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Archiv für die Kategorie 'Geschichte'

Die Arbeit an der Vorstudie „Kolonialistisches Denken und Kolonialkultur in Stuttgart“ beginnt

Mittwoch, 7. Juli 2021

“Das Stadtarchiv Stuttgart hat die Werkverträge für die Vorstudie „Kolonialistisches Denken und Kolonialkultur in Stuttgart“ vergeben. Beauftragt wurden die Kulturwissenschaftlerin Linda Addae (Universität Konstanz) und der Historiker Michael Rösser (FernUniversität in Hagen/Universität Erfurt), die beide die Vorstudie im Tandem erarbeiten.” Bitte weiterlesen.

> Die Arbeit an der Vorstudie „Kolonialistisches Denken und Kolonialkultur in Stuttgart“ beginnt  von Günter Riederer

19. Juli 2021 um 18 Uhr:
Online-Veranstaltung „DialogRaum #Decolonize – Kolonialismus und koloniales Denken in Stuttgart“ In diesem Rahmen werden die Ergebnisse der Vorstudie vorgestellt, die von dem multiperspektivischen Team Linda Addae (Kulturwissenschaftlerin) und Michael Rösser (Historiker) in Zusammenarbeit mit Stuttgarter Initiativen und Kultureinrichtungen erarbeitet wurden. Gemeinsam wollen wir an diesem Abend weitere Perspektiven für Stuttgart diskutieren: Wie kann die Kolonialgeschichte Stuttgarts dekolonial aufgearbeitet werden? Wie können wir als postkoloniale Stadtgesellschaft zukünftig agieren?

Die Veranstaltung wird im Livestream auf dem YouTube-Kanal des Stadtarchivs übertragen. In Kürze wird das Programm veröffentlicht.

Virtuelle Rundgänge mit Heiko Stachel: Vergangene Stuttgarter Orte

Mittwoch, 12. Mai 2021

Der Fotograf, Architekt und Dozent Heiko Stachel hat sich zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an interessante Gebäude seiner Heimatstadt Stuttgart zu bewahren, indem er detaillierte fotografische Dokumentationen so aufbereitet, dass man die Gebäude auch noch Jahre nach deren Abriss oder Sanierung durchschreiten kann – zumindest virtuell. Unsere Redaktion stellt hier einige seiner Rundgänge vor. Gehen Sie in diese Räume hinein… per Zoom lassen sich viele Details betrachten… so als wären Sie wirklich dort drinnen gewesen.

Heiko Stachel hat mit seiner Technik  das Büro von Roland Ostertag (1931-2018)  perfekt als > Virtuellen Rundgang  konserviert hat, so dass wir heute das Engagement von Roland Ostertag für unsere Stadt Stuttgart in vielen Details immer noch bewundern können:

Heiko Stachel hat Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart studiert und im Zuge seiner Diplomarbeit im Jahr 2001 seinen ersten virtuellen Rundgang fotografiert – damals noch mit Diafilm und Scanner.

Durch die Vorteile der heutigen Digitaltechnik ist es inzwischen möglich, selbst komplexe Gebäude in kurzer Zeit dokumentieren. So wurden beispielsweise das Kinderkrankenhaus Olgäle und das Bürgerhospital in den Jahren 2014 und 2015 jeweils innerhalb von 3 Tagen fotografiert. Jeder Rundgang hat knapp 800 fotografierte Standpunkte.

Kommen Sie mit ins Bürgerhospital Stuttgart:

www.zitronenwolf.com/rundgaenge/projekte/150526_Buergerhospital/Aussen/index.php

Der gesamte Rundgang kann im Stadtarchiv angeschaut werden.

Auf die zu dokumentierenden Gebäude wird Heiko Stachel z.B. durch Zeitungsartikel aufmerksam. Er freut sich aber auch, wenn aufmerksame Mitbürger Hinweise auf seiner Projektseite www.zitronenwolf.com hinterlassen. DIe Dokumentation kostet kein Geld, da das Projekt ehrenamtlich ist.

Eine Gebäudeart wurde in den letzten Jahren besonders häufig abgerissen: Kirchen. Die Gründe hierfür sind einerseits die schwindende Zahl an Kirchenbesucher und zum anderen ökonomische Gründe, wie bei der Kirche St. Peter in Bad Cannstatt:

Hier wurde die alte Nachkriegskirche durch einen kleineren Neubau ersetzt. Mit dem Verkauf des halben Grundstücks wurde das Bauvorhaben finanziert. Zudem sind die zukünftigen laufenden Kosten deutlich geringer, weil die Wärmedämmung nun auf dem Stand der Zeit ist.

www.zitronenwolf.com/rundgaenge/projekte/150929_StPeter/index.php

Aber auch denkmalgeschützte Gebäude werden trotz des Schutzes immer wieder abgerissen. Und obwohl die Denkmalämter in solchen Fällen selbst eine Dokumentation erstellen, lohnt sich die zusätzliche Erstellung eines virtuellen Rundgangs, da das vom Denkmalamt erstellte „Raumbuch“ so technisch ist, dass der Laie damit nicht unbedingt glücklich wird. Im Jahr 2015 hat Heiko Stachel eines der ersten Holzfertigbauhäuser aus den 1920er Jahren fotografiert. Das Gebäude des Architekten Hans Zimmermann war nicht auf dem Schirm der Denkmalbehörde, als es an einen Investor verkauft wurde. Nachträglich wurde das Wohnhaus zwar unter Denkmalschutz gestellt. Jedoch war es dem Investor nachträglich wirtschaftlich nicht mehr zuzumuten, auf die erhofften Gewinne zu verzichten. Ein letzter Versuch, das Gebäude ohne Grundstück für einen Euro für Selbstabholer zu verkaufen, scheiterte.

www.zitronenwolf.com/rundgaenge/projekte/150120_Leibnizstr83/index.php

Auch industriell hat oder hatte Stuttgart einiges zu bieten. Bis vor wenigen Jahren wurde in Zuffenhausen noch Parkett selbst hergestellt und es gab am Feuerbacher Bahnhof ein Chromwerk.

www.zitronenwolf.com/rundgaenge/projekte/140405_ParkettFrank/index.php

www.zitronenwolf.com/rundgaenge/projekte/141112_Schoch-Areal/index.php?html5=prefer

Im Mai 2022 soll es eine Ausstellung im Stadtpalais zu den virtuellen Rundgängen der letzten 10 Jahre geben. Diese hätte eigentlich schon im Jahr 2020 starten sollen, wurde aber Corona-bedingt verschoben. Dort soll man dann auch mit VR-Brillen tief in die alten Gebäude eintauchen können.

Weitere Rundgänge und Infos finden Sie unter www.zitronenwolf.com.

Vortrag: Zicke Zacke Zahnradbahn

Mittwoch, 15. Januar 2020

Mal ehrlich, wann sind Sie zum letzten Mal mit der Zahnradbahn nach Degerloch gereist?

Donnerstag, 30. Januar, um 19 Uhr in der Alten Scheune Degerloch, Agnes-Kneher-Platz.

Die “3 Trittbrettfahrer” Klaus Käppler, Uli Luipold und Hannes Münch werde sie wieder an die Zacke erinnern: All drei erzählen die Geschichte der Zacke mit vielen Fotos und amüsanten Anekdoten.

Eintritt 10 €: der Reinerlös geht an den Förderverein Degerloch. Die Bewirtung sichern Eberhard und Mara Gohl.

> Die Stuttgarter Zahnradbahn  – SSB

Hotel Silber. Eine Ausstellung zu Polizei, Gestapo und Verfolgung während der NS-Zeit in Stuttgart

Freitag, 3. Januar 2020

In Stuttgart gibt es das frühere Hotel Silber, das seit einem Jahr in ein Museum mit eine Ausstellung zu Polizei, Gestapo und Verfolgung während der Naziherrschaft umgewandelt worden ist: > www.geschichtsort-hotel-silber.de. Zu Zeiten des Dritten Reichs machten die Verwandten von > Roland Ostertag (1931-2018) mit dem Jungen immer einen weiten Biogen um dieses Haus: “Da passieren schlimme Sachen,” sagten sie ihm. Als das Stadtquartier am Karlsplatz umgebaut wurde, sollte auch das ehemalige Hotel Silber abgerissen werden. Mit Erfolg – wie auch beim beabsichtigten Abbruch des Bosch-Areals hat sich Roland Ostertag mit seiner ganzen Energie dagegen gewandt. So war er eben. Wenn die Stuttgart ihre Geschichte vergessen wollten, schrieb er viele Briefe, gründete einen Verein, bat mich um viele Fotos, machte in seinem Büro am Gähkopf den ganzen Tag lang Pressearbeit, schrieb Artikel, hielt Vorträge, solange bis sich die Stuttgarter wieder ihrer Geschichte besannen und der Abbruch oder der Verfall gestoppt war:

> Ruine des Lusthauses

> Zeichen der Erinnerung: Die Gedenkstunde am 1. Dezember 2011 – 2. Dezember 2011

> Architektur im Stuttgarter Literaturhaus. Von der Missachtung des Denkmalschutzes unserer kulturellen Vergangenheit und Zukunft – 21. März 2009 von H. Wittmann

Wäre es nicht angemessen, wenn auf der Website des > Museums Hotel Silber inbesondere bei der Beschreibung, wie es zu diesem Lernort kam  > virtuell.geschichtsort-hotel-silber.de das Engagement von Roland Ostertag zugunsten dieses Gedenkortes gewürdigt ausdrücklich werden würde?

Virtueller Rundgang: > Die Ausstellung am Gähkopf von Roland Ostertag.

Zur Erinnerung auf unserem Blog:

> Der Fall Silber. Ein Skandal – 22. Februar 2011

> Soll das Hotel Silber wirklich abgerissen werden? oder Wie geht die Stadt Stuttgart mit ihrer Geschichte um? – 30. Januar 2010

> Hotel Silber: Erst verstecken – dann abreißen?  – 6. April 2011

> Die Gedenktafel hängt jetzt an der Außenwand des ehemaligen Hotels Silber – 19. Juli 2012

> „Man soll die Hoffnung nie aufgeben wie einen Brief ohne Adresse“. Gedenkveranstaltung Prof. Roland Ostertag – 19. September 2018

> NEU: Roland Ostertag, Stuttgart – Zauber der Topographie und Elend der Stadtplanung – 18. Juli 2016

> Rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof (I)  –  5. Oktober 2014

> Stuttgart und seine Geschichte (I). 30 April 2004: Die Bagger in der Willy-Brandt-Straße – 25. Juli 2014

Vortrag in Stuttgart:
Jacques Offenbach und das Zweite Kaiserreich

Dienstag, 3. Dezember 2019

Heiner Wittmann, “Jacques Offenbach und das Zweite Kaiserreich” am 9.12.2019 um 18.30 Uhr
Sillenbucher ATRIUM: Gorch-Fock-Str. 30, S-Sillenbuch (U7 Haltestelle Silberwald)

Jacques Offenbach (1819-1880) ist der Künstler im Zweiten Kaiserreich, der eines der umfangreichsten Werke produziert hat. Die Vielfalt seiner Operetten ist eine in Musik gesetzte Menschliche Komödie, in der alle politischen, gesellschaftlichen und historischen Aspekte des Zweiten Kaiserreichs evoziert, kritisiert, persifliert und mit Spott und Satire gewürdigt werden.

Offenbachs geschickter Umgang mit der Zensur und den Mächtigen des Regimes sicherte ihm einen beherrschenden Einfluss als Künstler. Als musikalischer Botschafter brachte er den Glanz des Kaiserreichs in Wien, Berlin, Bad Ems, London New York auf die Bühne. Victor Hugo schreibt im Exil „Napoléon-le-Petit“.

Offenbach steht aber mit seiner Kritik an allem, was irgendwie Macht bedeutet, mitten in Paris auf der Bühne. Seine Frage nach der Legitimation der Macht ist wie immer geschickt gestellt. Er deplatziert die Handlungen in ferne Länder und ferne Zeiten und das Publikum ist zuweilen erst erstaunt, merkt dann aber mit der schon vertrauten Musik, dass die Protagonisten auf der Bühne doch gar nicht zeitlich und räumlich weit weg sind und die Komik entsteht durch den Vergleich, damals und dort war ES auch so. Wen hat Offenbach übertölpelt? Die Zensur, das Publikum oder das Regime? Natürlich alle auf einmal.

Mieux Se Connaître – Stuttgart Accueil e.V.
Französisch-deutsche Treffen in Sillenbuch
> Semesterprogramm_WINTER 2019-20b
Kontakt: Petra Kunert info-msc1@web.de

Stadtarchiv Stuttgart: Die Reise nach America

Montag, 8. April 2019

ist es wirklich möglich, dass eine württembergische Kaufmannsfrau am Ende des 18. Jahrhunderts allein zu einer einjährigen Reise über die Kontinente hinweg aufbricht, ihre Kinder zurücklässt, sich tödlichen Gefahren aussetzt und am Ende unversehrt wieder zu Hause eintrifft? Wie sieht so eine Schiffspassage von Rotterdam nach Philadelphia und von dort nach Charleston in South Carolina eigentlich wirklich aus? Und was kann uns die transatlantische Auswanderung im 18. Jahrhundert über das zeitlose Phänomen der Migration und ihrer Folgen heute noch sagen? Antworten auf diese und viele andere Fragen liefern wir bei unserem nächsten Vortragsabend, der am Mittwoch, den 10. April 2019, um 19 Uhr im Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, 70372 Stuttgart stattfindet und zugleich Band 112 der Reihe “Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart” der Öffentlichkeit vorstellt.

Am 15. Juni 1786
machte sich die in Stuttgart geborene Eberhardine Christiane Lotter (1749-1834) von ihrem damaligen Wohnort Herrenberg auf eine abenteuerliche Reise nach Charleston in South Carolina. Dort suchte sie ihren ein Jahr zuvor ausgewanderten Ehemann auf, um die familiären Verhältnisse zu klären. Nach vier Monaten Aufenthalt kehrte Frau Lotter ohne ihren Ehemann nach Herrenberg zurück, wo sie ihre Erlebnisse in der „Beschreibung meiner Reise nach Charlestown“ schriftlich niederlegte. Meine Kollegen Dr. Katharina Beiergrößlein und Dr. Jürgen Lotterer haben diesen Reisebericht ediert und kommentiert und daraus ein wunderschönes Buch gemacht, dass Sie an diesem Abend auch käuflich erwerben können.

Prof. Dr. Georg Fertig (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
wird den Reisebericht in die transatlantische Migrationsgeschichte des 18. Jahrhunderts einordnen. die Sprecherin und Sprechtrainerin Emily Dohna liest Passagen des Editionstextes, die die beiden Herausgeber kommentieren. Im Anschluss gibt es – wie im Text der Überfahrt nach “America” vermerkt – Rum, Schiffszwieback und grüne Erbsen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum (DAZ).

Vortrag und Buchvorstellung mit Dr. Christof Rieber
Albert Einstein und seine Cannstatter Wurzeln

Dienstag, 12. März 2019

Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, 70372 Stuttgart
Donnerstag, 14. März 2019, 19 Uhr

Albert Einstein, geboren 1879 in Ulm, war der wohl bekannteste Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Seine Theorien zu Materie, Raum und Zeit revolutionierten die bisherigen Vorstellungen grundlegend. Weniger bekannt ist, dass der Physik-Nobelpreisträger Wurzeln in Bad Cannstatt hat und sehr stark durch die dort aufgewachsene Mutter Pauline Einstein (geb. Koch) und den Cannstatter Großvater Julius Koch geprägt wurde. Der Vortrag nimmt diese Cannstatter Bezüge des berühmten Wissenschaftlers in den Blick und ordnet sie in seine gesamte Biographie ein. Der Termin des Vortrags ist nicht zufällig gewählt – am 14. März 2019 ist nicht nur Albert Einsteins 140. Geburtstag, sondern zugleich auch der 123. Todestag des Cannstatter Fruchthändlers und königlichen Hoflieferanten Julius Koch, seines Großvaters. Er gab aus jüdischer Familiensolidarität dem Schwiegersohn Hermann Einstein in München Kredite für dessen unterkapitalisierte dortige „Elektrotechnische Fabrik“.

Christof Rieber ist Historiker in Ulm, zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Demokratiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts von der Revolution 1848/49 über das Kaiserreich bis 1933. Soeben erschien im Thorbecke Verlag sein Buch „Albert Einstein. Biografie eines Nonkonformisten“.

In Kooperation mit Pro Alt-Cannstatt e.V.

Landeshauptstadt Stuttgart
Kulturamt – Stadtarchiv
41-2
Bellingweg 21
70372 Stuttgart

Retroclassics 2019 in Stuttgart

Sonntag, 10. März 2019

> Retroclassics 2019 in Stuttgart – 7.-10. März 2019

Stand und Perspektiven der Forschung zur Geschichte des Nationalsozialismus in Stuttgart

Montag, 28. Januar 2019

Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, 70372 Stuttgart
Mittwoch, 6. Februar 2019, 19 Uhr
Prof. Dr. Frank Engehausen, Universität Heidelberg

Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, bis zu den Haushaltsberatungen für die Jahre 2020/21 die weitere Erforschung der NS-Geschichte Stuttgarts und der Stadtverwaltung darzustellen. Das Stadtarchiv hat hierzu Prof. Dr. Frank Engehausen als unabhängigen Experten um ein Gutachten über Stand und Perspektiven der NS-Forschung in Stuttgart gebeten. Prof. Engehausen wird sein Gutachten vorstellen und diskutieren. Außerdem soll auf dieser Grundlage das weitere Vorgehen erörtert werden. Unter anderem soll auch gefragt werden, wie interessierte Ehrenamtliche und Initiativen in der Erarbeitung von Zielen und beim Prozess
selbst beteiligt werden können.

Prof. Engehausen vertritt an der Universität Heidelberg den Arbeitsbereich „Südwestdeutsche Landesgeschichte des 20. Jahrhunderts“, hat selbst zur lokalen und regionalen NS-Geschichte geforscht und betreut derzeit einschlägige Arbeiten. Er hat sich u.a. als Koordinator des von der Landesregierung initiierten und von einem Forschungsverbund durchgeführten Projekts „Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der NS-Zeit“ intensiv mit der Rolle der öffentlichen Verwaltung befasst. Als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Lernorts Zivilcourage & Widerstand (KZ Kislau) und Mitglied der Heidelberger Kommission für Straßenbenennungen ist er mit erinnerungspolitischen und -kulturellen Fragen vertrau

Der VfB Stuttgart und der Nationalsozialismus

Freitag, 11. Januar 2019

Mittwoch, 16. Januar 2019, 19 Uhr
Vortrag und Buchvorstellung mit Gregor Hofmann, M.A.

Fünf Meisterschaften und drei Pokalsiege – der VfB Stuttgart gehört zu den erfolgreichsten Fußballvereinen Deutschlands. Ihren ersten großen Coup landete die Mannschaft mit dem Brustring im Juni 1935: Als Überraschungsteam schnupperte der VfB an der Sensation und wurde Vizemeister. Auf der Tribüne beim Finale um die Trophäe aber saßen Ehrengäste in braunen Uniformen. Gegen die Vereinnahmung durch das NS-Regime wehrte sich der VfB nicht.

Sechs Jahre nach dem Endspiel entkam der ehemalige VfB-Sportarzt Richard Ney, als Jude längst aus dem Verein ausgeschlossen, in letzter Minute der drohenden Deportation und floh in die USA. Vortrag und Buch schildern erstmals ausführlich die Geschichte des VfB Stuttgart in der Zeit des Nationalsozialismus. Zahlreiche zeitgenössische Quellen, unter ihnen viele bisher unbekannte Archivdokumente, lassen die Verflechtungen zwischen Sport und Politik deutlich werden.

Gregor Hofmann studierte Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Freiburg. Während bzw. nach dem Studium hat er für die Historische Abteilung des VfB Stuttgart und das Archiv des Deutschen Fußball-Bundes gearbeitet. Derzeit ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München. Sein Buch „Der VfB Stuttgart und der Nationalsozialismus“ basiert auf seiner Masterarbeit und wurde in der Schriftenreihe des Instituts für Sportgeschichte Baden-Württemberg e.V. veröffentlicht.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem VfB Stuttgart

Landeshauptstadt Stuttgart
Kulturamt – Stadtarchiv
Bellingweg 21
70372 Stuttgart

Vortrag von Dr. Steffen Hänschen: Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust. Die Deportationen in den Distrikt Lublin im Frühsommer 1942

Montag, 19. November 2018

Donnerstag, 22. November 2018, 19:00 Uhr – Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, 70372 Stuttgart

Im Laufe des Jahres 1942 wurden Zehntausende deutsche Jüdinnen und Juden „nach Osten“ deportiert und ermordet. Der Distrikt Lublin im Generalgouvernement war eines der Hauptziele der Deportationen. Bis Juni 1942 wurden die Deportierten jedoch nicht sofort in den Mordlagern der „Aktion Reinhardt“ (Belzec, Sobibor und Treblinka) getötet, sondern auf sogenannte Transitghettos verteilt. Die Bedingungen, mit denen die Deportierten in den Transitghettos konfrontiert wurden, waren katastrophal. Viele starben an Unterernährung, den ungenügenden hygienischen Zuständen oder aufgrund von Repressalien.

Das größte Transitghetto befand sich in Izbica. In den Ort wurden fast 20.000 Juden aus sechs verschiedenen europäischen Ländern verschleppt. Am 26. April 1942 ging auch von Stuttgart ein Sammeltransport nach Izbica. Parallel zu der Ankunft der Deportierten ab März 1942 begannen die Verschleppungen in die Mordlager Sobibor und Belzec. Im Herbst 1942, ein halbes Jahr nach den ersten Deportationen in die Transitghettos waren diese bereits aufgelöst und die Bewohner ermordet. Steffen Hänschen stellt in seinem Vortrag die Ergebnisse seiner Forschungen über diese bisher kaum bekannte Phase des deutschen Mordes an den Juden Europas vor.

Steffen Hänschen arbeitet als Dozent für Deutsch als Fremdsprache und Übersetzer. Seit vielen Jahren begleitet er als Mitarbeiter des Bildungswerks Stanis?aw Hantz e.V. Bildungsreisen an die Tatorte des Holocaust in der Region Lublin, aber auch in der Ukraine und dem Baltikum. Im Februar 2018 erschien im Metropol Verlag seine Monografie „Das Transitghetto Izbica im System des Holocaust“.

Stadtarchiv Stuttgart
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