Stuttgart wächst zusammen

Vertan und vorbei. Die Chance, dass das Elefantenklo am > Österreichischen Platz eines Tages verschwinden wird, scheint auf lange Zeit vertan zu sein. Rechts und links der > Paulinenbrücke ist gebaut worden, so als ob die Brücke ein Naturgesetz sei. Sie ist aber kaum mehr als eine Barriere zwischen zwei Stadtteilen.

Wie konnte das passieren? Sicher, vor einigen Jahren wurde die Planung offengelegt, aber die Höhe, die Größe der beiden Einkaufszentren wird den Bürgern erst bewusst, wenn sie aus der Erde wachsen. In jeder Stadt sehen solche Ladenansammlungen immer gleich aus. Sei es gegenüber vom Saarbrücker Hauptbahnhof oder in > Passau. Oder in der Stuttgarter Innenstadt, wo die > die Königsbau-Passagen immer neue Tricks anwenden müssen, um die Besucher in die > die FoodLounge zu locken.

Die neue Stadtbibliothek in Stuttgart wird zugebaut

Gucken wir uns nochmal zwei Bilder an, die schon einmal hier auf dem Blog gezeigt wurden: > Stuttgarter Nachverdichtung.

Als Architekt wäre ich sehr betrübt darüber, dass die neue Stadtbibliothek in einigen Monaten von fast allen Seiten zugebaut sein wird. Man kann noch nicht mal auf einem Weg um die Bibliothek herumlaufen.

Die Bibliothek als visuelles Lockmittel für ihre Leser und Besucher verliert viel von ihrer Anziehungskraft, wenn sie nur noch einer Seite zu sehen ist.

Die meistgelesene Beiträge auf diesem Blog

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> Die Neue Straße in Ulm

Anne-Françoise Jumeau (Paris): Architektur als kreatives Mannschaftsspiel

Das Internationale Zentrum für Kultur- und Technologiforschung IZKT der Universität Stuttgart hat Anne-Françoise Jumeau (Paris) eingeladen. Sie wird einen Vortrag über die Architektur als kreatives Mannschaftsspiel halten.

Mi, 15. Mai 2013 19:30
Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Seit 16 Jahren kopnzipiert die Gruppe PERIPHERIQUES Architectes in einer offenen, sich beständig wandelnden Kooperationsstruktur architektonische und stadtplanerische Projekte. Den Schwerpunkt der Arbeit besteh in der architektonischen Gestaltung von Kulturinstitutionen, Bildungseinrichtungen, Dienstleistungsstrukturen und innovativen Wohnkonzepten. Zu den besonders beachteten Erfolgen dieser neuartigen Arbeitsstruktur gehören das ATRIUM-Gebäude der Universität Jussieu in Paris, ein Konzertsaal für zeitgenössische Musik in Nancy, ein Kulturzentrum in Thionville und das in St. Denis umgesetzte Modell der villas Torpédo. Der Vortrag wird vorführen, wie die besondere Struktur von PERIPEHRIQUES Architectes zur Entwicklung kreativer und innovativer Lösungen beiträgt.

Vortrag auf Französisch mit konsekutiver Übersetzung

> PERIPHERIQUES Architectes

Die Veranstaltung wird von der DVA-Stiftung gefördert.

Um jeden Preis: Nachverdichtung in Stuttgart

„Stuttgart wächst zusammen“ prangt als Werbespruch auf dem > Bauzaun des „Gerbers“, das in diesen Wochen sich anschickt, neben der > Paulinenbrücke aus dem Boden zu wachsen.

Ein Blick auf die Baustelle, wo die Kräne stehen, zeigt, dass dort ein für die Stuttgarter Stadtentwicklung sehr schwerwiegender Fehler entsteht:

Als Beleg machen wir nur zwei Fotos, eins heute und das andere wenn das „Gerber“ emporgewachsen ist, und man sehen kann, das das, was man als Grundgesetz der Stadt verstehen könnte, der Blick auf die Hänge, verbaut worden sein wird. Viele mag das heute noch nicht nicht stören, man glaubt ohnehin nur das, was man wirklich sieht. Steht das „Gerber“, werden sich möglicherweise viele verwundert die Augen reiben. Viele Investoren werden alle Hebel in Bewegung, um auch so ein schönes „Gerber“ bauen zu dürfen.

Wie konnte das passieren? In dieser Stadt gibt es keine wirklich zusammenhängende Stadtplanung. Oder wenn es Ansätze von ihr geben sollte, ist sie im heutigen Stadtgebiet nicht erkennbar. Nennen wir zwei markante Beispiele: Solange die > Stadtautobahn und die Paulinenbrücke Stadtviertel ohne Perspektive auf Wiedervereinigung teilen, ist eine dort eine so notwendige Stadtreparatur nicht in Sicht. Folglich gibt es auch keine wirkliche Stadtplanung, die neue und Interessante Perspektiven verspricht. Man werkelt hier, man werkelt dort, aber keine der heutigen Baustellen fördert eine wirklich zusammenhängende Perspektive für die Zukunft.

> Ein neues Stadtquartier entsteht

Befürworter und Gegner von S21 haben sich durch den Sog der Ereignisse auf den Bahnhof konzentriert, manche von ihnen auf beiden Seiten mit guten Gründen für ihre jeweiligen Überzeugungen. Zuletzt sind alle guten Argumente für das Projekt der Meinung gewichen, man könne jetzt nicht mehr aufhören.


Stuttgart wächst an der Paulinenbrücke zusammen, hier das Caleido und drüben das Gerber. Klar, die Fußgänger können unter der Paulinenbrücke durchlaufen. Aber oben, auf dem Österreichischen Platz werden sie nicht geduldet. Hier hat man großartige Chance zur Stadtsanierung verpasst.

> Die autogerechte Stadt: Der Österreichische Platz – August 20120 auf diesem Blog


Es wird auch hier höchste Zeit, dass die Befürworter sich wieder an die guten Gründe für das Projekt erinnern *und* es wieder oder überhaupt als Teil einer integrierten Stadtplanung für Stuttgart definieren. Die bisher genannten guten Gründe betreffen den Bahnverkehr, aber nicht die Anbindung oder die Integration des neuen Bahnhofs an die angrenzenden Stadtquartiere. Im Prinzip hat man dort unter anderen Vorzeichen die gleichen Fehler gemacht, wie sie jetzt mit dem „Gerber“ als Insellösung gemacht werden.

Zurück zum „Gerber“. Man lässt Investoren an beiden Seiten der City große > Einkaufszentren bauen, deren Gewinn für die Stadtentwicklung nur schwer oder gar nicht erklärbar ist.

Der Neckar bei Bad Cannstatt

Man braucht gar keine besondere stadtplanerische Ausbildung, um auf ein paar Fotos zu erkennen, das der Neckar bei Bad Cannstatt kaum mehr als ein geduldeter Fluss ist. Und dennoch bei genauerem Hinsehen sind an einigen Uferstrecken kleine bescheidene Ansätze zu einer urbanen Einbindung des Flusses in das Stadtbild zu erkennen. Aber auch wirklich nur ansatzweise. Direkt daneben gibt es lange Uferpartien mit schroff abfallenden Wänden, die an diesen Stellen dem Fluss jede Funktion nehmen. Schaut man sich dies Fotos genauer an, muss man unweigerlich auf Ideen kommen, wie die Stadt den Fluss wieder zurückgewinnt. Was könnte man aus ihm zugunsten für eine pfiffige Stadtentwicklung alles machen:

Wegen mangelndem Brandschutz geschlossen:
Wann dürfen wir wieder auf den Stuttgarter Fernsehturm steigen?

Die Entscheidung, den TV-Turm auf der Höhe vor Stuttgart wegen Brandschutzproblemen zu schließen, kam so überraschend und schnell, dass man echt Sorge haben muss, dass die letzten Touristen dort oben vergessen werden und nun für lange Zeit von da oben winken werden. Hoffentlich sind alle Besucher vor der Schließung rechtzeitig heruntergekommen.

Eigentlich ist die Schließung sehr schade. Im Herbst waren wir noch dort oben. Am Wochenende nach dem Besuch gleich nochmal. Das Café oben ist klasse. Und dann kam ein Freund aus Frankreich zu Besuch. Wir wieder auf den Turm! Und jedesmal bei nicht so sonnigem Wetter, trotzdem mit guter Sicht, so dass wir jetzt den Höhenhungrigen eine kleine Entschädigung mit 22 Fotos hier anbieten können. Ein perfekter Rundumblick, schöner als jede HHL-Wohnung in Stuttgart.

> www.fernsehturmstuttgart.com/

> http://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgarter_Fernsehturm – Wikipedia

> Fernsehturm dicht – SWR kalt erwischt

> www.stuttgart-tourist.de/a-fernsehturm-stuttgart

22 Fotos (c) H. Wittmann

Ein Klick auf ein Foto, das sich dann auf schwarzen Hintergrund öffnet, mit einem Klick auf den rechten Pfeil geht es weiter.

Stuttgarter Nachverdichtung

Im Stuttgarter Talkessel ist es eng, deshalb wird jeder Quadratmeter bebaut. Das nennt man Nachverdichtung. Hier eine Erinnerung an das Gebäude das wie ein noch fehlendes Puzzleteil an der Theodor-Heuss-Straße hinter dem Kunstmuseum vor ein paar Jahren passgenau auf ein Grundstück mit einem spitzen Winkel gesetzt wurde:

Die neue Stadtbibliothek hatte leider nur eine kurzen Auftritt.

Schade, schade, kaum hat Stuttgart so ein > Archtitektur-Highlight bekommen, wird es gleich wieder eingemauert.

Wie, man kann doch von der anderen Seite gucken?

Dieser Blick ist schon Geschichte. Schade. Erst bauen und dann schnell zubauen… mit einem Einkaufszentrum und einem Parkhaus, sozusagen als Stuttgarter städteplanerische Antwort auf die Kultur:

Da wächst ein Einkaufszentrum aus dem Boden. So ist das mit der Stuttgarter Nachverdichtung.

> Noch ein letzter Blick auf die Stadtbibliothek

> Nachverdichtung oder Stuttgart wächst zusammen

> Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur

Stuttgarter Riegelbebauung und Nachverdichtung

Am 15. Oktober 2010 stand auf diesem Blog: „Fährt man über die Heilbronnerstraße nach Stuttgart hinein, sieht man links den Neubau der Stadtbibliothek. Gleich daneben, etwas weiter Richtung Stadt kommt das Hochhaus der Landesbank Baden-Württemberg in den Blick. Schon wenn man noch an der roten Ampel wartet und von da aus dieses Haus sieht, könnte man den Eindruck gewinnen, irgendetwas stimmt damit nicht. Sicher, es ist ein beeindruckender Bau, ohne Zweifel gelungen. Es steht vielleicht nicht ganz richtig, müsste es aus Klimagründen und des Luftaustauschs nicht endlich um 90 Grad gedreht werden?“

An der Wolframstraße soll ein weiteres Hochhaus gebaut werden.

Leider haben dessen Planer die Ausstellung > Ein neues Museum für die Bürger. Eine Lehrschau für die Stadtplaner nicht besucht. Die Riegelbebauung oder Querverriegelung des Stuttgarter Talkessels ist ein Ärgernis in dieser Stadt, > wo man eigentlich den Anfängen wehren sollte. Es begann mit dem hier gezeigten Hochhaus, so wird man in einigen Jahen sagen können, wenn der Blick aus der Stadt nicht mehr zu den Hügeln schweifen kann, sondern sich an den glitzernden und funkelnden Fassaden der Hochhäuser brechen wird. Immer mehr Blickachsen werden zugebaut, und in heißenm Sommern wird sich der mangelhafte Luftaustausch bemerkmar machen.

Wehret den Auswüchsen: Die Stuttgarter Nachverdichtung

Die Bebauung des Gerber-Viertels neben der ungeliebten > Paulinenbrücke ist stadtarchitektonisch gesehen ein schwerer Fehler, der sich in dieser Stadt nicht wiederholen darf. Die einst darin flanierenden Kunden werden sich an den vielen schönen Vitrinen des > Einkaufszentrums sicher erfreuen können. Dort drinnen wird man von dem Schaden, das das Gerber im wahrsten Sinne des Wortes in Hinsicht auf die Sichtachsen in Stuttgart, die nun einmal zur Identität dieser topographisch so einmalig schöne gelegenen Stadt nichts mehr wissen und sehen. So im Vorbeigehen aufgenommen zeigen die beiden nächsten Fotos, den Horizont mit den Bergen um Stuttgart, die hinter dem Gerber so verschwinden werden, wie St. Maria hinter dem Caleido. Schade. Mit dem Bau dieser Komplexe und mit der Nachverdichtung dieser Stadtquartiere gibt die Stadt viel von ihrer Identität auf. Zubauen ist genauso schlimm wie unbedachtes Abreißen.

> Nachverdichtung in Stuttgart. Noch ist es nicht zu spät
> Nachverdichtung oder Stuttgart wächst zusammen
> Noch ein letzter Blick auf St. Maria
> Ein neues Stadtquartier entsteht
> Eine neues Stadtquartier oder eine Insellösung?

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