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Vortrag: Zicke Zacke Zahnradbahn

15. Januar 2020 von H. Wittmann

Mal ehrlich, wann sind Sie zum letzten Mal mit der Zahnradbahn nach Degerloch gereist?

Donnerstag, 30. Januar, um 19 Uhr in der Alten Schune Degerloch, Agnes-Kneher-Platz.

Die “3 Trittbrettfahrer” Klaus Käppler, Uli Luipold und Hannes Münch werde sie wieder an die Zacke erinnern: All drei erzählen die Geschichte der Zacke mit vielen Fotos und amüsanten Anekdoten.

Eintritt 10 €: der Reinerlös geht an den Förderverein Degerloch. Die Bewirtung sichern Eberhard und Mara Gohl.

> Die Stuttgarter Zahnradbahn  – SSB

14. Januar 2020

14. Januar 2020 von H. Wittmann

Hotel Silber. Eine Ausstellung zu Polizei, Gestapo und Verfolgung während der NS-Zeit in Stuttgart

3. Januar 2020 von H. Wittmann

In Stuttgart gibt es das frühere Hotel Silber, das seit einem Jahr in ein Museum mit eine Ausstellung zu Polizei, Gestapo und Verfolgung während der Naziherrschaft umgewandelt worden ist: > www.geschichtsort-hotel-silber.de. Zu Zeiten des Dritten Reichs machten die Verwandten von > Roland Ostertag (1931-2018) mit dem Jungen immer einen weiten Biogen um dieses Haus: “Da passieren schlimme Sachen,” sagten sie ihm. Als das Stadtquartier am Karlsplatz umgebaut wurde, sollte auch das ehemalige Hotel Silber abgerissen werden. Mit Erfolg – wie auch beim beabsichtigten Abbruch des Bosch-Areals hat sich Roland Ostertag mit seiner ganzen Energie dagegen gewandt. So war er eben. Wenn die Stuttgart ihre Geschichte vergessen wollten, schrieb er viele Briefe, gründete einen Verein, bat mich um viele Fotos, machte in seinem Büro am Gähkopf den ganzen Tag lang Pressearbeit, schrieb Artikel, hielt Vorträge, solange bis sich die Stuttgarter wieder ihrer Geschichte besannen und der Abbruch oder der Verfall gestoppt war:

> Ruine des Lusthauses

> Zeichen der Erinnerung: Die Gedenkstunde am 1. Dezember 2011 – 2. Dezember 2011

> Architektur im Stuttgarter Literaturhaus. Von der Missachtung des Denkmalschutzes unserer kulturellen Vergangenheit und Zukunft – 21. März 2009 von H. Wittmann

Wäre es nicht angemessen, wenn auf der Website des > Museums Hotel Silber inbesondere bei der Beschreibung, wie es zu diesem Lernort kam  > virtuell.geschichtsort-hotel-silber.de das Engagement von Roland Ostertag zugunsten dieses Gedenkortes gewürdigt ausdrücklich werden würde?

Zur Erinnerung auf unserem Blog:

> Der Fall Silber. Ein Skandal – 22. Februar 2011

> Soll das Hotel Silber wirklich abgerissen werden? oder Wie geht die Stadt Stuttgart mit ihrer Geschichte um? – 30. Januar 2010

> Hotel Silber: Erst verstecken – dann abreißen?  – 6. April 2011

> Die Gedenktafel hängt jetzt an der Außenwand des ehemaligen Hotels Silber – 19. Juli 2012

> „Man soll die Hoffnung nie aufgeben wie einen Brief ohne Adresse“. Gedenkveranstaltung Prof. Roland Ostertag – 19. September 2018

> NEU: Roland Ostertag, Stuttgart – Zauber der Topographie und Elend der Stadtplanung – 18. Juli 2016

> Rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof (I)  –  5. Oktober 2014

> Stuttgart und seine Geschichte (I). 30 April 2004: Die Bagger in der Willy-Brandt-Straße – 25. Juli 2014

Antiquariatsmesse Stuttgart 24. –26. Januar 2020

3. Januar 2020 von H. Wittmann

Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Fritz Kuhn präsentieren deutsche und internationale Antiquariate und Galerien jedes Jahr im Januar wertvolle Bücher, Druckgraphik, Autographen, Landkarten und illustrierte Werke. Bereits seit 1962 bildet die Messe einen Rahmen für den Antiquariatsbuchhandel und dkumentieren so Deutschlands lange Geschichte der Druckkunst und des Verlags-und Buchwesens.

> Antiquariatsmesse Stuttgart

Gemeinsame Auftaktveranstaltung der 59. Stuttgarter Antiquariatsmesse und der 54. Antiquaria Ludwigsburg. Am 20.1.2020 im Literaturhaus mit einem Vortrag von Saskia Limbach: Flugblätter und Fake News/ Über Einblattdrucke aus der Frühzeit des Buchdrucks. Beginn 19.30 Uhr.

Literarische Begegnungen in Stuttgart: Neues Veranstaltungsprogramm der Antiquariatsmesse Stuttgart:

Das Veranstaltungsprogramm der Antiquariatsmesse Stuttgart, ein Höhepunkt im regionalen und internationalen Kalender für Buchliebhaber, Sammler, Kunst-und Literaturinteressierte, wird facettenreicher. 75 deutsche und internationale Antiquariate und Galerien präsentieren vom 24. bis 26. Januar wieder wertvolle Bücher, Druckgraphik, Autographen, Landkarten und illustrierte Werke im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart.

Was bedeutet Provenienz? Wie verbindet sich Literatur mit den ausgestellten Werken und wer sind die Sammler? Um einigen dieser Fragen nachzugehen, führen die Organisatoren das neue Format „Das Rote Sofa –Buchgespräche auf der Messe“, ein. Sibylle Wieduwilt, Vorsitzende des veranstaltenden Verbands Deutscher Antiquare e.V.: „Wir Händler verbringen unseren Alltag auf der Suche nach und dem Finden von oft so interessanten Werken, Personen und Hintergründen. Dies ist ein nicht unerheblicher Grund, warum viele meiner Kollegen die immer wieder neuen Herausforderungen auf sich nehmen, die den Beruf zur Berufung machen. Einige dieser Geschichten wollen wir gern mit einem breiteren Publikum teilen. Es ist uns ein Anliegen, Menschen für die Schönheit des gedruckten Buches, Sprache und die Kunst auf Papier auch im multimedialen Zeitalter so zu begeistern, wie auch wir es sind.“

Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung, die Einblicke in eine bedeutende und ungewöhnlich vielfältige Privatsammlung auf dem Gebiet der zeitgenössischen Buchkunst verschafft. Zum ersten Mal wird ein Preis für junge Sammler, dotiert mit 1000 Euro, an Sammler bis zu 35 Jahren verliehen. Eine ideale Flucht vor der Januarkälte, die Antiquariatsmesse Stuttgart lädt nun auch zu Diskussionen und Gesprächen und eröffnet damit Einblicke in die Welt der Literatur und Buchkunst.


»Internationale BilderBuchKunst der Gegenwart« mit vielen Exponaten aus der Neuen Sammlung von Friedrich C. Heller
Vortrag zur Ausstellung -Samstag, den 25. Januar, 18.30Uhr

Friedrich C. Heller stellt Beispiele vor, die den buchkünstlerischen Charakter dieser einzigartigen Sammlung besonders herausstellen: Auflagendrucke, Pressendrucke oder Unikate: „Es ist mir ein Anliegen deutlich zu machen, dass gerade in unserer Zeit, in der stets gejammert wird, dass das Buch einen Tod stirbt, gerade das Bilderbuch einen regelrechten Boom erlebt. Innerhalb des großen Angebots gibt es Bücher, die einen hohen künstlerischen Anspruch erheben.“ (Friedrich C. Heller im Interview, November 2019)

Die Ausstellung ist an allen Tagen der Messe für Messebesucher zugänglich.


Neues Veranstaltungsformat »DAS ROTE SOFA « – Buchgespräche auf der Messe

Samstag, 25. Januar 2020, 12 Uhr, „Das rote Sofa“ Das Hölderlin-Jubiläum 2020 in Baden-Württemberg

»Poesie feiern –Hölderlin und Celan im Jubiläumsjahr 2020« Dr. Jan Bürger und Dr. Thomas Schmidt vom Deutschen Literaturarchiv Marbach im Gespräch

2020 wird Friedrich Hölderlins 250. Geburtstag gefeiert. Wie kaum ein anderer Dichter hat er die deutsche Sprache bereichert. Die Hölderlin-Gesellschaft Tübingen, die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart und das Deutsche Literaturarchiv Marbach pflegen das Vermächtnis des überragenden Sprachkünstlers.In Marbach wird im Jubiläumsjahr die Ausstellung »Hölderlin, Celan und die Sprachen der Poesie« gezeigt; auch Paul Celans Lyrik wäre ohne den Einfluss Hölderlins eine andere. Sein Geburtstag jährt sich 2020 zum 100. Mal. Die Antiquariatsmesse Stuttgart wird Hölderlin und Celan mit einer Vielzahl bibliophiler Kostbarkeiten feiern. Dr. Jan Bürger und Dr. Thomas Schmidt vom Deutschen Literaturarchiv Marbach im Gespräch über Hölderlins und Celans Drucke, ihre unverminderte Inspirationskraft und das Jubiläumsjahr 2020.

Samstag, 25. Januar 2020, 16 Uhr, „DAS ROTE SOFA“: Internationale BilderBuchKunst der Gegenwart

Die kreative Verbindung von Buch und Kunst: Friedrich C. Heller. Nur selten wird die Verbindung zwischen Buch und Kunst so deutlich wie in diesem Genre der Buchgestaltung. Die Betrachter, ob Kinder oder Erwachsene, werden mit vielseitigsten künstlerischen Mitteln in den Bann gezogen; ein idealer Kontrapunkt zum digitalen Zeitalter. Sabine Keune, seit vielen Jahren am Aufbau dieser einzigartigen Sammlung beteiligt, im Gespräch mit Friedrich C. Heller über die Faszination des Objekts »Buch«, herausragende Buchgestalter und die künstlerische Kreativität, die die Künstlerbilderbücher so unverwechselbar macht

Sonntag, 26. Januar 2020, 12 Uhr, „Das rote Sofa“ Deutsche literatur- und Buchhandelsgeschichte. »Au Pont de l’Europe«

Ein Ausstellungsstück aus Stuttgart schreibt Geschichte. Die »Librairie Au Pont de l’Europe« in der Pariser Rue Vignon17 war von 1933 bis 1940 ein Zufluchtsort für die aus Nazi-Deutschland emigrierten Künstler und Literaten. Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, André Gide, Heinrich und Klaus Mann, Anna Seghers, Robert Musil, Marlene Dietrich oder Gertrude Stein zeugen von der bewegten Geschichte einer Buchhandlung, die nicht nur in ihrem Namen eine Brücke zwischen den Nationen schlug. Nach ihrer Schließung im Jahr 1940 und der Flucht ihres Begründers Ferdinand Ostertag erinnerte nur noch das Gästebuch an »Au Pont de l’Europe«. Vor über 20 Jahren hat es Herbert Blank in Stuttgart erworben. Gemeinsam mit seiner Frau Inge Thöns (1940–2014) rekonstruierte er die Geschichte hinter dem Gästebuch, folgte den Spuren Ferdinand Ostertags und seiner Kunden ins Exil und schrieb so selbst ein Stück deutscher Literatur-und Buchhandelsgeschichte (erschienen 2018 im Wallstein Verlag).

Sonntag, 26. Januar 2020, 15 Uhr, „Das rote Sofa“: Erstmalig: Verleihung eines Preises für junge Sammler. »Bookstagram« und die Beständigkeit von Papier – Die Verleihung des jungen #sammlerpreis2020. In diesem Jahr verleiht der Verband Deutscher Antiquare in Kooperation mit der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst und der Zeitschrift Aus dem Antiquariat einen mit 1000 € dotierten Preis für junge Sammlerinnen oder Sammler.Das gedruckte Buch, Graphik, Autographen,Arbeiten auf Papier haben auch im Zeitalter der sozialen Medien nicht an Reiz verloren. Im Gegenteil, insbesondere Instagram oder Pinterest schaffen neue Möglichkeiten, der Liebe zum Buch und zum Gedruckten Ausdruck zu verleihen und die eigenen Stücke oder Käufe zu präsentieren.Antiquarische Bücher und junge Menschen sind kein Widerspruch. Für eine jüngere Generation gehören soziale Medien zum Alltag. Dennoch schätzt die Generation der »Millenials« das Analoge und den Aspekt der Nachhaltigkeit; in diversen Branchen ist dies seit längerer Zeit sichtbar, auch im Kunst-und Antiquariatsbuchhandel.

Neujahrsspaziergang 2020

1. Januar 2020 von H. Wittmann

Wie fühlt sich das Neue Jahr an? Auf, Richtung Rotenberg:

#S21 oder die Vernichtung des öffentlichen Raums

31. Dezember 2019 von H. Wittmann

Die Halle im Stuttgarter Hauptbahnhof ist bis zu ihrer Schließung für mehrere Jahre heute nur noch ein fieser Ort zum schnellen Durchqueren, nachdem dort alle Geschäfte und Bistrots geschlossen worden sind. Drei kleine Läden in an der Wand der zugigen Gleishalle und andere zwischen den Bahnsteigen sollen sie ersetzen. Viele jahrelange Einschränkungen müssen die Reisenden hinnehmen. Riesenumwege, viele Unbequemlichkeiten. Die verwaiste Bahnhofshalle zeigt aber besonders gut und in aller Schärfe, wie perfide die Reisenden missachtet werden. Der Bahnkunde wird zum Objekt, das man auf lange Wege schicken kann. Die langen Tunnel zwischen der Bahnhofshalle zu den Gleisen sind eine Qual für alle, die nicht so gut zu Fuß sind und ein Ärger für alle, die eben mal schnell in die S-Bahn schlüpfen wollen oder ein Taxi, die Tram oder den Bus erreichen müssen. Eine Demonstrantin stand heute an den Gleisen und hält ihr Protestschild in die Höhe.

31 Fotos aus dem Herbst 2019:

Wie alle Fotos auf diesem Blog – soweit sie nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet sind: © Heiner Wittmann

Alle Geschäfte sind geschlossen. Die Halle hat ihre Funktion als öffentlicher Raum der Begegnung und der Kommunikation verloren. Das trifft auch auf den zerstörten Schlossgarten zu wie auf den weit entlegenen Parkplatz – jetzt gibt es ein Parkhaus als Ersatz für den Platz direkt neben der Bahnhofshalle, zu, der es jetzt so schwer macht, die Lieben vom Bahnhof abzuholen oder bei dem Zug abzuliefern.

Es werden sehr beeindruckende meisterhafte Ingenieurstaten vollbracht, viel Beton in den einstigen Schlossgarten gegossen, mehr als 55 km Tunnelstrecken in den Stuttgarter Untergrund und in die Berge gehauen, damit alle Reisenden geschwind unter der Stadt durchfahren können, oben bleiben die Stuttgarter unter sich. Man muss sich das mal so richtig vor Augen führen, Stuttgart mit seiner phantastischen topographischen Lage verbannt den Hauptreiseverkehr unter die Erde. Die Reisenden werden kommen, den Bahnhof als tolles Zeugnis schwäbischer Ingenieurskunst loben und preisen und unten wieder einsteigen – wenn sie überhaupt noch aussteigen – und weiterfahren. Stuttgart ist eine Stadt zum Hinfahren und zum Aussteigen, Es ist nur auf der Strecke von Paris nach Budapest eine Durchgangsstation und für deren Reisenden wollten die Stuttgarter bestimmt nicht ihren Bahnhof eingraben. Eine Bahnhofshalle zum Ankommen, zum Hineinlaufen in die Stadt, die Stadt Stuttgart als Magnet für die Reisenden! Das wärs gewesen. Ein perfekter Reiseszenario für den Nah- und Fernverkehr verbunden mit einer autofreien Innenstadt. Kostenloser Bue- oder Tramverkehr im Bereich eines Innenstadtringes. Der (oft leere) X1 zwischen Bad Cannstatt und der Innenstadt ist ja schon ein gute Anfang.

Kommt man wie heute abend aus den provisorischen Verbindungstunnels zu den Gleisen, herrscht dort solch ein dichtes Treiben, sodass man schon mal einen Vorgeschmack auf die Enge des unterirdischen Haltepunktes bekommt. Aber noch stehen auf mehr als 7 der 16 Gleise je ein Zug. Man kann gemächlich einsteigen und dann geht die Reise los. Ein letzter Eindruck vom Kopfbahnhof, wo die Züge in er Regel auf die Reisenden warten, um sie mitzunehmen, und nicht die Reisenden prinzipiell an den Gleisen warten müssen, wann denn endlich der ICE einrollen wird. Aber wahrscheinlich mit umgekehrter Wagenreihung, was auch den Verantwortlichen demonstrieren wird, dass die Bahnsteige zu eng, zu schmal ausgelegt sind. Wenn die Reisenden drin sind, muss die Lok sich mächtig anstrengen, um die vielen vollen Wagen durch den Tunnel bergauf auf die Fildern oder zum Flughafen ziehen. Und wenn die Lok auf einmal im Dunkeln nicht mehr mag? Warum müssen wir durch den Berg dadrinnen bergauf fahren, fragen sich dann die Fahrgäste, während dann wieder einmal das ganze System S21 zum Erliegen kommen wird.

Richard Sennett hat ein wunderbares Buch mit dem Titel „Der Terror der Intimität und der Tod der Öffentlichkeit“ geschrieben. #S21 demonstriert hier den englischen Titel des Buches „The Fall of Public Man“, weil hier im und um den Bahnhof herum wie auch im Schlossgarten der öffentliche Raum als Ort der Begegnung vernichtet worden ist. Der Zerstörung des Schlossgartens und das ganze System #S21 wird geschickt durch eine Volksbefragung als gedeckt interpretiert, was aber immer noch ein brandgefährliches Spiel mit der Demokratie ist. Man lockte die Bürger mit äußerst fadenscheinigen Versprechungen – 4,8 Milliarden EURO ganz bestimmt nicht mehr – an die Urnen, um sich ihr Placet zu sichern. Dann wird gebaut mit Baukostensummen nach oben offen und der Rest der Republik fragt sich, wo und warum die Stuttgarter sich das Recht hernehmen, auf Kosten der Republik ihren Hauptbahnhof einzugraben.

Wie konnte das passieren? Wie konnte es Ingenieuren in den Sinn kommen, ein total veraltetes Konzept in die tat umzusetzen? Als Erklärung bleibt nur noch die Vermutung, die Ingenieure wollten ihr Knohow mal so richtig vorführen. Es gab ja mal ein Plakat mit 21 Gründen für S21, das ist aber überall entsorgt worden, weil nichts mehr davon stimmt. Die Gründe führten nicht zum Bau. Es war der Kampf zwischen den Gegnern und den Befürwortern, der zum Bau führte. Das Projekt konnte nur gebaut werden, weil die Front der Gegner den Befürwortern in bestimmten Momenten einen Freiraum, ließen, die Proteste als unbegründet zurückzuweisen immer und nur mit dem Hintergedanken, jetzt erst recht, den Gegnern zeigen wir es mal, das wir das schaffen werden. Die Gegner bestanden naturgemäß aus vielen Gruppen, die alle ihre guten Argumente gegen den Bau hatten. Die Qualität des Hauptbahnhofs als funktionaler Ort blieb dabei auf der Strecke. Die vielen 21 Gründe für #S21 schmolzen dahin. Zurück blieb nur ein allerletztes Scheinargument, man habe jetzt soviel gebaut, man könne nicht mehr aufhören.

Und so wird gegen jede Vernunft weitergebaut, die tollen und so unnötigen Ingenieursleistungen zu Recht gelobt, Notfallkonzepte werden lieber verschwiegen, Brandschutz wird lieber stillgeschwiegen und muss zur Einsicht vor Gericht erkämpft werden, der Streit über Planung, Genehmigung, Finanzierung und Bau des Flughafen werden nur noch als Zukunftsvisionen gehandelt und kein Wort wird über die möglicherweise horrenden Folgekosten des Systems #S21 verloren.

Es gibt Baustellenbesichtigungen, die gut besucht sind. Schaut man sich aber über die letzten Jahre die Zeitungsartikel der Stuttgarter-Zeitungen zum Thema S21 an, sind es in der Summe die negativen Nachrichten, die überwiegen, dazu passt auch, dass die Info-Ausstellung aus dem Turm des Hauptbahnhofs verlagert und verkleinert wird: was man wohl alles zu verbergen hat?  Im November 2019 melden die Stuttgarter Nachrichten, > die Bahn schließe weitere Kostensteigerungen au. Gut nehmen wir das zum Protokoll. Ob dieser Ausschluss stimmt? Es soll bei 8,2 Milliarden bleiben. Das klingt doch eher danach, als ob jemand gesagt habe, bei 10 oder 5 Milliarden würde heute die Reißleine gezogen werden. Man braucht also nur zu erklären, es bleibt bei 8,2 Milliarden und man darf zu Ende bauen. Wer glaubt das eigentlich? Die Befürworter von S21? Und was ist mit der veralteteten Stellwerks- und Sicherungstechnik? Das Zugsicherungssystem ETCS („European Train Control System“) im Regional- und S-Bahn-Verkehr wird für S21 kommen oder nicht? Und wer kennt heute die Kosten für die Flughafenanbindung von S21?

Als Ersatz für diese Vernichtung des öffentlichen Raumes hinter dem Bonatzbau bekommen wir einen Platz (geplant als Straßburger Platz? N’est-ce pas?) mit Riesenbullaugen über dem Tiefbahnhof, der außer der Funktion durchquert zu werden, überhaupt nichts bieten kann. Dieser Platz hat keine Aufenthaltsqualität, sagte Roland Ostertag (1931-2018) kopfschüttelnd, als wir zusammen das Modell betrachteten.

Hätte man mit 4-6 Milliarden die S-Bahn-modernisiert, Stuttgart wäre zu einer Nachverkehrsmodellstadt geworden, die vielleicht sogar das Autoinnenstadtproblem gelöst hätte. Nun wird Stuttgart einen ultramodernen Bahnhof hinter und unter dem Bonatzbau bekommen, der für die Instandhaltung späteren Generationen Unsummen auferlegen wird. Das Umfeld des neuen Tiefhaltepunkts wird sein umliegendes Stadtquartier nicht kennen, weil es wie ein Fremdkörper wirken wird. Die Planungs- und Bauzeit des Tiefbahnhofs war und ist so aufregend, dass man den Bürgern nichts über die Anbindung an die den Tiefbahnhof umgebenden Stadtquartiere gesagt hat, braucht man ja auch nicht. In Stuttgart wird künftig unter der Erde gereist. Aber auch heute, wo soviel gebaut worden ist, kann ich mir schlicht nicht vorstellen, wie der Verkehr mit diesen langen ICE-Zügen durch die vielen S21 Tunnel abgewickelt problemlos abgewickelt werden soll.

Vortrag in Stuttgart:
Jacques Offenbach und das Zweite Kaiserreich

3. Dezember 2019 von H. Wittmann

Heiner Wittmann, “Jacques Offenbach und das Zweite Kaiserreich” am 9.12.2019 um 18.30 Uhr
Sillenbucher ATRIUM: Gorch-Fock-Str. 30, S-Sillenbuch (U7 Haltestelle Silberwald)

Jacques Offenbach (1819-1880) ist der Künstler im Zweiten Kaiserreich, der eines der umfangreichsten Werke produziert hat. Die Vielfalt seiner Operetten ist eine in Musik gesetzte Menschliche Komödie, in der alle politischen, gesellschaftlichen und historischen Aspekte des Zweiten Kaiserreichs evoziert, kritisiert, persifliert und mit Spott und Satire gewürdigt werden.

Offenbachs geschickter Umgang mit der Zensur und den Mächtigen des Regimes sicherte ihm einen beherrschenden Einfluss als Künstler. Als musikalischer Botschafter brachte er den Glanz des Kaiserreichs in Wien, Berlin, Bad Ems, London New York auf die Bühne. Victor Hugo schreibt im Exil „Napoléon-le-Petit“.

Offenbach steht aber mit seiner Kritik an allem, was irgendwie Macht bedeutet, mitten in Paris auf der Bühne. Seine Frage nach der Legitimation der Macht ist wie immer geschickt gestellt. Er deplatziert die Handlungen in ferne Länder und ferne Zeiten und das Publikum ist zuweilen erst erstaunt, merkt dann aber mit der schon vertrauten Musik, dass die Protagonisten auf der Bühne doch gar nicht zeitlich und räumlich weit weg sind und die Komik entsteht durch den Vergleich, damals und dort war ES auch so. Wen hat Offenbach übertölpelt? Die Zensur, das Publikum oder das Regime? Natürlich alle auf einmal.

Mieux Se Connaître – Stuttgart Accueil e.V.
Französisch-deutsche Treffen in Sillenbuch
> Semesterprogramm_WINTER 2019-20b
Kontakt: Petra Kunert info-msc1@web.de

Theatertage in Klein Paris in Stuttgart – 31.10 -22.11.2019

3. November 2019 von H. Wittmann


Eine Produktion des Theater am Fenster www.theateramfester.de
Kontakt und Kartenbestellung info@theateramfenster.de
0157-5402 1302

> Programmplakat zum Herunterladen

Eröffnung mit der Premiere
Die schier unhaltbare Spannung des Nichtwissens
Do. 31. Okt. 20.00 (Premiere)
Fr. 01. / Sa. 02. / So. 03. Nov.  jeweils 20.00
Theaterperformance nach Texten von Hannah Arendt
Musik: Trio Rivkele – Spiel:Boris Rodriguez
Eintritt 15.-/10.-
Landesmuseum Stuttgart
Altes Schloss Schillerplatz 6
70173 Stuttgart
Tickets an der Museumskasse oder online unter > landesmuseumstuttgart.de
weitere Infos unter > freietanzundtheaterszenestuttgart.de

 

Filmtage Tübingen: Trois jours et une vie | Drei Tage und ein Leben Regie: Nicolas Boukhrief

7. Oktober 2019 von H. Wittmann

“Gerade erschienen, aufgeschlagen und sofort ohne aufzuhören gelesen. Pierre Lemaitre, > Drei Tage und ein Leben. Haben wir gestern noch den Anfang dieses Romans, die Fakten hier vorgestellt > Aufgeschlagen: Pierre Lemaitre, Drei Tage und ein Leben, so können wir hier nur daran erinnern, Rémi, der kleine Nachbarjunge ist tot. Im Wald von Saint-Eustache.

Der Leichnam wird gefunden werden, es wird Nachforschungen geben. In der kleinen Stadt Beauval kennt jeder jeden….” so beginnt der > Lesebericht: Pierre Lemaitre, Drei Tage und ein Leben unserer Redaktion auf dem Blog von Klett-Cotta. Danach folgte – gemäß unserem Blog-Prinzip – das Interview mit dem Autor: > Nachgefragt: Pierre Lemaitre, Drei Tage und ein Leben.

Nun wird der Film zu diesem Buch bei den > Tübinger Filmtagen gezeigt:

Trois jours et une vie | Drei Tage und ein Leben Regie: Nicolas Boukhrief F 2019 | 2h |OmeU

Hier die Spielzeiten:

Donnerstag den 31. Oktober im Kino Museum 1 in Tuebingen um 16.00 Uhr

Donnerstag den 31. Oktober im Kino Kamino Reutlingen um 20.00 Uhr

Samstage den 3. November in Rottenburg Kino Waldhorn um 18.00 Uhr

Montag den 4. November im Kino Delphi Stuttgart um 18.00 Uhr

Pierre Lemaitre
> Drei Tage und ein Leben
Roman
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel (Orig.: Trois jours et une vie)
1. Aufl. 2017, 270 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-98106-3

Geschützt: Das Treffen am 1. Oktober 2019

1. Oktober 2019 von H. Wittmann

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Waren Sie schon mal in Bronnweiler?

29. September 2019 von H. Wittmann

Die Marienkirche in Bronnweiler:

Unser Fotoalbum:

> Kirchengemeinde Bronnweiler

Eine gute Gelegenheit, unsere Leser auf die wunderbare Website > www.kirchen-online.com von Andreas Keller hinzuweisen: Besuchen Sie dort folgende Kirchen, die gerade neu aufgenommen worden sind: (Text von Andreas Keller:) “Botnang: Auferstehungskirche, Nikodemuskirche & Schlosskapelle Solitude Degerloch · Versöhnungskirche Hedelfingen · St. Markus Möhringen · St. Hedwig: “Interessant zu vergleichen, wie unterschiedlich 4 Nachkriegskirchen architektonisch in Bau und Ausstattung gestaltet wurden (Nikodemus, Versöhnung, Markus, Hedwig) wahrzunehmen, dass sich in der Schloßkapelle Solitude u.a. ein kompletter Kreuzweg in Darstellung mit 14 Puttenpaaren befindet – und vieles mehr.
Hoch bedeutend sind auch die Martinskirche in Metzingen und in Bregenz die beiden Kirchen der Abtei Mehrerau. Etwas ganz Besonderes stellt dann die Kapelle “St. Michael und alle Engel” in Caux ( ob Montreux) dar: Anfang des 20. Jahrhunderts extra errichtet für die damals so zahlreichen Gäste aus England. Fast 50 Glasfenster, viele mit Bildlegende in englischer Sprache! – und das in der französischen Schweiz.”