Web 2.0 und soziale Netzwerke

Stefan Münker hat am 22. November 2009 im SPIEGEL ein > Plädoyer für die Sozialen Medien im Internet vorgestellt. Er erklärt u.a.: „Sozialen Medien realisieren eine Praxis der partizipatorischen Mediennutzung, die zumeist überraschend effizient und dabei fast immer demokratischer ist, als wir es von früheren Medien gewohnt sind. Das Web 2.0 erscheint dabei zumindest tendenziell als die real gewordene Utopie jener demokratischen Umnutzung der Massenmedien, deren Ideal zuerst wohl Bertolt Brecht in seinem Rundfunkaufsatz aus dem Jahr 1932 entworfen hat. Als Netz gemeinschaftlich produzierender Sender wird das Web 2.0 zu einem medialen Baustein einer neuen Form gesellschaftlicher Öffentlichkeit.“

Der Aufsatz „Der Rundfunk als Kommunikationsapparat“ von Bertold Brecht ist in dem Band, Bertold Brecht, Gesammelte Werke, Bd. 18. Schriften zur Literatur und Kunst, Bd. 1. Frankfurt/Main, 1967, S. 127 ff. erschienen.

Von Stefanie Susanne Planck liegt eine Besprechung vor:

> Bertolt Brecht: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat

Partizipation als Kennzeichen von Web 2.0 ist einsichtig, aber ob Web 2.0 mit einer Steigerung des Adjektivs „demokratisch“ verbunden werden kann oder muss, steht dahin. Demokratie bezeichnet eine Herrschaftsform und keine Form einer Praxis der Mediennutzung. Gemeint ist wohl, dass die Hörer und Leser mehr Mitspracherecht erhalten sollen. Ob das Mitmachen und die Formen der Kontrolle in Wikipedia wirklich einen Zuwachs an Demokratie bedeuten, ist nicht sicher.

Die Begeisterung von Stefan Münker angesichts der neuen Netzwerke muss ein wenig gebremst werden: „Der Wandel hat gerade erst begonnen, ein Ende ist nicht abzusehen. Man kann die gegenwärtigen Entwicklungen als Prozess orwellscher Provenienz empfinden. Man kann sie aber auch als Chance sehen – für eine transparentere Welt zum Beispiel. Anlass für Optimismus gibt vor allem das viel beschworene Web 2.0 und die Art und Weise, wie es unsere Öffentlichkeit verändert,“ schreibt er mit viel Optimismus.

Vergleicht man die sozialen Netzwerke mit Fragen der Stadtarchitektur, dann fallen grundlegende Defizite virtueller und realer Netze auf:

Ein Vortrag auf dem Barcamp in Mannheim 2007:

> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (I)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (II)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (III)
> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)

Ergänzung (30.11.2009):

Schirrmacher, Playback Gerade ist das neue Buch von Frank Schirrmacher erschienen:

Frank Schirrmacher, Payback
Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen
Blessing, München 2009.
240 Seiten. ISBN: 978-3-89667-336-7

H. W., > Rezension

Die Architektur der Moderne

Berlin ModernismVon diesem Buch kann Stuttgart etwas lernen. Natürlich ist Berlin ungleich größer als Stuttgart, und daher ist jeder Vergleich zwischen beiden Städten nicht einfach, zu groß ist die architektonische Vielfalt, die Berlin dem Spaziergänger durch die Moderne der Architektur zu bieten hat. Und dennoch wird beim Durchblättern dieses Buches ein Verhältnis der Stadt zu ihrer Architektur und damit auch zu ihrer Geschichte erkennbar, das dem Besucher in Stuttgart so nicht auffällt. In einem vergleichbaren Buch über Stuttgart wäre auch ein Foto vom Kaufhaus Schocken zu sehen… Der Landtag (Kurt Viertel, 1957), das Gedok-Atelierhaus, aber auch der Hauptbahnhof – auch wenn er demnächst um seine Seitenflügel amputiert werden soll, also dann nur noch ein moderner Torso sein wird – gehören zur > Moderne. Zählt die > Haupststätter Strasse auch zur Stuttgarter Moderne? Dann ist hier aber etwas arg schiefgelaufen. Vielleicht kommt ja noch ein vergleichbar schönes Buch auch noch in dieser Art über Stuttgart raus, und alle Bewohner dieser Stadt besinnen sich wieder auf ihre Schätze.

Produktionstechnisches Zentrum der Technischen Universität in Berlin, 1983-1986, Bayerer, Fessel, Hecker und Ostertag. Deutscher Architektenpreis 1984. – Foto: Alfred Englert.

> Berlin Modernism
Fotos: Alfred Englert

Mit einem Essay von Kerstin Wittmann-Englert
> Beispielseiten
Verlag: Jochen Visscher
Englisch/ Spanisch/ Deutsch
96 Seitensmit 100 Farbfotos
Hardcover
Masse: 16 x 16 cm
Euro 16.00 sFr 28.00
ISBN 978-3-939633-44-0

Les Folies d’Offenbach
Die Eröffnung der 10. Französischen Woche in Stuttgart

Die Solistes de Lyon – haben unter der Leitung von Bernard Tétu und der Regie von Jean Lacornerie gestern mit dem Bühnenspektakel »Les Folies d’Offenbach« bei der Eröffnungsveranstaltung mit Gesang und Theater in die Welt des französischen Komponisten Jacques Offenbach (1819–1880) dem Beginn der der 10. Französischen Woche in Stuttgart den perfekten Schwung verliehen.

> Noch mehr Fotos. Institut français

> Noch mehr Fotos. Frankreich-Blog

Wozu braucht man Bauzäune?

Wozu braucht man eigentlich Bauzäune? Um „Werbung anbringen verboten“ draufzukleben? Sicher gibt es irgendwelche Sicherheitsvorschriften für solche Zäune, die meist gar keine Zäune sind, sondern oft nur aus grob aneindergenagelten Spanplatten bestehen. Wie auch immer, jetzt gibt es wieder einen langen Bauzaun, nachdem die Äste der aus dem Schloßgarten herrüberragenden Bäume gekappt wurden. Häuser werden in Stuttgart immer genau in ihre Umgebung eingepaßt, nicht, damit sie zu Ihnen sprechen können, sondern damit möglichst viel Platz optimal verbaut werden kann.

Aber wozu bracht man Bauzäune? Vielleicht will man was verbergen? Zum Glück haben die Bäume des Schloßgartens trotz des Stutzens ein gutes Gedächtnis und können bald dem neuen Gebäude erzählen, was sich hier am Rand der Willy-Brandt-Straße in der Nacht zum 30. April 2004 abgespielt hat, als in einer Nachtundnebelaktion die Bagger kamen. Eine? Nein ganz viele, die sich mehreren gar zu dritt daran machten, die Häuser nicht nur abzureißen, sie einfach kaputtzuschlagen. Möglichst schnell und ohne viel Aufregung. Das Erschrecken am Abend war groß, als nur noch drei Trümmerhaufen die Orte markierten, wo morgens noch die Häuser gestanden hatten. Das war kein Abriß, das war eine Zerschlagungsaktion und als die Zeitung die Webadresse zitierte, wo die Fotos veröffentlicht wurden, gab es bis zum nächsten Tag mehr als 13000 Seitenzugiffe, sozusagen eine posthume Hommage an die Stuttgarter Geschichte.

Gegen 18 oder 19 Uhr war alles vorbei. Die Fakten vernichtet, die Trümmer der Geschichte konnten dem künftigen Innenministerium weichen.

Kann man Literatur photographieren?

Und ob! Man kann zusehen, wie die gelesenen und gesprochenen Wörter beim Publikum ankommen:

Manche Autoren lesen schnell, manche bedächtig, manche mit Pausen, und immer kann man beobachten, was das Publikum sogleich aus dem Gehörten macht. Man kann genau sehen, wie das Wort wirkt, guckt der Zuhörer auf, reagiert er? Und dann das Podium! Moderator und Gast, wie reden sie miteinander? Literatur durch die Fotolinse, so wie seit 2001 im > Stuttgarter Literaturhaus! So auch gestern abend, als > James Frey von Daniel Haas, Redakteur von Spiegel Online, befragt wurde. Und dei die Schauspielerin Fritzi Haberlandt hat aus der deutschen Übersetzung von Bright shiny morning (Strahlend schöner Morgen) Henning Ahrens gelesen.

La rentée: Benefizessen für pro familia

Au revoir les vacances, bonjour la rentrée: Treffen sie sich zum Ferienende nach französischer Tradition mit guten Freunden, und lassen Sie sich von Ann-Sophie Klett (Gesang,> www.edition-fant.de) und Sergej Riasanov (Akkordeon) mit Chansons ins > Nachbarland entführen. Und alles für einen guten Zweck. > pro familia Stuttgart unterstützt damit junge Mütter in Notlagen. Geniessen Sie das Benefizessen am 1. Oktober 2009 um 19 h30 in der stimmungsvollen Atmosphäre der Weinstube am Stadtgraben, Am Stadtgraben 6, Stuttgart Bad-Cannstadt.

Begüßung mit

Crémant et baguette avec beure au Fleur du sel

Ann Sopie Klett und Sergej Riasanov

Soupe à l’Oignon
Paté de Canard
Steak de Boeuf à Bouquetière aux Champignons
le Trio de Desserts : Crème Caramel, Eclair, Poire pochée au vin rouge

Presi 50 EUR inkl. Begrüßungsgetränk. Getränke zum Menü sind im Preis nicht enthalten.
pro familia dankt dem Inhaber Sebastian Ludwig und den Künstlern Ann-Sophie klett und Sergej Riasanov für die großzügige Unterstützung.

> Anmeldung

oder per Mai an info@weinstube-stadtgraben.de.
Bitte geben sie Ihren Namen, Ihre Telefonnummerr, Ihre Email-Adresse, und die Anzahl der Sie begleitenden Personen an.

Barcamp Stuttgart II

Barcamp StuttgartVor gut einem Jahr fans das erste
> Stuttgarter Barcamp statt: 27. und 28. September 2008.

Am 12./13. September 2009 wird das > 2. Stuttgarter Barcamp im > Literaturhaus stattfinden. Freitagabend und Samstag sind schon ausgebucht, Sonntag waren eben noch 8 von 200 Plätze frei. Es gibt eine Warte-Nachrückliste. Hoffentlich sagen alle, die sich angemeldet haben und nicht kommen können, auch wirklich ab. Das hat bei früheren Meetings dieser Art nie so recht geklappt.

Die Teilnahme an den Barcamps ist sehr zu empfehlen. Die wichtigsten Anregungen zu allen Fragen um Web 2.0 habe ich auf diesen Veranstaltungen bekommen.

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