Ortsbesichtigung (I): Die Paulinenbrücke

Nicht schlecht, das neue Caleido am > Stuttgarter Elefanten-Klo. Wenn auch ein bisschen zu groß.

Aber die Architekten des Caleido haben nicht den Fehler gemacht, ihr Bauwerk um die Paulinenbrücke als unabänderliches Fakt herumzubauen, sondern, die Fotos lassen erahnen, wie gut das Caleido in noch mehr Wert gesetzt werden könnte, wenn eines Tages die > Paulinenbrücke verschwinden wird:

Alles für das Auto: Die Paulinenbrücke

Wie bereits mehrmals auf diesem Blog angemerkt, ist es doch bedauerlich, dass dort wo am Bauzaun steht „Stuttgart wächst zusammen,“ genau das Gegenteil geschieht. Von oben wird offenkundig, dass die > Paulinenbrücke auch künftig als großes Bollwerk das neue Geber vom neuen Caleido trennen wird. > Einkaufszentren scheren sich nicht um ihre Umgebung, sie wollen nur die Käufer anlocken und möglichst lange bei sich behalten. Da ist eine gute Anbindung an das umgebende Stadtviertel nur hinderlich.

Aufgenommen vom Fernsehturm aus. Mit einem Klick kann dieses Foto vergrößert werden. (c) Heiner Wittmann, 2012.

> Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger

> Eine neues Stadtquartier oder eine Insellösung?
> Stadtreparatur (IV): Die Paulinenbrücke: Eine Brücke als Parkhausdach?
> Stadtreparatur (V): Der Österreichische Platz

Stadtreparatur (IV): Die Paulinenbrücke:
Eine Brücke als Parkhausdach?

Die Paulinenbrücke überquert mit einer vierspurigen Straße auf einem eleganten Betonbogen entlang und über der Paulinenstraße die Tübingerstraße und führt dann die Autos zum > Österreichischen Platz, wo sie auf die > Hauptstätter Strasse treffen. Blickt man unter der Brücke in Richtung des Österreichischen Platzes entdeckt man einen Parkplatz. Eine eher etwas unangenehme Gegend. Eigentlich wird von dem Paulinenbauwerk nur die Tübingerstraße kreuzungsfrei überquert. Oben brausen die Autos, und unten dämmert ein zerrissenes Stadtviertel vor sich hin, dem man mit dem Bau der Brücke die Seele genommen hat. Auf der einen Seite wird das Gerber gebaut, auf der anderen Seite ist noch eine Brache, auf der Plakatwände auch von einem Neubau künden. Wie werden die Architekten sagen? Das Gerber und dieser Neubau werden sich nichts zu sagen haben. Die Paulinenbrücke wird weiterhin einen Stadtteil in 2 Teile zerschneiden, die nicht miteinander kommunizieren können.

Links und rechts der Paulinenbrücke, © Manfred Storck. Mehr Luftbilder: Kissinger Straße 60, 70372 Stuttgart. E-Mail: storck.manfred@t-online.de. Das Foto zeigt links die Häsuer, die im Mai/Juni 2011 dem künftigen Gerber weichen mussten.

Stadtplanung sieht anders aus, kann man dazu sagen oder ein wenig drastischer, das Problem der Paulinenbrücke zeigt an einem Ort den Geist der Stadtplanung in Stuttgart. Bleibt die Brücke stehen, ist das Quartier total verkorkst. Auf beiden Seiten der Brücke werden Insellösungen gebaut, deren Bewohner sich kaum unter die Brücke trauen werden. Schade. So werden Chancen in dieser Stadt verpasst.

In der anderen Richtung stehen unter der Brücke große Säulen, die die Brücke tragen. Wieviel verschenkter Stadtraum, der Nützlich für einen wunderbaren Boulevard neben dem > Gerber genutzt werden könnte.

Warum lässt man die Brücke bei dem nun anstehenden Neubau des Gerbers stehen?

> Stadtreparatur in Stuttgart (I): Die Paulinenbrücke

Stadtreparatur in Stuttgart (I): Die Paulinenbrücke

Die Brücke muss weg.

Der Abriss der Bürogebäudes an der Paulinenbrücke ist eine halbe Sache. Will man etwa neben der Brücke ein neues Stadtquartier bauen?

> Die autogerechte Stadt (II): Die Paulinenbrücke in Stuttgart
> Die autogerechte Stadt (I): Die Paulinenbrücke in Stuttgart

Nur der Abriss der Paulinenbrücke würde eine wirkliche Neugestaltung dieses Stadtquartiers erlauben. Übrigens. Soll hier wirklich ein neues Einkaufszentrum entstehen? Ja es wird kommen: Das > Gerber mit etwa 75 Läden und Lokale auf zirka 22.500 Quadratmetern. Da wird sicher der Einzelhandel zwischen dem eingezwängten Einkaufszentrum hinter dem Königsbau und dem Gerber aber arg freuen. Einkaufszentrum Sichtkontakt wie im Supermarkt von den Dosen zur Fleischtheke und dann zum Weinregal führen, so auch im Einkaufszentrum, sie im ständigen Sichtkontakt zum nächsten Einkaufsladen halten. Jeder Kontakt zur Außenwelt, zur Stadt ist verpönt, es geht nur um den Umsatz und die Rendite per qm. Immerhin, das Gerber soll 90 Wohnungen bekommen, warum nicht 200?

„Der Abriss der Paulinenbrücke ist zunächst nicht geplant. Auf der Brücke soll eine Zu- und eine Ausfahrt für das neue Quartier gebaut werden,“ steht auf der Seite > Gerber der Stadt Stuttgart. Ich hätte diesen Beitrag eher schreiben sollen? Nun der Beitrag > Die autogerechte Stadt (I):Die Paulinenbrücke in Stuttgart stammt vom 24. August 2010. War damals schon die Entscheidung gefallen, die Brücke stehenzulassen? Nun, es ist ja nicht zu spät. Mann kann sie immer noch abreissen. Bald wird sie nach dem Abriss der Gebäude, die dem Gerber weichen müssen, als Straßensolitär die freie Sicht versperren. und den ein oder andren Bauherren doch nur zur Vernunft bekehren.

Einkaufszentren fördern nicht die Stadtentwicklung. In ihnen geht es zu wie in Herne, Gelsenkirchen oder Passau, wo immer die gleichen Ketten auftauchen. In einem Einkaufszentrum hat man keinen Bezug mehr zur Stadt, da kann die Paulinenbrücke auch ruhig stehenbleiben. Sie stört ja beim Einkaufen nicht. Um es drastischer zu sagen, Einkaufszentren sind städtisches Niemandsland. So ist es: > Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur. Ein Beitrag im MERKUR wurde hinsichtlich der Problematik von Einkaufszentren wohltuend deutlicher: > Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger – Blog Klett-Cotta, 10. März 2009.

Die autogerechte Stadt (II):
Die Paulinenbrücke in Stuttgart

Von oben sieht die Brücke gar nicht so schlimm aus? Nun, die Autos, die dort langfahren, durchqueren dieses Stadtgebiet. Der Verkehr der dort fließt, hat überhaupt keinen Bezug zu seiner Umgebung. Fußgänger sieht man auf der Brücke ganz selten.

Warum scheut man sich, dieses Relikt falscher Stadtplanung abzureissen und dieses Stadtquartier zu reparieren??

Ein Abriss der Paulinenbrücke würde natürlich auf Folgen für den Österreichischen Platz haben, dessen Betonmantel an Häßlichkeit die Paulinenbrücke noch übertrifft.

Weiter: > Die autogerechte Stadt III

Die autogerechte Stadt (I):
Die Paulinenbrücke in Stuttgart

Noch immer und wohl auch für viele Jahre noch können die Autos auf der Paulinenbrücke auf den Österreichischen Platz zusausen, dort bremsen und an der Ampel auf die Weiterfahrt warten. Betrachtet man das Bauwerk genauer, ist eigentlich außer einer gewissen Bequemlichkeit für die Autofahrer nichts wirklich Vorteilhaftes an diesem hässlichen Bauwerk zu erkennen. Die Fußgänger…

können zwar unter der Brücke entlanggehen und auch ihre Autos dort abstellen.

Aber das Bauwerk trennt, wenn man es genau nimmt an jeder seiner vier Seiten die Stadtquartiere voneinander. In der Sprache der Verkehrs- oder Städteplaner, nennt man so etwas Stadtzerstörung.
,

Demnächst wird an beiden Seiten der Brücke neue Gebäude entstehen. Da läuft etwas schief. Man verpasst gerade einen guten Zeitpunkt, dieses Stadtquartier als eine Einheit zu behandeln

Weiter: > Die autogerechte Stadt II

Stuttgarter Stadtreparatur: Der Umbau der Hauptstätter Straße

| Roland Ostertag | Die Denkschrift von Roland Ostertag und Günter Kölz zur Hauptstätter Straße | Das Modell der Stadt Stuttgart von Roland Ostertag | Linkliste: Die Hauptstätter Straße auf unserem Blog |

@Nun ist es also so weit, man denkt offen darüber nach, die Hauptstätter Straße umzubauen, zurückzubauen, so dass ihre 12-16 Spuren die Stadtquartiere nicht mehr trennt, sondern eine vierspurige Straße, auf der es keine Hin- und Herfahrer bis zum nächsten U-Turn mehr gibt, die Hauptstätter Straße bloß queren wollen, herzustellen.

Professor Roland Osterrtag> Professor Roland Ostertag (1931-2018) würde sich über diese Nachricht wirklich sehr freuen, weil man in Stuttgart sich so endlich seiner Denkschrift erinnern könnte, in der er zusammen mit Gunter Kölz, den Rückbau, die Reparatur und damit verbunden den Rückbau der Hauptstätter Straße mit vielen Plänen und noch mehr guten Argumenten vorgeschlagen. hat. Also ich Prof. Ostertag kennenlernte, – das war 2001 anlässlich der Gründung des Stuttgarter Literaturhauses, das im Bosch-Areal unterkam, dessen Abriss Ostertag erfolgreich verhindert hatte – war er gerade mit diesem Projekt beschäftigt. Heute würde er allerdings doch sehr enttäuscht sein, weil sein Name in Bezug auf die Umgestaltung der Hauptstätter Straße gar nicht mehr genannt wird? Oder haben wir da etwas übersehen?


| Roland Ostertag | Die Denkschrift von Roland Ostertag und Günter Kölz zur Hauptstätter Straße | Das Modell der Stadt Stuttgart von Roland Ostertag | Linkliste: Die Hauptstätter Straße auf unserem Blog |

Eine gute Gelegenheit an die Denkschrift zu erinnern, mit der Roland Ostertag und Gunter Kölz die Renovierung der Haupstätter Straße vorgeschlagen haben: > Literaturhaus Stuttgart, 15. Juni 2007: schade, da fehlen jetzt die Fotos: > Literaturhaus Stuttgart, 15. Juni 2007 – Archiv. Ihre Vorschläge habe ich auch auf diesem Blog im Artikel > Die neue Stadtplanung am 16. April 2007 dokumentiert:

> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept mit Übersichtsplan
> Die Bebauung der Hauptstätter Straße
> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz
> Gehen wir weiter zum Gebhard-Müller-Platz

| Roland Ostertag | Die Denkschrift von Roland Ostertag und Günter Kölz zur Hauptstätter Straße | Das Modell der Stadt Stuttgart von Roland Ostertag | Linkliste: Die Hauptstätter Straße auf unserem Blog |


Erinnern wir hier an das großartige Modell der Stadt Stuttgart das Roland Ostertag entwerfen und bauen ließ und in seiner Ausstellung am Gäkopf zeigte. Dank Heiko Stachel > Zitronenwolf.de können Sie die Ausstellung von Roland Ostertag auch heute noch besuchen und vor allem sein Modell entdecken. Gehen Sie virtuell dorthin und lassen Sich von Professor Ostertag zeigen, wie er sich die Gestaltung der Hauptstätter Straße vorstellte:

Heiko Stachel: Virtueller Rundgang: > Die Ausstellung am Gähkopf von Roland Ostertag.

Sie gehen(virtuell) ins Büro hinein, hinten rechts durch die Türe und dann stehen Sie vor dem Modell, das Sie mit Hilfe der genialen Aufnahmetechnik von Heiko Stachel in allen Einzelheiten betrachten können.:

> Die Ausstellung von Roland Ostertag

| Roland Ostertag | Die Denkschrift von Roland Ostertag und Günter Kölz zur Hauptstätter Straße | Das Modell der Stadt Stuttgart von Roland Ostertag | Linkliste: Die Hauptstätter Straße auf unserem Blog |


Um das Engagement von Roland Ostertag zugunsten der Neugestaltung der Hauptstätter Straße noch mal in Erinnerung zu rufen, haben wir in diesem nochmal alle Artikel notiert, die aufgrund seiner Inspiration auf diesem Blog entstanden sind:

> Das Modell der Stadt Stuttgart von Roland Ostertag – 14. März 2019

> Bürgerbeteiligung in Stuttgart: Samstag, 21. Juli 2018. Neuer Stadtraum B14 – 20. Juli 2018

> Ein Tunnel unter der Kulturmeile? Unter der B14 ? – 20. Juli 2018

> Kulturmeilentunnel als Verkehrsansaugrohr – 27. Juni 2018

> Roland Ostertag: Stadtplanung ist ein Gesamtprojekt und kein Stückwerk – 2. Januar 2018

> “Aufbruch Stuttgart”: Das Ende der Hauptstätter Strasse: Stadtreparatur oder Stadtplanung?– 11. September 2017

> Warum braucht Stuttgart die Hauptstätterstraße? – 8. April 2017:

Erstellt von Professor R. Ostertag und Professor G. Kölz 2002, überarbeitet 2007 und 2017.

> Stuttgart – Stadt ohne Fußgänger – 8. April 2017

> Eine Vision für Stuttgart: Von der PS-Meile zum lebendigen Kulturviertel– 28. Januar 2017

> Die Autobahn kommt weg: Vorbild Stadtreparatur in Lyon – 14. Juni 2016


> Der Rückbau der Hauptstätter Straße – 16. Dezember 2016

> Nachverdichtung in der Innenstadt IV. Das Dorotheen-Quartier in Stuttgart – 28. Februar 2016

> Wie viele Spuren hat die Hauptstätter Straße? – 25. Juli 2014

> Stadtplanung und Stadtreparatur in Stuttgart – 28. August 2012

> Die Barriere Hauptstätter Straße – 16. April 2012

> Alles für das Auto: Die Paulinenbrücke – 14. Mai 2012

> Stuttgart 1:1000 – 14. Januar 2012

> Stadtreparatur (V): Der Österreichische Platz – 13. Juni 2011

> Stadtreparatur in Stuttgart (III): Die Hauptstätter Strasse – 8. Juni 2011

> Stadtreparatur (IV): Die Paulinenbrücke: Eine Brücke als Parkhausdach? – 8. Juni 2011

> Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße– 6. Juni 2011

> Die autogerechte Stadt IV – 14. September 2010

> Die autogerechte Stadt (III): Der Österreichische Platz – 24. August 2010

> Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm – 4. Januar 2010

> Ein neues Museum für die Bürger. Eine Lehrschau für die Stadtplaner – 4. Juli 2009

> Stadtreparatur: Die Hauptstätter Straße in Stuttgart – 12. April 2009

> 14 Spuren sind zuviel – 28. November 2008

> Vorrang für die Autos auf 10 Spuren – 2. Juli 2008

> Ein Ausflug zur Neuen Mitte Ulm – 12. November 2007

> Ulm Neue Mitte – Die Rückeroberung des Stadtraums oder was geschieht mit der Hauptstätter Straße in Stuttgart?– 7. November 2007

> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz – 13. Juni 2007

> Soviel Platz! – 27. Mai 2007

> Die Bebauung der Hauptstätter Straße – 27. Mai 2007

> So breit! – 1. Mai 2007

> In der Unterwelt am Österreichischen Platz – 15. September 2006

| Roland Ostertag | Die Denkschrift von Roland Ostertag und Günter Kölz zur Hauptstätter Straße | Das Modell der Stadt Stuttgart von Roland Ostertag | Linkliste: Die Hauptstätter Straße auf unserem Blog |

Ist „Aufbruch Stuttgart“ ein Signal für eine neue umfassende Stadtplanung?

Unter der Überschrift „„Aktivisten und Artisten“ auf der B14“ kommentiert Nikolai Forstbauer in seinem Artikel > Stadtautobahn als Bürgerbühne, Suttgarter Nachrichten, 14. September 2017, über die für Sonntag den 17. September geplante Aktion des Vereins > Aufbruch Stuttgart. Die Aktion zieht die Aufmerksamkeit der Stuttgarter auf einen Teil der Stadtautobahn.

Unter der Überschrift „Die Stadtschneise“ berichtet N. Forstbauer am 15. September 20017 über die Aktion von > Aufbruch Stuttgart am 7. September 2017.

Das Gebot der Stunde wäre aber ein Symposium, eine Konferenz über die Neue Stadtplanung in Stuttgart oder wie wird die gesamte Hauptstätter Straße zurückgebaut? >

Dazu erinnern wir an unsere Artikel auf diesem Blog: Das > Elend der Hauptstätter Straße in Stuttgart.

Alle Fotos auf diesem, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet: © Heiner Wittmann

A propos Interimsoper: > Der Eckensee: Vom Zubauen und Verdichten – 17. August 2017

Aber die Aktion nimmt nur einen Teil des Problems in den Blick. Marschiert werden soll – so die Stuttgarter Zeitung vom 15. September 2015 – vom Wilhelmsplatz bis zum Gebhard-Müler-Platz. 1,2 km. Natürlich wünschen wir dem „Aufbruch Stuttgart“ und der Stadt einen Erfolg. Vielleicht geht ja auf diesem Teilstück dann nichts mehr: Kein Marsch, alles steht, weil so viele kommen.

Warum spazieren wir eigentlich nicht zumindest an jedem 2. Sonntag vom Marienplatz bis mindesten zum Neckartor oder noch weiter auf einer autofreien Hauptstätter Straße. Wie bereits im letzten Artikel hier gefordert > „Aufbruch Stuttgart“: Das Ende der Hauptstätter Strasse: Stadtreparatur oder Stadtplanung? muss die neue Aufmerksamkeit für die Stadtplanung in dieser Stadt für eine umfassende Neubewertung der Stadtplanung in unserer Stadt genutzt werden. Die Aufmerksamkeit, die dem > Aufbruch Stuttgart auch von Seiten der Politik zukommt, lässt vermuten, dass die Ablenkung von allen anderen Verkehrsproblemen in unserer Stadt gerne gesehen wird. Die Anbindung des Neuen Bahnhofs an die unmittelbar ihn umgebenden Stadtquartiere ist noch nicht mal in der Planung, solange dürfen die Autofahrer sich von den schnell brausenden meist schwarzen lebensgefährlichen SUVs in Slalomkurven bedrängen lassen. Der Umbau der Stuttgarter Stadtautobahn muss natürlich in einem Zusammenhang mit den angrenzenden Stadtquartieren gesehen werden. Sie sollen durch das Verschwinden der Stadtautobahn wiedervereint werden. Also kein Hin- und Herfahren mehr. Dazu s. hier unten. Wenn die Bürger den Stadtboden wieder erobern, ihre Parks wieder schützen und zurückbekommen dürfen, dann wird die Stadt und ihre Bürger der Bahn wohl doch sagen müssen, das wars mit S21. Zu teuer und unterirdische Konzepte sind von gestern. Da war eine Volksabstimmung? Das meinte auch > François Hollande: Zum Stuttgarter Bahnhof gab es eine Volksbefragung… , 14. Juni 2016.

Zur Erinnerung hier zwei Fotoserien mit Fotos der Stadtautobahnschneise durch Stuttgart auf unserem Blog zuerst aus den letzten Monaten…

dann aus den vergangenen Jahren:

Bevor Sie eines dieser beiden Fotoalben öffnen, muss diese Seite erst vollständig geladen sein. Das Fotoalbum öffnet sich sich per Klick auf ein Foto auf schwarzem Hintergrund, rechts erscheint ein Pfeil zum Weiterklicken. Schließen mit Klick auf CLOSE rechts unten. Tipp: F 11 vergrößert den Bildschirm.

Betrachten wir die gesamte Haupstätter Sraße, einschließlich der Willy-Brandt-Straße vom Neckartor bis zum Marienplatz und zitieren wir aus unserem Artikel vom 6. Juni 2011 > Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße:

„40 Prozent sind Hin-und Herfahrer die U-Turns umrunden müssen, um die Stadtautobahn zu überqueren.
30 Prozent nutzen die Stadtautobahn, weil es sie gibt, ohne sie würden sie den Zielort ihrer Fahrt direkt ansteuern
30 Prozent sausen wirklich von der Filderstraße bis zum Neckartor auf der Stadtautobahn und gehören eigentlich nicht in die City
20 Prozent machen ohnehin Fahrten unter 3 oder 4 Km

120 % – das sind nur Schätzungen, aber diese Größe legt nahe, dass wir diese Stadtautobahn nicht brauchen und schon gar nicht den Tunnel, denn Tunnel brauchen Ein- und Ausfahrten, die für den Stadtboden gestaltungsmäßig verloren sind.“

Haben Sie das > Modell der Stadt Stuttgart in der Ausstellung von Professor Ostertag am Gäkopf schon einmal ganz genau angesehen?

Ulm hat es Stuttgart vorgemacht: > Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm

Alles über die Hauptstätter Straße auf unserem Blog:

> „Aufbruch Stuttgart“: Das Ende der Hauptstätter Strasse: Stadtreparatur oder Stadtplanung? – 11. September 2017

> Warum braucht Stuttgart die Hauptstätterstraße? – 18. April 2017

> Eine Vision für Stuttgart: Von der PS-Meile zum lebendigen Kulturviertel – 28. Januar 2017

> Der Rückbau der Hauptstätter Straße – 16. Dezember 2016

> Die Autobahn kommt weg: Vorbild Stadtreparatur in Lyon – 14. Juni 2016

> Wie viele Spuren hat die Hauptstätter Straße? – 25. Juli 2014

> Stadtplanung und Stadtreparatur in Stuttgart – 28. August 2012

> Die Barriere Hauptstätter Straße – 16. April 2012

> Stadtreparatur (V): Der Österreichische Platz – 13. Juni 2011

> Stadtreparatur in Stuttgart (III): Die Hauptstätter Strasse – 8. Juni 2011

> Stadtreparatur (V): Der Österreichische Platz – 13. Juni 2011

> Stadtreparatur in Stuttgart (II): Die Hauptstätter Straße – 6. Juni 2011

> Stadtreparatur (IV): Die Paulinenbrücke: Eine Brücke als Parkhausdach? – 8. Juni 2011

> Die autogerechte Stadt (III): Der Österreichische Platz – 24. August 2010

> Warum (will) / wollte ! man die Kulturmeile untertunneln? – 25. Februar 2009

> Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm – 4. Januar 2010

> Stadtreparatur: Die Hauptstätter Straße in Stuttgart – 12. April 2009

> Andrea Palladio, Die Vier Bücher zur Architektur und Stuttgart 21 – 27. Januar ´2009

> 14 Spuren sind zuviel – 28. November 2008

> Vorrang für die Autos auf 10 Spuren – 2. Juli 2008

> Die Neue Stadtplanung – 16. April 2008

> Die Kulturmeile soll in den Tunnel – 8. September2007

> Der Knopfdruck – 12. September 2006

> Kommt die Kulturmeile wirklich in den Tunnel? – 30. Dezember 2007

> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz – 13. Juni 2007

> Soviel Platz! – 27. Mai 2007

> So breit! – 1. Mai 2007

> Ein Ausflug zur Neuen Mitte Ulm – 12. November 2007

> Ulm Neue Mitte – Die Rückeroberung des Stadtraums oder was geschieht mit der Hauptstätter Straße in Stuttgart? – 7. November 2007

> Die Bebauung der Hauptstätter Straße – 27. Mai 2007

> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept – 13. Juni 2007

> Stuttgart – Stadt ohne Fußgänger – 8. April 2017

Nachverdichtung in der Innenstadt IV.
Das Dorotheen-Quartier in Stuttgart

Was ist denn da passiert?

Wieder einmal wird in Stuttgart nachverdichtet. So nennt man das, wenn in einem bebauten Gebiet eines Stadtviertels Lücken (eng) bebaut werden.

Am 27. September hatten wir dieses Stadtquartier schon einmal vor unserer Fotolinse: > Immer enger: Nachverdichtung in der Innenstadt (III). Wir wiederholen hier noch einmal eines der Fotos vom September, mit dem so wunderbar gezeigt werden kann, wie Teile des Dorotheen-Quartiers in die Sichtachsen gebaut werden:

Am 27. Februar 2016 kamen wir über den Karlsplatz zum Dorotheen-Quartier. Es ist gar nicht zu übersehen, was da gebaut wird:

Bitte öffnen Sie das Fotoalbum mit einem Doppelklick auf ein Foto erst, wenn diese Website, die Seite dieses Blogs vollständig geladen ist, der blaue Kreis oben im Reiter muss verschwunden sein:

Vor einem Jahr sah die Baustelle noch ganz anders aus. Achten Sie auf die freie Sicht zu der Halbhöhe und auf die Fotos, die die Umgebung des Neubauten zeigen. Das neue Gebäude setzt sich in das Quartier, zwischen der eher beschaulichen Markthalle, dem wunderbaren Karlsplatz, den etwas weniger schönen Bauten von Breuninger, hinter das Hotel Silber. Und was sollen sie zu ihrer Umgebung sagen? Wir sind jetzt da… Nichtwiderspruchsduldend. Einen Dialog mit der Umgebung wird es kaum geben, Bezüge sind nicht erkennbar, weil alle erkennbaren Achsen zugebaut und verschlossen wurden. Der fehlende Dialog mit der Umgebung der neuen Gebäude darf nicht unterschätzt werden, daran kann man die besonders hohe städteplanerische Fehlleistung gerade an diesem Ort besonders gut erkennen.

Viel höher als die umstehenden Gebäude, machen sich die Neubauten zu einem völlig unverdienten Bezugspunkt der Umgebung, sie machen sich das Quartier untertan, was ja auch im Namen Dorotheen Quartier zum Ausdruck kommt, den sie in Ignoranz der Umgebung für sich beanspruchen. So ist es mit anderen Neuquartieren in Stuttgart , wie z.B. mit > A1, wo gebaut wird, ohne Bezüge zu den Nachbarquartieren zu berücksichtigen… deren Anwohner sich lange über die Zunahme an parkenden Autos beklagt haben. Beim > Einkaufszentrum Gerber ist es kaum anders, die leider immer noch stehende > Paulinenbrücke wirkt dort wie ein Panzerriegel zur Weststadt.

Von den oberen Etagen bietet das Dorotheen-Quartier möglicherweise einen grandiosen Ausblick auf das beschauliche Stuttgart von einst, auf den Karlsplatz, der künftig von der Glasfassade überragt werden wird und seinen Charakter als schöner Ort der Begegnung verlieren könnte. Dort unten ist auch die Markthalle, die sich künftig anhören muss, „Du kommst als Überrest auch noch weg“, wenn man einmal den Dialog zwischen den Gebäuden sich vorstellt. > „Dich krieg ich auch noch weg. …“ sagt an anderer Stelle das Einkaufszentrum zum Königsbau.

Das Dorotheen-Quartier ist ein erneuter Beweis dafür, dass Stadtplanung in Stuttgart keine Rolle spielt. Sichtachsen werden zugebaut, dem Streben von Investoren nach unverhältnismäßiger Größe wird nachgegeben, immer mehr Stadtteile verlieren ihre Chance auf eine ausgewogene Entwicklung oder werden vernachlässigt wie die > Kronprinzenstraße.

Wenn auch über das Dorotheen-Quartier möglicherweise ausgiebig beraten wurde… das Ergebnis ist verheerend. Viel zu groß für die Baulücke, ein Desaster für den Karlsplatz. Vielleicht konnte das Viertel nur so bebaut werden, weil es in einer Randlage liegt. Die > Hauptstätter Straße mit ihren vielen Fahrbahnen wirkt wie eine Barriere. Für Fußgänger spielt das jeweils gegenüberliegende Stadtquartier keine besondere Rolle. In dem folgenden Album stehen die frühesten Fotos am Ende:

Einkaufen in Stuttgart

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Man könnte glauben, das Gerber sei immer noch nicht eröffnet. Auch am 1. September 2015 sind die Fensterhöhlen immer noch zu und blind. Noch oder noch immer darf niemand hineingucken. Es soll schon eröffnet sein? Dann darf wohl auch niemand hinausgucken. Der Einkaufstempel schottet sich vom gegenüberliegenden Quartier ab, das ihn durch der > Paulinenbrücke von den westlichen Stadtteilen trennt, hermetisch ab. Drei dünne senkrechte Reklametafeln, wie an Bushaltestellen, nur dafür überdimensioniert, kündigen von einer Warenwelt, die man nicht unbedingt hinter diesen Blindfenstern vermuten darf. Und wenn das Zentrum wirklich schon eröffnet sein sollte, ist es an einem Kontakt zu den umliegenden Stadtteilen gar nicht interessiert. Allenfalls in Sachen Kundenfang. Aber bitteschön, die sollen dann möglichst lange im Zentrum kreisen, ohne hinauszugucken. Für die Stadtentwicklung sind diese > Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger

> Neue Einkaufszentren in Stuttgart oder wie entwickelt sich die Innenstadt?

> Gehen wir heute in die City oder in ein Einkaufszentrum? fragen sich die Stuttgarter und weil die Zentren fast alle Kettenläden unter einem Dach bieten, weil es da drinnen nicht regnet und man mit dem Auto bis fast in die Ladentheke fahren kann, schätzen sie dieses Einkaufen, so als ob es irgendwo in der Republik wäre, in Passau…

… oder in Gelsenkirchen, Hannover oder Hamburg.

Woher kommt der Drang zum Einkaufen in Ladenzentren? Kurze trockene Wege für Auto und Kunde? Dynamik für die Drehständer? Kauft der Kunde hier erst einmal ein, dann sitzt das Geld lockerer, als wenn er erst zum nächsten Laden gehen müsste. Trickreich sind die Wege, wie in diesem > Ladenzentrum, wo Kunden, wenn sie auf die Idee kommen, eine der oberen Etagen besuchen zu wollen, zuerst an möglichst vielen Geschäften vorbeilaufen müssen, weil die Rolltreppe, natürlich auf der anderen Seite nach oben führt. Nur diese Dynamik macht die Waren wirklich zu Regaldrehern.

Ohne Zweifel, war es ein immenser städtebaulicher Kardinal-Fehler diese beiden großen Ladenzentren an beiden Seiten der Stuttgarter Innenstadt zu bauen. Man hat sich die Stadtplanung aus der Hand nehmen lassen. Das sei übertrieben, dies so zu behaupten? Nun, die Stadt lässt ihre Innenstadt verwahrlosen und hat offensichtlich kein großes Interesse dran, z. B. die > Kronprinzenstraße endlich mal zu renovieren.

Gehen wir heute in die City oder in ein Einkaufszentrum?

> Neue Einkaufszentren in Stuttgart oder wie entwickelt sich die Innenstadt? 15. September 2010 – auf unserem Blog.

In jeder Beziehung sind die beiden Einkaufszentren zu beiden der Stadt ein kapitaler Stadtplanungsfehler: Belebung der Innenstadt, Sicherung des Einzelhandels, Verkehrsentwicklung, Bau eines Einkaufszentrums, ohne die > Paulinenbrücke endlich abzureissen, ganz zu schwiegen von der ästhetischen Qualitäten der Einkaufsburgen, die man überall wiederfindet; wo man aber nichts findet, was Stuttgart ähnlich ist, die Stuttgarter Seele ist da nicht; man kann nicht hineinschauen, man kann vielleicht auch nicht hinausschauen, man bleibt drinnen der bunten Warenwelt auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, zu der Kaffe- oder Teestündchen einladen sollen, um das Verweilen ausgiebig zu erhöhen: Es ist so, daran gibt es nichts zu deuteln, nichts zu beschönigen> Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger.

Gehen wir schoppen in einem Einkaufszentrum oder verweilen wir in der Innenstadt?

Wir würden am liebsten der Stadt Stuttgart Gelegenheit geben, die beiden monumentalen Fehler mit den Einkaufszentren zu beiden Seiten der Stadt wenigsten ein bisschen wieder gutzumachen, wenn sie uns das Versprechen geben würde, bis zu den ersten Sommerstrahlen die > Kronprinzenstraße in eine der schönsten Flaniermeilen Deutschlands zu verwandeln, die alle Besucher der beiden Einkaufszentren wieder abziehen würde. Ihr Leerstand würde sich prima zum Umbau für die Erweiterung der Stuttgarter Universität eignen. Die Kronprinzenstrasse: eine großer rechteckiger Platz! Ein Flanierplatz mit Café und Bücherkarren, grüner Rasen in der Mitte, Einzelhandelsgeschäfte, viel Luft und Sonne, ein kommunikativer Ort, an dem die Stuttgarter Seele alle beglückt.

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