Stuttgart 21: Pro und contra

Oberbürgermeister Manfred Schuster, Winfried Kretschmann, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, Wolfgang Drexler, Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart 21, und Gangolf Stocker, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21, diskutierten am 16. 9.2010 im Rahmen der TV-Sendung > Zur Sache Baden-Württemberg! – Stuttgart 21: Zur Sache nachgefragt!. Während der Sendung wurde das Projekt S 21 in einigen Filmbeiträgen erläutert.

Noch mehr > zum Thema S21 in dieser Sendereihe.

Neue Einkaufszentren in Stuttgart
oder wie entwickelt sich die Innenstadt?

Ergänzt am 16.9.2010

Wird das wirklich kommen? 43000 qm für ein Einkaufszentrum am Mailänder Platz? Und wieviel qm für das Handelszentrum mit Handelszentrum Quartier S an der Tübinger Straße? O je, wenn ich Einzelhändler in Stuttgart wäre, würde mir Angst und Bange werden. Warum entwickelt man partout die Randbezirke der Innenstadt? Hat man aus dem Einkaufszentrum hinter dem Königsbau mit seiner leerstehenden 3. Etage noch keine Schlüsse gezogen?

Immer wieder stolpert man in unseren Städten über Einkaufszentren, die vorgeben das Flanieren verschönern zu wollen, aber nur den Kaufrausch im Sinn haben: > Einkaufszentren: Die Hölle für den Bürger. Wie schaffen es Investoren, überall immer wieder Stadtväter davon zu überzeugen, die Erlaubnis zu erteilen, auf wertvollen Stadtgrund Ladenzeilen in Häuser einzubauen, so dass ein Ambiente entsteht, das in Gelsenkirchen, Chemnitz, Passau oder sonstwo sein könnte. Diese Shoppingcenter suggerieren den Käufern woanders zu sein, Urlaub von der Stadt zu machen, ihn von seinen Wurzeln zu lösen, das Geld sitzt dann vielleicht lockerer, so wie man auf eine Online-Website dazu verleitet wird, auch noch dieses oder jenes Produkt mitzunehmen, weil der Kaufnachbar oder Kaufkollege es auch erstanden hat. Mit den Einkaufszentren wird der Charakter der Innenstädte beschädigt. Einzelhändler werden über kurz oder lang die Konkurrenz immer mehr spüren und sich kaum verteidigen können.

Bürgerbeteiligung ist das Stichwort! > Einkaufzentren sind kein Beitrag zu einer Stadtkultur und man darf vermuten, wenn die Büger mitreden dürften, dann käme etwas zustande, was sie auch wirklich anziehen wird. Müssen am Mailänder Platz, der doch verkehrstechnisch wirklich gut erschlossen sein soll, 1680 Stellplätze für Autos gebaut werden? Wo man doch durch den Park mit Fahrrädern so prima dahinradeln könnte?

> Quartier am Mailänder Platz

Die Stadtbibliothek als Magnet für die Belebung des Stadtviertels war eine gute Idee, aber das Einkaufszentrum zeigt wieder, > dass man Stadtqartiere nicht ohne weiteres aus der Retorte bauen kann. In diesem Fall fehlt der Anschluss an die umliegenden Stadtquartiere. Das neue Stadtquartier für 2000-5000 Autos, die dort täglich hinfahren um für die Einkaufszeit zu parken, scheint nicht überzeugend zu sein.

Möchte die Stadt ihren Bürgen großzügig mehr Einkaufsflächen und -möglichkeiten bald vielleicht rund um die Uhr bieten? Oder will sie Investoren anlocken? Am besten wäre die Stadt beraten, wenn sie ihre Bürger fragen würde.

Philipp Meyer, Rost: im Stuttgarter Literaturhaus

Philip Meyer, RostAm Dienstag, 14. September 2010, wird Philipp Meyer gemeinsam mit Tom Schillling im Literaturhaus Stuttgart aus seinem gefeierten Debütroman „Rost“ lesen.

Beginn 20:00 Uhr.
> Infos zu Autor und Buch

Hartmut Wilmes schreibt in der Kölnischen Rundschau am 1.9.2010:

„Die Schicksalswucht Cormac McCarthys, die psychologische Finesse Richard Fords und die sprachliche Verdichtungskunst Ernest Hemingways – all diese Kardinaltugenden großer amerikanischer Literatur sind in diesem ebenso monumentalen wie filigranen Romandebüt (!) gebündelt. So schafft es Philipp Meyer, dass man um jeden seiner angeknacksten Helden bangt. Im blutigen Finale ist noch einmal alles möglich – katastrophales Scheitern oder wundersame Rettung. Unmöglich, dieses fantastische Buch in den letzten Kapiteln noch einmal beiseite zu legen.“

> Lesebericht auf diesem Blog:

„Philipp Meyer erzählt eine spannende Geschichte. Er lässt die Personen seiner Handlung alleine erzählen. Die vielen Kapitel konzentrieren sich immer auf die Gedanken und die Erlebnisse einer Person, die über ihre Empfindungen berichtet und nur im Kontakt mit anderen werden Urteile über oder Empfindungen für andere vermittelt. Diese vielen Einzelbeobachtungen verdichten sich zu einem spannenden Roman.“ H. Wittmann

> Rost
Roman, aus dem Amerikanischen von Frank Heibert (Orig.: American Rust)
1. Auflage 2010
464 Seiten
ISBN: 978-3-608-93893-7

Barcamp 3 in Stuttgart

Zum dritten Mail fand an diesem Wochenende das 3. Stuttgarter Barcamp in den Räumen des Literaturhauses und der Medien- und Filmgesellschaft MFG statt. Wieder vorzüglich von > Jan Theofel und seinem Orgateam organisiert.

Die Teilnehmer bekommen am Eingang ihr Namensschild. 230 Teilnehmer hatten sich an beiden Tagen angemeldet.

Jan Theofel begrüßte die Teilnehmer. Es folgt eine Vorstellungsrunde: Jeder sagt seinen Namen und drei Tags, die seine Interessen kennzeichnen.

Einige IPads waren auch schon angereist. Zu dem neuen > IPad gab es auch eine Nachtsession. Dann die Runde, bei der alle Referenten ihre >Sessions vorstellen. „Mein Name ist…, ich möchte über…. sprechen… Wer hat Interesse?“ Und je nach Meldungen wird dann ein Raum bestimmt und der Zettel an das Bord geheftet. Wenn man bedenkt, wie oft man eine Organisation für die Planung eines Konferenz benötigt, kommt man hier richtig ins Staunen. Nach 30 Minuten stehen 66 Sessions fest: Rund um alles was das Internet und Web 2.0 betrifft. Hier kann man Wissen und Erfahrungen auftanken. Außerdem bietet ein Barcamp viel Raum für interessante Gespräche.

Für das leibliche Wohl der Barcamper haben freundliche > Sponsoren gesorgt.

Und dann ab in die Sessions, wo auch > Stephan Siegloch sogar mehrere Sessions gehalten hat und die Teilnehmer auf den neuesten Stand beracht hat.

Herbstanfang

Noch sind nicht alle wieder da, die letzten Urlaubsflieger kommen noch, da hat heute schon der > Herbst begonnen. Die Lebkuchen sind auch schon da. Ganze Regale voll. Genaugenommen haben wir noch 22 Tage Tage Zeit, bis der Herbst so richtig am > 23. September um 11:04 MESZ. Aber schon vorgestern zeigte ein Gang durch den Garten mit dem Pflücken der Tomaten und der letzten Blumen, dass der Sommer sich seinem Ende zuneigt:

Stuttgarter Hauptbahnhof: Der Abriss des Nordflügels

Heute abend war das Verkehrschaos in der ganzen Stadt zu spüren. Auf den Straßen rund um den Hauptbahnhof ging nichts mehr. Am frühen Nachmittag hatte ein Bagger begonnen, den Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs abzureissen:

Schade. Die Bauherrn müssten das Projekt besser erklären, besser rüberbringen. Es ist nur zu hören, S 21 sei unumkehrbar. Es ist unklug, jetzt zuerst ein denkmalgeschütztes Gebäude einzureissen, dass in sich ein einzigartiges Zeugnis dieser Art von Architektur in Deutschland ist. Diese Aktion ist ganz schlechte PR und überhaupt nicht geeignet, die Werbekampagne, Die guten Argumente überwiegen zu untermauern. Dieser Kampagne fehlt die Basis, da sie selbstherrlich für sich die guten Argumente definiert und reklamiert und die der Kritiker dadurch von vorneherein als schlecht zu verstehen gibt. Das ist das Gegenteil von gutem Bürgerdialog, der Neugier auf die Zukunft weckt. Statt das > Urteil zum Hauptbahnhof am 6.Oktober abzuwarten, werden schnell Fakten geschaffen, das verärgert die Kritiker noch mehr, das ist unklug, gibt dem Projekt schlechte Presse und verhärtet die Fronten. Schade. Gute PR fährt nicht auf Konfrontationskurs.

> Der Stuttgarter Hauptbahnhof im August 2010
> Wie lange werden die Seitenflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs noch stehen?

Die autogerechte Stadt (III):
Der Österreichische Platz


Größere Kartenansicht

An dieser Stelle steht in Stuttgart auf dem Österreichischen Platz ein Denkmal der autogerechten Stadt, die ohne Fußgänger geplant wurde. Ein großer Betonring ist die Grundlage für einen ampelgeregelten Kreisverkehr. Elefantenklo nennt man in anderen Städte einen solchen Betonkragen, der in Gießen allerdings wesentlich kleinere Ausmaße hat.

Mein Weitwinkel war leider nicht dabei, um den ganzen Ring auf ein Foto zu bannen.

Von der > Paulinenbrücke herunterbrausend kann sich der Verkehr zum Warten elegant auf den Österreichischen Betonring einfädeln. Auch mitten am Tag sieht man dort wenn überhaupt nur ein paar verschreckte Fußgänger.

Unter dem Betonring verläuft die vierspurige Stadtautobahn:

Viele Autofahrer brauchen die Rennstrecke gar nicht und warten geduldig, bis sie sie wieder verlassen dürfen.

Außer Stuttgart 21 gibt es also auch noch ein paar andere Themen in Stuttgart und Ideen für eine erfolgreiche Stadtreparatur gibt es genug. Die Hauptstätter Strasse könnte ein Prachtmeile und bundesweit ein stadtplanerisches Highlight werden.

> Das Modell für Stuttgart: Die neue Mitte Ulm
> Ein neues Museum für die Bürger: Eine Lehrschau für die Stadtplaner
> Stadtreparatur: Die Hauptstätter Straße in Stuttgart
> Vorrang für die Autos auf 10 Spuren
> Die Neue Stadtplanung
> Ein Ausflug zur Neuen Mitte Ulm

Wieso brauchen wir mitten in der Stadt so viele Spuren? Unsere Blogleser kennen schon die Rechnung: 35 % Hinundherfahrer, die nur den nächsten U-Turn suchen, 35 % fahren hier, weil es bequemer ist, als direkt den Zielpunkt anzusteuern, 20 % könnten auch eine Parallelstrasse nutzen, 10 % brausen nur mal eben vom Marienplatz bisz zum Neckartor durch, könnten auch woanders fahren. Wer braucht die Hauptstätter Strasse eigentlich?

> Ulm Neue Mitte – Die Rückeroberung des Stadtraums – oder was geschieht mit der Hauptstätter Straße in Stuttgart?
> Von der Leonhardskirche zum Charlottenplatz
> Die Hauptstätter Strasse und das neue Mobilitätskonzept
> Die Bebauung der Hauptstätter Straße

Die autogerechte Stadt (II):
Die Paulinenbrücke in Stuttgart

Von oben sieht die Brücke gar nicht so schlimm aus? Nun, die Autos, die dort langfahren, durchqueren dieses Stadtgebiet. Der Verkehr der dort fließt, hat überhaupt keinen Bezug zu seiner Umgebung. Fußgänger sieht man auf der Brücke ganz selten.

Warum scheut man sich, dieses Relikt falscher Stadtplanung abzureissen und dieses Stadtquartier zu reparieren??

Ein Abriss der Paulinenbrücke würde natürlich auf Folgen für den Österreichischen Platz haben, dessen Betonmantel an Häßlichkeit die Paulinenbrücke noch übertrifft.

Weiter: > Die autogerechte Stadt III

Die autogerechte Stadt (I):
Die Paulinenbrücke in Stuttgart

Noch immer und wohl auch für viele Jahre noch können die Autos auf der Paulinenbrücke auf den Österreichischen Platz zusausen, dort bremsen und an der Ampel auf die Weiterfahrt warten. Betrachtet man das Bauwerk genauer, ist eigentlich außer einer gewissen Bequemlichkeit für die Autofahrer nichts wirklich Vorteilhaftes an diesem hässlichen Bauwerk zu erkennen. Die Fußgänger…

können zwar unter der Brücke entlanggehen und auch ihre Autos dort abstellen.

Aber das Bauwerk trennt, wenn man es genau nimmt an jeder seiner vier Seiten die Stadtquartiere voneinander. In der Sprache der Verkehrs- oder Städteplaner, nennt man so etwas Stadtzerstörung.
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Demnächst wird an beiden Seiten der Brücke neue Gebäude entstehen. Da läuft etwas schief. Man verpasst gerade einen guten Zeitpunkt, dieses Stadtquartier als eine Einheit zu behandeln

Weiter: > Die autogerechte Stadt II

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