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Wozu braucht man Bauzäune?

21. September 2009 von H. Wittmann

Wozu braucht man eigentlich Bauzäune? Um “Werbung anbringen verboten” draufzukleben? Sicher gibt es irgendwelche Sicherheitsvorschriften für solche Zäune, die meist gar keine Zäune sind, sondern oft nur aus grob aneindergenagelten Spanplatten bestehen. Wie auch immer, jetzt gibt es wieder einen langen Bauzaun, nachdem die Äste der aus dem Schloßgarten herrüberragenden Bäume gekappt wurden. Häuser werden in Stuttgart immer genau in ihre Umgebung eingepaßt, nicht, damit sie zu Ihnen sprechen können, sondern damit möglichst viel Platz optimal verbaut werden kann.

Aber wozu bracht man Bauzäune? Vielleicht will man was verbergen? Zum Glück haben die Bäume des Schloßgartens trotz des Stutzens ein gutes Gedächtnis und können bald dem neuen Gebäude erzählen, was sich hier am Rand der Willy-Brandt-Straße in der Nacht zum 30. April 2004 abgespielt hat, als in einer Nachtundnebelaktion die Bagger kamen. Eine? Nein ganz viele, die sich mehreren gar zu dritt daran machten, die Häuser nicht nur abzureißen, sie einfach kaputtzuschlagen. Möglichst schnell und ohne viel Aufregung. Das Erschrecken am Abend war groß, als nur noch drei Trümmerhaufen die Orte markierten, wo morgens noch die Häuser gestanden hatten. Das war kein Abriß, das war eine Zerschlagungsaktion und als die Zeitung die Webadresse zitierte, wo die Fotos veröffentlicht wurden, gab es bis zum nächsten Tag mehr als 13000 Seitenzugiffe, sozusagen eine posthume Hommage an die Stuttgarter Geschichte.

Gegen 18 oder 19 Uhr war alles vorbei. Die Fakten vernichtet, die Trümmer der Geschichte konnten dem künftigen Innenministerium weichen.

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