Ortsbesichtigung: Kronprinzenstraße und Kienestraße

Auch diesen Artikel vom 29. August 2017 aktualisiert unsere Redaktion jetzt hier mit 4 Fotos, die in der Nacht zum 27. September 2018 aufgenommen wurden. Die Plattenlandschaft in der Innenstadt, schade, mehr ist den Stadtplanern hier nicht eingefallen. Eine unheimliche Gegend, nachts nur zum schnellen Durcheilen, nicht den Spur einer Urbanität, eine Art gepflasterter Hinterhof. Tagsüber ist es kaum besser.

29. August 2017: Erinnern wir uns. Die Kronprinzenstraße ist kürzlich saniert worden. Zumindest der Teil der Straße, die Fußgängerzone ist.

Rückschau auf unserem Blog:

> Warum wird die Kronprinzenstraße keine echte Fußgängerzone? – 16. Juli 2011

> Die Verwahrlosung der Kronprinzenstraße – 8.Februar 2015

> Die Kronprinzenstraße wird renoviert – 1. August 2016

> Die Steinwüste der Kronprinzenstraße – 23. Oktober 2016

Warum werden Fußgängerzonen großflächig mit Steinplatten versiegelt? In der Kienestraße gibt es schon Stolperfallen. Reifenspuren auf den neuen Platten der Kronprinzenstraße zeugen von LKWs, die über die neuen Platten gefahren sind und schon wurden auch dort Platten ausgewechselt. In ein paar Monaten oder Jahren wird diese Plattenwüste genauso fies aussehen, wie die Treppe am Kunstmuseum über dem Schlossplatz. Architekten sagen mit Recht zur Kronprinzenstrße, ein Ort ohne jede Aufenthaltsqualität. Nur zum Durcheilen. Eine Grünfläche, eine Wasseranlage, als Oval, darum viele Bücherkisten für Bouquinisten und der Platz wäre DAS Stadtzentrum von Stuttgart. Gucken wir mal nach:

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Bei der nächsten Sanierung muss an eine Spur für Zulieferautos/-LKWS gedacht werden, die keine Platten beschädigen können. Der Untergrund kann auch noch so gut sein, das Befahren durch LKWS halten die verlegten Platten nicht aus.

Die Steinwüste der Kronprinzenstraße

Zu früh gefreut:

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Immer wieder haben wir auf unserem Blog an die Verwahrlosung der Kronprinzenstraße erinnert, während an beiden Seiten der City und in der City > Einkaufszentren gebaut werden. Nun wird die > Kronprinzenstraße renoviert, oder müsste man sagen – um einen Begriff aus der Geographie zu entleihen – desertifziert? Die Platten werden sich bewegen, und man muss dann schon aufpassen, um nicht zu stolpern.

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Steinplatten, so weit der Blick reicht. Man sieht sie förmlich wackeln, nachdem das erste größere schwere Auto sie das erste Mal überrollt haben.

Platten und noch mehr Platten. Ob das ein >rt zum Verweilen wird? Wo sind die Cafés, Blumenbeete, Bänke, alles was man bräuchte, um hier einen Ort mit bester Aufenthaltsqualität zu schaffen?

Die Verwahrlosung der Kronprinzenstraße

Nochmal. In Stuttgart wurden zwei riesige > Einkaufszentren an beiden Seiten der City gebaut, ohne dass irgendeine intelligente Anbindung an die City unserer Stadt erkennbar wäre. Schon entsteht am Karlsplatz ein weiterer Einkaufstempel.

Was ist aber mit der Kronprinzenstraße? Hier braucht man keine Autos! Ein großer Platz zum Flanieren, mit Cafés. In der Mitte ein Grünstreifen, darum im Oval die Bücherkisten, wie an der Seine. Das wärs. Schade, dass die Stadt diesen Teil der City einfach verkommen lässt. Die neugestaltung der kronprinzenstraße könnte ein Modell für eine erfolgreiche Revitalisierung unserer Innenstadt werden. Ran ans Werk. Die Mittel fehlen? Der Wille fehlt? Also bleibt alles wie bisher: > Gehen wir heute in die City oder in ein Einkaufszentrum?:

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Die > Kronprinzenstraße auf unserem Blog.

Warum wird die Kronprinzenstraße keine echte Fußgängerzone?

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Beim samstäglichen Einkaufsbummel fiel wieder einmal die schon lang vergangene Pracht der
> Kronprinzenstraße auf. Zwischen Calwer Straße und Königsstraße ist sie ein Stück Niemandsland geworden. Nur noch zwei Litfasssäulen, zwei Ausgänge aus dem Parkhaus, ein paar Spielgeräte, ein paar Mülltonnenbehälter und ein maroder Belag gehören zum Stadtmobilar dieser Fußgängerzone.

Die Straße lädt nur zum Durchqueren ein. Sie hat neben der Königsstraße schon längst ihre Funktion verloren. Die Kronprinzenstrasse inspiriert zu nichts. Man braucht sie nur, um zum Parkhauseingang zu kommen. Und man darf nicht stolpern. Ihr Belag! Ach, man mag gar nicht hinsehen. Eine Grundsanierung des Belags, ein Grünstreifen in der Mitte, an dessen beiden Seiten sich der wöchentliche Bücherflohmarkt etablieren könnte, mehr Cafés, bestimmt gibt es viele Ideen, dieses triste Meile entscheidend aufzuwerten.

Aber ein paar Kilometer weg von beiden Enden der Kronprinzenstraße werden mit dem > Gerber und dem neuen Projekt hinter der Stadtbibliothek neue Einkaufszentren gebaut. Funkelnde Glaskästen mit vielen schönen neuen Läden, die die Besucher mit ihren Autos und den leeren Kofferräumen anziehen sollen, derweil die Innenstadt, wenn nichts geschieht, verkommen wird. > > Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur sondern > eine Hölle für den Bürger.

Der Investor ECE mit > Alexander Otto, dem Vorsitzenden der ECE-Geschäftsführung, hat ein gutes Gewissen. Argumente gegen Shopping-Center sind für ihn Vorurteile: Er listet auf der Website von ECE „Fakten statt Vorurteile“ und will so die Frage beantworten: „Wie sind Shopping-Center heute wirklich und wie können sie zur Belebung der Innenstädte beitragen?“ Er ist sich und seiner Sache sicher, dass mit der Entstehung neuer Center in Innenstädten, der bestehende Einzelhandel bereit ist, seine Infrastruktur aufzuwerten. Andere warnen zu Recht vor dem Unfug neuer Shopping-Center, Otto preist sie als Beitrag zur Innenstadtentwicklung. In Bezug auf Braunschweig schreibt Otto: „Der Passantenaustausch von Center und Innenstadt funktioniert somit hervorragend. Die Besucher der Schloss-Arkaden besuchen auch die Innenstadt und umgekehrt.“ Und wie wird das in dieser Stadt mit dem neuen Shopping-Center hinter der Stadtbibliothek und der Stuttgarter Innenstadt funktionieren?

Man hat in den letzten Jahren oder gar in den beiden letzten Jahrzehnten die Innenstadt schlicht vernachlässigt. Auf der einen Seite trennt die > Hauptstätter Straße, auf der anderen Seite die Theodor-Heuss-Strasse wichtige Stadtviertel hermetisch voneinander ab. Die City wird von vier großen Plätzen, dem Karlsplatz, dem Schillerplatz und dem Rathausplatz geprägt. Eine kontinuierliche Entwicklung der Innenstadt hätten den Einkaufspalästen keine Chance geboten. Nun werden sie gebaut. Immerhin die Seele der Stadt bleibt in der City, denn die Shopping-Center werden mit ihr nichts anfangen können, sie sehen innen wie in Herne, Wuppertal oder sonstwo aus.

Stuttgart – Die Innenstadt bei Nacht

Nachtspaziergänge so gegen 22/23 h in Stuttgart? Ein Eis? Ein Straßencafé? Nur Betonwüste. Städtisches Flair? Fehlanzeige. Ein leeres Café, das draußen Stühle und Tische hingestellt hat, die aber unbesetzt sind. Statt mit Millionen und Platten den Rathausplatz neu zu belegen, bräuchte Stuttgart ein feines Konzept, um die Innenstadt wieder attraktiv zu machen. Nachts sind die Geschäfte geschlossen… aber die Verödung der Innenstadt ist aber auch ein Folge der beiden > Einkaufstempel. Für die Stadtentwicklung sind diese > Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger. Die Innenstadt verödet. Nicht anders erging es der Kronprinzenstraße > Ortsbesichtigung: Kronprinzenstraße und Kienestraße – 28. September 2018.

 

Nach dem Umbau kommen wir wieder gucken.

Verantwortung für S21

S21. Es ist noch nicht aller Tage Abend, oder es ist gar nicht so sicher, dass die Tunnelbauer, in den diversen Abschnitten immer wieder das Tageslicht oder nicht doch plötzlich das Ende des Tunnels und damit des ganzen Projekts sehen werden. Jetzt hat der stellvertretende Bahnchef Volker Kefer bekanntgegeben, dass er ab September nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Einer der Befürworter und damit auch Initiatoren des Projekts gibt auf. Damit hat auch die offizielle Suche nach den Schuldigen für das Finanzdesaster um S21 begonnen.

Die Geschichte von S21 ist schon nicht mehr ganz einfach zu erzählen, zu verworren ist der Mix von Verantwortungen, schon klingen erste Schuldzuweisungen an, hier und da hört man von involvierten Stellen, wir zahlen nix. ntv erinnerte am 15.6.2016 unter der Überschrift > Grubes Zukunft als Bahnchef ungewiss an das vom Aufsichtsrat der Deutschen Bahn am 15. März angeforderte externe Gutachten. Ist die Bahn nicht selbst in der Lage, den Stand des Baus von S21 und die weitere Planung öffentlich dazulegen? ntv zitiert das Aufsichtsratsmitglied der Bahn Klaus-Dieter Hommel: „Wir wollen keine weiteren Überraschungen bei den Kosten und beim Zeitplan erleben.“ Das sieht danach aus, als wolle man die Verantwortung abschieben, sozusagen an ein Gutachterbüro verkaufen und sich aus der Affäre ziehen. Man wolle im September wissen, schreibt ntv, laut Hommel solle „auch festgestellt werden,“ ob der bisherige Finanzierungsrahmen von 6,5 Milliarden Euro ausreiche. Feststellen, klingt nach beschließen, und dann wäre S21 weiterhin eine Hängepartie, denn alle Unwägbarkeiten von Keuper, Brandschutz, über noch ausstehende Baugenehmigungen bis zur längere Bauzeit lassen wohl nur Schätzungen der endgültigen Bausummme zu. Da wird auch heute kein Gutachterbüro helfen, an das man die Verantwortung für S21 verkauft hat. Dem Vernehmen nach will der Bund auch nichts zuschießen, das Land Baden-Württemberg sowieso nicht, aber letztendlich der Steuerzahler wird schon zahlen, weil die Bahn mehr Geld braucht und die Fahrpreise werden immer weiter steigen.

S21 ist heute ein veraltetes Bauprojekt aus dem letzten Jahrhundert. Unser grüner Bürgermeister Fritz Kuhn will das Projekt unbedingt weiterhin unterstützen. > Hatten die Grünen ihre Wahlerfolge nicht der Opposition gegen S21 zu verdanken? Will man sich die Pläne der Bahn wirklich gefallen lassen? Sie in unserer Stadt bauen zu lassen? Man schleust die Fahrgäste schnell unter der Stadt durch auf der Reise von Paris nach Bratislava.

Stuttgart wird zum Knotenpunkt ausgebaut, soll eine Durchreisestadt werden, anstatt, so wie es ihre wunderbare topographische Lage ihr vorgibt, eine Ankunftsstadt zu bleiben, die einen prächtigen Empfangsbahnhof verdient hat, von dem man nach der Ankunft ebenerdig in die Stadt weiterschreiten kann. Auch wenn der neue tiefgelegte Haltepunkt auf den Illustrationen gut aussieht, als Quartierbebauung bleibt er eine Insellösung, da die benachbarten Quartiere mit ihm nicht zu tun haben wollen. Die Planung reicht bis zum Bahnhofsrand. Eine Gesamtkonzept für die Innenstadt gibt es nicht.

Seit fünf Jahren klagen wir über die > Kronprinzenstraße, sie ist ein Beleg dafür, wie die Innenstadt verkommt, weil man woanders Unnützes baut:
> Warum wird die Kronprinzenstraße keine echte Fußgängerzone?

S21-Milliarden?

Wieviele Milliarden benötigt die Bahn, um S21 fertigzustellen? 6,8, 10 oder noch mehr? Längst sind nicht alle Baugenehmigungen eingetroffen. Immer neue Keuper-Schichten werden die Tunnelbauer überraschen und jedes Jahr Bauverlängerung ist auch nicht umsonst zu haben. Der Zeitpunkt ist absehbar, wo auch in den Reihen der Befürworter so mancher sich fragen wird, wie konnte das Projekt eigentlich gegen jede städtebauliche Vernunft durchgesetzt werden? Um es den Gegnern, die sich nie einig waren, mal so richtig zu zeigen? Um schwäbische Ingenieurskunst unter Beweis zu stellen? Um Reisende statt nach Stuttgart elegant auf der Fahrt von Paris nach Bratislava unter der Stadt durchzulotsen? Heute fragen sich alle, allein wenn es nur um den Tiefbahnhof und den Brandschutz geht > Wie soll man aus S21 rauskommen?, obwohl es doch > Vorteile von S21 gibt?

Allein die > Zerstörung des Schloßgartens,

die Vernichtung dieses Kleinods eines innerstädtischen Naherholungsortes, sein Eintauschen gegen eine mehr als zehnjährige Baustelle kann bei jedem Stadtplaner nur ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen:

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Bis man sich über den neuen tiefgelegten schiefsten Haltepunkt der Republik wirklich freuen kann, gibt es eine ungeahnte Zahl von km auf denen die Reisenden ihre Koffer hinter sich > über die Baustelle herziehen müssen. Neulich sagte mir eine Schaffnerin am Zug, wenn Sie den anderen Zug – meiner mit Zugbindung war ausgefallen- nutzen möchten, müssen Sie am Service-Point fragen, ob das möglich sei, von dort wurde ich zum Schalter geschickt, um dann wieder zum Gleis zurückzurennen, weil der nächste Zug schon abfahrbereit war. Und den Koffer immer hinterher.

Kosten. Es ist ja nicht schlimm, > wenn Großprojekte teurer werden. Das kennt jeder Häuslebauer, aber schlimm ist nur, > eine Volksbefragung über das Ausstiegsgesetz S21 zu machen und dabei dem Wähler hoch und heilig zu versprechen, das Ganze geschehe unter der Vorgabe, man bleibe unter 5 Mrd. und jetzt das. Vergleichen wir > Leipzig und Stuttgart.

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> Der neue Tiefbahnhof

Aber schon 2013 fragten wir > Wo bleiben die Vorteile von S 21? Und dann auch noch die > Insellösung hinter dem Bahnhof als Planungsdesaster, jetzt wird auf eine kleine Fläche noch ein Hochhaus gebaut, damit > die schöne Stadtbibliothek eingemauert wird. > S 21: Der Stuttgarter Schlichterspruch streift die Kostenfrage (aus welchen Gründen wohl?) nur am Rande. Auf S. 2 steht: „3. Bund und die Länder Baden ? Württemberg und Bayern (wegen Neu ? Ulm ? 21) sich auf eine Vorfinanzierung geeinigt hatten, genehmigte der Aufsichtsrat der DB am 14. März 2001 das Projekt. Damit wurde der Weg für die Einreichung der Planfeststellungsunterlagen geebnet. Am 31. Oktober 2001 wurde das erste Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahnbundesamt eröffnet. In den darauffolgenden Jahren wurde das Projekt von allen zuständigen parlamentarischen Gremien mehrheitlich gebilligt und insoweit legalisiert. Dennoch formierte sich schon frühzeitig Widerstand gegen S 21, der sich vor allem im Laufe des Jahres 2010 zu massenhaften Demonstrationen mit bis zu über 60.000 Teilnehmern äußerte.“ Hat man das damals überlesen? „legalisiert“ klingt hier wie „beschlossen und verkündet“, mit rechtlichen Grundlagen „nicht widerspruchsduldend“, der Tenor des Spruchs hätte schon damals viele mehr erstaunen müssen: Und dann das „dennoch“, das heute anklingt, wenn Befürworter sagen, S 21 sei beschlossen und werde gebaut… obwohl Planung und Genehmigungen bis heute (2016) keineswegs alle vorhanden sind. AuUf S. 2 des Schlichterspruchs steht auch mit Blick auf die immer stärker werdenden Proteste und Demonstrationen gegen 21. „Diese Entwicklung, mit negativem Echo bis in die USA, hatte die Bevölkerung und die politisch Verantwortlichen erschüttert. Sie hatte regionale und überregionale Gründe und ist nur zu verstehen auf dem Hintergrund einer massiven Vertrauenskrise der Politik im Allgemeinen und einer speziellen ebenfalls massiven Kritik an der Art und Weise des Zustandekommens und der Durchführung des Projekts S 21.“ Peinlich, sogar in den USA hörte man den Protest, aber die Gründe für die Ablehnung wurden im Spruch mit einer „Vertrauenskrise in die Politik“ erklärt, statt die mangelnde Qualität von S21 als Auslöser der Demos zu nennen. und so geht es weiter S: 2/3: „In den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger waren mit ihm mehr ökologische, geologische und finanzielle Risiken als wirtschaftlichen Chancen verbunden.“ Offensichtlich waren die Gegner lt. Schlichter nicht in der Lage, die großartigen Chancen des Projektes zu verstehen. ALso wurde der Schlichter zum Pädagogen: „Wichtiges Ziel der Schlichtung war daher, durch Versachlichung und eine neue Form unmittelbarer Demokratie wieder ein Stück Glaubwürdigkeit und mehr Vertrauen für die Demokratie zurückzugewinnen.“ S. 3. Versachlichung der Debatte, was im Nachhinein als Durchsetzung liest. Aufklärung stand im Vordergrund mit Kant als Paten: „Die Schlichtung war daher auch moderne Aufklärung im besten Sinne von Immanuel Kant, nämlich die Menschen zu befähigen, sich aus „unverschuldeter Unmündigkeit“ zu befreien und dadurch „jederzeit selbständig denken“ zu können.“ ib.

S21: Das ist schon immer die Geschichte von „Fakten schaffen“ und irgendwie die Baugenehmigungen zu erzwingen, man könne ja nicht einfach aufhören, nachdem man schon so viel Geld verplant habe. Irgendwie werden die fehlenden Baugenehmigungen schon kommen, es geht ja gar nicht anders, es wird ja schon gebaut, es wird eben einfach ein bisschen mehr Grundwasser umgewälzt. Die Menge des entnommenen Grundwassers steigt mit den Baukosten oder umgekehrt: „Erst sollten 3,2 Milliarden Liter Grundwasser abgepumpt werden, seit letztem Mai sollen es 6,8 Milliarden Liter werden – ein Würfel mit einer Kantenlänge von 10 cm fasst einen Liter – und nun soll ein weiteres Drittel oben draufkommen, so meldet es am 13.1.2012 die Stuttgarter Zeitung. “ > So viel Grundwasser – 12.12.2012. Also > Der Stuttgarter Hauptbahnhof im August 2010. Wenn die Seitenflügel dran glauben müssen, wird auch bestimmt gebaut werden. > S 21 oder ein modernisierter Kopfbahnhof ?: Die Befürworter wollten von den Kritikern nichts annehmen. Es kommt wie vorhergesehen:

Die künftigen Bahnreisenden werden unter der Stadt durchfahren, oh und ah im neuen Tiefbahnhof rufen, bevor der Zug sie nach 3 Minuten wider durch die Röhre ins Stuttgarter Umland befördert. Stuttgart wird von einer Ankunftsstadt zu einer Durchreisestadt, der hypermoderne Bahnhof hui und die Innenstadt, die wird vielleicht noch 2028 so aussehen?

> Die Verwahrlosung der Kronprinzenstraße – 8. Februar 2015

Nachverdichtung in der Innenstadt IV.
Das Dorotheen-Quartier in Stuttgart

Was ist denn da passiert?

Wieder einmal wird in Stuttgart nachverdichtet. So nennt man das, wenn in einem bebauten Gebiet eines Stadtviertels Lücken (eng) bebaut werden.

Am 27. September hatten wir dieses Stadtquartier schon einmal vor unserer Fotolinse: > Immer enger: Nachverdichtung in der Innenstadt (III). Wir wiederholen hier noch einmal eines der Fotos vom September, mit dem so wunderbar gezeigt werden kann, wie Teile des Dorotheen-Quartiers in die Sichtachsen gebaut werden:

Am 27. Februar 2016 kamen wir über den Karlsplatz zum Dorotheen-Quartier. Es ist gar nicht zu übersehen, was da gebaut wird:

Bitte öffnen Sie das Fotoalbum mit einem Doppelklick auf ein Foto erst, wenn diese Website, die Seite dieses Blogs vollständig geladen ist, der blaue Kreis oben im Reiter muss verschwunden sein:

Vor einem Jahr sah die Baustelle noch ganz anders aus. Achten Sie auf die freie Sicht zu der Halbhöhe und auf die Fotos, die die Umgebung des Neubauten zeigen. Das neue Gebäude setzt sich in das Quartier, zwischen der eher beschaulichen Markthalle, dem wunderbaren Karlsplatz, den etwas weniger schönen Bauten von Breuninger, hinter das Hotel Silber. Und was sollen sie zu ihrer Umgebung sagen? Wir sind jetzt da… Nichtwiderspruchsduldend. Einen Dialog mit der Umgebung wird es kaum geben, Bezüge sind nicht erkennbar, weil alle erkennbaren Achsen zugebaut und verschlossen wurden. Der fehlende Dialog mit der Umgebung der neuen Gebäude darf nicht unterschätzt werden, daran kann man die besonders hohe städteplanerische Fehlleistung gerade an diesem Ort besonders gut erkennen.

Viel höher als die umstehenden Gebäude, machen sich die Neubauten zu einem völlig unverdienten Bezugspunkt der Umgebung, sie machen sich das Quartier untertan, was ja auch im Namen Dorotheen Quartier zum Ausdruck kommt, den sie in Ignoranz der Umgebung für sich beanspruchen. So ist es mit anderen Neuquartieren in Stuttgart , wie z.B. mit > A1, wo gebaut wird, ohne Bezüge zu den Nachbarquartieren zu berücksichtigen… deren Anwohner sich lange über die Zunahme an parkenden Autos beklagt haben. Beim > Einkaufszentrum Gerber ist es kaum anders, die leider immer noch stehende > Paulinenbrücke wirkt dort wie ein Panzerriegel zur Weststadt.

Von den oberen Etagen bietet das Dorotheen-Quartier möglicherweise einen grandiosen Ausblick auf das beschauliche Stuttgart von einst, auf den Karlsplatz, der künftig von der Glasfassade überragt werden wird und seinen Charakter als schöner Ort der Begegnung verlieren könnte. Dort unten ist auch die Markthalle, die sich künftig anhören muss, „Du kommst als Überrest auch noch weg“, wenn man einmal den Dialog zwischen den Gebäuden sich vorstellt. > „Dich krieg ich auch noch weg. …“ sagt an anderer Stelle das Einkaufszentrum zum Königsbau.

Das Dorotheen-Quartier ist ein erneuter Beweis dafür, dass Stadtplanung in Stuttgart keine Rolle spielt. Sichtachsen werden zugebaut, dem Streben von Investoren nach unverhältnismäßiger Größe wird nachgegeben, immer mehr Stadtteile verlieren ihre Chance auf eine ausgewogene Entwicklung oder werden vernachlässigt wie die > Kronprinzenstraße.

Wenn auch über das Dorotheen-Quartier möglicherweise ausgiebig beraten wurde… das Ergebnis ist verheerend. Viel zu groß für die Baulücke, ein Desaster für den Karlsplatz. Vielleicht konnte das Viertel nur so bebaut werden, weil es in einer Randlage liegt. Die > Hauptstätter Straße mit ihren vielen Fahrbahnen wirkt wie eine Barriere. Für Fußgänger spielt das jeweils gegenüberliegende Stadtquartier keine besondere Rolle. In dem folgenden Album stehen die frühesten Fotos am Ende:

Einkaufen in Stuttgart

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Man könnte glauben, das Gerber sei immer noch nicht eröffnet. Auch am 1. September 2015 sind die Fensterhöhlen immer noch zu und blind. Noch oder noch immer darf niemand hineingucken. Es soll schon eröffnet sein? Dann darf wohl auch niemand hinausgucken. Der Einkaufstempel schottet sich vom gegenüberliegenden Quartier ab, das ihn durch der > Paulinenbrücke von den westlichen Stadtteilen trennt, hermetisch ab. Drei dünne senkrechte Reklametafeln, wie an Bushaltestellen, nur dafür überdimensioniert, kündigen von einer Warenwelt, die man nicht unbedingt hinter diesen Blindfenstern vermuten darf. Und wenn das Zentrum wirklich schon eröffnet sein sollte, ist es an einem Kontakt zu den umliegenden Stadtteilen gar nicht interessiert. Allenfalls in Sachen Kundenfang. Aber bitteschön, die sollen dann möglichst lange im Zentrum kreisen, ohne hinauszugucken. Für die Stadtentwicklung sind diese > Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger

> Neue Einkaufszentren in Stuttgart oder wie entwickelt sich die Innenstadt?

> Gehen wir heute in die City oder in ein Einkaufszentrum? fragen sich die Stuttgarter und weil die Zentren fast alle Kettenläden unter einem Dach bieten, weil es da drinnen nicht regnet und man mit dem Auto bis fast in die Ladentheke fahren kann, schätzen sie dieses Einkaufen, so als ob es irgendwo in der Republik wäre, in Passau…

… oder in Gelsenkirchen, Hannover oder Hamburg.

Woher kommt der Drang zum Einkaufen in Ladenzentren? Kurze trockene Wege für Auto und Kunde? Dynamik für die Drehständer? Kauft der Kunde hier erst einmal ein, dann sitzt das Geld lockerer, als wenn er erst zum nächsten Laden gehen müsste. Trickreich sind die Wege, wie in diesem > Ladenzentrum, wo Kunden, wenn sie auf die Idee kommen, eine der oberen Etagen besuchen zu wollen, zuerst an möglichst vielen Geschäften vorbeilaufen müssen, weil die Rolltreppe, natürlich auf der anderen Seite nach oben führt. Nur diese Dynamik macht die Waren wirklich zu Regaldrehern.

Ohne Zweifel, war es ein immenser städtebaulicher Kardinal-Fehler diese beiden großen Ladenzentren an beiden Seiten der Stuttgarter Innenstadt zu bauen. Man hat sich die Stadtplanung aus der Hand nehmen lassen. Das sei übertrieben, dies so zu behaupten? Nun, die Stadt lässt ihre Innenstadt verwahrlosen und hat offensichtlich kein großes Interesse dran, z. B. die > Kronprinzenstraße endlich mal zu renovieren.

Gehen wir heute in die City oder in ein Einkaufszentrum?

> Neue Einkaufszentren in Stuttgart oder wie entwickelt sich die Innenstadt? 15. September 2010 – auf unserem Blog.

In jeder Beziehung sind die beiden Einkaufszentren zu beiden der Stadt ein kapitaler Stadtplanungsfehler: Belebung der Innenstadt, Sicherung des Einzelhandels, Verkehrsentwicklung, Bau eines Einkaufszentrums, ohne die > Paulinenbrücke endlich abzureissen, ganz zu schwiegen von der ästhetischen Qualitäten der Einkaufsburgen, die man überall wiederfindet; wo man aber nichts findet, was Stuttgart ähnlich ist, die Stuttgarter Seele ist da nicht; man kann nicht hineinschauen, man kann vielleicht auch nicht hinausschauen, man bleibt drinnen der bunten Warenwelt auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, zu der Kaffe- oder Teestündchen einladen sollen, um das Verweilen ausgiebig zu erhöhen: Es ist so, daran gibt es nichts zu deuteln, nichts zu beschönigen> Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger.

Gehen wir schoppen in einem Einkaufszentrum oder verweilen wir in der Innenstadt?

Wir würden am liebsten der Stadt Stuttgart Gelegenheit geben, die beiden monumentalen Fehler mit den Einkaufszentren zu beiden Seiten der Stadt wenigsten ein bisschen wieder gutzumachen, wenn sie uns das Versprechen geben würde, bis zu den ersten Sommerstrahlen die > Kronprinzenstraße in eine der schönsten Flaniermeilen Deutschlands zu verwandeln, die alle Besucher der beiden Einkaufszentren wieder abziehen würde. Ihr Leerstand würde sich prima zum Umbau für die Erweiterung der Stuttgarter Universität eignen. Die Kronprinzenstrasse: eine großer rechteckiger Platz! Ein Flanierplatz mit Café und Bücherkarren, grüner Rasen in der Mitte, Einzelhandelsgeschäfte, viel Luft und Sonne, ein kommunikativer Ort, an dem die Stuttgarter Seele alle beglückt.

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