Noch ein letzter Blick auf die Bahnsteige des Stuttgarter Hauptbahnhofs

Und was fällt hier auf? Das ist ein Archivfoto! Richtig, die Gläser zwischen den Bahnsteigen sind in den Ferien verschwunden. So viele Glasscheiben, – 4-5000? – die hätte man ein bisschen putzen und dann in das neue Glasbahnhofsdach über dem neu renovierten Stuttgarter Hauptbahnhof einbauen können. Stuttgarts schönste Halle wäre das geworden. Deutschlands schönster Bahnhof. Ein richtiges Empfangstheater für alle Gäste die hier ankommen, aussteigen und in die Stadt weitergehen. Nun kommt alles anders, und wir freuen uns auf den Tiefbahnhof.

Noch ein letzter Blick auf St. Maria

Das Foto ist knapp zwei Wochen alt, jetzt schießt das neue Gebäude links der > Paulinenbrücke in die Höhe, rechts von ihr wird dass > Gerber-Viertel auch bald über den Bauzaun gucken. Schade, statt abgerissen zu werden, wird die Paulinenbrücke für lange Zeit buchstäblich in einer Häuserschlucht einbetoniert werden. Hier haben die Stadtplaner die Chance zur Reparatur dieses Stadtquartiers verpasst.

Die Gedenktafel hängt jetzt an der Außenwand des ehemaligen Hotels Silber

Archivbild. Bis vor kurzem hing die Gedenktafel neben der Drehtür im Foyer, ganz versteckt, so dass nur jemand sie finden konnte, der mit dem Schicksal dieses Ortes vertraut war. Nun ist die Gedenktafel an die Außenwand des ehemaligen Gebäudes der Gestapo-Zentrale umgezogen. Das wurde auch Zeit. Schade, dass in dieser Stadt um jedes Stück Erinnerung offensichtlich immer wieder gerungen werden muss. Zur Identität einer Stadt gehört auch das Gedächtnis, die Erinnerung an die Geschichte. Und naturgemäß wird die Geschichte einer Stadt auch von ihren Gebäuden geprägt.

> Gedenktafel an Außenwand des Hotels Silber Website von Nils Schmid, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg, Minister für Finanzen und Wirtschaft

> Gedenktafel ist aus dem Inneren des ehemaligen Hotels Silber zur Außenfassade umgezogen – Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber

Noch ein letzter Blick auf die Stadtbibliothek

Noch ein letzter Blick auf die neue > Stadtbibliothek am Mailänder Platz, bevor das Einkaufszentrum aus dem Boden wächst, und den Blick auf das schöne Gebäude und überhaupt auf die Stuttgarter Berge ringsherum versperrt.

> Ein neues Stadtquartier entsteht

> Neue Einkaufszentren in Stuttgart oder wie entwickelt sich die Innenstadt?

> Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur – 16. Mai 2009

> Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger

Nicht mal der Denkmalschutz wird in Stuttgart geschützt.

Zur Lektüre empfohlen:

> Denkmalschutz. Vom Wert der alten Steine
von Thomas Faltin, Stuttgarter-Zeitung, 8.07.2012

Vielleicht hätte dieser Artikel eher geschrieben und gelesen werden müssen, bevor der Denkmalschutz in dieser Stadt umgangen und Schützenswertes abgerissen wird.

Auf diesem Blog: > Architektur im Stuttgarter Literaturhaus. Von der Missachtung des Denkmalschutzes unserer kulturellen Vergangenheit und Zukunft

Sommerfest mit Rose Babylone
14. Juli im Institut français de Stuttgart

14.07.2012, 19:30 Uhr – 22:30 Uhr

14. Juli: Am französischen Nationalfeiertags lädt das Institut français Stuttgart zu einem letzten Fest auf der Terrasse der Villa in der Diemershalde ein.

Photo: (c) Rose

Musikalisches Highlight: die Band Rose Babylone aus Straßburg tritt auf. Stéphane Jordan (Gitarre und Gesang) Jean Raymond Gélis (Piano, Gambe, Gesang) und Michel Ludwiczak (Akkordeon) nehmen mit ihrem Caravan und ihren „Chansons Nomades“ im Gepäck ihre Zuhörer auf eine poetisch-musikalische Reise mit.

Eintritt frei

> Institut français, Diemershaldenstr. 11, 70184 Stuttgart

Facebook und die persönliche Identität seine Teilnehmer

Wenn man sich eine E-Adresse einrichtet, dann ist das immer eine persönliche Angelegenheit. Man gibt sie weiter, damit andere mit Hilfe dieser Adresse unkompliziert Nachrichten übermitteln können. Manche haben mehrere Adressen, offizielle Adressen, ganz private Adressen und behalten so ihre persönliche Hoheit über die eigenen elektronischen Postkästen. Wie würden wir protestieren, wenn jemand einen Mailkasten mit unserem Namen einrichtet und sie dann auch nach seinen eigenen Vorstellungen organisiert. Und dann noch mit dieser neuen Adresse unsere alten Adressen unterordnet.

Facebook macht das einfach mal und richtet Postkästen für seine Teilnehmer ein: Username + @facebook.com. Und wundern tun sich nur sehr wenige.

Jörg Schieb (WDR-digital) hat sich dieses Chaos genauer angesehen:

> Chaos bei Facebook-Mail-Umstellung

Auf diesem Blog:

> Wie sozial sind soziale Netzwerke?

> Über Facebook

Fantastikfestival
DRAGON DAYS im Literaturhaus Stuttgart

Die ersten Stuttgarter DRAGON DAYS im Literaturhaus Stuttgart beginnen am Donnerstag. Vom 5.-8. Juli verwandelt sich das Literaturhaus Stuttgart in eine Hochburg der > Fantasy-Literatur.

> Dragon-Days_Programmplan2012.pdf

Hier eine Auswahl von drei Veranstaltungen:

Donnerstag, 5. Juli 2012- 20 Uhr
DER HOBBIT – Michael Klett, Denis Scheck, Andreas Fröhlich Lesung und Gespräch

„In einem Loch im Boden, da lebt ein Hobbit…
Mit diesem Satz begann J.R.R. Tolkien nicht nur sein Roman DER HOBBIT, sondern auch ein ganz neues Feld der Literatur eine Welt des Fantastischen, Fantasievollen, heute bekannt unter der Genrebezeichnung Fantasy. Denis Scheck spricht mit Tolkiens deutschem Entdecker Michael Klett über Tolkiens Einfluss in der Literatur und über seine persönlichen Erinnerungen an den Autor. Der Gollum-Synchronsprecher Andreas Fröhlich liest aus dem HOBBIT.
Infos zum Buch: > www.klett-cotta.de/buecher/fantasy/tolkien/derhobbit

Freitag, 6. Juli 2012 / 20 Uhr
HYDDENWORLD
William Horwood, Denis Scheck, Kemane Bâ
Lesung, Gespräch, Speedpainting

Mit seinem Roman DER STEIN VON DUNCTON wurde William Horwood international bekannt. Im Gespräch mit Denis Scheck stellt der britische Autor den ersten Band seiner > HYDDENWORLD Tetralogie (auf deutsch bei Klett-Cotta) vor: Die Hydden sind ein winziges Völkchen und leben für Menschen unsichtbar unter der Erde. Jack, der Held der Geschichte, ist in der Welt der Hydden ein „Riesengeborener und dadurch in höchster Gefahr. Laut einer Prophezeiung soll er dabei helfen die Welt der Menschen und der Hydden wieder zusammenzuführen, in dem er die vier fehlenden Edelsteine einer sagenumwobenen Brosche wiederfindet. Das gefällt den über die Hydden herrschenden Fyrd nicht und Jack muss sich auf eine gefährliche Suche nach den Edelsteinen begeben, damit sich sein Schicksal erfüllt.
Vorprogramm: Figurenentwicklung in nur zwanzig Minuten. Der Speedpainter Kemane Bâ malt ein Bild zu HYDDENWORLD. Seine Arbeit am Computer wird direkt auf die Leinwand projiziert, und das Publikum kann durch Zurufe gestalterischen Einfluss auf den Schöpfungsprozess nehmen.

* Samstag, 7. Juli 2012 / 17 Uhr
DER LETZTE SCHATTENSCHNITZER – Christian von Aster

Für seinen Roman > > DER LETZTE SCHATTENSCHNITZER hat Christian von Aster auf der Leipziger Buchmesse den Phantastikpreis SERAPH bekommen. In seinem Roman wohnt jedem Schatten eine eigene Art von Leben inne. Menschen mit der Fähigkeit die Sprache der Schatten zu verstehen, haben auch Zugang zu dem Wissen der Schatten. Deshalb versuchen alle Magier die Sprache der Schatten zu erlernen. Der Held der Geschichte, Jonas Mandelbrot, hat eine Begabung diese Sprache zu verstehen und er wird damit die einzige Hoffnung, den Krieg zwischen Mensch und Schatten zu verhindern.

> Vorgefragt: Christian von Aster, der Schattenschnitzer mit einem Video-Interview

Der Kartenvorverkauf findet im > Literaturhaus Stuttgart statt.

Weitere Infos sowie alle Programmpunkte der DRAGON DAYS finden Sie hier: > http://www.dragondays.de.

> Dragon-Days_Programmplan2012.pdf

> http://www.hobbitpresse.de/

Skulpturale Fassaden

Als Gastautor auf diesem Blog erzählt Peter Czerwinski mit 20 Fotos von seinen Spaziergängen durch Stuttgart und den wunderbaren Fassaden in dieser Stadt.

Stuttgart als ‚Vorort der Moderne‘ ist ein Allgemeinplatz: wer kennt nicht die Weißenhofsiedlung!

Im Hintergrund bleibt dabei, daß Stuttgart auch – oder sogar ‚eigentlich‘ – eine Stadt des späten 19. Jahrhunderts ist: ihr Bestand an Häusern aus dieser Zeit macht staunen. Ganze Straßenzüge, ganze Stadtteile sind nahezu vollständig erhalten. Prächtige Fassaden reihen sich lückenlos etwa in der Reinsburgstraße, der Augustenstraße, der Gutenbergstraße, der Olgastraße, der Alexanderstraße …. (Am schönsten aber sind die Häuser in der Mörikestraße!).

20 Fotos

Doch für solche – wohl singuläre – Skulpturalität der Fassaden des 19. Jahrhundert reichen die gängigen ‚Erklärungen‘ nicht hin: der Bürger habe geprotzt, um zu verdecken, daß er nichts war und nichts hatte außer Geld, daß er über keine eigene Lebensform verfügte. Etwa wurden die ‚eigentlich‘ großzügigen Räume mit Möbeln und irgendwelchem Plunder zugestopft (‚Makartstil‘), und eben solcher ‚horror vacui‘, solche Angst vor der Leere habe auch die überbordenden Fassaden hervorgebracht.
Für diese Erklärung scheint zu sprechen, daß die Skulpturalität der Häuser des späten 19. Jahrhunderts ausnahmslos Nachahmung war, zu keinem eigenen Stil fand. Sie kopierte die Antike, die Romanik, die Gotik, die Renaissance, den Barock, selbst noch den Klassizismus, vereinte nicht selten an einem Bau mehrere dieser Anleihen:
„Im Skulpturenprogramm der Fassade trat das Bildungswissen des Bürgers von Innen nach Außen. Was die Fürsten im Park aufstellten, antike Götter und Heroen, stellten die Bürger der Straße zur Schau – ein Beleg dafür, dass auf der Straße der Großstadt das Schauspiel des Bürgertums abläuft.“
(Hannelore Schlaffer).
Doch nicht die Angst vor der Leere wehrten die Ornamente mit ihrem Willen zu einer – contradictio in adjecto – ‚überbordenden Ordnung‘ ab, sondern das Gegenteil, die Angst vor der Masse: entfernt man die Ornamente (das ist bei Renovierungen in den armen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts nicht selten geschehen), wird aus den würdevollen Bauten eine Fabrik- und Kasernenarchitektur wie in den Randzonen der Städte. (Tatsächlich sind die meisten Bauten des späten 19. Jahrhunderts Mietshäuser.) Mit dem Schmuck der Fassaden „wird eine Unterscheidung zwischen Industrie [aus der der Reichtum des Bürgers kommt] und Privatheit signalisiert. Die Wirtschaft hat einem Leben zu dienen, das mehr ist als nur Warenproduktion, nur Zweck und Mechanik. Im Ornament stellt sich das Surplus zur Schau. Das ist nicht einfach geprotzt, das ist der Versuch, mit einer ‚Belle Epoque‘ eine scheinbar noch massive Sinnlichkeit vor der Ware, der universalen Grundlage bürgerlicher Gesellschaften, und vor ihrer endgültig sekundären, scheinhaften Sinnlichkeit, ihrem Talmi zu retten.“.
Doch die Abwehr der Masse verwickelt sich in einen Widerspruch, denn die Gründerzeitbauten sind keine einzelnen Paläste mehr:
„Fassade ist ein doppeldeutiges Wort, meint Schein so gut wie repräsentatives Ansehen. Aber um Repräsentation kann es nicht mehr gehen, wenn so viele Häuser Reichtum zeigen. Was wir nach den Zerstörungen der beiden Kriege andächtig meinen bewahren zu müssen, weil es nur noch Reste davon gibt, das war in den Städten straßenzügeweise vorhanden. Wer käme auf die Idee, die Mietpaläste in Paris zu photografieren, sieht doch – mehr oder weniger – einer wie der andere aus.“
Die Bilder sollen keine Dokumentation sein (deshalb wird auf die genaue Bezeichnung der Häuser verzichtet), sondern einen Stil demonstrieren, die besondere ‚Skulpturalität‘ der Fassaden des späten 19. Jahrhunderts.

pc@peterczerwinski.de

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