Das Ende von Stuttgart 21… und jetzt?

Noch ein Nachtrag: Dauerbaustelle „Stuttgart 21“ Falsch kalkuliert, falsch geplant, falsch gebaut – von Corinna Budras, Berlin, FAZ, 25.6.2026

Das Fazit dieses Blogbeitrags sei hier ganz oben nochmal wiederholt. Unsere Redaktion glaubt nicht mehr, dass das Megaprojekt zu einem Ende gebracht werden wird, so wie es seine Planer einst vorgesehen haben. Es wird da unten einen schmucken und zu großen Haltepunkt für Züge zum Flughafen und eventuell nach Ulm geben und ober wird der Kopfbahnhof bald renoviert werden. Darf man die Renovierungskosten auf die Hälfte des Budgets schätzen, das jetzt noch zur Fertigstellung von S21 – pardon S41 – notwendig sein wird?

81 Artikel zu Stuttgart21 stehen auf unserem Blog.

Es könnte gar nicht mehr schlimmer kommen. Das Technikgebäude wohl (fast) fertig muss aufgrund der Entwicklung der Technik und wohl auch der Vorschriften neu konzipiert werden? Und im Artikel Die Technik ist schon veraltet, wenn der Bahnhof in Betrieb geht, FAZ 23.06.2026l von Corinna Budras und Rüdiger Soldt wird angedeutet, dass der komplizierte Digitale Knoten Stuttgart (DKS) die Voraussetzung für die Betriebsfähigkeit des zu kleinen Tiefhaltepunkt unter den Glubschaugen ist. Natürlich ist der Haltepunkt da unten zu klein. Schaut man sich die große Zahl der Pendler an, die morgens am Kopfbahnhof ankommen und ihren langen Fußmarsch zur City antreten müssen, dann ist es doch offenkundig, dass diese Mengen sich nur schwer über die Rolltreppen von da unten nach oben drängeln können:

„Kaffeetrinken im Hauptbahnhof und dann zum Zug schlendern, der schon bereit steht, zusammen mit 10 oder 12 oder noch mehr anderen Zügen, die auf ihre Reisenden warten, damit ist es mit S21 vorbei. 2026 oder später muss man sich in die Tiefe quälen, den richtigen Bahnsteig suchen, alles wird enger, besonders wenn ihnen die Pendler von unten entgegenströmen, und die Zeitersparnis geht gegen Null, dann die Tunnelfahrt raus aus der Stadt. Nach Ulm über die Neubaustrecke durch die Alb geht es dann ein bisschen schneller als heute, dadurch steigt natürlich die Reisequalität ganz erheblich.“ > S21-Baustelle Hauptbahnhof im Dezember 2016 – 22.6.2016 hier auf unserem Blog

Und die Frage ist und war doppeldeutig gemeint: > Wie soll man aus S21 rauskommen? – 19. Februar 2016 – hier auf unserem Blog

Die Älteren werden sich vielleicht noch an die Volksbefragung zu Stuttgart21 erinnern: > François Hollande: Zum Stuttgarter Bahnhof gab es eine Volksbefragung… – 14. Juni 2026 – hier auf unserem Blog

Mit dem so festen Versprechen, S21 werde nicht mehr als fünf Millaiden Euro kosten wurde die entschdieung für das Mammutprojekt duchgedrückt: „Der Stuttgarter Modernisierungsschub soll alle am Bau Beteiligten, also im Wesentlichen die Steuerzahler rund fünf Milliarden Euro kosten. Dafür werden die Gleisanlagen des Stuttgarter Bahnhofs unter die Erde gelegt, von 16 Gleisen auf 8 verringert. Und die Reisenden müssen künftig, wenn ihr Zug dort unten ankommt, schnell rausspringen, bevor ihr Zug unterirdisch weiterbraust, um die versprochenen Reiseverkürzung einzuhalten.“ > Stuttgart 21 – Die Region wächst zusammen – 21. Juli 2007 – hier auf unserem Blog

Nachtrag: Der Artikel von Corinna Budras und Rüdiger Soldt > Die Technik ist schon veraltet, wenn der Bahnhof in Betrieb geht, FAZ 23.06.2026 lässt durchblicken, was man leicht vermuten kann. Stuttgart 21 wird nie fertig werden. Es wird dort unten einen teuren Luxushaltepunkt für Züge zum Flughafen und vielleicht auch nach Ulm geben, wenn der wirklich jemals funktionieren wird. Ansonsten wird der aktuelle Kopfbahnhof eines Tages renoviert werden und das denkmalgeschützte Überwerfungsbauwerk weiterhin genutzt werden. Die Fertigstellung von Stuttgart 21 wird sich als technisch unmögliches Projekt erweisen.

Beims Stand der Dinge wird sich die Fertigstellung des Mammutprojektes noch lange hinauszögern, jetzt ist offiziell 2031 als Termin für die Fertigstellung im Gespräch. Vielleicht einst auch 2041? Wieviele Stunden habe ich im Büro von Professor Roland Ostertag (1931-2018) verbracht! Wie oft haben wir über Stuttgart 21 diskutiert! Und die vielen Stunden, in denen wir die PPT-Datei konzipiert und geschrieben haben, mit der er bei der Schlichtung am 30. November 2010 mit Heiner Geissler versucht hat, ihm und allen Beteiligten, das mit Stuttgart 21 drohende Desaster für die Reisenden, für die Stadtplanung und ganz zu schweigen von den 12-14 Milliarden Euro an Baukosten, die er vorhersagte, mit Nachdruck vor Augen zu führen. Immer wieder erinnerte er an das drohende Fiasko mit S 21: Rede von Prof. Ostertag bei der 241. Montagsdemo.

> Stuttgart 21 – 80 Artikel auf unserem Blog

> François Hollande: Zum Stuttgarter Bahnhof gab es eine Volksbefragung…

Und jetzt? 2031 wird als Zielmarke für Stuttgart 21 genannt und auch dieser Termin scheint keineswegs sicher zu sein. Das Verkehrsaufkommen wird immer größer, allen Versicherungen, dass der kleine schräge Durchgangshaltepunkt unter den Glubschaugen eine Erleichterung für die Reisenden bedeuten würde, glaubt heute niemand mehr. Wird das Projekt 2034 wirklich fertiggestellt werden würde, wird es ein eindrucksvolles Bauwerk deutscher Ingenieurskunst darstellen, das in allen Reiseführer als bemerkenswertes Highlight der schwäbischen Hauptstadt genannt werden wird. Die Touristen werden in Scharen kommen, steigen aus, drängeln sich auf den abschüssigen, viel zu engen Bahnsteigen, bewundern die Architektur und steigen wieder ein, um durch den Tunnel davonzubrausen. Oben bleiben die Stuttgarter mit ihrer tollen topographischen Lage alleine zurück.

Stuttgart hatte einen tollen Kopfbahnhof, wo morgens 16 Züge abfahrtbereit stehen können, man schlenderte durch die Halle zum Zug und musste sich nicht, wie künftig nachdem der Tiefhaltestelle einst eingeweiht sein wird, nicht über viele zu enge Rolltreppen in den Keller quälen… Oder man kam mit dem Zug in Stuttgart an und spazierte in die Innenstadt, die den Reisende gerne empfängt. Der künftige Tiefhaltepunkt wird diese Anbindung an die Stadt ignorieren. Professor Ostertag sprach oft bei Beurteilungen von Bauwerken davon, wie sie zu ihrer Nachbarschaft sprechen. Um diese Idee wieder aufzugreifen, der Tiefbahnhof weiß nichts von der Innenstadt, da er keinen Bezug zu ihr geschweige denn zu der eindrucksvollen Stuttgarter Topographie hat, die wird in den kilometerlangen Tunneln vor den Reisenden versteckt. Und heute? Seit vielen Jahren und noch viele weitere Jahre müssen die Reisenden lange Umwege in Kauf nehmen, um vom Bahnhofsvorplatz, den hat Stuttgart ja nie gehabt hat, ihre Koffer zu den Gleisen zu ziehen.

> Zur Topographie der Stadt und der Lage des Kopfbahnhofs

Die künftige Bahnhofssituation und die so bemerkenswerte Kessellage der Stadt Stuttgart widersprechen sich.

Wer auf die Idee kam, den Bahnhof um 90° zu drehen und so die Orientierung des Talkessels hin zum Neckar aufzugeben, hatte von der Topographie der Stadt nichts verstanden. Aber S21 ist ja noch mitten in der Bauphase… ob die Hälfte schon geschafft ist? Da darf man sich schon mal fragen, wie es jetzt weitergeht? Wahrscheinlich werden einst unten die Nahverkehrszüge fahren und der Fernverkehr wird oben in einem renovierten Kopfbahnhof bleiben. In 15 Jahren sprechen wir uns wieder.

S21 – Was sieht man rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof?

S21. Das ist zuerst die Zerstörung des Oberen Schloßgartens, lange Wege für die Reisenden der Bahn, nur sehr wenige Parkplätze am HBF, um die Lieben abzuhoen oder zum Zug zu begleiten, die Vernichtuung des urbanen Lebens zumindest bis zru fertigstellung von S21 2021 oder 2025. Freude über das Reisenprojekt will nicht so recht aufkommen. Und die Kosten? Die Bahn verspricht im Plan – 6,5 Mrd. Euro – zu sein, will dann aber doch eine Kostenanalyse in Auftrag geben, sicher scheint sie sich nicht zu sein. Schon winkt der Bundesrechnungshof mit seiner Kostenrechunng. Bis zur Fertigstellung schleppen oder ziehen wir unsere Koffer weiter auf umständlichen und langen Wegen zu den Zügen, Wege, die die Verantwortlichen für dieses Chaos nie gehen werden.

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Am 27. August 2016 rund um den Stuttgarter Hautbahnhof


Das urbane Leben, das Flanieren der Fußgänger rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof gibt es nicht mehr. Der alten Bonatz-Bau ist eine Insel inmitten einer Baustelle geworden, die die Fußgänger und damit das urbane Leben verdrängt hat. Breite Autostraßen mit Slalolmspurenn durch die Baustellen sind zu unüberwindlichen Hindernissen geworden, die Fußgänger werden ins Abseits gedrängt, sie müssen in den Untergrund verschwinden. Urbane Stadtplanung sieht anders aus. Hier in Stuttgart fahren nur Autos, die Bewegung von Fußgängern rund um den Bahnhof stört nur:

Bitte öffnen Sie die folgende Fotoalben mit einem Klick auf ein Foto erst, wenn diese Seite ganz geladen ist – also der kleine blaue Kreis im Reiter oben verschwunden ist:

Die Passagen unter dem Hauptbahnhof sind nicht attraktiv:

Im Schlossgarten gibt es einen aufwendigen Zugang zum Bahnhof, in einem vergitterten Lauftunnel dürfen die Passanten auf die Baustelle gucken:

Stuttgart 21 A 1 und die Bibliothek 21

Ortsbesichtigung: Der > Pariser Platz im > Europaviertel S21 A1:

Pariser Platz

Hier wächst die Bibliothek 21 aus dem Boden:

Bibliothek 21

Nach wie vor weiß ich noch nicht, wie das Viertel belebt werden soll. Vielleicht wird die Bibliothek rund um die Uhr geöffnet sein? Wie auch immer, sie wird bestimmt eine Attraktion werden, die Besucher und Leser anziehen wird, aber nur zeitweise. Das neue Viertel benötigt eine dauerhafte Belebung und eine geschickte Anbindung an die Stadtquartiere in unmittelbarer Nachbarschaft.

Jetzt entstehen schon 2 neue Straßen, die vom Pariser Platz aus in Richtung der Bibliothek 21 führen. Hier zwei Fotos einer der beiden Strassen mit je einem Blick Richtung Innenstadt und ein Blick Richtung Norden.

A1 S21

A1 S21

Die Frage Kann man einen Stadtteil aus der Retorte schaffen? habe ich im Vortrag im November 2007 untersucht: > Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)

Noch zwei letzte Blicke in den Schlossgarten

Solange die Bauphase 2 („Zwischen den Seitenflügeln des Bonatzbaus und im Schlossgarten entsteht abschnittsweise der neue Hauptbahnhof Stuttgart.“) noch nicht begonnen hat, schnell noch zwei letzte – fast schon wehmütige – Blicke in den Schlossgarten. Sind Sie schon mal von Bad Cannstatt bis zum Schlossplatz mit dem Fahrrad gefahren? In welcher Großstadt kann man so weit durch die Stadt durchfahren? Gerade wurde die Brücke über die > Schillerstraße renoviert.

Stuttgart - Schlossgarten

Die > Schillerstraße hat es vorgemacht. Offenkundig kann man parallel dazu den Stadtpark mit dem Bahnhofsdach zubetonieren – gegen das Grundgesetz der Stadt (Roland Ostertag), die sich um Neckar hinorientiert. Wenn für den Schlossgarten eine andere Lösung gefunden würde, könnten alle Beteiligten etwas aufatmen. Der „neue Hauptbahnhof Stuttgart“ mit seinen Lichtaugen ist eine architektonische Notlösung. Er kann nicht tiefer liegen, deshalb erhält er eine Verlegenheitslösung als Dach, die heute aus stadtplanerischen und ästhetischen Gründen überholt ist. Sein größter Mangel ist es, dass seine eigentliche Funktion, die Menschen zu empfangen und auf die Reise zu schicken im Untergrund stattfindet; die oben sichtbaren Teile sind Beiwerk, und dem Architekten ist es nicht gelungen, aus diesem Deckel ein Bauwerk zu machen, das einen Bezug zu den umliegenden Gebäuden entwickelt, so wie der > aktelle Stuttgarter Hauptbahnhof ihn offenkundig hat – wenn auch seine > Anbindung an die Stadt stark verbesserungsdürftig ist.

Stuttgart - Schlossgarten

Die Augen des neuen Bahnhofsdach sammeln Licht ein, und die Menschen über dem Bahnhof befinden sich in einem merkwürdigen Niemandsland, dessen Oberfläche möglicherweise schon bald nach einiger Zeit wie jetzt schon die Steinplatten rund um das neue Kunstmuseum am Schlossplatz unansehnlich sein wird. Ein Bezug zwischen dieser Betonwüste und dem Schlossgarten wird nur durch die unmittelbare Nachbarschaft beider hergestellt, aber durch keine gemeinsame Funktion.

Alle Fotos auf diesem Blog, soweit nicht ausdrücklich anders vermerkt:
(c) Heiner Wittmann, 2009.

Architektur im Stuttgarter Literaturhaus
Von der Missachtung des Denkmalschutzes unserer kulturellen Vergangenheit und Zukunft

Am 20. März 2009 fand im Stuttgarter Literaturhaus zusammen mit dem Architekturforum eine Veranstaltung statt, zu der Roland Ostertag Professor Gottfried Kiesow, den ehemaligen Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege des Landes Hessens, Ehrenbürger vieler Städte und Vorstandsvorsitzender > Der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eingeladen hatte.

Wenn den Seitenflügel des Hauptbahnhofs etwas angetan wird, will Professor Kiesow kommen und sich dort anketten. Hören Sie seinen Vortrag und die ansschließende Diskussion.

Sie können hier die > Einführung und den > Vortrag und die Diskussion hören.

Roland OstertagRoland Ostertag begrüßte den Gast des Abends. Dabei erinnerte an die vielen Problemfälle der Stadt, an den „Abrissfuror“ in der Stadt, das alte Haus des Kunstvereins, das Kaufhaus Schocken, die Akademie hinter dem Schloss, die Ruine des Rathauses, Teile des Hospitalviertels, der Rosensteinpark, die Bedrohung des Hauptbahnhofs, die mühsame und noch nicht gesicherte Rettung der Ruine des Lusthauses im Mittleren Schlossgarten, an den Abriss der Häuser an der Willi-Brand-Strasse. Besonders Eingriffe musste der Stadtgrundriss erleiden, den Ostertag als das „Lesebuch“ einer Stadt bezeichnet.


ca. 6 Minuten

Gottfried KiesowIn seinem Vortrag erläuterte Professor Gottfried Kiesow historische und kulturelle Grundlagen des Denkmalschutzes in Deutschland.

Besonders für die Stuttgarter, die mit ihrer Stadt nicht besonders behutsam umgehen, hat dieser Vortrag eine große Bedeutung. Immer wieder müssen neue Initiativen gegründet werden, weil die Abrissbagger schon unterwegs sind, manchmal gleich zu dritt im Morgengrauen anrücken, um eben mal Platz zu schaffen.

Jetzt stehen > die Seitenflügel des von Bonatz erbauten Stuttgarter Hauptbahnhof möglicherweise zur Disposition, wenn S 21 wirklich realisiert werden sollte.

> Hauptbahnhof Stuttgart, S21, PA 1.1 – Bauüberwachung Gleisvorfeld und Bahnsteigverkürzung

Eines Morgens werden die Stuttgarter plötzlich Baulärm hören:

Ein einzigartiges Ensemble mit dem Gleisvorfeld würde zerstört werden, wenn der Bahnhof um 90 Grad gedreht und unter dem Fußboden des heutigen Bahnhofs und teilweise unter dem Schlossgarten eingegraben würde.

In dieser Situation kommt Gottfried Kiesow und erinnert die Zuhörer im Literaturhaus und damit auch die Stuttgarter an die kulturellen und juristischen Regeln, aber auch an die Chancen, Aufgaben und Pflichten des Denkmalschutzes. Was kann man tun, wurde er im Verlauf der Diskussion (hier in etwas gekürzter Form zum Nochmal-Anhören) gefragt, in der den Stuttgartern einige wichtige Ratschläge gab.

Der Vortrag von Professor Gottfried Kiesow:

Auszüge aus der anschließenden Diskussion. Zuerst kommt die Frage eines Besuchers:

Aus der Programmankündigung:

„Während in der Bevölkerung der Denkmalschutzgedanke stark verankert ist, hat er in der Politik vor allem der Länder und mancher Kommunen einen geringen Stellenwert. Rund 170.000 Förderer der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ haben bisher mehrere Millionen Euro gestiftet. 2008 sogar mehr als 2007, rund 14 Millionen Euro. Am Tag des offenen Denkmals 2008 haben rund 4 Millionen Bundesbürger Kulturdenkmäler, besonders solche, die sonst nicht zugänglich sind, besichtigt. Das Institut Allensbach hat bei seinen Befragungen festgestellt, dass über 60 % den Denkmalschutz für sehr wichtig halten. Während die Länder ihre Etats für den Denkmalschutz drastisch gekürzt haben, hat der Bund seine Aufwendungen verstärkt, obwohl die Länder ihn unter Hinweis auf ihre Kulturhoheit ständig daran hindern wollen. Zum Bundesprogramm der Bundesregierung gehören 150 Millionen Euro für Stätten der Weltkultur auf der UNESCO-Liste und dreimal 40 Millionen im Etat des Staatsministers für Kultur und Medien im Kanzleramt für Baudenkmäler, ferner die Ausdehnung des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz auf die westlichen Bundesländer.“

S 21 bedroht die ehemalige Bundesbahndirektion, von der bis auf die Vorderfront, alle Gebäudeteile weichen müssen:

Das ehemalige Hotel Silber, Sitz der Gestapo, ist durch das DaVinci-Projekt bedroht:

Die Stuttgarter haben noch nicht vergessen, wie die Häuser an der Willy-Brandt-Strasse gleich mit mehreren Baggern in 6 Stunden zerstört wurden.

Ein Lichtblick ist die Ruine des Lusthauses, der jetzt endlich – aber erst nach lautstarkem Protest – amtliche Aufmerksamkeit zukommt:

Betrachtet man sich aber die Seitenflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs müssen sich die Stuttgarter fragen lassen, ob sie die Amputation dieses Bahnhofs wirklich zulassen wollen?