Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm

Demnächst, wenn die Stuttgarter mit dem ICE endlich schneller nach Ulm reisen können, sollten Sie das ausnutzen und sich die > Neue Mitte Ulm ansehen. Dabei werden sie an ihre eigene > Hauptstätter Strasse denken und an den > vielen Verkehr, die Staus und das umständliche Überqueren dieser Autoschneise.

Das Argument, wo sollen denn dann die Autos hin? zählt nicht, denn, wie hier bereits einmal bemerkt, sind mindesten 40 % der Autos auf der > Hauptstätter Straße nicht mehr als nur bloße Hinundherfahrer, weil sie eben nicht einfach mal die teilweise > 14 Spuren breite Hauptstätter Straße überqueren können, sondern, geduldig oft im Stau stehend die Auf-und Abfahrten und U-Turns meist im Stopandgo-Tempo benutzen müssen. Weitere 20 % fahren nur auf der Hauptstätter Straße, weil sie glauben, dort schneller voranzukommen, statt direkt ihr Stadtziel anzufahren. 20 % fahren vom Marienplatz bis zum Neckartor durch und wollen eigentlich gar nicht in die City, könnten also auch woanders rollen. Und wenn die Hauptstätter Straße wie die Neue Straße in Ulm nur 4 Spuren hätte, die beiden linken für den Nahverkehr, die beiden anderen für die restlichen 20 %, dann würde der Rückbau oder Umbau der Hauptstätter Straße ein stadtarchitektonisches Wunderwerk bewirken. Übrigens, > je mehr Spuren umso mehr Stau. Und die neue Mitte Stuttgart, das neue Herz der Stadt Stuttgart, wäre ein echter Magnet, mit dem die Stuttgarter zeigen könnten, dass sie die Kriegswunden der Stadt endlich geheilt und die Irrtümer einer autogerechten Stadt beseitigt haben. Und wie soll das gehen? Im > Museum am Gähkopf ist die Neue Mitte Stuttgart schon eingebaut.

Die Ausstellung befindet sich Gähkopf 3, 70192 Stuttgart
Besuch nach Verinbarung:
Tel. 07 11- 60 53 37

Ein Ausflug zur Neuen Mitte Ulm

Die fünf Beiträge, die ich eben auf diesem Blog über die > Neue Mitte Ulm veröffentlicht habe, gehören strikt genommen nicht direkt auf dieses Fotoblog. Bedenkt man aber, wie bereits ein Teil der Stuttgarter Stadtautobahn am Charlottenplatz überdeckelt worden ist, und wie man sich jetzt in dieser Stadt daran macht, die Fahrbahn zwischen dem Opernhaus und der Staatsglerie – genannt die > Kulturmeile für die Hälfte des Verkehrs zu untertunneln und gleichzeitg über andere Deckel nachzudenken, dann wird der Ausflug nach Ulm für alle Beteiligten zur Pflicht. Der Ausflug ist nicht nur wegen des beachtlichen architektonischen Ergebnisses wichtig, sondern vor allem auch wegen des > stadtgesellschaftlichen Diskurses, den die Bürger der Stadt Ulm mit großem Erfolg organisiert haben.

Der Zusammenhang zwischen dem Vortrag im > Stuttgarter Literaturhaus am 9. November 2007 des Ulmer Baubürgermeisters Alexander Wetzig und der Hauptstätter Straße in Stuttgart ist offensichtlich. Jeder einzelne Deckel über die Hauptstätter Straße und jeder neue Überweg zeigt, daß hier ein Gesamtkonzept fehlt, mit dem die klaffende Wunde im Stadtbild Stuttgarts geheilt werden könnte.

Bei der Diskussion nach dem Vortrag von Alexander Wetzig wurde zuerst gefragt, wo denn die Autos geblieben seien? Die haben sich verteilt, lautete die Antwort. Sie fahren jetzt zielgerechter und nicht mehr alle im Pulk zur nächsten Ampel oder zum nächsten Stau könnte man hinzufügen. Und je mehr Straßenraum da ist, um so mehr Autos können fahren. Ob 13 Spuren wie im Bereich zwischen der Leonhardskirche und dem Österreichischen Platz wirklich nötig sind, darf mit Fug und Recht gefragt werden.

Hier ein Blick auf die Neue Straße in Ulm vor der Neugestaltung. Eine autogerechte Stadt zum Durchbrausen. Eine Luftaufnahme der Haupstätter Straße in Stuttgart würde ganz ähnliche Verhältnisse zeigen: Eine mehrspurige Bahn, die die Stadt ohne wirklichen Grund allein nur zum Wohl der Autos und der Autofahrer durchschneidet. Die Ulmer Bürger sind zu beneiden, ihnen ist die > Rückeroberung ihres Stadtraumes vorzüglich gelungen.

Auf diesem Blog habe ich bereits über das Projekt für die Hauptstätter Straße berichtet:

> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz
> Gehen wir weiter zum Gebhard-Müller-Platz
> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept
> Die Bebauung der Hauptstätter Straße

Die Aufnahme der Neuen Straße in Ulm wird hier mit freundlicher Genehmigung der Stadt Ulm wiedergegegeben.

Der Bau der Neuen Mitte Ulm
Stadtplanung als stadtgesellschaftlicher Diskurs

Nach dem Aus für den Tunnel unter der Neuen Straße begann in Ulm eine Phase der öffentlichen Diskussion über die Neugestaltung der mehrspurigen Straße.

Öffentliche Diskussionsrunden, Podiumsgespräche, Workshops: Die Stadt Ulm versuchte die Bürger bei allen Veranstaltungen einzubinden. Mit Recht ist heute die Stadt auf die Entwicklung dieses stadtgesellschaftlichen Diskurses stolz.

Nach dieser öffentlichen Diskussion lag 1993 ein erster Plan vor.

Plan für die Neue Strasse

Die Grafiken auf dieser Seite werden mit freundlicher Genehmigung der Stadt Ulm wiedergegeben.
Der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig im hat u. a. diese Grafiken bei seinem Vortrag im > Stuttgarter Literaturhaus am 9. November 2007 gezeigt.

Ulm Neue Mitte – Die Rückeroberung des Stadtraums
oder was geschieht mit der Hauptstätter Straße in Stuttgart?

Am Freitag, 09.11.2007, 20.00 Uhr, wird Alexander Wetzig, Baubürgermeister der Stadt Ulm, im Stuttgarter Literaturhaus im Rahmen der Veranstaltungsreihe Architektur über die in den letzten Jahren geplante und vor wenigen Monaten realisierte „Neue Mitte“ der ehrwürdigen Reichsstadt Ulm berichten. Wie in vielen anderen Städten wurde auch in Ulm in den 50er und 60er Jahren Stadtplanung primär als Verkehrsplanung gesehen. Mitten durch die Altstadt, 100 m neben dem Münster wurde die sogenannte „Neue Straße“ 5-6-spurig durchgebrochen, die Stadt in zwei Teile getrennt. Schon sehr früh wurden Überlegungen angestellt, wie diese Schneise beseitigt werden kann. Inzwischen ist das Projekt „Neue Mitte“ der Stadt Ulm für viele Städte im In- und Ausland zum Vorbild geworden.

Ort: > Literaturhaus Stuttgart

In Zusammenarbeit mit dem Architekturforum Baden-Württemberg.
Moderation: Roland Ostertag
Eintritt frei.

Über die Veranstaltung werde ich wie gewohnt mit Fotos im Archiv auf der Website des > Literaturhauses Stuttgart berichten. Und auch auf diesem Blog.

Mir ist die Neue Straße aus meinen Ulmer Jahren nur zu gut vertraut. An die brausenden Autos mitten in der Stadt kann ich mich gut erinnern. Überall in Ulm gibt es eigentlich ganz normale Stadt-Straßen und dann zwischen dem Münster und der damals noch mehr verträumten Altstadt eine vier- oder sogar mehrspurige Schneise, die nie so recht zum Stadtbild paßte.

Ich möchte den Vortrag nicht vorwegnehmen, aber der Zusammenhang mit dem von Roland Ostertag und Gunter Kölz hier auf dem Blog schon vorgestelltem neuen Konzept für die Hauptstätter Straße ist offensichtlich. Warum wird für sie soviel Stadtraum verbraucht? Die vielen Auf- und Abfahrten, die diese Stadtautobahn benötigt, bewirkt, daß > Soviel Platz! verbraucht wird, wo vier Spuren ausreichen würden. Ulm ist wirklich eine Reise wert. Ich freue mich auf den nächsten Besuch.

Auf diesem Blog habe ich bereits über das Projekt für die Hauptstätter Straße berichtet:

> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz

> Gehen wir weiter zum Gebhard-Müller-Platz

Jetzt wird genau das Gegenteil geplant. Sicherlich ist es nicht ganz exakt zu sagen, die
> Kulturmeile soll in den Tunnel, es ist auch nicht ganz exakt, wenn man behauptet, daß eine Hälfte von ihr in den Tunnel soll, wie auch immer, will aus Bad Cansstatt kommend am Charlottenplatz links abbiegen, muß man den Kulturmeilentunnel am Gebhard-Müller-Platz links liegen lassen und oberirdisch fahren. Für wen ist der Tunnel eigentlich? Für die Autos, die man eigentlich gar nicht in der Stadt haben möchte. Vergraben nützt aber nichts. Sie kommen an beiden Ende raus, um dann meist im Stau zu landen.

> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept

> Die Bebauung der Hauptstätter Straße

Bürgerbeteiligung in Stuttgart: Samstag, 21. Juli 2018
Neuer Stadtraum B14

Stuttgart startet einen städtebaulichen Wettbewerb „Neuer Stadtraum B14“. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen bei einer Bürgerbeteiligung Ideen und Vorschläge für den Auslobungstext einzubringen, vom 13. Juli – 6. August 2018 online > ww.stuttgart-meine-stadt.de/ und bei einer Veranstaltung am 21. Juli von 10 bis 15 Uhr im Rathaus, Großer Sitzungssaal sowie Foyers im 3. und 4. Stock.

Grundsätzliches: > Ein Tunnel unter der Kulturmeile? Unter der B14 ?

> Soviel Platz! – 27. Mai 2007 von H. Wittmann

Auf der Website der Stadt Stuttgart steht. „Oberbürgermeister Fritz Kuhn erklärte zum geplanten Wettbewerb: „Die Zukunft der B14 als Teil des Cityrings wird von den Stuttgarterinnen und Stuttgartern intensiv diskutiert. Dabei geht es um eine urbane Aufwertung des Stadtraums. Diese Diskussion wollen wir für den beginnenden Planungsprozess zur Umgestaltung der B14 aufgreifen und die Bürger aktiv in das weitere Vorgehen einbinden.“ > Neuer Stadtraum B14: Bürgerbeteiligung zum städtebaulichen Wettbewerb

Warum geht es? Ein Blick auf eine Karte.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn spricht hier von der B14 als Teil des Cityrings… im Portal für die Bügerbeteiligung > www.stuttgart-meine-stadt.de/content/bbv/details/293/ steht: „Die B14 zwischen Österreichischem Platz und Gebhard-Müller-Platz soll umgestaltet und städtebaulich aufgewertet werden. Entlang dieses Teilstücks der B14 liegen zahlreiche kulturelle Einrichtungen, weshalb der nördliche Abschnitt auch als „Kulturmeile“ bekannt ist. Die Sanierung der Stuttgarter Oper ist nicht Bestandteil dieses städtebaulichen Wettbewerbsverfahrens und wird als eigenständiges Vorhaben bzw. städtebauliches Projekt behandelt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, bei diesem Vorhaben mitzudiskutieren.“

Und auf dieser Website steht auch: „Durch die Beteiligung soll ein breiter Konsens über die planerischen Rahmenbedingungen erreicht werden. Dazu zählt auch das Wettbewerbsgebiet. Die gesellschaftliche Akzeptanz des künftigen Wettbewerbsergebnisses kann dadurch befördert werden. Außerdem dient Veranstaltung dazu, Kenntnisse über den Planungsraum zu sammeln und für das Verfahren festzuhalten. Die Wettbewerbsteilnehmer können später davon enorm profitieren und daher nachhaltiger planen. Aus den Ergebnissen der Beteiligung wird ein Auslobungstext mit einer Aufgabenbeschreibung erarbeitet, der als Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb zur B14 dient. Über die Auslobung entscheidet dann der Gemeinderat.“ Das geht in die richtige Richtung

Grundsätzliches: > Ein Tunnel unter der Kulturmeile? Unter der B14 ?


Berichte über die > Neue Mitte Ulm auf unserem Blog


Grundsätzlich. Eine Teilreparatur der Stadtautobahn vom Marienplatz bis zum Neckartor wäre schon mal ein Anfang und die Absicht, einen Teil „städtebaulich aufzuwerten“ ermöglicht gute Perspektiven. Und es wird eine Bürgerbeteiligung gestartet, am 21. 7. im Rathaus und online nur vom 13. Juli – 6. August 2018. Das ist alles, gemessen an dem Problem der B14 als Boll- und Trennwerk zwischen mehreren Stadtquartieren in Stuttgart viel zu kurz und zu knapp. Viele Stuttgarter sitzen auf gepackten Ferienkoffer, es sieht so aus, als wenn man hinterher sagen möchte, die Bürger/innen waren beteiligt. Stuttgart muss sich ein Jahr Zeit nehmen, um eine Grundlage dafür zu schaffen, das Elend der B14 durch Stuttgart neu im SInne einer echten Stadtreparatur zu planen. Hier oder dort einen Deckel draufzumachen ist Unsinn und löst kein Verkehrsproblem.
Roland Ostertag (1931-2018) war seiner Zeit oft voraus. Sein Fachwissen und seine Hartnäckigkeit fehlen uns heute. Aber besonders sein letztes Buch > Stuttgart ohne Geschichte. Stadtplanung im kritischen Rückblick, Stuttgart 2018, enthält eine Übersicht seiner stadtplanerischen Grundgedanken. In seinem vorletzten Buch Das Wunder der Topographie und das Elend der Stadtplanung beklagte er mit Nachdruck die Insellösungen – zu denen aus der Sicht eines Stuttgarter Stadtplaners und nicht des Durchreisenden von Paris nach Bratislava #S21 zählt: „Die Stadt zerbrach, zerbricht an sich selbst, an ihrer Modernität, weil die Stadtplaner nach dem Krieg nur Insellösungen geplant und gebaut haben. Stuttgart 21 ist eine solche katastrophale Insellösung im Geist tiefsten 19.Jahrhunderts, die in jedem ihrer Bauteile, Baugebiete und Bauabschnitte die Anbindung, die Ableitung an ein Gesamtkonzept vernachlässigt.“ Eine bloße Aufhübschung der Kulturmeile – das riecht nach Tunnellösung > > Kulturmeilentunnel als Verkehrsansaugrohr – 27. Juni 2018 – ist keine Hilfe, keine Perspektive, nur ein noch größeres Unglück für die B14 mit ihren 12-16 Fahrspuren durch die Stadt.

Es muss noch mehr passieren. Heute am 19.7. gibt es schon > zwei Tweets mit Neuer Stadtraum B14.


> Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße – 6. Juni 2011 von H. Wittmann

Also nochmal:

40 Prozent sind Hin-und Herfahrer *
30 Prozent nutzen die Stadtautobahn, weil es sie gibt, ohne sie
würden sie den Zielort ihrer Fahrt direkt ansteuern
30 Prozent sausen wirklich von der Filderstraße bis zum Neckartor auf der Stadtautobahn
und gehören eigentlich nicht in die City
20 Prozent machen ohnehin Fahrten unter 3 oder 4 Km

120 % – das sind nur Schätzungen, aber diese Größe legt nahe, dass wir diese Stadtautobahn nicht brauchen und schon gar nicht den Tunnel, denn Tunnel brauchen Ein- und Ausfahrten, die für den Stadtboden gestaltungsmäßig verloren sind.

> Warum braucht Stuttgart die Hauptstätterstraße? – 18. April 2017 von H. Wittmann


2007 hat > Roland Ostertag zusammen mit Dipl.-Ing. Gunter Kölz unter Überschrift Der Stadtboden gehört allen. Gedanken zu einer städtebaulichen Entwicklung der Stadt in einer umfangreichen Broschüre, die alle Pläne enthält, ihre Vorschläge zu einer grundlegenden Sanierung der Hauptstätter Straße und damit zu einer Reparatur des durch die Stadtautobahn entstandenen Schadens in der Stadtmitte Stuttgarts vorgelegt: > Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept – 13. Juni 2007 von H. Wittmann.

Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept

> Die Bebauung der Hauptstätter Straße – 27. Mai 2007

Ist „Aufbruch Stuttgart“ ein Signal für eine neue umfassende Stadtplanung?

Unter der Überschrift „„Aktivisten und Artisten“ auf der B14“ kommentiert Nikolai Forstbauer in seinem Artikel > Stadtautobahn als Bürgerbühne, Suttgarter Nachrichten, 14. September 2017, über die für Sonntag den 17. September geplante Aktion des Vereins > Aufbruch Stuttgart. Die Aktion zieht die Aufmerksamkeit der Stuttgarter auf einen Teil der Stadtautobahn.

Unter der Überschrift „Die Stadtschneise“ berichtet N. Forstbauer am 15. September 20017 über die Aktion von > Aufbruch Stuttgart am 7. September 2017.

Das Gebot der Stunde wäre aber ein Symposium, eine Konferenz über die Neue Stadtplanung in Stuttgart oder wie wird die gesamte Hauptstätter Straße zurückgebaut? >

Dazu erinnern wir an unsere Artikel auf diesem Blog: Das > Elend der Hauptstätter Straße in Stuttgart.

Alle Fotos auf diesem, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet: © Heiner Wittmann

A propos Interimsoper: > Der Eckensee: Vom Zubauen und Verdichten – 17. August 2017

Aber die Aktion nimmt nur einen Teil des Problems in den Blick. Marschiert werden soll – so die Stuttgarter Zeitung vom 15. September 2015 – vom Wilhelmsplatz bis zum Gebhard-Müler-Platz. 1,2 km. Natürlich wünschen wir dem „Aufbruch Stuttgart“ und der Stadt einen Erfolg. Vielleicht geht ja auf diesem Teilstück dann nichts mehr: Kein Marsch, alles steht, weil so viele kommen.

Warum spazieren wir eigentlich nicht zumindest an jedem 2. Sonntag vom Marienplatz bis mindesten zum Neckartor oder noch weiter auf einer autofreien Hauptstätter Straße. Wie bereits im letzten Artikel hier gefordert > „Aufbruch Stuttgart“: Das Ende der Hauptstätter Strasse: Stadtreparatur oder Stadtplanung? muss die neue Aufmerksamkeit für die Stadtplanung in dieser Stadt für eine umfassende Neubewertung der Stadtplanung in unserer Stadt genutzt werden. Die Aufmerksamkeit, die dem > Aufbruch Stuttgart auch von Seiten der Politik zukommt, lässt vermuten, dass die Ablenkung von allen anderen Verkehrsproblemen in unserer Stadt gerne gesehen wird. Die Anbindung des Neuen Bahnhofs an die unmittelbar ihn umgebenden Stadtquartiere ist noch nicht mal in der Planung, solange dürfen die Autofahrer sich von den schnell brausenden meist schwarzen lebensgefährlichen SUVs in Slalomkurven bedrängen lassen. Der Umbau der Stuttgarter Stadtautobahn muss natürlich in einem Zusammenhang mit den angrenzenden Stadtquartieren gesehen werden. Sie sollen durch das Verschwinden der Stadtautobahn wiedervereint werden. Also kein Hin- und Herfahren mehr. Dazu s. hier unten. Wenn die Bürger den Stadtboden wieder erobern, ihre Parks wieder schützen und zurückbekommen dürfen, dann wird die Stadt und ihre Bürger der Bahn wohl doch sagen müssen, das wars mit S21. Zu teuer und unterirdische Konzepte sind von gestern. Da war eine Volksabstimmung? Das meinte auch > François Hollande: Zum Stuttgarter Bahnhof gab es eine Volksbefragung… , 14. Juni 2016.

Zur Erinnerung hier zwei Fotoserien mit Fotos der Stadtautobahnschneise durch Stuttgart auf unserem Blog zuerst aus den letzten Monaten…

dann aus den vergangenen Jahren:

Bevor Sie eines dieser beiden Fotoalben öffnen, muss diese Seite erst vollständig geladen sein. Das Fotoalbum öffnet sich sich per Klick auf ein Foto auf schwarzem Hintergrund, rechts erscheint ein Pfeil zum Weiterklicken. Schließen mit Klick auf CLOSE rechts unten. Tipp: F 11 vergrößert den Bildschirm.

Betrachten wir die gesamte Haupstätter Sraße, einschließlich der Willy-Brandt-Straße vom Neckartor bis zum Marienplatz und zitieren wir aus unserem Artikel vom 6. Juni 2011 > Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße:

„40 Prozent sind Hin-und Herfahrer die U-Turns umrunden müssen, um die Stadtautobahn zu überqueren.
30 Prozent nutzen die Stadtautobahn, weil es sie gibt, ohne sie würden sie den Zielort ihrer Fahrt direkt ansteuern
30 Prozent sausen wirklich von der Filderstraße bis zum Neckartor auf der Stadtautobahn und gehören eigentlich nicht in die City
20 Prozent machen ohnehin Fahrten unter 3 oder 4 Km

120 % – das sind nur Schätzungen, aber diese Größe legt nahe, dass wir diese Stadtautobahn nicht brauchen und schon gar nicht den Tunnel, denn Tunnel brauchen Ein- und Ausfahrten, die für den Stadtboden gestaltungsmäßig verloren sind.“

Haben Sie das > Modell der Stadt Stuttgart in der Ausstellung von Professor Ostertag am Gäkopf schon einmal ganz genau angesehen?

Ulm hat es Stuttgart vorgemacht: > Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm

Alles über die Hauptstätter Straße auf unserem Blog:

> „Aufbruch Stuttgart“: Das Ende der Hauptstätter Strasse: Stadtreparatur oder Stadtplanung? – 11. September 2017

> Warum braucht Stuttgart die Hauptstätterstraße? – 18. April 2017

> Eine Vision für Stuttgart: Von der PS-Meile zum lebendigen Kulturviertel – 28. Januar 2017

> Der Rückbau der Hauptstätter Straße – 16. Dezember 2016

> Die Autobahn kommt weg: Vorbild Stadtreparatur in Lyon – 14. Juni 2016

> Wie viele Spuren hat die Hauptstätter Straße? – 25. Juli 2014

> Stadtplanung und Stadtreparatur in Stuttgart – 28. August 2012

> Die Barriere Hauptstätter Straße – 16. April 2012

> Stadtreparatur (V): Der Österreichische Platz – 13. Juni 2011

> Stadtreparatur in Stuttgart (III): Die Hauptstätter Strasse – 8. Juni 2011

> Stadtreparatur (V): Der Österreichische Platz – 13. Juni 2011

> Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße – 6. Juni 2011

> Stadtreparatur (IV): Die Paulinenbrücke: Eine Brücke als Parkhausdach? – 8. Juni 2011

> Die autogerechte Stadt (III): Der Österreichische Platz – 24. August 2010

> Warum (will) / wollte ! man die Kulturmeile untertunneln? – 25. Februar 2009

> Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm – 4. Januar 2010

> Stadtreparatur: Die Hauptstätter Straße in Stuttgart – 12. April 2009

> Andrea Palladio, Die Vier Bücher zur Architektur und Stuttgart 21 – 27. Januar ´2009

> 14 Spuren sind zuviel – 28. November 2008

> Vorrang für die Autos auf 10 Spuren – 2. Juli 2008

> Die Neue Stadtplanung – 16. April 2008

> Die Kulturmeile soll in den Tunnel – 8. September2007

> Der Knopfdruck – 12. September 2006

> Kommt die Kulturmeile wirklich in den Tunnel? – 30. Dezember 2007

> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz – 13. Juni 2007

> Soviel Platz! – 27. Mai 2007

> So breit! – 1. Mai 2007

> Ein Ausflug zur Neuen Mitte Ulm – 12. November 2007

> Ulm Neue Mitte – Die Rückeroberung des Stadtraums oder was geschieht mit der Hauptstätter Straße in Stuttgart? – 7. November 2007

> Die Bebauung der Hauptstätter Straße – 27. Mai 2007

> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept – 13. Juni 2007

> Stuttgart – Stadt ohne Fußgänger – 8. April 2017

Ulm als Vorbild für Stuttgart

Über 10.000 Mal ist hier der Beitrag > Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm bereits aufgerufen worden. Mit der Bebauung der Neuen Straße haben die Ulmer den Stuttgartern gezeigt, wie Bürgerbeteiligung geht.

> Neue Mitte Ulm
> Ulm 1990: Tunnelbau abgelehnt
> Die Neue Straße in Ulm
> Ulm: Der Umbau der neuen Straße 2002-2007
> Der Bau der Neuen Mitte Ulm. Stadtplanung als stadtgesellschaftlicher Diskurs
> Stadtplanung als Rückeroberung der Stadt

Die Neue Stadtplanung

Aus gegebenem Anlaß:

Ingmar Höhmann berichtet am 16. April 2008 in der FAZ unter der Überschrift über das längst fällige – wenn auch erst langsam einsetzende Umdenken hinsichtlich der Verkehrsplanung in Köln, auch in Düsseldorf und Freiburg: > Ein Ärgernis namens Verkehr. Ein sehr gelungener Artikel, der alle Kernprobleme nennt und die wichtigsten Perspektiven für die Renovierung unserer Innenstädte aufzeigt. Schön, wenn Stuttgart gelobt wird. Aber eben nur als „autofreundliche Stadt“, die sogar die Stadtbahn dem Verkehr unterordnet. Die Fußgänger also die Stuttgarter selbst kommen bei solchen Betrachtungen gar nicht vor. Es wird dringend Zeit, darüber auch öffentlich nachzudenken.

Eine gute Gelegenheit an die Denkschrift zu erinnern, mit der Roland Ostertag und Gunter Kölz kürzlich die Renovierung der Haupstätter Straße vorgeschlagen haben. > Literaturhaus Stuttgart, 15. Juni 2007 Ihre Vorschläge habe ich auch diesem Blog dokumentiert:

> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept mit Übersichtsplan
> Die Bebauung der Hauptstätter Straße
> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz
> Gehen wir weiter zum Gebhard-Müller-Platz

Es muß auch gefragt werden: > Kommt in Stuttgart die Kulturmeile wirklich in den Tunnel? Wie war das noch in Ulm? > Ulm 1990: Tunnelbau abgelehnt Die Kölner haben auch verstanden, daß ein Tunnel für die Nord-Süd städteplanerischer Unfug ist. Und was entstand dann? Die NEUE MITTE ULM als ein wunderbares Vorbild für alle anderen Städte, deren Zentren durch unsinnige Verkehrsplanung nach dem Krieg zerstört worden sind:

> Der Bau der Neuen Mitte Ulm: Stadtplanung als stadtgesellschaftlicher Diskurs

Ein Ausflug zur Neuen Mitte Ulm
> Ulm: Der Umbau der neuen Straße 2002-2007
> Die Neue Straße in Ulm

Ulm: Der Umbau der neuen Straße 2002-2007

Das Bebauungsplanverfahren wurde dann mit reger Bürgerbeteiligung eingeleitet. Auf der Neuen Straße wurde eine Freiluftausstellung eingerichtet, Broschüre und Flugblätter wurden verteilt.

Das Innenstadtforum Zukunft Neue Straße veranstaltete Podiumsdiskussionen und Fachgesprächskreise mit Architekten. Es kam zum Satzungsbeschluss, der die Einwände der Bürger berücksichtigte.

Während der Bauphase von 2002-2007 wurden Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt, eine Plattform und und eine Infobox über der Grabung und der Baustelle eingerichtet. Mittlerweile ist die Neue Mitte Ulm fertiggestellt:

Das Münstertor an der Ecke zum Münsterplatz, die Sparkasse des Architekten Braunfels und die Kunsthalle Weishaupt sind in kurzer zeit zum neuen Wahrzeichen von Ulm geworden.

Der Blick über den Hans-und Sophie-Scholl Platz.

Die Fotos auf dieser Seite werden mit freundlicher Genehmigung der Stadt Ulm wiedergegeben.
Der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig im hat u. a. diese Fotos bei seinem Vortrag im > Stuttgarter Literaturhaus am 9. November 2007 gezeigt.

Ulm 1990: Tunnelbau abgelehnt

Was soll oder kann mit der Neuen Straße in Ulm passieren?

Als die Pläne vom Tunnelbau unter der Neuen Straße auf dem Tisch lagen, kam es zum Protesten. Die Frage, ob ein Tunnel einer Stadt mehr Qualität verleihen kann kann, wurde heftigst diskutiert:

Nein zum Tunnel

Im Dezember 1990 kam es zu einem Bürgerentscheid, mit einer Wahlbeteiligung von 51,8 Prozent, bei der 81,5 Prozent das Tunnelprojekt ablehnten.

Nein zum Tunnel

Die Fotos und Grafiken auf dieser Seite werden mit freundlicher Genehmigung der Stadt Ulm wiedergegeben.
Der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig im hat diese Grafiken bei seinem Vortrag im > Stuttgarter Literaturhaus am 9. November 2007 gezeigt.

Die Neue Straße in Ulm

Die Kriegszerstörungen waren in Ulm wie in vielen anderen Städten verheerend. Nur die hier schwarz markierten Gebäude waren nach den Luftangriffen übriggeblieben. Die gelb markierte Linie zeigt den Verlauf der Neue Straßen, die nach dem Krieg der Vision einer autogerechten Stadt gerecht werden sollte.

Mit diesem Foto konnte Alexander Wetzig im > Stuttgarter Literaturhaus am 9. November 2007 besonders gut die vielen noch offenen Lücken der Stadt demonstrieren:

Viele Plätze waren vollständig dem Verkehr untergeordnet. Die Stadt war durch eine mehrspurige Straße durchschnitten, die den Münsterbereich von der Altstadt trennte. Eine Heilung der Kriegswunden führte eigentlich nur zum Um- und Rückbau der Neuen Straße. Welche Lösung gab es für sie? Zuerst wurde ein Tunnel geplant.

Die Fotos auf dieser Seite werden mit freundlicher Genehmigung der Stadt Ulm wiedergegeben.
Der Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig im hat diese Fotos bei seinem Vortrag im > Stuttgarter Literaturhaus am 9. November 2007 gezeigt.

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