sind. Das Web 2.0 erscheint dabei zumindest tendenziell als die real gewordene Utopie jener demokratischen Umnutzung der Massenmedien, deren Ideal zuerst wohl Bertolt Brecht in seinem Rundfunkaufsatz aus dem Jahr 1932 entworfen hat. Als Netz gemeinschaftlich produzierender Sender wird das Web 2.0 zu einem medialen Baustein einer neuen Form gesellschaftlicher Öffentlichkeit.“

Der Aufsatz „Der Rundfunk als Kommunikationsapparat“ von Bertold Brecht ist in dem Band, Bertold Brecht, Gesammelte Werke, Bd. 18. Schriften zur Literatur und Kunst, Bd. 1. Frankfurt/Main, 1967, S. 127 ff. erschienen.

Von Stefanie Susanne Planck liegt eine Besprechung vor:

> Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat

Partizipation als Kennzeichen von Web 2.0 ist einsichtig, aber ob Web 2.0 mit einer Steigerung des Adjektivs „demokratisch“ verbunden werden kann oder muss, steht dahin. Demokratie bezeichnet eine Herrschaftsform und keine Form einer Praxis der Mediennutzung. Gemeint ist wohl, dass die Hörer und Leser mehr Mitspracherecht erhalten sollen. Ob das Mitmachen und die Formen der Kontrolle in Wikipedia wirklich einen Zuwachs an Demokratie bedeuten, ist nicht sicher.

Die Begeisterung von Stefan Münker angesichts der neuen Netzwerke muss ein wenig gebremst werden: „Der Wandel hat gerade erst begonnen, ein Ende ist nicht abzusehen. Man kann die gegenwärtigen Entwicklungen als Prozess orwellscher Provenienz empfinden. Man kann sie aber auch als Chance sehen – für eine transparentere Welt zum Beispiel. Anlass für Optimismus gibt vor allem das viel beschworene Web 2.0 und die Art und Weise, wie es unsere Öffentlichkeit verändert,“ schreibt er mit viel Optimismus.

Vergleicht man die sozialen Netzwerke mit Fragen der Stadtarchitektur, dann fallen grundlegende Defizite virtueller und realer Netze auf:

Ein Vortrag auf dem Barcamp in Mannheim 2007:

> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (I)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (II)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (III)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)

Ergänzung (30.11.2009):

Schirrmacher, Playback Gerade ist das neue Buch von Frank Schirrmacher erschienen:

Frank Schirrmacher, Payback
Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen
Blessing, München 2009.
240 Seiten. ISBN: 978-3-89667-336-7

H. W., > Rezension

Barcamp Stuttgart

Montag, 29. September 2008

Barcamp StuttgartEinige Barcamps habe ich ich schon mitgemacht, eine Auswahl: > digital-album. Aber das Barcamp in Stuttgart am 27. und 28. September 2008 war Spitze, Dank des Orga-Teams, das mit > Jan Theofel eine perfekte Organisation der zweitägigen Unkonferenz veranstaltet hat. Ein Barcamp vereinigt viele Interessenten für Web 2.0 und überhaupt alle Fragen rund um E-Commerce, Internet usw.,

Es gibt ein eingeübtes und bewährtes Ritual: Die Teilnehmer stellen sich vor, Name, Organisation, 3 Tags und dann werden in einer 2. Runde die Sessions angekündigt und gleich auf einer Pinnwand einem Raum und der Zeit zugeordnet. Nach 35 Minuten standen dort 30 Sessions. Und dann ging’s los. Austausch neuer Ideen, Überprüfen von Bekanntem, Wiedersehen alter Bekanntner, Kennenlernen der Neuen, diesmal waren rund 70 % der Teilnehmer Barcampneulinge.

Jetzt gibt’s ausser den Fotos auf dieser Seite hier auch ein > Fotoalbum zum Blättern.

Barcamp Stuttgart

Barcamp Stuttgart

Zuerst die Ankündigungen für die Organisation des Barcamps, Die Raumverteilung und der Dank an die > Sponsoren. Die > Medien- und Filmgesellschaft (MFG) und das Literaturhaus Stuttgart haben das Barcamp beherbergt

Barcamp Stuttgart

Barcamp Stuttgart

Barcamp Stuttgart

Barcamp Stuttgart

Dann wurden die Beiträge für die Sessions vorgestellt: > Henning Schürig.

Barcamp Stuttgart

> Stefan Roos.

Barcamp Stuttgart

Nach der Vorstellungsrunde – in der Mitte: > Patrick Schnabel – und einer 2. Runde, bei der die Sessions vorgestellt wurden, war die > Übersichtstafel (*.jpg, 1024*768) komplett:

Barcamp Stuttgart

Barcamp Stuttgart

Oliver Gassner stellte am Sonntag ein Doppelsession zusammen mit Robert Basic vor.

Barcamp Stuttgart

Barcamp Stuttgart

Und am Sonntagmorgen gab es wieder eine Runde für die Vorstellung der Sessions, die auf einer > Übersichtstafel (*.jpg, 1024*768) notiert wurden:

Barcamp Stuttgart

Barcamp Stuttgart

Robert Basic: > www.basicthinking.de/blog/

Wie gesagt, die Organisation war perfekt und Jan Theofel paßte auf, dass keine Sessions ausuferte und der Zeitplan perfekt eingehalten wurde: Rund 60 Sessions in zwei Tagen:

Barcamp Stuttgart

Und weil mein Passwort für die bekannte Fotowebsite weg ist, steht das Abum zum Blättern jetzt hier:

Dank der > Sponsoren ist die Teilnahme am Barcamp kostenlos. Und die > Berichte der Teilnehmer belegen, wie erfolgreich die Veranstaltung war.

Die Linkliste zu meinem Beitrag > Politik in der französischen Blogsophäre

Im Rahmen der französischen Woche in Stuttgart, am 10. Oktober: > Ecrire un blog. Ein Workshop für Schüler

Backlist: > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (I)

Webmontag: 28. April 2008

Freitag, 28. März 2008

Pardon, die lange Pause ist zu Ende. Am 28. April findet in der > Hochschule der Medien der nächste Stuttgarter > Webmontag statt. Anmeldung wie immer auf der Seite des > Webmontags. Alle, die mitdiskutieren wollen, sind herzlich willkommen.

Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (I)

Sonntag, 25. November 2007

Diese Artikel sind das Manuskript eines Vortrags 2007 auf einem Barcamp in Mannheim:
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (I)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (II)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (III)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)

Ende Oktoberr 2007 hatte Robert Basic, damals noch Autor des später von ihm verkauften Blogs www.basicthinking.de gefragt, ob wir auf dem > Barcamp in Mannheim, das Anfang Novemberr 2007 stattgefunden hat, wieder wie in auf dem > Barcamp in München eine Session zusammen machen werden. In München gings um „Bloggen, Praxis und Theorie“ (> mein Barcamp-Highlight). Aber bei dem erwähnten Gespräch meinte ich, wir werden nicht wieder das gleiche Thema vortragen, sondern z. B. über Soziale Netzwerke. Gut, meinte Robert, aber wie Sozial sind die eigentlich? – Prima, das ist das Thema.

Kurzfassung: Die folgenden vier Beiträge untersuchen die Bedeutung, Tragweite oder das Potential soialer Netzwerke. Wir veranschaulichen unsere Überlegungen mit einem Blick auf die Stadtplanung. Sehen wir uns den Wilhelmsplatz in Stuttgart-Bad-Cannstatt an. Hier wird allen Verkehrsteilnehmer vorgeschrieben, welchen Raum sie benutzen dürfen. Der Wilehlmsplatz funktioniert wie ein soziales Netzwerk im Internet, mit seinen zahlreichen Funktionen, – für die man im Internet sich anmelden und sogar bezahlen muss, wenn man alle Funktionen nutzen möchte. Oder gehen wir über die Place Homme de Fer in Straßburg. Hierr ist der ganze Platz allen Verkehrsteilnehmern offen – nur die Straßenbahnen sind aus technischen Gründen auf ihre Schienenwege angewiesen – die Place Homme de Fer ist wie das richtige Leben, keine vorgeschriebenen Räume wie auf dem Wilhemsplatz, sondern nur solche Einschränkungen wie im richtigen Leben, so dass keiner zu Schaden komme.

Soziale Netzwerke sind Internet-Plattformen, wie > www.xing.com, > www.schuelervz.net/, > www.studivz.net, > www.facebook.com oder > www.myspace.com, um nur mal die bekanntesten Angebote dieser Art zu nennen, die sich im Internet unter dem Oberbegriff Web 2.0, das Mitmach-Netz, entwickelt haben.

Am Samstag haben wir in Mannheim die Session Wie sozial sind soziale Netzwerke? gehalten. Und da wir in einem Raum waren, in dem trotz des ansonsten so perfekten Empfangs durch die Mannheimer Hochschule, der Beamer sich nicht mit meinem Laptop verstehen wollte, zeige ich jetzt in den hier folgenden in drei Beiträgen die Fotos, mit denen ich den Zusammenhang von Stadtplanung und Sozialen Netzen im Web 2.0 erläutern wollte.

Weiter mit: > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (II)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (III)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)