Christa Wolf ist tot
Im Alter von 82 Jahren ist > Christa Wolf gestorben.

Ein Blick ins Archiv des Stuttgarter Literaturhauses:
donnerstag, 11.12.03, 20.00 uhr
> Christa Wolf Ein Tag im Jahr. Lesung

Fotos: (c) H. Wittmann. 2003
Im Alter von 82 Jahren ist > Christa Wolf gestorben.

Ein Blick ins Archiv des Stuttgarter Literaturhauses:
donnerstag, 11.12.03, 20.00 uhr
> Christa Wolf Ein Tag im Jahr. Lesung

Fotos: (c) H. Wittmann. 2003
Mi, 30. November 2011 19:30
Eine Veranstaltung des > IZKT in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart
Nicolas Offenstadt (IEP Paris): Die Soldaten im Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges: Überlebens- und Durchhaltestrategien
(Einladungstext:)Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung waren die Soldaten des Ersten Weltkriegs keineswegs durchgängig von patriotischer Emphase motiviert. Wie aber lässt sich dann erklären, dass sie das Grauen des Krieges über Jahre ertrugen? Der Vortrag wird anhand bisher unedierter Quellen neue Erkenntnisse über das Verhalten der Soldaten an der Front, ihre Solidarität untereinander, ihre Versuche des Widerstands und ihre Durchhalte- und Vermeidungsstrategien vorstellen.
In deutscher Sprache. Vortrag auf Einladung von Prof. Dr. Wolfram Pyta.
Die Veranstaltung wird von der DVA-Stiftung gefördert.
Die Bibliothek für Zeitgeschichte Württembergische Landesbibliothek lädt zum Abschiedsvortrag von Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld (Stuttgart) ein:
Ursächlich und wegweisend: Das historische Erbe des Ersten Weltkriegs
(Einladungstext) Bereits die Zeitgenossen sprachen vom „Großen Krieg“ (la Grande Guerre, the Great War, Velikaja Vojna). Was aber ließ diesen Krieg wirklich „groß“ werden – die entsetzlichen Verluste, der Einsatz immer neuer und schrecklicher Waffen, eine zunehmend totale Kriegführung? Oder war es das von den Soldaten auf allen Seiten scheinbar bereitwillig entrichtete Opfer des eigenen Lebens? Der Vortrag erörtert den Charakter dieses ersten industrialisierten Massenkrieges und seine Bedeutung für das nachfolgende „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm). Zugleich fragt er nach dem Stellenwert des Ersten Weltkriegs in Hitlers Ideologie und Politik und erörtert die nationalsozialistische Instrumentalisierung des deutschen Weltkriegsgedächtnisses im Kontext des Zweiten Weltkriegs.
Gerhard Hirschfeld ist seit 1997 Professor am Historischen Institut der Universität Stuttgart. Von 1989 bis 2011 leitete er die Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek. Seine Forschungsinteressen gelten u. a. der Kultur- und Erinnerungsgeschichte der beiden Weltkriege sowie der Geschichte der Niederlande im 20. Jahrhundert. Zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen und westeuropäischen Zeitgeschichte; er ist (gemeinsam mit Gerd Krumeich und Irina Renz) Herausgeber der „Enzyklopädie Erster Weltkrieg“ (Schöningh-UTB, 3. überarbeitete Aufl. 2009).
Ort: Vortragsraum der Württembergischen Landesbibliothek
Zeit: Donnerstag, 15. Dezember 2011, 18 Uhr
Hier steht das amtliche Endergebnis:
Nach dem > Lesebericht zu diesem Buch auf dem > Blog von Klett-Cotta bietet es sich an, auch auf diesem Blog das Buch von Thymian Bussemer, > Die erregte Republik mit der Banderole „Die Wutbürger und die Macht der Medien“ vorzustellen, weil es prima zur aktuellen politischen Situation in Baden-Württemberg passt und dafür nicht nur einen theoretischen Hintergrund, sondern auch eine ganz praktische Analyse der Beziehungen zwischen Politik, Medien und Bürger liefert, die nicht nur für dieses Bundesland, sondern auch für die Bundesrepublik gilt. Bussemer zeigt mit seiner Untersuchung die heutigen Schwächen der repräsentativen Demokratie auf, womit er zugleich eine Perspektive auf bessere Zeiten öffnet. Nach der Volksabstimmung in Baden-Württemberg können sich die streitenden Parteien etwas zurücklehnen und darüber nachdenken, was auf beiden Seiten nicht optimal gelaufen ist.

„Ja, für den modernen Verkehr“, „Park oder Gleise, stimmen Sie mit Nein,“ für Stuttgart 21 stimmen, ja ankreuzen, gegen Stuttgart 21 stimmen, nein ankreuzen… Dieses Durcheinander auf den Plakaten zeigt wie im Dialog zwischen der Politik, den Medien und den Bürgern die Diskussion um den neuen Stuttgarter Bahnhof von keiner Seite mehr beherrscht wird.
In Baden-Württemberg wird mit der Volksbefragung am 27. November über ein im Landtag gescheitertes Ausstiegsgesetz abgestimmt. Wird es von einem Drittel der wahlberechtigten Landesbürgerinnen und Landesbürger angenommen, ist die Ausstiegsvorlage Gesetz. Wird dieses > Quroum nicht erreicht, wird der Bahnhof unter die Erde gelegt. Auch wenn die Befürworter das Quorum nicht erreichen, gilt ihr Votum. Es geht nicht um die Befürwortung, es geht nur darum, ob das Ausstiegsgesetz angenommen oder abgelehnt wird, was natürlich auf die Frage hinausläuft, soll oder soll nicht gebaut werden? Der Bürger wird aber nicht direkt gefragt, ob er die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs in städtebaulicher Hinsicht für erforderlich hält, sondern der größte Teil der Diskussion dreht sich um das Plebiszit mit seinem verdrehten ja und nein und eventuellen Ausstiegskosten. Die Initiatoren müssen erklären, wieso die Befürworter mit Nein stimmen müssen (sie stimmen gegen die Vorlage des Ausstiegsgesetzes), und die Gegner werben für Ja-Stimmen zugunsten des modernen Verkehrs. Vor hohen Kosten beim Ausstieg wird gewarnt. Die Befürworter rechnen den Gegnern verlorene Milliardenkosten vor, wenn das Projekt scheitern sollte, die Gegner kalkulieren anders und finden nur wenige hundert Millionen, die der Abbruch von S21 kosten würde.
Was bleibt ist ein Schaden für die repräsentative Demokratie, den Bussemer zur Hauptthese seines Buches macht. „Machtverlust der Politik“ (S. 20) und „eine tiefe Entfremdung zwischen Wählern und Politik“ (S. 21) sind die Stichwörter seines Befunds. „Die Politik“ hat es nicht geschafft, den Sinn von Stuttgart 21, im Folgenden kurz S21, zu vermitteln. Andreas Zielcke hat schon am 19.10.2010 unter der Überschrift > Der unheilbare Mangel in der Süddeutschen Zeitung die Behauptung, die Bürger seien an allen Planungsschriften von S21 beteiligt gewesen, als schlichtweg falsch zurückgewiesen. Die Kosten spielen in der Auseinandersetzung um S21 eine große Rolle. Die Bahn schwört immer wieder, die Kosten würden eingehalten, was kaum jemand glauben muss. Jedes Großprojekt (> Lesebericht: Wolfgang Schömel, Die große Verschwendung, und > Nachgefragt) nicht nur die Elbphilharmonie in Hamburg wird im Verlauf seiner Baugeschichte grundsätzlich teurer werden. Das ist völlig normal und niemandem vorzuwerfen, jeder Häuslebauer kennt das. Die Frage ist nur, warum die Bahn sich so unbedingt sicher sein will, dass das Projekt bis 2020 im geplanten Kostenrahmen bleiben wird. Das wird eine Premiere sein und spricht für die bisherige gute Planung.
Die Geschichte von S21, ist für Bussemer ein Beispiel für die Postdemokratie: „Jahrelang,“ so Bussemer, „wurde das Projekt von Kommissionen, Kommunalregierungen und Parlamentsausschüssen vorangetrieben, doch zu breiterer öffentlicher Wahrnehmung fand es erst mit dem ersten Spatenstich im Schlossgarten. Die Welle der Wut und Ablehnung kam zu spät, um die Planung noch ohne größere Verwerfungen für das einmal Beschlossene zu beeinflussen – einen sechswöchigen Baustopp lässt sich die Deutsche Bahn mittlerweile mit fünfzig Millionen Euro entschädigen -, und so kam es schließlich zur Explosion. Dies zeigt: Die Öffentlichkeit erträgt Verzerrungen und Verkürzungen, ohne vollkommen funktionslos für die Demokratie zu werden – eine totale Entkoppelung von dem, was in der Politik geplant und gedacht wird, übersteht sie dagegen nicht.“ (S. 214 f.) Es bleibt also ein Quäntchen Hoffnung, die Bussemer am Rede seines Buches wieder aufgreifen wird. Der Weg zu diesem Referendum und sein Folgen werfen kein gutes Licht auf den Zustand der Demokratie und auf das Verhältnis der Medien zur Politik, oder auf das Verhältnis der Bürger zur Politik. Bussemer konstatiert, der Ruf nach mehr direkter Demokratie werde lauter. Möglicherweise könne das Plebiszit über den Stuttgarter Bahnhofsbau „für die politische Klasse Entlastung“ bieten: „Politiker könnten sich durch die Delegation strittiger Entscheidungen an das Volk im Rahmen fakultativer Referenden aus der Verantwortung stehlen. Das wäre ein weiterer Schritt zum Abtritt der Politik.“ (S. 215) Damit fasst Bussemer den gesamten Tenor seines Buches zusammen, in dem die Kanzlerin nur sechs oder sieben Mal eher nur am Rande erwähnt wird. Ist ihr Einfluss auf die Medien nicht so groß? Oder wird ihr wöchentlicher Videofilm nicht so häufig gesehen? Gerhard Schröder und Joschka Fischer erhalten jeweils ein ganzes Kapitel.
Die „Postdemokratie“ (S.22-25) ist Bussemer ein Dorn im Auge. Er zeichnet das Bild einer „völlig ermatteten demokratischen Öffentlichkeit“, die den „rasant ausgeweiteteten Zugang zu Wissen und Informationen“ (S. 23) nicht mehr beherrschen kann. Ich hätte hier „Wissen“ weggelassen, weil die von Bussemer kritisierte Flut der Infos eben nur wenig oder gar kein Wissen vermittelt. Bussemer konstatiert als Folge eine „Krise der Öffentlichkeit“ und eine „wachsende Distanz von Politikern und Bürgern“ zusammen mit den Medien als „immer mächtigeren Einflussagenten.“ (S. 24) das passt auch dazu, wie im Bundestag die eigentliche Parlamentsarbeit immer mehr in die Ausschüsse und in die Parteien verlagert wird, und der Bürger sich wundert, warum die Abgeordneten immer vor fast leeren Reihen sprechen. Die Umgehung des Bundestages wird immer mehr zur Regel. Man darf sich dann nicht wundern, wenn die repräsentative Demokratie nicht ganz unbeschadet bleibt.
„Die Bürger proben den Aufstand“ lautet die Überschrift des 2. Kapitels. „Politik im Sinkflug“ (S. 28) und „die nachlassenden Bindungskräfte von Großorganisationen“ sind hier die Stichwörter. Als Beispiel wird Ministerpräsident Mappus genannt, der jede Kritik an S21 ablehnte und erst nach dem missglückten Einsatz der Polizei im Schlossgarten seine Haltung – viel zu spät – revidieren wollte. (vgl. S. 32)
Aber Bussemer sieht gute Chancen für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen der Politik, den Medien und den Bürgern. Unter der Überschrift „Das Politische und das Mediale im 21. Jahrhundert“ (S. 236-239) erklärt er, dass trotz aller Abnutzung „das Poltische“ da sei. Es müsse nur unter „einer dicken Schicht unnützer Ablagerungen hervorgeholt werden.“ (S. 237) Diese Ablagerungen hat er vorher auf über 200 Seiten detail- und kenntnisreich beschrieben. In diesem Sinne gibt sein Buch Befürwortern und Gegnern von S21 zu verstehen, was alles falsch gelaufen ist. Wenn die Medien wieder richtig recherchieren und sich nicht nur auf Pressemitteilungen verlassen, also wenn sie wieder ihre Unabhängigkeit einnehmen und dafür sorgen, dass ihre Informationen zu begründetem Wissen werden können, dann ist die Besserung auch für die repräsentative Demokratie in Sicht.
Thymian Bussemer
> Die erregte Republik
Stuttgart: > Klett-Cotta, 1. Aufl. 2011, 253 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94620-8
Sabine Pamperrien > Wutbürger, politische Kultur und die Medien
Zwei Bücher über die repräsentative Demokratie in Deutschland
Dutschlandfunk, 21.11.2011, 19.15 Uhr
In dieser Woche feiert das > Literaturhaus in Stuttgart seinen 10-jährigen Geburtstag:

Der Mailänder Platz hinter dem Hauptbahnhof ist noch eine Riesenbaustelle. Aber in seiner möglichen Mitte oder an seinem Rand ist in den letzten Monaten die neue Stadtbibliothek aus dem Boden gewachsen. Ein großer Würfel mit kleinen Fenstern. Kommen Sie doch mal gleich mit. Gestern abend habe ich meinem Fotoapparat die neue Bibliothek gezeigt:

Toll, die Außenfassade ist ein echter Magnet. Man betritt die Eingangshalle:
Man kommt n den großen mittleren Innenraum. Das ist schon toll. Ein Raum zum Durchschreiten? Zum Verweilen? Das hat so ein bisschen was von einem Kirchenraum. Aber es ist kein Raum, den man mit einer Bibliothek in Verbindung bringen würde. Ein gigantischer Festsaal für Performances?
Die weiße Farbe herrscht überall vor.
Bisher kannte ich keine Bibliothek, in den das ganze Mobiliar und die Wände so weiß wie Buchseiten sind. Kleine blaue Wagen auf Schienen räumen die Bücher auf:
Aber dann der große Innenraum über dem weißen Innenwürfel:
Viele Treppen und das Ganze ist eine gigantische Galerie, so eine, wie ich sie schon immer im Wohnzimmer haben wollte: Einen Galerie mit einer rundumgehenden Bücherwand, wo man hinaufsteigt, das richtige Buch holt, vielleicht auch von oben eine wichtige Passage vorliest.
Ein bisschen weit weg sind die Bücher schon. Aber man hat genügend Platz zum Gucken, zur Inspiration. Kein Büchertempel, ein Tempel mit Büchern.
Medien gibt es auch:
In welchem Verhältnis steht dieser offene Raum zu den umlaufenden Bücherregalen? Sind diese hier nur Dekoration? Nein, natürlich nicht. Bin gespannt, wenn Freunde mitkommen und ihre ersten Eindrücke schildern. Zum Nachdenken über den Bau regt seine Konzeption ganz sicher an, aber auch zum Nachdenken über die Literatur?
Man muss ziemlich weit laufen, um ein bestimmtes Bücherregal zu erreichen. Aber der erste Eindruck ist doch grandios, auch weil man in Stuttgart Vergleichbares gar nicht kennt. Und so ein Bau als Magnet tut der Architekturgeschichte der Stadt richtig gut. Aber wenn der Bau in den nächsten Jahren wie so oft in Stuttgart üblich von allen Seiten mit langweiligen Bürogebäuden zugebaut werden wird, muss man wohl die Bibliothek am Mailänder Platz erst suchen. Schade! Die neue Bibliothek sollte frei auf dem Platz sehen bleiben. Mal gucken, wie es wird. Immerhin ist ein schmaler grüner Grasstreifen um die Bibliothek herum angelegt statt des geplanten Wasserbeckens…

Gestern abend fand die > Veranstaltung im Untergeschoß statt, blaue statt weiße Wände.
Und am Sonntagabend in die Oper! Es ist Premiere und am Samstagmorgen waren noch zwei Karten da. Das wird spannend. Die ersten Fotos versprechen eine tolle Aufführung:
Fausts Verdammnis von Hector Berlioz


Alle Fotos A. T. Schaefer. Mit freundlicher Genehmigung der > Oper in Stuttgart
Musikalische Leitung: Kwamé Ryan, Regie: Andrea Moses, Bühne und Kostüme: Christian Wiehle, Licht: Reinhard Traub, Video: Timo Schierhorn, Chor: Michael Alber, Dramaturgie: Thomas Wieck
Marguerite: Maria Riccarda Wesseling, Faust: Pavel ?ernoch, Jean-Noel Briend, Méphistophélès: Robert Hayward, Brander: Mark Munkittrick
Weitere Aufführungen am 5.11., 10.11. und siehe > Spielplan.
Ralph Bollmann hat in den letzten Jahre alle Opernhäuser in Deutschland bereist. 81 Opernhäuser! Mehr als im Rest der Welt. Auf der Frankfurter Buchmesse hat er auf meine Fragen zu seinem jüngst bei Klett-Cotta erschienenem Buch > Walküre in Detmold geantwortet: Video. Etwas improvisiert. Kamera hinstellen, und los geht es. > Sehen Sie selbst.
Ralph Bollmann
> Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz
2. Aufl. 2011, 285 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 2 Vorsatzkarten
ISBN: 978-3-608-94621-5
Do, 03. November 2011 19:30
Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart
Yves Sintomer (Universität Paris 8 )
Endlich eine Gelegenheit, die neue Stadtbibliothek in Stuttgart von innen an zu gucken
In Frankreich und Deutschland sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts ähnliche Tendenzen im Verhältnis der Bürger zu ihrem Staat zu erkennen: Das Bürgerengagement in Parteien und Verbänden nimmt ab, während lockere Formen zivilgesellschaftlicher Beteiligung an Bedeutung gewinnen. Der Ruf nach repräsentativen Verfahren durch direktdemokratische Elemente wird immer lauter, zugleich wandern öffentliche politische Debatten aus den Parlamenten in Talk-Shows.
Der Politikwissenschaftler Yves Sintomer (Univeristät Paris VIII) wird in seinem Vortrag der Frage nachgehen, was geschehen muss, damit die Bürger den Staat als ihren Staat erleben und dabei auf konkrete Beispiele neuer Formen demokratischer Willensbildung verweisen.
Der Vortrag Neue Formen der Demokratie ist der Auftakt zu Deutsch-französischen Graduierten-Colloquium zum Thema „Die Bürger und ihr Staat – Repräsentation, Partizipation und Vertrauen in Frankreich und Deutschland“.
> Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung, IZTK, der Universität Stuttgart
In französischer Sprache mit Übersetzungshilfe
Die Veranstaltung wird von der DVA-Stiftung gefördert.
Facebook beginnt sich selbst zu demontieren. Sicher, ich probiere das auch. Macht ja auch einen gewissen Sinn. Z.B. kenne ich junge Unternehmern, die geschickt ihre Werbung auf Facebook platzieren und ihre Geschäftsidee echt gut in Schwung bringen. Twitter kommt noch als eine Komponente dazu, vielleicht noch ein Blog, und das web-2.0 gestützte Geschäftsmodelle beginnt zu brummen. So laut und rund, wie kaum jemals ohne Internet und jeder Form elektronischer Partizipation. So weit nett und interessant. Wie Max Schrems finde ich auch die Grundidee von Facebook interessant, wenn aber Facebook die Arbeit von manchem Geheimdienst, auch wenn man glaubte , das geht gar nicht, durch eine krakenartige Sammel-und Archivierwut unbedingt toppen, ist Schluß mit Lustig. Nun, man kann ja sehen, was Facebook einen Teilnehmern alles abverlangt, man kann ja auch stundenlang das Backend von Facebook studieren, um herauszufinden, wie man seine Privatsphäre schützen kann. Am besten, niemals auch nur einmal an Facebook denken.
Neulich wollte ich jemandem persönlich 30 Fotos auf Facebook zeigen. Also in mein Album kopiert. Und flugs wurden 18 Gesichter von Google mit Namen gekennzeichnet. SO, dann wissen 18 Facebook-Teilnehmer und der Rest der Facebook-Welt, dass ich gerade Fotos veröffentlicht habe? Ob oder auch nicht, ist uninteressant. Die Technik gibt es sie funktioniert, sie wird angewandt.
Gehe ich morgen in einen Laden, werde ich wahrscheinlich gefilmt, das Foto läuft über den Facebook Scanner und irgendwann bekomme ich Mails mit Werbung über die tollen Produkte, deren Regale ich aus irgendwelchen nachlässigen Gründen in dem Laden nicht gemustert habe. Die Technik ist ja da. Was tut man dagegen? Die Forderung nach der totalen Offenheit von Informationen ist eine Begleiterscheinung dieses Technikwahns, der die Abschaffung der Privatsphäre als Ziel hat. Und wenn sie digital aufgelöst ist, was kommt dann? Facebook will helfen die Privatsphäre zu organisieren, las ich neulich bei Facebook, so der ähnlich. Timeline, Registrieren meiner sämtlichen Lebenstätigkeiten, wann wo was gekauft, wann wen, wo, wie lange, getroffen?
Alle rennen zu Facebook, weil so viel schon da sind. Viele Doppel- und Mehrfachexistenzen. Wie viele Facebook-Teilnehmer existieren wirklich im realen Leben? Wie viele richten ihr Konto ein, lassen es nach einigem Rumstöbern verkümmer? Vielleicht ist es nur eine Minderheit, die versucht, uns die große Masse vorzugaukeln. Ein Werbetrick? Wenn Facebook seine interne Statistik (wie viel 1 x, 2 x etc. zu Facebook kommen und was sie dort machen, offenlegen würde, also ein bisschen von dem zurückgeben würde, was es kostenlos einsammelt… Ach das kommt ja doch nicht.
Zum Thema: Max Schrems, > Auf Facebook kannst du nichts löschen, FAZ, 26.10.2011
Tad Williams ist nach langer Zeit wieder in Stuttgart zu erleben.
Der Amerikaner stellt den lang ersehnten Abschlussband seines großen Fantasyepos vor:
Der Südmarksfeste droht Gefahr von zwei unerbittlichen Feinden, den uralten Quar der Nebellande und dem verrückten Gottkönig von Xis. Mittendrin kämpfen die königlichen Zwillinge Briony und Barrick um ihr Erbe und Leben.
Prinz Barrick hat sich der dunklen Macht der Quar verschrieben, jener gefährlichen Bewohner der Welt hinter der Schattengrenze. Geht er für seine Schwester, für sein Land und die Menschheit für immer verloren?
Unterdessen wird offenbar, dass der grausame Herrscher und Gottkönig des Südens mit Hilfe von König Olins Blut grenzenlose Macht gewinnen will. Wird seine finstere Rechnung aufgehen?
Und der jungen Briony obliegt die schwerste aller denkbaren Entscheidungen: Soll sie das Leben ihres Vaters, des Königs, retten oder die Südmarksfeste aus der Hand ihrer Feinde befreien?
Erleben Sie das spannende Finale von Shadowmarch, Tad Williams‘ jüngstem Meisterwerk.
Buchhandlung Wittwer, Donnerstag, 27. Oktober 2011, 20 h 15
Eintritt: 8,- €