Nachverdichtung in der Innenstadt
29. September 2006 von H. Wittmann
Einem Besucher habe ich kürzlich versprochen, auch mal hinter den Königsbau zu gucken:

Die gewaltige Kuppel bedeckt das neue Einkaufszentrum, das innen wie überall aussieht. Etwas vom Stuttgarter Flair muß da noch einziehen. Aber der kommt vielleicht noch dazu. Aber von hier oben kann man ganz gut die Nachverdichtung beobachten. Immer mehr Gebäude, immer weniger Plätze, immer weniger Grün, und immer weniger Platz für ein Stadtkultur. Die Kuppel ist so groß, daß sie gerade die entstandene Lücke hinter dem Königsbau wie ein Topfdeckel von oben hermetisch abriegelt. Auch hier gilt, was ein Architekt sagen würde, das Gebäude kann nicht zu den es umgebenden anderen Gebäuden sprechen: Es steckt im Häusermeer drin und kann keine Beziehungen ästhetischer Natur zu seiner Umgebung entwickeln. Doch: In gewisser Weise sieht das so aus, als wollte das Einkaufszentrum zum Königsbau sagen, Dich krieg ich auch noch weg. Wie wärs gewesen, wenn man die Energie, die man in den Bau des Einkaufszentrum gesteckt hätte, in die Renovierung des Konzepts der Königsstraße gesteckt hätte, um eine feine Flaniermeile daraus zu machen? Dann hätte das Kunstmuseum etwas weiter zurück stehen können. Über das schwarze Gebäude zwischen dem Einkaufszentrum und der Glaskuppel muß eigentlich nicht lange gesprochen werden, das steht sowieso im Weg. Aber nun ists halt so,wie es ist. Und dafür hat Stuttgart nun ein schönes Beispiel für eine richtige Nachverdichtung.











3. Oktober 2006 09:44
Mensch, jetzt ärger´ ich mich, dass ich Deine “Indernedseite” erst jetzt entdeckt habe. Das sind ja traumhafte Fotos. Vor allem von unserer schönen Landeshauptstadt. Wahnsinn.
Der Karlheinz
20. September 2008 18:37
[...] Links das Kunstmuseum, das Stilwerk, das zum Königsbau sagt, > Dich krieg ich auch noch weg. [...]
7. Februar 2009 18:51
Es ist einfach entsetzlich, wie immer mehr Grün (und Singvögel) aus Stuttgart verschwindet! Besonders schlimm in den letzten 5 Jahren. Selbst die Parks, die noch vor 20 Jahren stille, verwunschene Rückzugsorte waren, gleichen heute langweiligen, phantasielosen Anlagengerippen städtischer Art. Was ist los? Ausgerechnet Stuttgart hat die höchsten Feinstaubwerte und vernichtet trotzdem immer mehr Grün, das als einziges wirkungsvolles Mittel dagegen dienen kann! Mein einstmals so schönes Stuttgart verkommt zur kalten, seelenlosen Weltstadt in der scheinbar kein Platz mehr ist für die wahren Bedürfnisse ihrer Einwohner und der Natur. Hallo, Ihr Stadtväter! Haben wir Stuttgarter als Ausgleich für all das Expandieren und Streben (und für unsere Steuern) nicht wenigstens genügend grüne Oasen und Wohltuendes für Auge, Ohr und Herz verdient?