Ulm Neue Mitte – Die Rückeroberung des Stadtraums
oder was geschieht mit der Hauptstätter Straße in Stuttgart?
Am Freitag, 09.11.2007, 20.00 Uhr, wird Alexander Wetzig, Baubürgermeister der Stadt Ulm, im Stuttgarter Literaturhaus im Rahmen der Veranstaltungsreihe Architektur über die in den letzten Jahren geplante und vor wenigen Monaten realisierte „Neue Mitte“ der ehrwürdigen Reichsstadt Ulm berichten. Wie in vielen anderen Städten wurde auch in Ulm in den 50er und 60er Jahren Stadtplanung primär als Verkehrsplanung gesehen. Mitten durch die Altstadt, 100 m neben dem Münster wurde die sogenannte „Neue Straße“ 5-6-spurig durchgebrochen, die Stadt in zwei Teile getrennt. Schon sehr früh wurden Überlegungen angestellt, wie diese Schneise beseitigt werden kann. Inzwischen ist das Projekt „Neue Mitte“ der Stadt Ulm für viele Städte im In- und Ausland zum Vorbild geworden.
Ort: > Literaturhaus Stuttgart
In Zusammenarbeit mit dem Architekturforum Baden-Württemberg.
Moderation: Roland Ostertag
Eintritt frei.
Über die Veranstaltung werde ich wie gewohnt mit Fotos im Archiv auf der Website des > Literaturhauses Stuttgart berichten. Und auch auf diesem Blog.
Mir ist die Neue Straße aus meinen Ulmer Jahren nur zu gut vertraut. An die brausenden Autos mitten in der Stadt kann ich mich gut erinnern. Überall in Ulm gibt es eigentlich ganz normale Stadt-Straßen und dann zwischen dem Münster und der damals noch mehr verträumten Altstadt eine vier- oder sogar mehrspurige Schneise, die nie so recht zum Stadtbild paßte.
Ich möchte den Vortrag nicht vorwegnehmen, aber der Zusammenhang mit dem von Roland Ostertag und Gunter Kölz hier auf dem Blog schon vorgestelltem neuen Konzept für die Hauptstätter Straße ist offensichtlich. Warum wird für sie soviel Stadtraum verbraucht? Die vielen Auf- und Abfahrten, die diese Stadtautobahn benötigt, bewirkt, daß > Soviel Platz! verbraucht wird, wo vier Spuren ausreichen würden. Ulm ist wirklich eine Reise wert. Ich freue mich auf den nächsten Besuch.
Auf diesem Blog habe ich bereits über das Projekt für die Hauptstätter Straße berichtet:
> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz
> Gehen wir weiter zum Gebhard-Müller-Platz
Jetzt wird genau das Gegenteil geplant. Sicherlich ist es nicht ganz exakt zu sagen, die
> Kulturmeile soll in den Tunnel, es ist auch nicht ganz exakt, wenn man behauptet, daß eine Hälfte von ihr in den Tunnel soll, wie auch immer, will aus Bad Cansstatt kommend am Charlottenplatz links abbiegen, muß man den Kulturmeilentunnel am Gebhard-Müller-Platz links liegen lassen und oberirdisch fahren. Für wen ist der Tunnel eigentlich? Für die Autos, die man eigentlich gar nicht in der Stadt haben möchte. Vergraben nützt aber nichts. Sie kommen an beiden Ende raus, um dann meist im Stau zu landen.
Aus Anlaß des 80. Geburtstages der Weißenhofsiedlung hat Professor Max Bächer (1925-2011) am Montag, 23. Juli 2007, auf Einladung des Architekturforums einen Vortrag gehalten. Professor Roland Ostertag begrüßte den Gast. Aus der Ankündigung der Veranstaltung: „Vor genau 80 Jahren, am Samstag, den 23. Juli 1927, wurde die Weißenhof-Siedlung eröffnet. Die historische Bedeutung dieser Siedlung liegt darin, dass sich hier in Stuttgart zum ersten Mal an einem Ort das Neue Bauen als eine weltweite übergreifende Bewegung darstellte. Roland Ostertag bemüht sich seit Jahrzehnten um die Weißenhof-Siedlung und plädiert für die Gründung einer Stiftung und die offizielle Eintragung als Weltkulturerbe.
Für Max Bächer gehört der Weißenhof zu seinen dauerhaften Lebenserinnerungen, über die er erzählen wird. Max Bächer, geboren 1925, aufgewachsen in der Marienstraße zwischen
Anläßlich der Frage, ob es schon die versprochene Stiftung zugunsten der Weißenhofsiedlung gibt, gab Max Bächer seine Kritik an Stuttgart 21 zu Protokoll und spielte auf die Unsumme des Projekts und die langen Tunnelfahrten an, die den Reisenden mit diesem Projekt zugemutet werden.













„Vor genau 80 Jahren, am Samstag, den 23. Juli 1927, wurde die Weißenhof-Siedlung eröffnet. Die historische Bedeutung dieser Siedlung liegt darin, dass sich hier in Stuttgart zum ersten Mal an einem Ort das Neue Bauen als eine weltweite übergreifende Bewegung darstellte. Roland Ostertag bemüht sich seit Jahrzehnten um die Weißenhof-Siedlung und plädiert für die Gründung einer Stiftung und die offizielle Eintragung als Weltkulturerbe. Für Max Bächer gehört der Weißenhof zu seinen dauerhaften Lebenserinnerungen, über die er erzählen wird. Max Bächer, geboren 1925, aufgewachsen in der Marienstraße zwischen Wilhelmsbau und Silberburg, Notabitur, Soldat, schwer verwundet, ist von 1946 bis heute ein Student der Architektur geblieben. Er arbeitete bei Bodo Rasch und Paul Stohrer, machte sich 1956 selbständig und wurde 1963 Lehrer an der TH Darmstadt. Im offenen Haus von Prof. Hans Hildebrandt, der als Pionier der Moderne 1933 seinen Lehrstuhl an der TH Stuttgart verloren hatte, lernte er Richard Döcker, Alfred Roth, Walter Gropius, Adolf G. Schneck, Max Bill und viele der damaligen Avantgarde, die auch an der Weißenhof-Siedlung beteiligt waren, kennen.“
