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Archiv für November 2010

S 21: Der Stuttgarter Schlichterspruch

Dienstag, 30. November 2010

Die Stuttgarter Schlichtung unter Führung und Moderation von Dr. Heiner Geißler hat alle Beteiligten an einen Tisch gebracht. Während der Schlichtungsgespräche kamen Fakten und Fehleinschätzungen auf den Tisch. Möglicherweise wird man von nun an vom Stuttgarter Modell sprechen, wenn es um die Planung künftige Großprojekte in Deutschland geht. Noch ist das Ergebnis aber nur eine Modellskizze, da erst die nächsten Wochen zeigen werden, wie beide Seiten mit dem Ergebnis der Schlichtung umgehen werden.

Der Schlichterspruch vom 30.11.2010 stellt der Bahn die Aufgabe, die Simulation eines Belastungstests für den geplanten Tiefbahnhof durchführen zu lassen. Von seinem Ergebnis hängen die vom Schlichter angemahnten Ergebnisse ab: “Welche der von mir vorgeschlagenen Baumaßnahmen zur Verbesserung der Strecken bis zur Inbetriebnahme von S 21 realisiert werden, hängt von den Ergebnissen der Simulation ab,” so Heiner Geißler in seinem mit “Schlichtung Stuttgart 21 PLUS” überschriebenen Schlichterspruch. Im gleichen Absatz weist Geißler auch daraufhin, dass beide Seiten die in Punkt 11. und 12. vorgeschlagenen Maßnahmen für notwendig halten.

Die Bahn zeigt den Schlichterspruch auf ihrer Sonderseite zu S21 an: > 30.11.2010 – Schlichterspruch Heiner Geißler. Die > Stuttgarter Zeitung zitiert den Schlichtungsspruch auf mehreren Seiten. Die > Stadt Stuttgart bietet den Text in einem PDF-File um Herunterladen an:

> Schlichterspruch von Dr. Heiner Geißler zur Schlichtung S 21 vom 30. November 2010 (PDF – 110 KB)

Zu den Schlichtungsgesprächen im Stuttgarter Rathaus: > 69 Vorträge während der Stuttgarter Schlichtungsgespräche – Phoenix

Restaurants in Stuttgart (I)
Die Weinstube am Stadtgraben in Stuttgart-Bad Cannstatt

Freitag, 26. November 2010

Mein Lieblingslokal ist die Weinstube am Stadtgraben, Am Stadtgraben 6 in Bad Cannstatt. Vor ein paar Tagen ging es mit Geräucherter Entenbrust auf Topinamburcarpaccio mit Feldsalat los, mit einem Hirschsauerbraten mit Speckrosenkohl und Haselnussspätzle ging es weiter. Dann kam der Chef Sebastian Ludwig auf seiner Lokalrunde bei uns vorbei und freute sich zu Recht über unser Lob. Und hier ist die
> Weinkarte. Schließlich kam dieser Teller:

Was kann noch mehr sagen, als dieses Foto Ihnen berichtet: Der Karamellisierte Kaiserschmarren!

Andere waren schon vor mir hier:
Erik Raid, > Weinstube am Stadtgraben. Von Satansbraten und Saftschubsen
Stuttgarter Zeitung, 8.1.2009

> Weinstube am Stadtgraben, Am Stadtgraben 6 in Bad Cannstatt. Telefon: 0711/567006. Öffnungszeiten: Di-Fr 12.00-14.00 | So 12.00-15.00 | Mi-So ab 18.00 | für besondere Anlässe zu jeder Tages- und Nachtzeit

Fellbach: Elisabeth Binder liest aus Der Wintergast

Montag, 22. November 2010

Mittwoch 24.11. 2010, Beginn: 20.00 Uhr

Elisabeth Binder liest aus “Der Wintergast”.

Stadtbücherei Fellbach, Berliner Platz 5, 70734 Fellbach

Morgen soll es immer kälter werden, er Winter kommt auf uns zu. Da erscheint der Roman von Elisabeth Binder genau im richtigen Moment. Ein Schweizer Dorf um die Jahreswende liegt von November bis Mitte Februar im Schatten der Berge. Ein junger Künstler kommt in dem Dorf an und bezieht sein Quartier in einem Palazzo. Zuerst mustern die Dorfbewohner den Neuen, und er mustert sie. Dann aber wird er schnell in das Dorfleben aufgenommen. Ein echt lesenswerter Roman mit einfühlsamen Beobachtungen.

> Lesebericht

Die Lesung findet in Kooperation mit dem Schweizer Generalkonsulat statt, das im Anschluss zu einem kleinen Empfang lädt.

> Elisabeth Binder
> Der Wintergast
Roman
1. Aufl. 2010
192 Seiten
ISBN: 978-3-608-93890-6

Buchvorstellung, Alex Rühle, Ohne Netz

Dienstag, 16. November 2010

Ist man als Blogschreiber, Blogleser, Online-Redakteur, Social-Media-Fan, Web 2.0 Interessent möglicherweise internetsüchtig? Checken Sie auch schnell noch Ihre Mails abends vor dem Licht ausmachen? Gucken sie auch jeden Moment auf Ihren Blackberry, um ja nichts aus der Online-Welt zu versäumen? Merken Sie auch, dass die Mails, Meldungen und Informationen zunehmen, weil es diese Medien gibt? Was würde passieren, wenn Sie ab heute auf das Internet verzichten würden? Alex Rühle ist Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Als er merkte, “dass ich mir darin selbst abhanden komme” (S. 19), ist Schluss mit dem Internet-zumindest für ein halbes Jahr. Er gibt sein Blackberry ab und verzichtet auf jeden Internetkonsum und verordnet sich eine Offline-Entziehungskur.

Und schreibt > Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline, ein Band, der in diesem Herbst bei Klett-Cotta erschienen ist.

Buchvorstellung im Buchcafé, Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart
Freitag, 19.11. 2010, Beginn: 20.15 Uhr

Eine Veranstaltung des Klett-Cotta Verlags und des Buchhandelsverbandes Baden-Württemberg im Rahmen der Stuttgarter Buchwochen.

> Nachgefragt: Alex Rühle, Ohne Netz

> www.ohne-netz.de

Vortrag: Roland Weber, Gehen oder Bleiben

Montag, 15. November 2010

Roland Weber hält am 16.11. 2010, 20:00 Uhr einen Vortrag zum Thema seines Buches “Gehen oder bleiben? Entscheidungshilfe für Paare.”

Der Paartherapeut Roland Weber unterstützt Unentschlossene darin, die für sie richtige Lösung zu finden und bietet ihnen Entscheidungshilfen an: Sollen Sie trotz Krise oder Trennung und Chance auf einen Neubeginn zusammenbleiben? Es entlastet Paare mit Trennungsabsichten,wenn sie verstehen,warum Partnerschaften heute brüchiger sind als früher. Weber bietet aber auch Beziehungs-Checks an, um widersprüchliche Gefühle und Argumente gegeneinander abzuwägen und eine kluge Entscheidung zu treffen. Und er besteht auf Verzeihen und Sich-Versöhnen: Die Kunst, einen guten Schlussstrich zu ziehen, macht Menschen wieder frei für einander.

1. Teil: Warum ist es heute schwerer, als Paar zusammenzubleiben
2. Teil: Zusammenbleiben trotz Krise oder Trennung?
3. Teil: Bausteine einer innigen Partnerschaft
4. Teil: Vergeben und vergessen können

Buchvorstellung:
Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart
Dienstag, 16.11.2010, 20:00 Uhr
Roland Weber
> Gehen oder bleiben?
Entscheidungshilfe für Paare
Klett-Cotta, 1. Aufl. 2010
180 Seiten
ISBN: 978-3-608-86026-9

Das Lexikon der sperrigen Wörter
Joachim Kalka liest Glemmerhaufen

Mittwoch, 10. November 2010

Haben sie schon Ihr Exemplar > Das Lexikon der sperrigen Wörter erworben? Und schon halb durch? Nein? Verpassen Sie dieses Lesevergnügen nicht. Nach dem Motto je kleiner das Buchformat, um so häufiger wird das Buch vorgestellt, hat das Stuttgarter Literaturhaus diesem Band zu Recht drei Abende gewidmet: am 26.10, am 2.11. : > Sperrige Wörter in fremden Sprachen und gestern > Sperrige Wörter – In deutschen Dialekten. Das Lexikon erinnert an Wörter, die man selten gebraucht, eben weil sie sperrig sind, aber an die man sich doch mal wieder erinnern sollte, weil man dann viel an und mit ihnen lernen kann. Es enthält aber auch viele Wörter, derer man sich selten bedient, die aber eine ganze Wort-und Bedeutungsgeschichte mitbringen. Oder lesen Sie einfach mal einen Eintrag vor. So wie Joachim Kalka gestern abend im Literaturhaus. Spontan als Video aufgenommen, daher wackelt es ein bisschen und der Ton, na, ja.

Matthias Bumiller ist der Autor des Eintrags Glemmerhaufen.

Freitag, 5.11.2010 um 20 Uhr
Unsere geschundenen Städte

Mittwoch, 3. November 2010

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe: Architektur hält Werner Oechslin im > Stuttgarter Literaturhaus einen Vortag über Unsere geschundenen Städte.

Aus der Programmankündigung:

»Das Thema ist vorgegeben. Unfreiwillig! Wer möchte sich ohne Not mit der Schinderei befassen. Eine dominierende Wirtschaftswelt besetzt unsere Städte, hat sich aber längst über jene Ökonomie hinweggesetzt, die ihren Sinn noch aus dem Wortstamm von “oíkos” bezog und mit Aristoteles den »Haushalt« stets unter Wahrung des guten Verhältnisses der physischen, gebauten Welt und deren Nutzer, dem Menschen, von der Familie, dem Haus ins Quartier und in die Stadt hinein verlängerte. Alberti meinte es sei unbestritten, dass die Architektur dem Bedürfnis der Menschen umfassend zu dienen hätte, und nach dieser Maßgabe der Öffentlichkeit die architektonischen Massnahmen zu erfolgen hätten. Wenn das nicht mehr gewährleistet ist, dann ist es Schinderei. Die Haut geht ab!« Werner Oechslin hatte, bis zu seiner Emeritierung 2009, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH Zürich im Fachbereich Architektur und Städtebau die Lehrkanzel für Städtebau inne. Bekannt ist er durch zahlreiche international beachtete Veröffentlichungen, Bücher, Preise, Berater vieler Städte zu diesem Thema. Er wohnt im Kloster Einsiedeln.”

Veranstalter: Architekturforum Baden-Württemberg

Werner Oechslin hat am letzten Freitagabend ein umfassendes Panorama der Verfassungsdiskussion in der Schweiz am Anfang des 19. Jahrhunderts bis zu den mit Demokratie und Freiheit zusammenhängenden Fragen der Architektur vorgestellt. Die Vielfalt dieses Abends kann ich hier in einem kurzen Beitrag nicht resümieren, aber die Lesevorschläge und -ideen die Oechslin auf eine so interessante Art vorgetragen hat, möchte ich hier in einigen wenigen Ansätzen wiedergeben. Für die einen ein Parforceritt durch die Grundlagen der Verfassungsgeschichte mit einer grandiosen Überleitung zur Architekturgeschichte, für die anderen ein Feuerwerk an wertvollen Leseanregungen, für alle eine Art Vergewisserung, wie viel Architektur, Stadtplanung und unsere Stadtlandschaften und dies keineswegs nur in Stuttgart mit dem Zustand der Gesellschaft, also mit sozialen Fragen zu tun hat.

Werner Oechslin hat mit seinem Vortrag gezeigt, dass zwischen ‘Volk’ und Stadt ein “notwendiger oder, kantisch, vernünftiger Zusammenhang” besteht. In diesem Sinne trug er einen Exkurs auf die grundlegende Diskussion zur Volksvertretung als einem Garanten der Lebendigkeit einer Demokratie vor. Darauf folgte der Verweis auf eine Tradition der Architektur, die das ganz wörtlich abbildet in Bauten und in einer ‘öffentlichen Stadt’. Alles ist in der alten Vorstellung der Oekonomie (wörtlich= Haushalt) zusammengefasst… Dieser Zusammenhalt ist aber verloren gegangen, und die Wirtschaft hat sich aus ihrer haushälterischen Verpflichtung – gegenüber der Stadt – verabschiedet.

Los gings mit > Ignaz Paul Vitalis Troxler (1780-1866) und seinen Aufsätzen für das Schweizer Museum: Die Idee des Staates sowie das Wesen der Volksvertretung. Jetzt suche ich seinen Aufsatz – den er > 1816 in der Zeitschrift Schweizerisches Museum herausgab -und wenn ich ihn nicht finden sollte, hier schon mal seine (die in dem Vortrag aber nicht vorkamen) > Vorlesungen über Philosophie über Inhalt, Bildungsgang, Zweck und Anwendung derselben aufs Leben als Enzyklopädie und Methodologie der philosophischen Wissenschaften, Bern 2/1842. – Den Text von Troxler habe ich leider immer noch nicht gefunden, aber das hier: Ignaz Paul Vital Troxler, > Philosophische Rechtslehre der Natur und des Gesetzes mit Rücksicht auf die Irrlehren der Liberalität und Legitimität, Zürich 1820.

Da hat Werner Oechslin echt was angerichtet. Wenn das so weitergeht, wird dies mein längster Blogbeitrag. Hat er nicht etwa 20 Autoren genannt? Und wenn man mit Google sucht, findet man so vieles , was man eigentlich gar nicht finden will. Los geht’s. Auch das hier ist interessant: Daniel Furrer, > Gründervater der modernen Schweiz. Ignaz Paul Vital Troxler (1780-1866). Dissertation an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg (CH) 2009. 660 Seiten: Hier auf S. 574 steht die genaue Fundstelle des von uns gesuchten Aufsatzes: I.P.V. Troxler, Schweizerisches Museum: Die Idee des Staates und das Wesen der Volksvertretung (1. Heft, S. 1-74); Über die Freiheit der Presse in allgemeiner Hinsicht und in besonderer Beziehung auf die Schweiz (2. Heft, S. 243-294 und 4. Heft, S. 489-534); Über die Grundbegriffe des Repräsentationssystems, 1816 (5. Heft, S. 739-756 und 6. Heft, S. 917-957). [Vollständig in: Rohr I, S. 445-599] = Adolf Rohr, Ignaz Paul Vital Troxler (1780-1866). Politische Schriften in Auswahl. 2 Bände, Bern/Stuttgart 1989, [zitiert als: Rohr I bzw. Rohr II]. Dieser Nachdruck ist natürlich im Internet nicht im Wortlaut zu finden.

Johann Caspar Bluntschli, > Das Volk und der Souverän im allgemeinen betrachtet und mit besonderer Berücksichtigung auf die schweizerischen Verhältnisse. Für Gebildete, Zürich 1831, S. 59:

Sie können auf die Zitate klicken und schlagen dann das Buch an der richtigen Stelle auf. Gut nicht? In vielen Büchern können Sie auch bestimmte Wörter suchen. So habe ich auch die hier angezeigten Zitate gefunden.

Den Text von Hilthy, Theoretiker und Idealisten der Demokratie lässt sich auch nicht auf Anhieb finden, dafür aber eine > Besprechung seines Aufsatzes in : Die Grenzboten, Band 28, Ausgaben 3-4, S. 121. – Dann kam Kants > Kritik der praktischen Vernunft dran. Hier Leipzig 6/1827. Dann Kants > Kritik der Urtheilskraft (Ausgabe von 1837) – Urtheilskraft mit ‘h’ schreiben, sonst findet Google-Books nicht das Exemplar, was vollständig angezeigt wird. Und der von Oechslin zitierte Ausschnitt findet sich in dieser Ausgabe auf S. 150:

Eine Zwischenbemerkungen und dann wurde Marc Antoine Laugiers > Essai sur l’architecture von 1753 angezeigt. Wiederumg trug Oechslin eine bestimmte Stelle vor und stellte sie in den Zusammenhang seines Vortrags:

.

Er schreibt auch noch mehr über die Eingangsportale der Städte:

Wenn man das Buch in der Online-Bibliothek Gallica der Französischen Nationalbibliothek aufsucht – meine Lieblingswebsite – und auf der eigenen Website anzeigen will bekommt man gleichen > “lecteur exportable” mit auf den Weg/die Website – dann sieht das so aus, und Sie können drin blättern und mit einem Klick auf das Buch die Seiten vergrößern:

Leider zeigt das IPad, das keine Flash-Anwendung darstellen kann – das folgende Buch hier nicht an:

Wir machen noch weiter? Früher hat man seine Notizen ab geschrieben, die Vorlesung nachgearbeitet. Heute gehen wir in den Online-Bibliotheken der Welt spazieren.

Schade, der Band Monuments erigés à la gloire de Louis XV ist online nicht zu finden, man müsste noch ein bisschen länger suchen, aber eine der Abbildungen aus dem Vortrag aus diesem Buch wird von Liane Lefaivre und,Alexander Tzonisin in ihrem Band > The emergence of modern architecture: a documentary history from 1000 to 1810 angezeigt: Es geht um das untere Bild auf der folgenden Seite:

> Leon Battista Alberti fehlte nicht: De re aedificatoria, Rom [1452] Die in seinem Vortrag von Werner Oechslin zitierte Stelle steht > auf Seite 106: “EDIFICIA HOMINVM ESSE CAV sa constituta in promptu est. Nam principio quidem / si recte interpretamur / facere opus homines coepere: quo se suaque ab aduersis tempe statibus tuerentur. Proxime item prosecuti sunt non modo uellent quæ ad salutem essent necessaria: uerum et siqua etiam ad expeditas quasque commoditates assequendas conferrent: ea nusquam esse præter missa uoluere. Inde adeo rerum oportunitate admoniti atque illecti eo deuenere: ut etiam quæ ad uoluptates explendas facerent ex cogitarint / in diesque usurparint: ut siquis ita dixerit / ædificia fore aliqua ad uitæ necessitatem: alia ad usus oportunitatem: alia ad temporum uoluptatem diffinita: fortassis apte ad rem aliquid dixerit.” Eine Übersetzung gibt es bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft. Also doch mal in eine Bibliothek gehen. Oder auf Französisch ansehen:

Auf diesem Online-Buch kann man unten auf ein Feld klicken, dann öffnet sich die Seite.

> L’architecture et art de bien bastir, du seigneur Léon Baptiste Albert,… divisée en dix livres / traduicts du latin en françois par deffunct Jean Martin… -J. Kerver (Paris)-1553: 4. Buch, Seite 60: “C’est une chose toute notoire que les les batiments ont esté faicts pour les humains…”

Durchgelesen: Das Lexikon der sperrigen Wörter

Dienstag, 2. November 2010

Als am 23. Oktober > Christophe Marchand-Kiss seinen Artikel > Encombrant aus dem dem jüngst in der Reihe Literatur der Akademie Schloß Solitude erschienenem > im Literaturhaus Stuttgart vorlas und als dabei das Vorwort der Brüder Grimm zu ihrem Wörterbuch – die Zettel, die wie Schneeflocken auf den Tisch herabrieseln – gelobt wurde, kam ich auf die Idee über meine > Zettelkästchen etwas zu schreiben.

Aus Anlaß ihres zwanzigjährigen Jubiläums hat die Akademie Schloss Solitude in Kooperation mit dem Literaturhaus Stuttgart 140 Autoren (Stipendiaten, Juroren, Mitarbeiter und Gäste der Akademie) gebeten, über ein »sperriges« Wort in ihrer Muttersprache zu schreiben und dabei eine Gattung ihrer Wahl zu nutzen: in Gestalt einer Definition, einer Geschichte oder eines Essays, als Prosa, dramatischer Text oder in Gedichtform. »Sperrige« Wörtern sind Wörter, die sich nicht leicht erklären lassen, die Widerstand leisten, die unverständlich, widersprüchlich oder unübersetzbar sind. Das Lexikon versammelt 193 Beiträge (Originalsprache und in deutscher Übersetzung ) in 13 Sprache. Die Schweizer Künstlerin Sandra Boeschenstein bereichert das Lexikon mit Zeichnungen zu 20 von ihr ausgewählten Begriffen.

Nun trage ich ich auch seit ein paar Tagen das > Lexikon der sperrigen Wörter mit mir herum. Und es ist das Allerbeste, was Sie auf ihre nächsten S-Bahn-Reisen mitnehmen können. Wenn wir jetzt in einem Café zusammensitzen würden, würde ich einfach mal bei A anfangen vorzulesen. So wie > Christophe Marchand-Kiss seine Eintrag Encombrant im Literaturhaus vorgelesen hat. Stattdessen schreibe ich hier einfach mal auf – in alphabetischer Reihenfolge – welche der Einträge bereits zu meinen Lieblingsartikeln geworden sind: Artiste/Künstler (Martin Page), Bilderflut (Jan Altmann), Bürgerbegehren (Ulrike Syha), Conation (George Tony Stoll), > Encombrant/Sperrig (Christophe Marchand-Kiss), Kreativität (Ivan Mijatovic), Kultur (Michale Hutter), Unendlich (Yang Lian), Newness/Neuheit (Pedro Dolabela Chagas), Picturesque/Pittoresk ( Jonathan Hill), Realism/Realismus (Dan Sociu), seltsam (Judith Fischer), Gedicht (Wang Jiaxin), Skurril (Kathinka Dittrich van Weringh), Unterirdisch (Fabian Goppelsröder) und Mein Venedig (Alexej Parin). Geschlechtsverkehr (Susanne Heimgartner und Carolyn Sittig) ist auch mit dabei. Nein Verzetteln (Anne Vollenbröker) tun wir uns hier nicht, alle Autoren bleiben bei der Wahrheit (Dirk Schulte), da bleibt kein Zweifel (Matthias Böttger).

Die Sammlung der Beiträge ist so anregend, und die Inhalte weisen weit über dieses Büchlein hinaus. Schon der Videofilm mit > Christophe Marchand-Kiss zeigt, was man in z.B. in der Schule mit kurzen eigenen Texten machen könnte: Laut lesen: Welcher Schüler hat in seiner Schullaufbahn denn mehr als 10 seiner eigenen Texte laut vorgelesen? Ein Buch ist doch dann richtig gut, wenn der Leser darüber hinausgehen gehen will, dazu angeleitet wird, die eigene Phantasie zu nutzen, um neue Horizonte zu entdecken. Das Buch und seiner Autoren schärfen die Sinne für manches Selbstverständliches. Natürlich fordern einige Beiträge zum Widerspruch heraus, sie sind zu kurz, oder zu lange, oder treffen vielleicht nicht den Punkt. Aber solche Beiträge braucht das Buch wie die Suppe das Salz. Und Ihre persönliche Auswahl? Wahrscheinlich wird die ganz anders. Aber wie gesagt, beim S-Bahnfahren schafft man je nach Reiselänge 5-8 Beiträge, das Vorbeifahren an einer Station miteingerechnet. Wenn Sie das Buch auswendig können ganz durchgelesen haben, werden Sie vielleicht anfangen, Ihre eigene Liste von sperrigen Wörtern aufzulegen. Meine Sperrigen Wörter: Strukturreform (man refomiert die Struktur und belässt es dabei, passt immer?), pour-soi Sartre), Überwerfungsbauwerk, (wo? was ist das?), (à suivre)

< Heute abend ins Literaturhaus! Wir sehen uns? Heute abend, Dienstag, 2. November 2010, um 20 h lesen > Yang Lian, Nora Iuga, Pauls Bankovskis, Paola Balzarro ihre Beiträge aus dem Lexikon der sperrigen Wörter und am Dienstag, 9.11. um 20 Uhr lesen > Anja Utler, Sabine Peters, Grazia Pergoletti, Tim Krohn ihre Beiträge.

Florian Höllerer, Jean-Baptiste Joly (Hrsg.)
> Lexikon der sperrigen Wörter
Akademie Schloss Solitude
* Hardcover
* 320 Seiten
* Preis: 24 Euro
* Sprache: 13 Sprachen, alle übersetzt ins Deutsche
* ISBN: 978-3-937158-54-9

Google Street View und die Folgen nicht nur für die Stuttgarter

Dienstag, 2. November 2010

Aus gegebenem Anlass kommt dieser Beitrag vom 29. August 2010 wieder an die Oberfläche dieses Blogs.

Was werden die Bürger eigentlich sagen, wenn Google oder irgendjemand sonst auf die Idee kommt, die > RFID-Chips der neuen > Personalausweise mit Google Street View zu verknüpfen? Vielleicht auch gar mit Facebook? Dann kann man sich die Bewegungsprofile der Bürger ansehen? Alles Utopie? Nun, RFID-Chips eignen sich für Falschenleergut oder Paketsortierung aber nicht für die Freiheit der Bürger.

Damit > der letzte Blogbeitrag hier über Google Street View nicht ungehörig lang wird, gibt es heute noch eine Anmerkung oder Ergänzung dazu in Form eines neuen Blogbeitrags.

Gerade hat Martin Weigert auf dem Blog netzwertig.com über > Die deutsche Angst in Zusammenhang mit dem Google Street View geschrieben. Und er bringt die Bedenken der Kritiker von Google Street View und gleichzeitig auch die Magenschmerzen vieler Skeptiker ungebremster Web 2.0 Anwendungen ein bisschen ungewollt aber wunderbar auf den Punkt: “Denn” so Martin Weigert, “demnächst werden sich die Auseinandersetzungen nicht mehr um zwei Jahre alte Fotos von Fassaden und Vorgärten drehen, sondern um technologische, internetgestützte Entwicklungen zur Ortung (à la Facebook Places), Gesichtserkennung und Vorhersagbarkeit von menschlichem Verhalten auf Basis von Algorithmen. Wie sich für all das konstruktive Rahmenbedingungen schaffen lassen sollen, wenn im Unterbewusstsein permanent die Angst nagt, ist mir ein Rätsel.” Das klingt nach fröhlichem, ungehindertem Datenaustausch jeder Art, nach der Erfüllung alter Menschheitsträume, zeig mir Dein Gesicht. und ich sage Dir, wer Du bist, was Du kannst und was aus Dir wird, zeig auch wo Du bist, und Dein künftiges Verhalten ist glasklar, die Werbung wird Dir sagen, wo es lang geht, Dein Verdienst ist vor dem Eintreffen auf Deinem Konto schon längst für alle möglichen Onlineangebote verplant. Gottseidank empfinden wir noch ein bisschen Angst angesichts digitaler Träume eines neuen Totalitarismus. L’emprise totale sur les consciences, das ist es wovon Weigert spricht, und auf einmal ist die feine neue digitale Welt nicht mehr ganz so lustig.

Weigert findet den augenblicklichen Zweitpunkt für die digitale Machtübernahme günstig: “Der”, so Weigert, “Zeitpunkt für einen allgemeinen Sinnes- und Einstellungswandel in Deutschland könnte besser kaum sein: Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt und Lehrstellen bleiben plötzlich unbesetzt. Ja – womöglich zeichne ich hier gerade ein zu rosiges Bild. Aber vermutlich ist dies genau der Weg, um die hinderliche Furcht zu beseitigen: Sich einfach mal auf die positiven Dinge zu konzentrieren und das Negative nicht so sehr in den Vordergrund rücken lassen.” Nein, die Angst vor der digitalen Entfremdung, die Bedenken angesichts von elektronisch ausgerechneten und immer völlig falschen Listen der Suchmaschinen, die uns eine digitale Ordnung der Welt präsentieren wollen, die mit der Realität nichts zu tun hat, brauchen wir zum Überleben. Die Gefahr des Datenmissbrauchs durch Zusammenführen aller möglichen Daten steckt in der Büchse der Pandora. Schon heute darf es einem unheimlich werden, denkt man daran, was der Staat und private Unternehmen über uns wissen (“Haben sie ein Payback-Karte?” fragt mein Tankwart bei jeder Füllung), viele Internet-Anbieter gaukeln uns Kostenfreiheit vor und bedienen sich auf geschickt-raffinierte Weise an unseren persönlichen Daten (“Bahncard”: Gerade eben kommt ein Mail : “nur noch 5 bahn.bonus-Punkte und Sie haben die nächste Prämienschwelle erreicht.” = Störung, Werbung, Bewegungsprofil, Register meiner Fahrten), um woanders horrende Kosten sicherlich nicht zu unserem Nutzen einzusparen. Die “Vorhersagbarkeit von menschlichem Verhalten auf Basis von Algorithmen”, das Abgleichen von IP-Adressen, Cookies, Online-Einkäufen, Bewegungsprofilen, Gesichtserkennung, Beurteilungen und Bewertungen und so manch weiterer digitaler Unfug machen mir sehr reale und nicht bloß digitale Angst. Wahrscheinlich wird eines Tages der RFID – Chip missbraucht, um die Werbung in Läden zu steuern, die uns zu Anschlusskäufen verführen soll, weil der Ladencomputer sofort weiß, was wir das letzte Mal gekauft haben.

27. Französische Filmtage in Tübingen und Stuttgart

Dienstag, 2. November 2010

Das Festival International du Film Francophone startet am 4. 10. und dauert in Tübingen und Stuttgart bis zum 10.11.2010.

Sie brauchen sich für diese Tage nichts anderes vorzunehmen, denn dieses Ereignis im Raum Tübingen-Stuttgart bietet ihnen das größte Schaufenster des frankophonen Kinos im deutschsprachigen Raum und ein volles Kinoprogramm. Das Rahmenprogramm zeigt nicht Filme aus Frankreich, sondern auch aus vielen frankophonen Ländern der Welt: Kanada, Belgien, Schweiz, Afrika. Seit 2005 gehört zum Festival immer ein interssantes Wettbewerbsprogramm mit vielen internationalen Gästen.

> 27. Französische Filmtage in Tübingen und Stuttgart

> Programmheft

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