Hannes Seidl / Daniel Kötter „Galerie“
Parcours durch das Gelände des Klett Areals

Aus der Programmankündigung:

Hannes Seidl / Daniel Kötter „Galerie“

Parcours durch das Gelände des Klett Areals

Die Bilder des strukturellen Wandels sind geläufig: Leerstand, Brachlage, Verfall sind oft die Konsequenz der Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt. Orte behalten dennoch ihre Geschichte, auch wenn das Leben bereits aus ihnen gewichen ist. Aber auch im Kleinen geschieht dies jeden Tag, nach Feierabend, wenn sich durchaus belebte Gebäude wie die des Klett Areals in eine Ansammlung toter Flure verwandeln.

Doch was geschieht tatsächlich, wenn der letzte das Licht ausgemacht hat? Hannes Seidl und Daniel Kötter untersuchen in ihren gemeinsamen Arbeiten bereits seit längerem die spezifische Geschichte von Räumen. Durch die Entkoppelung der Wahrnehmung, durch die strukturelle Trennung von Bild und Ton schaffen der Komponist und der Videokünstler gewohnte Umgebungen, die unvermittelt ihre Rückseite preisgeben. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Klett Unternehmensgruppe erarbeiten sie einen Parcours, der ins Labyrinth der eigenen Wahrnehmung führt.

Konzept, Video, Komposition: Hannes Seidl und Daniel Kötter
Mitwirkende: Mitarbeiter der Klett Unternehmensgruppe

Anfahrt: S1-S6, Haltestelle Feuersee

Kartenvorbestellung erforderlich an der Theaterhauskasse unter 0711 40 20 720

Achtung! Nur Reservierung für bestimmte Uhrzeiten möglich: Dienstag, 5. Oktober bis Donnerstag, 7. Oktober, 17 Uhr, 17.30 Uhr, 18 Uhr, 18.30 Uhr, 19 Uhr, 19.30 Uhr. Abholung und Bezahlung der Karten an der Abendkasse am Veranstaltungsort.

Eintritt 10 €/ermäßigt 7 €

> Programm

Ein Festival innovativer Musik in der KulturRegion Stuttgart – 1. bis 10. Oktober 2010

(Programmtext:) Vermutlich war – entgegen Karl Valentins Behauptung – die Zukunft auch früher nicht besser. Aber Zukunftsoptionen schienen früher stabiler und kalkulierbarer zu sein als in unserem von Globalisierung dominierten Jahrtausendbeginn. „Innovation“ steht nicht nur für begehrte High-Tech-Produkte, sondern für die Herausforderung, ständig auf Neuerungen am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, in den Medien zu reagieren.

Der > Kartenvorverkauf hat begonnen.

Das Festival „Zukunftsmusik“ verortet diese Auseinandersetzung auf der künstlerischen Ebene. Die Veranstalter KulturRegion Stuttgart und Musik der Jahrhunderte entführen die Menschen der Region vom 1. bis 10. Oktober in neue musikalische Welten. Sie haben zwölf junge Komponisten aus sieben verschiedenen Ländern eingeladen, ein musikalisches oder interdisziplinäres Projekt für eine von zwölf Festival-Städten zu erfinden, Besonderheiten dieses Ortes in ihre Werke einzubeziehen und auf brennende Themen wie Strukturwandel, Umverteilung, Arbeitswelt und Migration Bezug zu nehmen.

In Leonberg wird dabei philippinisch gekocht, in Ostfildern philosophiert, in Ditzingen wird verblüffend umverteilt. Göppingen feiert seine Staufer mit einer Prozession, in Esslingen demonstrieren Roboter gegen sozialen Kahlschlag, in Stuttgart wird das Klett Areal zur Geisterstadt. Ganz Waiblingen zelebriert laut tönend ein „e“. In Rechberghausen werden die Geheimnisse obskurer Orte untersucht und in Ludwigsburg das Innenleben der Bürger. In Backnang lauscht man den Geschichten der Weitgereisten. Schwäbisch Gmünd schickt Musiker ins Gefängnis und der Badmintonclub Remseck verweigert sämtliche Spielregeln.

Angesiedelt zwischen Musiktheater, Happening, Performance, Konzert oder Installation entsteht ein Festival, das das kreative Potenzial zahlreicher Menschen einbezieht. Ein Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Gesellschaft – voller Überraschungen und Rätsel, voller Abenteuer und Spielwitz.

Und wie klingt die Zukunftsmusik? Vielstimmig (mit bis zu 450 Mitwirkenden!), entschlossen, risikofreudig, brüchig, poetisch, rätselhaft – und auf jeden Fall sehr verheißungsvoll!

Werke von Annesley Black, Werner Cee, Alan Hilario, Gordon Kampe, Johannes Kreidler, Maximilian Marcoll, Sergej Newski, Christoph Ogiermann, Paolo Perezzani, Hannes Seidl/Daniel Kötter, Niklas Seidl, Mario Verandi.

Ein Festival der KulturRegion Stuttgart und der Musik der Jahrhunderte

> Programm

Die neue Website des Stuttgarter Literaturhauses

Am Montag, 20.09.10, 20.00 Uhr hat Wolfgang Schorlau sein neues Buch > Das brennende Klavier, die Biographie über Wolfgang Dauner im Rahmen der Veranstaltungsreihe: Autor im Gespräch im Literaturhaus Stuttgart vorgestellt. Die Veranstaltung wurde moderiert von Wolfgang Niess und fand wegen des enormen Besucherinteresses ausnahmsweise im Mozartsaal der Liederhalle statt:

Literaturhaus Stuttgart. Hier der Blick ins Fotoarchiv: > Das brennende Klavier

Die neue Website hat jetzt ein perfektes Suchsystem für das > Fotoarchiv bekommen. Mit rund 3-4000 Fotos von mehr als 400 Veranstaltungen seit der Eröffnung des Literaturhauses 2001.

Mit Essen spielt man nicht…

… hörte ich früher, wenn ich irgendwelche Anstalten machte, mit dem Essen ausser essen etwas anderes anzufangen. Essen ist aber auch ein Teil unserer Wirklichkeit. Und außer der Kochkunst gibt es auch andere Möglichkeiten sich mit der Ess(un)kultur in jeder Hinsicht zu beschäftigen. Eine Ausstellung im Stuttgarter Kunstmuseum EAT ART (18.9.2010-9.1.2011) zeigt, wie die Kunst sich des Essens bemächtigen kann. Der Schweizer Daniel Spoeri hat in den 1960er Jahren „Fallenbilder“ hergestellt, die die Reste einer Mahlzeit zeigen. Tassen, Teller, Besteck werden auf einem Tablett, so wie es frühmorgendlich zum Frühstück gedient hat, fixiert, ohne dass die Essenreste, der letzte Schluck Kaffee oder noch ein Brotrest vorher entsorgt wurden. Danach bekommt das Tablett eine Glasscheibe und ist fortan ein Kunstobjekt, das als „Eat Art“ an der Wand hängt.

Aus dem zweiten großen Raum dringt immer wieder unrhythmisches, ziemlich lautes Getöse, das nach Happening und einem großen Durcheinander klingt. Es ist die Rotating Kitchen von Zeger Reyer, die 2009 zuerst in der Kunsthalle Düsseldorf aufgebaut wurde. Man blickt in eine recht quadratische nach einer Seite hin offene Einbauküche, die in einem große Ringe befestigt ist. Kleine Motoren setzen den gesamten Küchenkorpus ohne Rücksicht auf alle Gegenstände, von Pfannen über Teller bis Flaschen, ohne Beachtung der Schrankinhalte in eine stetige langsame Drehung. Man hat einen Blick wie in eine überdimensionierte Waschmaschine, in deren Trommel die Gegenstände nacheinander ein Übergewicht erhalten und mit lautem Getöse auf den Boden auf die Wand oder auf die Decke fallen, wo die Deckenleuchte trotz der Bratpfannenschläge ungerührt weiterbaumelt (oder mal liegt) und leuchtet. Unwillkürlich denkt man daran, dass die eigene Küche noch aufzuräumen ist. Einige Besucher zücken ihre Kamera und halten fest, wie gerade mal wieder ein Schrank seinen Inhalt preisgibt.

rotating kitchen from Zeger Reyers on Vimeo.

Außer von Dieter Roth und Daniel Spoerri werden auch Arbeiten von Künstlern wie Joseph Beuys, Roy Lichtenstein, Gordon Matta-Clark, Arpad Dobriban u .a gezeigt.

Thomas Rentmeister zeigt im 3. Stock, wo in der Ecke Lili Fischers Gewürzpredigt für Pfeffersäcke (1983/84) steht, wie ein REWE Einkaufswagen zum Kunstobjekt wird, weil er halb versunken in einem großen Zuckerberg steckt. Ist eine Packung in dem Einkaufswagen aufgeplatzt oder ist die ganze Installation eine Erinnerung an den Einkaufszettel, auf dem der Zucker fehlte?

Beeindruckend ist die Vielfalt des Rahmenprogramms rund um das Thema Essen und Kunst, das die Ausstellung begleitet. Das Begleitheft, das an der Kasse der Ausstellung erhältlich ist, gibt darüber Auskunft.

> EAT ART. Vom Essen in der Kunst – 18. September 2010 – 9. Januar 2011

Über das Erinnern und das Vergessen in Stuttgart
Sei wahrhaftig gegenüber der Vergangenheit

Literaturhaus Stuttgart
Freitag, 09.07.2010, 20.00 Uhr
SEI WAHRHAFTIG GEGENÜBER DER VERGANGENHEIT
Wolfgang Höper, Roland Ostertag
Veranstaltungsreihe ARCHITEKTUR
Vortrag, Lesung, Gespräch

Der Architekt Roland Ostertag spricht über Orte als „begehbares Gedächtnis“. Wolfgang Höper, Staatsschauspieler, lässt in einer Lesung Dichter zu Wort kommen, die sich über Erinnerung und Gedächtnis Gedanken gemacht haben. »Die unverwechselbaren Orte einer Stadt, die im kollektiven Gedächtnis niedergelegte erinnerte Vergangenheit, sind die besten Begleiter einer Gesellschaft. Leonardo da Vinci fordert uns auf, bei unserer Erinnerungsarbeit wahrhaftig gegenüber der Vergangenheit zu sein. Zu beobachten ist indes zunehmend ein Verlust des Gedächtnisses, das Schwinden der Orte, der Stätten. Wir putzen alles sauber, das »begehbare Gedächtnis« wird immer ärmer, die Erinnerungsfähigkeit geht verloren. Da wir vergessen haben, dass Menschen aus Bildern bestehen, muss die Zivilisation des Erinnerns wieder erlernt werden. Dabei helfen uns die Dichter mit ihren verdichteten Wahrheiten.« (R. Ostertag)

In Zusammenarbeit mit dem Verein Zeichen der Erinnerung und dem Architekturforum

Eintritt frei

Von Brunnen und Staffeln in Stuttgart

www.stuttgart-brunnen.deAuf seinem Blog zeigt Andreas Henseler > Staffeln und Brunnen in Stuttgart. Nach dem Motto, man sieht nur, was man wirklich weiß, lohnt sich ein Besuch auf seinem Blog. Die Vielfalt der Stadt führt er uns vor. Keinesfalls nur Brunnen und Staffeln, das sind die schwäbischen Treppen, auf denen man die Stuttgarter Hänge rauf und runter laufen oder steigen kann, sondern auch mit einer Liebe zum Detail viele interessante Einzelheiten, die einem im Vorübergehen gar nicht mehr auffallen, die aber dazu beitragen, damit diese Brunnen und die Staffeln so gut in ihre jeweilige Umgebung passen. Kennen Sie den > Gänsepeter-Brunnen oder de Ceresbrunnen? Heute ist es noch wolkenverhangen, also gerade günstig um Henselers wunderbaren Blog anzugucken und sich auf das nächste Besuchswochenende in Stuttgart vorzubereiten. Es soll ja wohl wieder wärmer werden. Dann kann man mal weider den Oberen Rechelenbergweg entdecken.

Tolstoi las Tolstoi im Stuttgarter Literaturhaus

Am Donnerstag, 25. Februar 2010, 20 Uhr, lasen im > Literaturhaus Stuttgart Waldimir Tolstoi und Rosemarie Tietze aus Anna Karenina.

Anna Karenina ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt der glanzvolle Offizier Graf Wronskij in ihr Leben, und sie opfert alles: den Mann, den Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre bedingungslose Liebe scheitert und führt zu Eifersucht, Hass und Verzweiflung. Die Tragödie einer Frau wird bei Tolstoi zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Russland des 19. Jahrhunderts. Zum Auftakt des Tolstoi-Gedenkjahres 2010 (Lew Tolstoi starb vor hundert Jahren, am 20. November 1910) veröffentlicht der Carl Hanser Verlag die erste Neuübersetzung seit rund einem halben Jahrhundert.

Rosemarie Tietze, die ihre Übersetzungen immer wieder „zu einem Kunstwerk eigenen Ranges“ (Begründung zum Voß-Preis) macht, hat dem berühmten Roman eine moderne Gestalt gegeben und es mit Nachwort Kommentaren versehen. Wladimir Tolstoi, Ururenkel des Dichters und heute Hausherr in > Jasnaja Poljana, dem ehemaligen Landgut der Familie und jetzigen Museum, wird den russischen Text vortragen, und zusammen mit Rosemarie Tietze über Entstehungsgeschichte und Originalschauplätze des Romans berichten wie auch über das heutige Gesicht der Tolstoi-Stätten.

> Das Staatliche Museum und Landgut von Leo Tolstoi “Jasnaja Poljana” – Schade geht nicht auf – vielleicht später.


Größere Kartenansicht

P. S. Die Videoqualität muss noch besser werden, das Einstellen des richtigen Formats ist eine Wissenschaft für sich. Vielleicht hat jemand einen guten Tipp dazu.

Die Architektur der Moderne

Berlin ModernismVon diesem Buch kann Stuttgart etwas lernen. Natürlich ist Berlin ungleich größer als Stuttgart, und daher ist jeder Vergleich zwischen beiden Städten nicht einfach, zu groß ist die architektonische Vielfalt, die Berlin dem Spaziergänger durch die Moderne der Architektur zu bieten hat. Und dennoch wird beim Durchblättern dieses Buches ein Verhältnis der Stadt zu ihrer Architektur und damit auch zu ihrer Geschichte erkennbar, das dem Besucher in Stuttgart so nicht auffällt. In einem vergleichbaren Buch über Stuttgart wäre auch ein Foto vom Kaufhaus Schocken zu sehen… Der Landtag (Kurt Viertel, 1957), das Gedok-Atelierhaus, aber auch der Hauptbahnhof – auch wenn er demnächst um seine Seitenflügel amputiert werden soll, also dann nur noch ein moderner Torso sein wird – gehören zur > Moderne. Zählt die > Haupststätter Strasse auch zur Stuttgarter Moderne? Dann ist hier aber etwas arg schiefgelaufen. Vielleicht kommt ja noch ein vergleichbar schönes Buch auch noch in dieser Art über Stuttgart raus, und alle Bewohner dieser Stadt besinnen sich wieder auf ihre Schätze.

Produktionstechnisches Zentrum der Technischen Universität in Berlin, 1983-1986, Bayerer, Fessel, Hecker und Ostertag. Deutscher Architektenpreis 1984. – Foto: Alfred Englert.

> Berlin Modernism
Fotos: Alfred Englert

Mit einem Essay von Kerstin Wittmann-Englert
> Beispielseiten
Verlag: Jochen Visscher
Englisch/ Spanisch/ Deutsch
96 Seitensmit 100 Farbfotos
Hardcover
Masse: 16 x 16 cm
Euro 16.00 sFr 28.00
ISBN 978-3-939633-44-0

Les Folies d’Offenbach
Die Eröffnung der 10. Französischen Woche in Stuttgart

Die Solistes de Lyon – haben unter der Leitung von Bernard Tétu und der Regie von Jean Lacornerie gestern mit dem Bühnenspektakel »Les Folies d’Offenbach« bei der Eröffnungsveranstaltung mit Gesang und Theater in die Welt des französischen Komponisten Jacques Offenbach (1819–1880) dem Beginn der der 10. Französischen Woche in Stuttgart den perfekten Schwung verliehen.

> Noch mehr Fotos. Institut français

> Noch mehr Fotos. Frankreich-Blog

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