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Gehen wir mal um den Bahnhof herum und durch den Schlossgarten

9. Juli 2018 von H. Wittmann

Der Schlossgarten neben dem Hauptbahnhof in Stuttgart ist gründlich zerstört worden. Vielleicht zwei Jahrzehnte lang wird er eine der größten Baustellen der Republik sein. Zwischen Drahtzäunen kann man durchlaufen und gelangt in den Schlossgarten. Ihm man dereinst, wenn der Deckel als Mondlandschaft über dem Tiefbahnhof geschlossen ist, dort für immer vermissen. Die hohen Kosten und die schöngeredeten Vorteil von S21, das politische Gemauschel, wie die Entscheidung für die Drehung und Tieferlegung des Bahnhofs, der dort unten zu einem zu engen Haltepunkt verkümmern wird, zustandegekommen ist, waren keine Glanzlichter gelebter Demokratie. Aber die lange Dauer der Baustelle, die Vernichtung des Fußgängerparadieses auf so lange Zeit, die langen Wege, zu denen die Reisenden fast zwei Jahrzehnte lang gezwungen werden, zeugt von einem derartig eklatanten Versagen der Stadtplanung zugunsten der Bürger/innen. Hier gestattet es die Stadt der Bahn für den Fortschritt, die Schnelligkeit und zugunsten eines Labors für neue Bautechniken den Lebensraum ihrer Bürger/innen zu vernichten. Natürlich wollte man nie den Bürger/innen reinen Wein einschenken. Die Politik interpretierte die Ablehnung des Ausstiegsgesetz als eine Zustimmung zu S21 > François Hollande: Zum Stuttgarter Bahnhof gab es eine Volksbefragung… – 14. Juni 2016. Die 21 Argumente für Stuttgart 21 sind längst durch ein neues Argument ersetzt worden: Wir können nicht mehr aufhören, weil schon so viel gebaut worden ist. Vielleicht ist da was dran, weil es kein andres Argument mehr gibt:

Wetterleuchten im Stuttgarter Literaturhaus – 30. Juni 2018

29. Juni 2018 von H. Wittmann

Wetterleuchten – der Sommermarkt der unabhängigen Verlage am 30.6.2018 von 11 bis 23 Uhr im > Literaturhaus Stuttgart.

Noch vor der Sommerpause können Sie einen ganzen Tag lang zuhören, blättern, leise staunen und beglückt jubeln – und natürlich auch kaufen: Stellen Sie Ihre ganz persönliche Sommerlektürekiste zusammen und nehmen Sie das literarische Wetterleuchten, den Widerschein der unabhängigen Verlage, vom Liegestuhl am Literaturhaus gleich mit an den Urlaubsstrand!

Der Markttag wird begleitet von einem internationalen Bühnenprogramm aus Prosa, Lyrik und Comics über die große Liebe und scheiternde Träume, die europäische Avantgarde und schwäbische Rebellen, eine Reise in den indischen Himalaya und zum entlegenen Planeten Damiem. Paperrazza tuscht Portraits, eine Schnipsel- und Klebewerksatt gibt`s für alle Kinder und zum Abschluss lassen wir die Korken knallen bei der Verleihung des Preises für literarisch ambitionierte Kleinverlage in Baden-Württemberg.

Über 40 Verlage aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz sind dabei:
avant-Verlag * AvivA Verlag * Binnoki * Bohem Press * Cass Verlag * Das kulturelle Gedächtnis * Die Andere Bibliothek * DerDiwan Hörbuchverlag * Dieterich`sche Verlagsbuchhandlung * Literaturverlag Droschl * edition clandestin * edition fünf * Edition Solitude * edition Tiamat * édition totale éclipse * EXP.edition * Frankfurter Verlagsanstalt * Griot Hörbuch Verlag * Guggolz Verlag * Hirzel Verlag * Ink Press * Jung und Jung * Klöpfer & Meyer * Lilienfeld Verlag * Limmat Verlag * Lost Books * Luftschacht * MaroVerlag * Merz Akademie * Mikrotext * Parallelallee * Reprodukt * Secession Verlag* Septime * Staatliche Akademie der Bildenden Künste * Transit Buchverlag * Tropen-Verlag * Tulipan Verlag * Ulrich Keicher Verlag * Verbrecher Verlag * Verlag Das Wunderhorn * Verlag die Brotsuppe * Weidle Verlag * Weissbooks

Kulturmeilentunnel als Verkehrsansaugrohr

27. Juni 2018 von H. Wittmann

Die Stuttgarter Zeitung (27. Juni 2018) berichtet, dass die Mehrheit der Fraktionen im Gemeinderat könne sich “einen Tunnel an der Kulturmeile” (wahrscheinlich ist gemeint unter der Kulturmeile) Zwischen Charlottenplatz und Gebhard-Müller-Platz vorstellen. Und der Fraktionschef Alexander Kotz, hat so Thomas Braun in dem zitierten Artikel, auch ein Argument, nämlich die prall gefüllte Haushaltskasse. Ein Tunnel unter der Konrad-Adenauer-Straße wäre aber kaum mehr eine Insellösung, die zur Entschärfung der Verkehrsprobleme unserer Stadt nichts beitragen wird. Eine sachgerechte Lösung kann nur entstehen, wenn man das Übel der Stadtautobahn insgesamt in den Blick nimmt.

Die > Hauptstätterstraße – rund 18 Artikel auf diesem Blog – ist eines von Stuttgarts größten Verkehrsproblemen. Einst für eine autogerechte Stadt erdacht mit bis zu 16 Fahrspuren zieht sie auch heute viele Autos an, die dann an beiden Ende im Stau stehen. Immer wieder hat unsere Redaktion hier wiederholt, was für ein Übel diese Schnellstraße als Schneise und Trennung vieler Stadtquartiere für die Stadt bedeutet. 20-30 % der Fahrzeuge fahren auf ihr, weil sie sie nicht überqueren können und deshalb zu Hin- und Herfahrern bis zum nächsten U-Turn werden. > Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße. 30 % nutzen die Stadtautobahn und biegen irgendwann im rechten Winkel oder nach einen U-Turn zu ihrem Ziel ab, 30 % nutzen die Straße, um durch ganz Stuttgart durchzufahren. Fazit, man braucht diese Schnellverbindung nicht. 20-30 % machen ohnehin nur Fahrten von 3 Km. Sicher das sind geschätzte Zahlen, die aber nicht unrealistisch sind. Wer braucht die Hauptstätter mit ihren abschnittsweise > mehr als 16 Spuren? Eigentlich niemand.

> Warum braucht Stuttgart die Hauptstätterstraße? – 18. April 2017

Stuttgarter, habt den Mut,
die > Hauptstätterstraße einschließlich der Konrad-Adenauer-Straße und Willy-Brandt-Straße bis zum Neckartor zurückzubauen, so wie > Roland Ostertag es vor 11 Jahren mit seinem Projekt > Der Stadtboden gehört allen vorgeschlagen hat: > Die >Neue Mitte Ulm ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie mit Bürgerbeteiligung ein solches Projekt realisiert worden ist. Nur der Rückbau der Stadtautobahn in Stuttgart wird die Schadstoffbelastung in den Griff bekommen, alle anderen Maßnahmen sind hilflose Kosmetik

> Ein neues Museum für die Bürger. Eine Lehrschau für die Stadtplaner – 4. Juli 2009

> Die Kulturmeile soll in den Tunnel – 8. September 2007

Der Kulturmeilentunnel wird als Ansaugrohr dem Verkehr dienen und an beiden Enden die Staus vergrößern. Wie kann eine Gemeinderat in einer Stadt mit Verkehrsproblemen wie Stuttgart auf die Idee kommen, sich Maßnahmen auszudenken, die Stadt autogerechter zu machen, noch mehr Verkehr anzuziehen, anstatt, die Hauptstätter Straße zurückzubauen. Wo sollen denn dann die ganzen Autos fahren? Woanders und weniger.

> Kommt die Kulturmeile wirklich in den Tunnel? – 30. Dezember 2007

> Warum (will) / wollte ! man die Kulturmeile untertunneln? – 25. Februar 2009

Stadtplanung in Stuttgart I

26. Juni 2018 von H. Wittmann

Die Prioritäten für unsere Redaktion wären in punkto Stadtplanung: Rückbau der Stadtautobahn, viel mehr Radwege in Stuuttgart, damit das wilde und gefährliche Radeln auf den Bürgersteigen endlich aufhört (“Wo soll man denn sonst fahren?”) und die Radler in Stuttgart sich etwas mehr an die Verkehrsregeln gewöhnen können und nicht mehr so oft bei Rot einfach weiterfahren. Der Elektrobus nach Cannstatt ist eine gute Idee, er könnte auch auf der zurückgebauten Stadtautobahn eingesetzt oder weitergeführt werden. Schade, dass es noch immer kein Konzept gibt, wie der neue Hauptbahnhof > #S21 an die umliegenden Stadtteile angeschlosssen werden könnte. Wahrscheinlich bleibt ihm 2032 nur übrig zu sagen, ich bin jetzt da. Und da wäre noch die überfällige Aufwertung der Innenstadt mit einer grundlegenden Renovierung der Kronprinzenstrasse, deren teilweise Umwandlung in eine > Steinwüste nicht das letzte Wort sein darf. > Nachverdichtung: Dafür gibt es in Stuttgart viele gelungen Beispiele > Nachverdichtung in der Stuttgarter Innenstadt V – 1. Juni 2018. Die Euros, die Herr Kotz im Kulutrmeilentunnel versenken möchte, sollte, nicht den schmutzigen Diesel-Autos zugutekommen, sondern den Fußgängern, den Radeln und damit allen Bürgern in dieser Stadt nützen, für ein Stuttgart, das den öffentlichen Raum aufwertet und die Stadtlandschaft wieder zu einem Erlebnis macht. Die Topographie dieser Stadt und ihre Bürger haben das verdient: > Roland Ostertag, Stuttgart – Zauber der Topographie und Elend der Stadtplanung

25. Stuttgart-Lauf 2018

24. Juni 2018 von H. Wittmann

Impressionen vom > 25. Stuttgart-Lauf 2018

Start und Zieleinlauf, Sonntag 24. Juni 2018

Kammerchor-Recital in Stuttgart-Bad-Cannstatt

4. Juni 2018 von H. Wittmann

Mittwoch, 13. Juni 2018 – 20:00 – Stadtkirche Bad Cannstatt

Programm > Musik am 13.

Joseph Gabriel Rheinberger 1839-1901
Fünf Motetten op. 40
Drei lateinische Hymnen für Frauenchor und Orgel op. 96
Drei geistliche Gesänge op. 69

Sofya Iglitskaya, Orgel
Cantus Stuttgart
Jörg-Hannes Hahn, Leitung

Einführung 19.15 Uhr: Ines Stricker

Eintritt frei

Nachverdichtung in der Stuttgarter Innenstadt V

1. Juni 2018 von H. Wittmann

> Was ist denn da passiert?, fragte unsere Redaktion am 28. Februar 2016. “Nachverdichtung,” erklärte uns > Roland Ostertag in seinem Büro, als wir die Fotos betrachteten

Ein > historischer Stadtplan von 1914 zeigt, wie die Rosenstraße die Eßlingerstraße überquert. Betrachtet man diese Situation heute von der Halbhöhe aus, so wurden ein oder zwei Häuser des neuen Dorotheenviertels genau in die Flucht der Rosenstraße gebaut. Nun, ist es richtig, dass hier nicht zum ersten Mal ein Straßenverlauf ändert, das hat es schon öft gegeben, und auch in Stuttgart. Trotzdem: > Stuttgart ohne Geschichte. Kritische Anmerkungen zur Stadtplanung fällt uns dabei ein:

In diesem Beitrag > Nachverdichtung in der Innenstadt IV. Das Dorotheen-Quartier in Stuttgart gibt es auch ein Fotoalbum vom Bau des Dorotheenviertels.

Heute hat sich unsere Redaktion das Ergebnis angesehen:

Roland Ostertag war immer darauf bedacht, was ein Gebäude oder mehrere zu den Gebäuden in ihrer unmittelbaren Umgebung sagen. In diesem Falle nicht viel. Die Gebäude des neuen Dorotheenviertels sind zu wuchtig, viel zu groß, kaum noch eine Blickschneise auf den Karlsplatz, die alte Markthalle wird erdrückt, die gesamten Proportionen in diesem Viertel sind dahin, die großen Steinflächen, die mit Platten belegt sind, zwischen der Markthalle und Breuninger ist halt nur eine Steinfläche. Kleinere Häuser, kleinere Steinwüsten. Können wir vermeiden, dass diese Form der Quartierneugestaltung, die wir von A1 > Ortsbesichtigung: S-21 – Bauabschnitt A 1 kennen, in Stuttgart nicht nochmal gebaut wird?

> Immer enger: Nachverdichtung in der Innenstadt (III)

27. September 2015

Die Ausstellung zur Stadtplanung in Stuttgart von Roland Ostertag am Gähkopf

22. Mai 2018 von H. Wittmann

Roland Ostertag (1931-2018) hatte in seinem Büro am Gähkopf in Stuttgart eine Ausstellung zur Stadtplanung in Stuttgart eingerichtet: > Ein neues Museum für die Bürger. Eine Lehrschau für die Stadtplaner. Glanzstück der Ausstellung ist ein Modell der Stadt Stuttgart, auf dem vor allem die faszinierende topographische Lage der Stadt bewundert werden kann. Andreas Keller hat in der Ausstellung Fotos aufgenommen:

Fotos: Andreas Keller

Andreas Keller > Roland Ostertag (19.2.1931–11.5.2018)

Roland Ostertag – 1931-2018

14. Mai 2018 von H. Wittmann

Der Architekt Professor Roland Ostertag ist am 11. Mai 2018 in Stuttgart im Alter von 87 Jahren gestorben.

Das Foto wurde im Januar 2015 aufgenommen > Ortsbesichtigung: S-21 – Bauabschnitt A 1 mit Video.

Roland Ostertag wurde am 19. Februar 1931 in Ludwigsburg geboren. Er studierte von 1951-1956 Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart und machte sich 1957 als Architekt selbständig. 1958-1966 war er Dozent am Lehrstuhl von Professor Gutbrod für Entwerfen. 1970-1997 lehrte er als Professor am Institut für Gebäudelehre, Entwerfen, Entwicklung der modernen Architektur an der Technischen Universität Braunschweig. Ab 1983 hatte eine Bürogemeinschaft mit Johannes Vornholt. Er war Präsident der Bundesarchitektenkammer von 1993-1996. 1990 gründete er das Architekturforum Dresden und war ab 1995 Mitglied des Präsidiums der Baufachmesse Leipzig und danach bis 2000 Mitglied des Kuratoriums der Internationalen Bauausstellung Emscher-Park. Nach seiner Emeritierung 1996 kam er in den Vorstand der Stiftung Architekturforum Baden-Württemberg.

Ostertag hat seit 1956 über 120 Preise gewonnen und viele Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben und für Gutachten erhalten. 1987 erhielt er den Deutschen Architekturpreis. Am 14. September 2015 hat Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid ihm im Namen des Bundespräsidenten Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen: > Bundesverdienstkreuz für Professor Roland Ostertag:

Roland Ostertag habe ich zum ersten Mal um 2000 in den neuen Räumen des künftigen Literaturhauses in Stuttgart getroffen. Ihm war es vor 1999 gelungen, das zum Abbruch vorgesehene Bosch-Areal zu retten und einer neuen Bestimmung zuzuführen. Wir trafen uns bald immer öfters in seinem Büro in der Alexanderstraße und später am Gähkopf, wo er bis Dezember 2017 jeden Tag an seinen Manuskripten und seiner Korrespondenz gearbeitet hat. Im seinem Büro gab es auch eine Ausstellung zur Stadtgeschichte und Stadtplanung in Stuttgart > Ein neues Museum für die Bürger. Eine Lehrschau für die Stadtplaner, die er in den letzten 30 Jahren zusammentragen hatte, und jeden Samstagmorgen interessierten Besuchern öffnete: > Stuttgart 1:1000 – 14. Januar 2012 von H. Wittmann:

> Roland Ostertag gestorben. Einmischer aus Verantwortung Von Amber Sayah, Stuttgarter Nachrichten 14. Mai 2018 Amberr Sayah hat einen beeindruckende Nachruf verfasst und regt en Nachdenken über die Zukunft seiner Ausstellung an: “Jeder, der mit ihm zu tun hatte, wurde über kurz oder lang in die baugeschicht­liche Stuttgart-Ausstellung beordert, die der Architekt am Gähkopf in der ehemaligen Privatgalerie des Kunstsammlers Hugo Borst eingerichtet hatte. Dieses beeindruckende Archiv mit seinen historischen Stadtplänen und -ansichten, mit dem riesigen Stadtmodell und seiner Bibliothek zu bewahren und für Forschung und Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu machen, sollte der Stadt ein Anliegen sein.”

Sanierungen und Umbauten wie das Alte Schauspielhaus, das Steuerberaterhaus und die Rettung des Bosch-Areals gehören neben vielen anderen Bauwerken, wie das Rathaus in Kaiserslautern, zu seinem beeindruckenden Vermächtnis. Dazu zählte auch sein Engagement seit 2004 als Vorsitzender des Vereins > Zeichen der Erinnerung. Nach über 60 Jahren erreichte er es, dass die noch vorhandenen Spuren (Schienen, Prellböcke, Schotter) im Nordbahnhof, zu der Gedenkstätte Zeichen der Erinnerung umgestaltet wurden: > Zeichen der Erinnerung: Die Gedenkstunde am 1. Dezember 2011 – 2. Dezember 2011. Von dort waren etwa 2500 Juden aus ganz Württemberg und Hohenzollern, sowie Sinti und Roma, 1941 bis 1945 in die KZs, den sicheren Tod deportiert wurden,

Als Vorstand der Stiftung Architekturforum Baden-Württemberg setzte er sich mit seinen Beiträgen für eine behutsame, geschichtsbewusste, nachhaltige, menschenfreundliche Stadtplanung ein und inszenierte viele Veranstaltungen, hauptsächlich im Stuttgarter Literaturhaus.

Mit Plänen und Fotos begleitete er seine eigenen Veröffentlichungen. 2016 erschien sein Band > Roland Ostertag, > Stuttgart – Zauber der Topographie und Elend der Stadtplanung (Stuttgart: Verlag-Peter-Grohmann). “Stuttgart ist eine von der Natur und der Topographie bevorzugte schöne Stadt. … Aber Stuttgart verändert sich. Jetzt rächt sich das Fehlen eines Gesamtkonzepts für die Stadtentwicklung,” heißt es auf der vierten Umschlagsseite.

Immer wieder haben wir uns im seinem Büro am Gähkopf getroffen. Sei es, dass er einen besonderen Fotowunsch hatte, eine ganz bestimmte Perspektive, das richtige Licht, die richtige Jahreszeit. Aber unsere fast zwanzigjährige Freundschaft war viel mehr als nur ein bloßer Austausch von Fotos und Manuskripten, sie wurde zu einer Art Studium moderner Stadtplanung. Mit seinem ungeheuren Wissen und Erfahrungen als Architekt verband er die Ergebnisse seiner Beobachtungen der Stadtentwicklung Stuttgarts von heute. Nein, nachsichtig war er selten, zu groß erschienen ihm die Versäumnisse in dieser Stadt. Ihre Geschichte hatten die Stadtplaner vergessen und ein von ihm geführter > Spaziergang durch A1 wurde zur Ortsbesichtigung und war ein großer Höhepunkt. Oder der > Spaziergang rund ums Rathaus, den ein Video auf unserem Blog zeigt.

Viele unserer Treffen waren eigentlich Hauptseminarsitzungen oder Doktorandenkolloquien. Er kommentierte kritisch meine Fotos, die ich in Stuttgart aufgenommen hatte, dafür bekam ich seine Texte zur Lektüre. Und die vielen Vorträge, die er zu zahlreichen Themen der Stadtplanung gehalten hat: Türme in der Stadt, Stadtzerstörung, das Hotel Silber, die Zerstörung des Schlossgartens, die Zerstörungen rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof. Er freute sich, wenn ich mit meinen Festplatten zu ihm kam. Dann zeigte er mir das Manuskript seines Vortrags und hatte oft schon eine Liste der Fotos angefertigt, die meistens aus dem Fotoarchiv zusammengestellt werden konnte. Nach der Lektüre seines Manuskripts, trafen wir uns wieder am Gähkopf, er nahm meine Änderungswünsche auf, erklärte Grundsätzliches, verteidigte Passagen und erläuterte Zusammenhänge mit Begründungen aus der Stadtgeschichte. Das war ein Geben und Nehmen in Sachen spannender Stadtplanung.

Das jetzt gerade erschienene Buch Roland Ostertag u.a., > Stuttgart ohne Geschichte. Stadtplanung im kritischen Rückblick (Stuttgart: Verlag-Peter-Grohmann 2018) dokumentiert vielleicht am besten von all seinen Büchern, mit welcher Leidenschaft Roland Ostertag sich für unsere Stadt engagierte. Das Lusthausdenkmal im Mittleren Schlossgarten fiel allmählich der Verwitterung anheim. Ostertag gründete einen Verein und heute können sich die Bürgerinnen und Bürger an diesem Zeugnis aus der Stuttgarter Stadtgeschichte wieder erfreuen. Oder das > Hotel Silber in der Dorotheenstraße, um das Roland Ostertag in den 40er Jahren als kleiner Junge immer einen großen Bogen machen musste. Da passieren schlimme Sachen, sagte man ihm damals. Als vor wenigen Jahren der Abbruch des Gebäudes geplant wurde, setzte Ostertag alles in Bewegung: Das alte Hotel Silber blieb: das neue viel zu große Einkaufszentrum musste an dieser Stelle etwas abspecken: > Stuttgarter Nachverdichtung: Zu groß, zu hoch – 24. Februar 2017.

Und immer wieder diskutierten wir über S21, für das Roland Ostertag so gar kein Verständnis aufbringen konnte > Zerstörung der Stadt mit Milliarden. Kosten und Termine Stuttgart 21 (4. März 2016). Er zeigt sich schockiert, dass S21 das von ihm immer wieder beschriebene Grundgesetz der Stadt so nachhaltig verletzte: dabei ging es ihm u.a. um den Erhalt des Schlossgartens und die Öffnung der Stadt zum Neckar hin. Außerdem konnte er der seiner Meinung nach grundfalsche Querorientierung des mit Kuppeln versehenen Dachs des neuen unterirdischen Bahnhofs ohne jede Anbindung an die existierende Stadtquartiere rund um den Bahnhof geschweige denn an den Stadtgarten, nichts abgewinnen. Natürlich hatte er die Kostenexplosion schon zu Beginn des Projekts, noch bevor der erste Prellbock gelupft wurde, fest im Blick und immer wieder beklagt. Aber ihm ging es um die Qualität des Neuen Bahnhofs, die bei der Volksbefragung am 27. November 2011 überhaupt keine Rolle spielte. Gefragt wurde nur, ob die Bürger für das Ausstiegsgesetz stimmen würden. Die Ablehnung des Ausstiegsgesetzes wurde von der Politik als Zustimmung zu S21 interpretiert, was Ostertag immer wieder sehr heftig kritisierte. > François Hollande: Zum Stuttgarter Bahnhof gab es eine Volksbefragung… – 14. Juni 2016.

Es war um 2007. Roland Ostertag hatte sich einen Schlüssel für das Dach des Bosch-Areals besorgt, um von dort oben Fotos zu machen. Zusammen standen wir auf dem Dach. Er stand mir gegenüber, breitete die Arme aus, klick, das Foto heißt, der Umbau ist fertig:

> Ortsbegehung (I) Das Bosch-Areal nach 10 Jahren – 3. März 2016 von H. Wittmann

Aufenthaltsqualität auf Plätzen, was sagt ein Gebäude zu dem anderen? Das Grundgesetz der Stadt Stuttgart, Denkmäler: denk mal nach, das sind nur einige seiner Fachausdrücke. Am meisten hat mich immer beeindruckt, wie er aus seiner Kenntnis der Stadt vor 1945, der Erfahrung des Wiederaufbaus der Stadt nach 1945 und seiner kritischen Begleitung der Stadtplanung und -entwicklung bis heute erzählen konnte. Darin steckte seine ganze Leidenschaft, besonders wenn er sich über den Abrissfuror in dieser Stadt aufregte, dem so viele wichtige Gebäude zum Opfer gefallen sind.

> Gastbeitrag von Roland Ostertag zur Kulturmeile. Einzelprojekte bedeuten Tod der Stadtplanung – Von Roland Ostertag 01. Januar 2018

Diese Stimme des Mahners mit seinen grundsätzlichen Überzeugungen, dass Stadtplanung die Entwicklung der Stadt und ihre Geschichte zu berücksichtigen habe, wird uns in Stuttgart sehr fehlen.

Die Trauerfeier wird am Freitag, den 18.05.2018 um 11 Uhr auf dem Pragfriedhof, Untere Feierhalle, stattfinden

Fotowettbewerb: Stuttgart 500 P

13. Mai 2018 von H. Wittmann

Aus der Ausschreibung von prolab: Es gibt tolle Preise zu gewinnen, die eingereichten Bilder werden im Stadtpalais – Museum für Stuttgart ausgestellt!

Ziel ist es 500 Bilder im Format 18×18 cm zum Thema Stuttgart auszustellen. Das P steht für Perspektiven und Plätze. Jeder ab 18 kann dabei mitmachen und bis zu drei Bilder einreichen. Einzige Vorgabe, die Bilder sollten aus dem Stadtgebiet Stuttgarts sein.

Einsendeschluss: Verlängert auf den So. 03. Juni. 2018

Vernissage im Stadtpalais: 12. Juli 2018 19:00 Uhr

Alle eingereichten Stuttgart-Bilder, auch die nicht prämierten werden im neuen Stadtpalais – Museum für Stuttgart ausgestellt!

Die Bilder laden Sie über unsere Homepage www.stuttgart500p.de hoch, hier finden Sie auch weitere Infos zum Fotowettbewerb und zur Fotoausstellung.

Auf vielfachen Wunsch hin brauchen die Bilder nicht zusätzlich auf Instagram gepostet werden!

Bei Fragen schreiben Sie gerne per Mail an yfantis@prolab.de mit dem Betreff: „Stutgart500P Fragen“

Im Schauspielhaus Stuttgart, Foyer: Podiumsgespräch: „Reboot Europe – Was will Macron? Was wollen wir? Was geht gemeinsam?“

4. Mai 2018 von H. Wittmann

Schauspielhaus Foyer, Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Dienstag, 8. Mai 2018 19:30 Uhr Eintritt 6.00 EUR

Les discours du président Macron:

Au dem Blog > www.france-blog.info:

> Discours du Président de la République, Emmanuel Macron, devant le congrès des États-Unis d’Amérique

> #QuelleEstVotreEurope ? – Epinal, 17 avril 2018 : Lancement des consultations citoyennes

> Nachgefragt: Henri Ménudier antwortet auf unsere Fragen zu Emmanuel Macron, Europa und die deutsch-französischen Beziehungen

> #monmars20 Journée de la Francophonie. Präsident Macron : Lancement de la stratégie internationale pour la langue française et le plurilinguisme
März 21st, 2018

> Les discours du président Macron sur l’Europe

Unser Wohlstand ist europäisch und unser Frieden sind europäisch. „Wir brauchen ein Utopie-Upgrade für Europa, das begeistert, das uns die Richtung in die Zukunft weist, damit diese nicht ein lauwarmer Aufguss der Vergangenheit wird. Wir brauchen eine Utopie für das Europa des 21. Jahrhunderts.“ Andre Wilkens

Wo treffen wir uns? Was bringt Europa voran? Was will Macron, was wollen wir? Wie rund läuft der deutsch-französische Motor? Was bedeuten heute europäische Werte und Solidarität? Die Versöhnung der ehemaligen Erzfeinde hat weltweit Vorbildcharakter. Zahlreiche Städtepartnerschaften und Austauschprogramme sind entstanden. Aber wie tragfähige ist die Beziehung heute? Ist das gegenseitige Verständnis gewachsen, trägt das Vertrauen für einen gemeinsamen Aufbruch für Europa?

Es disutieren: Nicolas Eybalin (französischer Generalkonsul), Franziska Brantner (MdB, europapolitische Sprecherin der Fraktion B90/Grüne und Mitinitiatorin der Initiative von französischen und deutschen ParlamentarierInnen für eine Erneuerung des Elysée-Freundschaftsvertrags), Brigitte Klinkert (Präsidentin des Départements Haut-Rhin)

Statement: Annette Rueß (Initiatorin von „Pulse of Europe Stuttgart“), Nadia vom Scheidt (Leiterin der Abteilung Außenbeziehungen der Landeshauptstadt Stuttgart), Hannah Goerlich (Studentin des dt.-frz. Studiengangs Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart und Sciences Po Bordeaux), Dr. Eileen Keller (Deutsch Französisches Institut), Studie „Städtepartnerschaften – den europäischen Bürgersinn stärken“), Anna Deparnay-Grunenberg (2017 Kandidatin der Assemblée nationale für Französische Staatsbürger im Ausland)

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