Facebook und die persönliche Identität seine Teilnehmer

Wenn man sich eine E-Adresse einrichtet, dann ist das immer eine persönliche Angelegenheit. Man gibt sie weiter, damit andere mit Hilfe dieser Adresse unkompliziert Nachrichten übermitteln können. Manche haben mehrere Adressen, offizielle Adressen, ganz private Adressen und behalten so ihre persönliche Hoheit über die eigenen elektronischen Postkästen. Wie würden wir protestieren, wenn jemand einen Mailkasten mit unserem Namen einrichtet und sie dann auch nach seinen eigenen Vorstellungen organisiert. Und dann noch mit dieser neuen Adresse unsere alten Adressen unterordnet.

Facebook macht das einfach mal und richtet Postkästen für seine Teilnehmer ein: Username + @facebook.com. Und wundern tun sich nur sehr wenige.

Jörg Schieb (WDR-digital) hat sich dieses Chaos genauer angesehen:

> Chaos bei Facebook-Mail-Umstellung

Auf diesem Blog:

> Wie sozial sind soziale Netzwerke?

> Über Facebook

Fantastikfestival
DRAGON DAYS im Literaturhaus Stuttgart

Die ersten Stuttgarter DRAGON DAYS im Literaturhaus Stuttgart beginnen am Donnerstag. Vom 5.-8. Juli verwandelt sich das Literaturhaus Stuttgart in eine Hochburg der > Fantasy-Literatur.

> Dragon-Days_Programmplan2012.pdf

Hier eine Auswahl von drei Veranstaltungen:

Donnerstag, 5. Juli 2012- 20 Uhr
DER HOBBIT – Michael Klett, Denis Scheck, Andreas Fröhlich Lesung und Gespräch

„In einem Loch im Boden, da lebt ein Hobbit…
Mit diesem Satz begann J.R.R. Tolkien nicht nur sein Roman DER HOBBIT, sondern auch ein ganz neues Feld der Literatur eine Welt des Fantastischen, Fantasievollen, heute bekannt unter der Genrebezeichnung Fantasy. Denis Scheck spricht mit Tolkiens deutschem Entdecker Michael Klett über Tolkiens Einfluss in der Literatur und über seine persönlichen Erinnerungen an den Autor. Der Gollum-Synchronsprecher Andreas Fröhlich liest aus dem HOBBIT.
Infos zum Buch: > www.klett-cotta.de/buecher/fantasy/tolkien/derhobbit

Freitag, 6. Juli 2012 / 20 Uhr
HYDDENWORLD
William Horwood, Denis Scheck, Kemane Bâ
Lesung, Gespräch, Speedpainting

Mit seinem Roman DER STEIN VON DUNCTON wurde William Horwood international bekannt. Im Gespräch mit Denis Scheck stellt der britische Autor den ersten Band seiner > HYDDENWORLD Tetralogie (auf deutsch bei Klett-Cotta) vor: Die Hydden sind ein winziges Völkchen und leben für Menschen unsichtbar unter der Erde. Jack, der Held der Geschichte, ist in der Welt der Hydden ein „Riesengeborener und dadurch in höchster Gefahr. Laut einer Prophezeiung soll er dabei helfen die Welt der Menschen und der Hydden wieder zusammenzuführen, in dem er die vier fehlenden Edelsteine einer sagenumwobenen Brosche wiederfindet. Das gefällt den über die Hydden herrschenden Fyrd nicht und Jack muss sich auf eine gefährliche Suche nach den Edelsteinen begeben, damit sich sein Schicksal erfüllt.
Vorprogramm: Figurenentwicklung in nur zwanzig Minuten. Der Speedpainter Kemane Bâ malt ein Bild zu HYDDENWORLD. Seine Arbeit am Computer wird direkt auf die Leinwand projiziert, und das Publikum kann durch Zurufe gestalterischen Einfluss auf den Schöpfungsprozess nehmen.

* Samstag, 7. Juli 2012 / 17 Uhr
DER LETZTE SCHATTENSCHNITZER – Christian von Aster

Für seinen Roman > > DER LETZTE SCHATTENSCHNITZER hat Christian von Aster auf der Leipziger Buchmesse den Phantastikpreis SERAPH bekommen. In seinem Roman wohnt jedem Schatten eine eigene Art von Leben inne. Menschen mit der Fähigkeit die Sprache der Schatten zu verstehen, haben auch Zugang zu dem Wissen der Schatten. Deshalb versuchen alle Magier die Sprache der Schatten zu erlernen. Der Held der Geschichte, Jonas Mandelbrot, hat eine Begabung diese Sprache zu verstehen und er wird damit die einzige Hoffnung, den Krieg zwischen Mensch und Schatten zu verhindern.

> Vorgefragt: Christian von Aster, der Schattenschnitzer mit einem Video-Interview

Der Kartenvorverkauf findet im > Literaturhaus Stuttgart statt.

Weitere Infos sowie alle Programmpunkte der DRAGON DAYS finden Sie hier: > http://www.dragondays.de.

> Dragon-Days_Programmplan2012.pdf

> http://www.hobbitpresse.de/

Skulpturale Fassaden

Als Gastautor auf diesem Blog erzählt Peter Czerwinski mit 20 Fotos von seinen Spaziergängen durch Stuttgart und den wunderbaren Fassaden in dieser Stadt.

Stuttgart als ‚Vorort der Moderne‘ ist ein Allgemeinplatz: wer kennt nicht die Weißenhofsiedlung!

Im Hintergrund bleibt dabei, daß Stuttgart auch – oder sogar ‚eigentlich‘ – eine Stadt des späten 19. Jahrhunderts ist: ihr Bestand an Häusern aus dieser Zeit macht staunen. Ganze Straßenzüge, ganze Stadtteile sind nahezu vollständig erhalten. Prächtige Fassaden reihen sich lückenlos etwa in der Reinsburgstraße, der Augustenstraße, der Gutenbergstraße, der Olgastraße, der Alexanderstraße …. (Am schönsten aber sind die Häuser in der Mörikestraße!).

20 Fotos

Doch für solche – wohl singuläre – Skulpturalität der Fassaden des 19. Jahrhundert reichen die gängigen ‚Erklärungen‘ nicht hin: der Bürger habe geprotzt, um zu verdecken, daß er nichts war und nichts hatte außer Geld, daß er über keine eigene Lebensform verfügte. Etwa wurden die ‚eigentlich‘ großzügigen Räume mit Möbeln und irgendwelchem Plunder zugestopft (‚Makartstil‘), und eben solcher ‚horror vacui‘, solche Angst vor der Leere habe auch die überbordenden Fassaden hervorgebracht.
Für diese Erklärung scheint zu sprechen, daß die Skulpturalität der Häuser des späten 19. Jahrhunderts ausnahmslos Nachahmung war, zu keinem eigenen Stil fand. Sie kopierte die Antike, die Romanik, die Gotik, die Renaissance, den Barock, selbst noch den Klassizismus, vereinte nicht selten an einem Bau mehrere dieser Anleihen:
„Im Skulpturenprogramm der Fassade trat das Bildungswissen des Bürgers von Innen nach Außen. Was die Fürsten im Park aufstellten, antike Götter und Heroen, stellten die Bürger der Straße zur Schau – ein Beleg dafür, dass auf der Straße der Großstadt das Schauspiel des Bürgertums abläuft.“
(Hannelore Schlaffer).
Doch nicht die Angst vor der Leere wehrten die Ornamente mit ihrem Willen zu einer – contradictio in adjecto – ‚überbordenden Ordnung‘ ab, sondern das Gegenteil, die Angst vor der Masse: entfernt man die Ornamente (das ist bei Renovierungen in den armen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts nicht selten geschehen), wird aus den würdevollen Bauten eine Fabrik- und Kasernenarchitektur wie in den Randzonen der Städte. (Tatsächlich sind die meisten Bauten des späten 19. Jahrhunderts Mietshäuser.) Mit dem Schmuck der Fassaden „wird eine Unterscheidung zwischen Industrie [aus der der Reichtum des Bürgers kommt] und Privatheit signalisiert. Die Wirtschaft hat einem Leben zu dienen, das mehr ist als nur Warenproduktion, nur Zweck und Mechanik. Im Ornament stellt sich das Surplus zur Schau. Das ist nicht einfach geprotzt, das ist der Versuch, mit einer ‚Belle Epoque‘ eine scheinbar noch massive Sinnlichkeit vor der Ware, der universalen Grundlage bürgerlicher Gesellschaften, und vor ihrer endgültig sekundären, scheinhaften Sinnlichkeit, ihrem Talmi zu retten.“.
Doch die Abwehr der Masse verwickelt sich in einen Widerspruch, denn die Gründerzeitbauten sind keine einzelnen Paläste mehr:
„Fassade ist ein doppeldeutiges Wort, meint Schein so gut wie repräsentatives Ansehen. Aber um Repräsentation kann es nicht mehr gehen, wenn so viele Häuser Reichtum zeigen. Was wir nach den Zerstörungen der beiden Kriege andächtig meinen bewahren zu müssen, weil es nur noch Reste davon gibt, das war in den Städten straßenzügeweise vorhanden. Wer käme auf die Idee, die Mietpaläste in Paris zu photografieren, sieht doch – mehr oder weniger – einer wie der andere aus.“
Die Bilder sollen keine Dokumentation sein (deshalb wird auf die genaue Bezeichnung der Häuser verzichtet), sondern einen Stil demonstrieren, die besondere ‚Skulpturalität‘ der Fassaden des späten 19. Jahrhunderts.

pc@peterczerwinski.de

Hingehen, mitfiebern und anfeuern:
Roller-Derby am 23.6.2012 in der Scharrena in Stuttgart

Am 23. Juni 2012 gibt es bei Stuttgart Valley Rollergirlz eine echte Premiere: Dieses Mal gibt es Bodychecks im Doppelpack. Die Rolling Rebels aus München und Österreichs erste Roller Derby Mannschaft, die Vienna Rollergirls kommen um sich mit den Stuttgarter Rollergirlz zu messen. Die Münchner und Östereicher sind sehr junge Teams, doch sind diese nicht minder ambitioniert.
Beim Double Header gibt es zwei Bouts hintereinander. Das heisst dann doppelten Spaß und blaue Flecken fürs gleiche Geld. Da der Abend beginnt um 19 Uhr Die zwei Bouts werden jeweils leicht verkürzt gespielt. Jedes Spiel dauert 40 statt 60 Minuten. Danach wird bei der After-Bout-Party wie gewohnt im Goldmark’s gefeiert.

> Website der Stuttgart Valley Rollergirlz

Archiv:

> Roller Derby: Schweden gewinnt mit 115 : 98 gegen Stuttgart

Ein neues Stadtquartier entsteht

Gucken wir mal vom Fernsehtum auf das neue Stadtquartier hinter dem Stuttgarter Hauptbahnhof: Die > neue Stadtbibliothek am Mailänder Platz steht schon. Die Pariser Höfe gegenüber wachsen und präsentieren sich schon als ein weiterer rechteckiger Bau, der jeden vorhandenen cm auf dem Baugelände richtig gut ausnutzt.

Mit einem Klick kann das Bild vergrößert werden. Mit ALT-Links geht es dann zurück.

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                  Themen auf diesem Blog

Stuttgart hat keine Platzkultur. Und öffentliche Räume werden schnell mit gut eingepassten großen Gebäuden zugebaut. So wie das neue Stadtquartier bis jetzt aus dem Boden wächst, ist keine rechte Phantasie oder irgendetwas Besonderes erkennbar. Doch da gibt es was: Die Bohrungen auf dem Grundstück des künftigen > Einkaufszentrums habe schon begonnen. Statt echter Grünflächengewinn, wird eine Schoppingmall entstehen, in der man nicht mehr wissen muss, ob man in Herne, Gelsenkirchen oder sonstwo ist. So entsteht ein Netz aus Einkaufszentren, das die Stadtplaner fest im Griff hat. Auf der einen Seite das > Gerber („Hier wächst Stuttgart zusammen“) steht dort auf dem Bauzaun.

In der Stadtmitte gibt es auch ein Einkaufszentrum – wir sind immer noch auf dem Fernsehturm:

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Wie sagen die Königsbau-Passagen zum Königsbau, dessen Namen sie schon usurpiert haben? „Du kommst auch noch weg.“

Und dabei gibt so viel in der Innenstadt, wo Gutes gedeihen könnte. Zum Beispiel die Kronprinzstrasse, die jeden Tag demonstriert, was passiert, wenn Einkaufszentren in und an den Rändern der CIty vernunftwidrig wachsen:

Auf diesem Blog:

> Stadtplanung und soziale Netzwerke im Web 2.0 (IV)

> Neue Einkaufszentren in Stuttgart oder wie entwickelt sich die Innenstadt?

> Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur

Ein Krieg nach dem Krieg? Die französische Besatzung Deutschlands 1918-1930
Festvortrag. Nicolas Beaupré (UFR Clermont-Ferrand)

Professor Nicolas Baupré (UFR Clermont-Ferrand) wird am Do., 24. Mai 2012 um 19:30 in der > Stadtbibliothek am Mailänder Platz einen Vortrag über die französische Besatzung Deutschlands 1918-1930 halten. Die französische Präsenz in Deutschland nach 1918 wird seit zehn Jahren von den Historikern neu bewertet. Der Erste Weltkriegs, die internationalen und transnationalen Beziehungen sowie die Postcolonial- oder Gender Studies werden mit neuen methodische Ansätzen untersucht.

Der Vortrag bietet wird einen Überblick über das Thema und den Forschungsstand . Manche Episoden dieser komplexen Geschichte – vor allem die sogenannte „schwarze Schmach“ und die Ruhrbesetzung – werden intensiv erforscht. Andere Aspekte und Ereignisse bleiben dagegen weithin unerforscht. Abschließend wird diskutiert, inwiefern die verschiedenen Episoden dieser Geschichte mit der Geschichte des Ersten Weltkrieges insgesamt verknüpft sind.

Vortrag in deutscher Sprache.
Der Festvortrag findet im Rahmen der von der DVA-Stiftung geförderten Gastprofessur statt.

Ort: Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Albert Camus, die Gerechten: Premiere in Stuttgart

2013 jährt sich der Geburtstag Albert Camus‘ (1913-1960) zum hundersten Mal.

Das Stuttgarter Schuaspielhaus zeigt ab Samstagabend das Stück Die Gerechten von Albert Camus unter dem Titel Die Gerechten / Occupy
von Albert Camus unter der Regie von Volker Lösch.

Die Inhaltsangabe des Schauspielhauses: „1949 erschien Albert Camus’ DIE GERECHTEN nach einem realen Geschehen aus dem Jahr 1905: eine Gruppe russischer Sozialrevolutionäre hatte einen Anschlag auf den Onkel des Zaren verübt und diesen getötet. Camus fragt fast ein halbes Jahrhundert später nach den Möglichkeiten und den Grenzen politisch motivierter Gewalt. Fünfzig Jahre nach der Entstehung des Textes wiederum befragt die Inszenierung von Volker Lösch die aktuellen Versuche von Minderheiten, sich politisch zu artikulieren.“

Die Besprechung der Premierenaufführung steht auf dem Frankreich-Blog:
> Albert Camus: Die Gerechten / (+Lösch:) Occupy

Premiere: Samstag, 19.05.2012, 19:30 Uhr

> Schauspielhaus Stuttgart

> Die Gerechten / Occupy

Offensichtlich verbindet der Regisseur Volker Lösch die Aufführung des Stücks mit einer behutsamen Modernisierung des Stücks. Man darf gespannt sein. Es gibt noch Restkarten.

H. Wittmann, > Albert Camus. Kunst und Moral, Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs erschienen. Hrsg. Dirk Hoeges, Peter Lang, Frankfurt/M u.a. 2002. EUR 19.90 ISBN: 3-632-39525-6

Parken am Stuttgarter Hauptbahnhof

Nur wenn am Hauptbahnhof nichts los ist, kann man auf dem Parkplatz an der Nordseite eventuell einen Parkplatz finden. Zu allen anderen Zeiten ist das auf diesem Parkplatz unmöglich. Auf keinem anderen Parkplatz der Republik gibt es so viele Halte- und Parkverbotsschilder. Und beim Herausfahren lässt die Ampel nur zwei oder drei Autos durch. Und wenn man wirklich einen Platz bekommen hat, merken besonders Personen mit eingeschränkter Mobilität, wie lang der Weg in den Bahnhof geworden ist. Das Begleiten oder Abholen von Verwandten, Freunden und Geschäftspartnern am Bahnhof ist vielen sehr wichtig und gehört auch zum sozialen und urbanen Miteinander. Schade, das geht jetzt kaum noch. Die Parksituation am HBF muss dringend neu überdacht werden. Die aktuellen Zustände sind unzumutbar.

Alles für das Auto: Die Paulinenbrücke

Wie bereits mehrmals auf diesem Blog angemerkt, ist es doch bedauerlich, dass dort wo am Bauzaun steht „Stuttgart wächst zusammen,“ genau das Gegenteil geschieht. Von oben wird offenkundig, dass die > Paulinenbrücke auch künftig als großes Bollwerk das neue Geber vom neuen Caleido trennen wird. > Einkaufszentren scheren sich nicht um ihre Umgebung, sie wollen nur die Käufer anlocken und möglichst lange bei sich behalten. Da ist eine gute Anbindung an das umgebende Stadtviertel nur hinderlich.

Aufgenommen vom Fernsehturm aus. Mit einem Klick kann dieses Foto vergrößert werden. (c) Heiner Wittmann, 2012.

> Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger

> Eine neues Stadtquartier oder eine Insellösung?
> Stadtreparatur (IV): Die Paulinenbrücke: Eine Brücke als Parkhausdach?
> Stadtreparatur (V): Der Österreichische Platz

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